Atari VCS: Die Rückkehr eines Konsolen-Klassikers?

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Atari VCS: Bilder des Herstellers (1)
Quelle: Atari

Vor über 40 Jahren erschien das Atari VCS 2600 und läutete die goldene Ära der Videospiele ein. Kann eine neue Konsole auf Linux-Basis mit Streaming-Fähigkeiten an diesen Erfolg anknüpfen oder nur bei nostalgischen Mittvierzigerin punkten?

Auf der Game Developers Conference 2018 in San Francisco enthüllte Atari sowohl den Namen als auch das Design einer brandneuen Konsole: Atari VCS heißt das gute Stück, das im Retro-Look mit Kühlrippen und Holzstreifen an den berühmten Vorgänger Atari VCS 2600 erinnert, der 1977 das Licht der Welt erblickte. Was steckt im Innern des rund 250 US-Dollar teuren Kästchens, für das Atari ab April Infos zum Zeitpunkt der Vorbestellungen verkünden will?

Fertige Hülle, fehlende Innereien

Das Atari VCS, das wir beim Ortstermin in San Francisco in den Händen halten durften, ist leider noch nicht die fertige Version. Im Inneren befindet sich keine Platine, die LEDs auf der Front werden über eine Spannungszufuhr per USB betrieben. Doch die technischen Details stehen kurz vor der Finalisierung, so Michael Arzt, COO Atari Connect.

Das Herz des Systems vom Typ Bristol Ridge A10 stammt von AMD und kombiniert CPU und GPU. Damit soll das Atari VCS soll 4K-Grafik in HDR und 60 Bildern pro Sekunde darstellen können. Wie viel RAM an Bord sein werden sowie Details zum erweiterbaren Massenspeicher wollte uns Michael Arzt noch nicht verraten.

Auf der Rückseite befinden sich vier USB-3.0-Ports zum Anschließen von Joysticks, Gamepads und anderem Zubehör. Außerdem nimmt ein Slot Micro-SD-Karten auf, während eine HDMI-Buchse das Bild in Richtung Fernseher schickt. Eine Buchse für ein externes Netzteil und ein Reset-Schalter runden finden sich dort ebenfalls.

Joystick, Gamepad und Mikrofon

Final ist zumindest das Design des Joysticks, dessen Ein-Knopf-Design dem von 1977 entspricht - auch, wenn die Schalter weniger schwammig als beim Original reagieren. Wer mag, darf mit einem Adapter sogar den Ur-Controller an sein Atari VCS anschließen, erklärt uns Michael Arzt.

Wie auch das noch nicht finale Gamepad ist der generalüberholte Steuerknüppel auf eine schnurlose Bluetooth-Verbindung mit der Konsole ausgelegt. Die nimmt ihrerseits per 2.4- beziehungsweise 5.0-GHz-Netz Kontakt mit dem heimischen Router auf.

Außerdem besitzt die Konsole ein Mikro, so dass man sie etwa mit einem "Atari on!" aus dem Schlaf erwecken könnte. Darüber, dass man die Konsole in einem Schrank verstecken und sie dadurch die Sprachbefehle überhören könnte, macht sich Arzt keine Sorgen: "Wir haben das Gehäuse des Atari VCS genau deshalb so entworfen - damit man sich nicht schämen muss, es offen sichtbar im Wohnzimmer stehen zu haben."

Linux für alte und neue Spiele

Software verkauft Hardware - deshalb wollen wir von Michael Arzt wissen, wie das Atari VCS in dieser Hinsicht aussieht. "Auf dem Atari VCS läuft Linux mit angepasstem Interface", antwortet dieser. "Damit könnt ihr Spiele starten, einen Online-Store besuchen, einen Browser und Apps starten, Netflix und Co. streamen und in einem Sandbox-Modus mit Tastatur und Maus ans Eingemachte gehen."

Wie sieht es mit Third-Party-Spielen etwa von Firmen wie Activision aus, die ja mit Klassikern wie Pitfall oder River Raid am Start gewesen sind? "Unser Atari Flashback 9 hatte zahlreiche Activision-Spiele eingebaut", sagt Michael Arzt. "Wir sprechen mit allen möglichen Herstellern, auch mit Streaming-Diensten - am Ende des Tages ist es alles eine Frage des Geldes." Auf dem System sollen aber auch neue Atari-Titel wie das bald erscheinende Tempest 4000 laufen.

