DDR4-RAM Corsair Dominator Platinum RGB im Test: Mit Capellix-LEDs zum Erfolg?
Corsairs DDR4-RAM-Serie Dominator Platinum war bisher nur mit einer dezenten, einfarbigen Beleuchtung erhältlich. Das ändert die neue RGB-Variante, für die Corsair bereits 22 unterschiedliche Kits angekündigt hat. PC Games Hardware hat das Modell CMT32GX4M4K3600C16 zum Test erhalten und erläutert Ihnen im folgenden Test, wo seine Stärken und Schwächen liegen.
Auf dieser Seite
Gleich vorweg sei gesagt: Bei dem uns getesteten Speicherset handelt es sich um ein Premium-Produkt mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 570 Euro. Falls Sie beim Kauf von DDR4-RAM vor allem auf einen niedrigen Preis achten, dann sollten Sie sich die kommende PCGH-Ausgabe 04/2019 vormerken: Dort treten neun Speicherkits mit 16 GiByte im Preisbereich von 90 bis 115 Euro gegeneinander an.
Corsair Dominator Platinum RGB: Capellix und mehr
Die Dominator-Platinum-RGB-Serie reicht vom 16-GiByte-Kit mit DDR4-3000-Freigabe (CMT16GX4M2C3000C15) bis hin zum 128-GiByte-Set mit acht DDR4-3600-Riegeln (CMT128GX4M8X3600C18). Die Spannweite bei der unverbindlichen Preisempfehlung reicht daher von 170 bis 1.635 Euro. Gemessen an der Vengeance-RGB-Pro-Modellreihe müssen sie mit einem Aufpreis von etwa 10 bis 20 Euro pro DIMM rechnen. Beispiel: Das Kit CMW16GX4M2C3200C14 mit 2 × 8 GiByte ist für DDR4-3200/14-14-14-34 bei 1,35 Volt spezifiziert und ab 250 Euro lieferbar. Das für die gleichen Eckdaten ausgelegte Dominator-Platinum-RGB-Set CMT16GX4M2C3200C14 bringt es auf 285 Euro UVP. Die meisten der neu angekündigten Kits liegen im Taktbereich zwischen DDR4-3000 und DDR4-3600, mit dem Set CMT16GX4M2K4800C18 lotet Corsair aber die Grenzen des Machbaren aus: 2 × 8 GiByte DDR4-4800-RAM mit den Timings 18-24-24-46 toppt vom Takt alles im Preisvergleich bisher Gelistete und ist für Extremübertakter mit geeigneten Intel-Systemen gedacht, welche bereit sind, für RGB-LED-Zauber und extreme Selektion 930 Euro (UVP) zu berappen.
Quelle: Corsair
Dominator Platinum RGB: die angekündigten Kits
Wie von der Dominator-Platinum-Reihe gewohnt setzt Corsair auf einen massiven Kühlkörper mit einem markanten Metallbügel, der über die gesamte Länge der Module reicht. Bei der neuen RGB-Variante kommen allerdings ein beleuchteter Dominator-Schriftzug und fünf Aussparungen für LEDs links und rechts davon hinzu. Neben der tollen Verarbeitungsqualität unterstützt die schwarze und matte, gegen Fingerabdrücke eher unempfindliche Gestaltung des Heatspreaders subjektiv das Gefühl, ein Premium-Produkt in der Hand zu halten. Corsair bewirbt die verbauten, Capellix genannten RGB-LEDs mit einer besonders hohen Leuchtkraft - und tatsächlich: Die Beleuchtung zählt subjektiv zu den hellsten, die wir bisher auf einem RAM-Modul bewundern durften.
Capellix basiert auf einer Partnerschaft zwischen Corsair und der taiwanischen Firma Primax Pro und beschreibt streng genommen nicht die LEDs als solche, sondern die Montageform auf RGB-Komponenten. Traditionell werden größere SMD-Packages montiert, Capellix-LEDs dagegen direkt auf dem PCB platziert. Als Vorteile werden eine deutlich geringere Fläche pro LED, aber auch ein verringerter Energiebedarf sowie eine längere Lebenszeit aufgeführt, weshalb Corsair die Capellix-LEDs zukünftig auch in anderen Produkten wie Mäusen und Tastaturen einsetzen möchte. Auf einem Dominator-Platinum-RGB-Modul sind zwölf LEDs verbaut, die sich mit der Software Corsair Icue ab Version 3.12 einzeln adressieren lassen. Natürlich bietet die Software aber auch eine Reihe von vordefinierten üblichen Leuchteffekten wie Pulsieren oder das wellenartige Durchlaufen von einer Seite zur anderen, zwischen denen Sie mit einem Mausklick wechseln können.
Corsair Dominator Platinum RGB CMT32GX4M4K3600C16: So testen wir
Die vier Sticks betreiben wir mit einem Core i7-8700K auf einem Asus Maximus X Hero mit UEFI 1801. Diese Plattform ist für einen stabilen Betrieb über DDR4-4000 hinaus geeignet und damit die deutlich bessere Lösung als Ryzen- oder ältere Intel-Systeme, welches das Taktpotenzial vieler RAM-Sticks nicht ausschöpfen können.
Aus dem gleichen Grund wie wir Prozessoren nicht im GPU-Limit mit Ultra-HD-Auflösung testen, ziehen wir weniger gut für RAM-Tuning geeignete Plattformen nicht für wertungsrelevante Tests heran. Was beim RAM-Übertakten mit Ryzen zu beachten ist, behandeln wir allerdings regelmäßig in separaten Artikeln (z. B. Tuning Ryzen R7 2700(X) und R5 2600(X): Turbo, Overclocking, Spannung, RAM, Sub-Timings und RAM-Skalierung mit Core i9-9900K, Ryzen 7 2700X und Threadripper 2950X) und ausführlicher, als es im Rahmen von Produkttests möglich ist.
Das RGB-Kit muss sich in einer Mischung aus theoretischen und praxisnahen Benchmarks mit den vom Hersteller festgelegten Eckdaten beweisen. Darüber hinaus loten wir den Undervolting-Spielraum aus und testen die Tuning-Reserven bei 1,20 und 1,35 Volt im Taktbereich zwischen DDR4-2666 und DDR4-3866. Die Stabilität testen wir mit HCI Memtest Pro aus. Die Timings RCD und RP erhöhen wir stets gleichzeitig (und lassen sich bei der Plattform ohnehin nicht getrennt justieren), die RAS-Latenz schließen wir mit einer entspannten Einstellung (sofern möglich: (RCD + RP) × 1,5) als Grund für Instabilität aus.
Quelle: PC Games Hardware
Dominator Platinum RGB CMT32GX4M4K3600C16
Corsair Dominator Platinum RGB CMT32GX4M4K3600C16: Testergebnisse
Keine Zweifel an der Premium-Einstufung unseres Testmusters mit 4 × 8 GiByte Kapazität hinterlassen die verbauten Chips, denn dabei handelt es sich um Samsung K4A8G085WB-BCPB (B-Die), welche auf den taktfreudigsten DDR4-RAM-Kits dieser Generation sitzen. Die Herstellervorgabe, nämlich DDR4-3600/16-18-18-36 bei 1,35 Volt sorgt für eine gute Leistung, zumal bei der Verwendung von vier statt zwei Single-Rank-Sticks in einem Dual-Channel-System die Leistung pro Megahertz effektiv ansteigt, wie es auch beim Einsatz von zwei Dual-Rank-Sticks der Fall ist. Unseren 7-Zip-Benchmarks schließen die Riegel in 117 Sekunden ab, in unserer CPU- und RAM-limitierten Stadtszene des Mittelalter-Rollenspiels Kingdom Come: Deliverance erreichen wir 46,8 Fps. Zum Vergleich: Ein günstiges Standard-Kit (2 × 8 GiByte, single-ranked, DDR4-3000, 16-18-18-38) erreicht in diesen Tests 143 Sekunden (+22 %) und 43,3 Fps (-7 %).