Streaming-Dienste wie Netflix und Amazon Prime laufen jedoch ab Werk, weil man sich im Zweifelsfall über den Browser in sein Konto einloggen und losgucken kann. "Und mit einem Atari VCS ist es weniger Gefrickel als mit einem Laptop, das man zu diesem Zweck an den Fernseher anschließt und wieder abklemmt", ergänzt Arzt. Benutzer dürfen obendrein eigene Apps schreiben - insofern ist die Unterstützung so gut wie aller Streaming-Angebote nur eine Frage der Zeit.

Pure Nostalgie?

Bleibt die Preisfrage: Warum sollen wir ein Atari VCS und nicht etwa ein Nvidia Shield für die Hälfte des Preises kaufen? "Android-Systeme sind letztendlich nie für den Gebrauch mit einem Fernseher entwickelt worden", sagt Michael Arzt forsch. "Deswegen wollten wir die Leistung und die Spezifikationen eines Laptops."

Außerdem glaubt der Atari-Manager, dass der Nostalgiefaktor für alle, die in den 1970ern und 80ern eine Atari-Konsole hatten, nicht zu verachten ist. "Kann das Atari VCS Dinge, die auch andere Geräte beherrschen? Absolut. Aber wir wollen all das zu einem einzigartigen System kombinieren, mit einem einzigartigen Atari-Faktor", so Michael Arzt.

Mehr Infos soll es im April geben. Und natürlich zur E3 im Juni - vielleicht erfahren wir dann endlich, über welche RAM-Reserven und Massenspeicher das Atari VCS verfügt, und können ein paar Spiele darauf ausprobieren.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Thilo Lötkolbengott/-göttin
        AW: Atari VCS: Die Rückkehr eines Konsolen-Klassikers?

        Kleiner Bug im Artikel: Im April werden Infos zur Vorbestellung veröffentlicht, nicht aber die Vorbestellung an sich ermöglicht. Vorbestellungen dann "wahrscheinlich irgendwann in 2018".
      • Von PCGH_Thilo Lötkolbengott/-göttin
        AW: Atari VCS: Die Rückkehr eines Konsolen-Klassikers?

        Kleiner Bug im Artikel: Im April werden Infos zur Vorbestellung veröffentlicht, nicht aber die Vorbestellung an sich ermöglicht. Vorbestellungen dann "wahrscheinlich irgendwann in 2018".
      • Von Woyzeck PC-Selbstbauer(in)
        AW: Atari VCS: Die Rückkehr eines Konsolen-Klassikers?

        ups, hab nicht nachgedacht.
      • Von Kaimanic Software-Overclocker(in)
        AW: Atari VCS: Die Rückkehr eines Konsolen-Klassikers?

        Das Ding wird so floppen wie die Ouya.
      • Von TeKila PC-Selbstbauer(in)
        AW: Atari VCS: Die Rückkehr eines Konsolen-Klassikers?

        Netflix 4k geht ja sowieso nicht - Linux based OS

        Das braucht doch immer noch Windows 10 & Edge...?
        Wenn Sie die Treiber bekommen könnte Atari es bestimmt zertifizieren lassen?
      • Von Woyzeck PC-Selbstbauer(in)
        AW: Atari VCS: Die Rückkehr eines Konsolen-Klassikers?

        Schade, aber ohne Riesenstückzahlen ist für den Preis wohl nicht mehr drin. Atari kann die Geräte ja nicht subventioniert anbieten, da sie nicht viel an Software verdienen können.
        Ich finde es immer noch attraktiv, wenn man sich aber ein Ultrabook mit defektem Bildschirm kauft, das Board ausbaut und hinten an den Fernseher klatscht, Recallbox oder nen anderen Launcher drauf (von mir aus auch Steam), luetoothcongroller dazu...
        Ich habe dann auch, was ich will, günstig und schnell genug.

        4K Netflix wird auf beiden nicht gehen, weil auch Ataris AMD das noch nicht kann, richtig?
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