Die Kühlleistung ist trotz LED-Abwärme leicht überdurchschnittlich, ein via Software auslesbarer Temperatursensor ist vorhanden. Die Tuning-Eigenschaften sind gut und liegen im Rahmen des für Quad-Channel-Kits mit Samsung B-Die üblichen Niveaus. Overclocking auf die Taktstufe DDR4-3866 schafft das Kit bei 1,35 Volt mit den Timings 17-18-18-54, Taktraten über DDR4-4000 sollten mit einer guten Plattform kein Problem darstellen. Explizit ausgetestet haben wir das allerdings nicht, da die wertungsrelevanten Tunining-Tests aufgrund von Community-Feedback aktuell maximal DDR4-3866 bei 1,35 Volt vorsehen.
| Produkt | Dominator Platinum RGB |
|---|---|
| Hersteller (Webseite) | Corsair (corsair.com) |
| Produktnummer | CMT32GX4M4K3600C16 (ver 4.31) |
| PCGH-Preisvergleich | http://www.pcgh.de/preis/1993753 |
| Preis/Preis-Leistung | UVP € 570,- (€ 17,81 pro GiB)/Note 4- |
| Ausstattung (20 %) | 1,96 |
| Kühlkörper | Metallkörper mit Kunststoffeinsatz |
| Besondere Ausstattung | RGB-LED-Beleuchtung (Regelung via Software) |
| Infos auf Aufkleber | Kapazität, Takt, Latenzen (CAS, RCD, RP, RAS), Spannung |
| Eigenschaften (20 %) | 2,12 |
| Kapazität | 4 × 8 GiByte |
| Herstellervorgabe | DDR4-3600, 16-18-18-36, 1,35 Volt |
| SPD-EEPROM (Einträge/max. Takt) | 18/DDR4-2133 (15-15-15-36) |
| XMP-Werte (in UEFI auswählbar) | DDR4-3600, 16-18-18-36, 1,35 Volt (XMP 2.0) |
| Höhe/Breite mit Kühler | 5,6/1,0 cm |
| Temperatur (Last, 1,35 Volt)**, Sensor | 38,9 °C, Seiko Instruments S-34T04A |
| Chips (nicht garantiert!) | 8 × Samsung K4A8G085WB-BCPB, 20 nm |
| Organisation (physisch/logisch) | Single-sided/single-ranked |
| Leistung (60 %)* | 2,33 |
| Herstellervorgabe: Kopierrate, Latenz | 49.522 MB/s, 47,2 Nanosek. |
| Herstellervorgabe: 3 GB kompr./verschlüsseln | 117 Sekunden |
| Herstellervorg.: Kingdom Come Deliverance | 46,8/34 Fps (Avg./Min.) |
| Undervolting bei Standard-Takt/-Latenzen | -3 % (1,305 Volt) |
| 1,20 Volt: Stabile Latenzen (DDR4-2666/3000/3333) | 14-13-13-39/16-15-15-45/17-16-16-48 |
| 1,35 Volt: Stabile Latenzen (DDR4-3333/3600/3866) | 15-15-15-45/16-16-16-48/17-18-18-54 |
| Endnote | 2,21 |
| Fazit | + Konfigurierbare RGB-LEDs, Grundleistung, Tuning-Eigenschaften, 32 GiByte Kapazität |
| - Hoher Preis pro GiByte |
Corsair Dominator Platinum RGB CMT32GX4M4K3600C16: Fazit
Die Module sind 5,6 cm hoch, ohnehin sollten aber keine Bestandteile des CPU-Kühlers über die RAM-Slots ragen: Wozu RAM mit einer konfigurierbaren RGB-LED-Beleuchtung, wenn eine andere Komponente die Sicht darauf versperrt? Der sehr gut verarbeitete Kühlkörper, die hellen und gleichmäßigen LEDs sowie die guten Leistung- und Tuning-Ergebnisse geben wenig Anlass zur Kritik. Negativ sehen wir daher vor allem den Preis, denn das Gebotene lässt sich Corsair gut bezahlen; die unverbindliche Preisempfehlung für das Kit CMT32GX4M4K3600C16 beträgt 570 Euro. Einfache 32-GiByte-Kits erhalten Sie bereits zu einem Drittel des Preises, eine Reihe Samsung-B-Die-bestückter Kits gleicher Kapazität für unter 400 Euro. Allerdings hat Corsair wie bereits erwähnt zum Start der Dominator-Platinum-RGB-Reihe bereits 22 Kits angekündigt: Los geht es bereits ab 170 Euro UVP für 2 × 8 GiByte DDR4-3000. Wer die neuen Corsair-Module primär aus optischen Gründen in Erwägung zieht, zahlt also zweifelslos einen deutlichen Aufpreis, muss aber kein Vermögen ausgeben.
Übrigens: Einen Vergleichstest mit fünf RGB-LED-Kits gibt es als PCGH-Plus-Artikel, aber auch in der PCGH-Ausgabe 02/2019.