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  • Arbeitsspeicher erweitern: Welcher passt? Was beim Kauf und RAM-Einbau zu beachten ist

    Arbeitsspeicher aufrüsten: Was beim Kauf und RAM-Einbau zu beachten ist Quelle: PC Games Hardware

    Welcher Arbeitsspeicher passt beim Erweitern? Wenn der Arbeitsspeicher für bestimmte Anwendungen zu knapp wird oder aufgrund eines Defekts ersetzt werden muss, können Anwender ihren PC in wenigen Schritten durch ein RAM-Upgrade wieder flott bekommen. PC Games Hardware zeigt, was dabei zu beachten ist und verrät Ihnen, welcher Arbeitsspeicher passt.

    Bei einem geplanten RAM-Upgrade sollten Sie im ersten Schritt möglichst viele Informationen über das genutzte System einholen. Wichtig ist beispielsweise, ob derzeit noch Speichersteckplätze frei sind und welche Art von Arbeitsspeicher verbaut werden kann. Das Mainboard-Handbuch liefert wertvolle Hinweise, welche Menge welchen Speichers verbaut werden kann. (Haben Sie Ihren PC 2008 oder später gekauft, kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit DDR3-RAM zum Einsatz. DDR4-RAM steckt seit 2015 in vielen Rechnern.) Mit Software wie CPU-Z lässt sich klären, welcher Arbeitsspeicher aktuell verbaut ist und ob noch RAM-Slots frei sind.

    Welcher Arbeitsspeicher passt: Informationen über das System einholen

          

    Ein Blick in das Gehäuse lohnt sich aber immer, denn erstens sind Auslesefehler der Software nie auszuschließen und zweitens sollten Sie sich vor dem Upgrade vergewissern, ob Bauteile wie der Prozessorkühler über die Speichersteckplätze hinausragen und den Einbau verhindern könnten. Dies ist besonders dann wichtig, wenn der Einbau von Speichermodulen mit großen Kühlkonstruktionen geplant ist. Standard-Arbeitsspeicher ohne Hitzeleitbleche bietet bei normaler Verwendung keine Nachteile. Hintergrundinformationen zur RAM-Kühlung erhalten Sie im Artikel Ist ein RAM-Kühler Pflicht?

    08:56
    PCGH-Basiswissen: Ist ein RAM-Kühler Pflicht?

    Vor dem Speicherkauf sollten Sie also folgende Fragen klären:
    - Wieviele (freie) Steckplätze für RAM befinden sich auf der Hauptplatine?
    - Überragen Bauteile die Steckplätze, sodass die Höhe der RAM-Module begrenzt wird?
    - Welche Speichermenge (GiByte/MiByte) ist maximal (insgesamt/pro Modul) zulässig?
    - Gibt es sonstige Beschränkungen, zum Beispiel bezüglich des internen Aufbaus (Memory ranks pro Modul)?

    In normalen Desktop-PCs und Notebooks wird "unbuffered", "unregistered" RAM ohne ECC verbaut. Hinter den Begriffen "fully buffered", ECC und "registered" stecken Techniken, die typischerweise für Servern im professionellen Umfeld gedacht sind, also dort wo sehr große Speichermengen verbaut sind. Dort helfen sie, die Datenintegrität zu gewährleisten. Für den Hausgebrauch sind solche RAM-Sticks nicht gedacht. Sparen Sie sich den Aufpreis dafür, zumal diese Techniken zum Teil inkompatibel zu gängiger PC-Hardware sind und auch noch Leistung kosten.

    Welcher Arbeitsspeicher passt: Wieviel Speicher brauche ich?

          

    Diese Frage hängt im Wesentlichen von Ihrem Nutzungsverhalten ab. Grob(!) gesagt, sollten Office-, Surf- und Wohnzimmer-PCs mit mindestens 4 GiByte ausgestattet sein, für PC-Spieler empfehlen wir mindestens 8, besser 16 GiByte Arbeitsspeicher. Mehr als 16 GiByte sind dann sinnvoll, wenn Sie aufwendige Multimedia-Bearbeitung mit hochauflösenden Inhalten betreiben, viele Anwendungen parallel nutzen (Multitasking) oder eine RAM-Disk nutzen (möchten). Nicht mehr zeitgemäße 32-Bit-Systeme wie Windows XP ermöglichen aus technischen Gründen abhängig von der PC-Konfiguration nur die Nutzung von etwa 2,7 bis 3,5 GiByte RAM. Ein neues Betriebssystem sollte in diesem Fall zusätzlich auf Ihrem Einkaufszettel stehen.

    Welcher Arbeitsspeicher passt: Kompatibilität

          

    Haben Sie noch Steckplätze frei, können Sie der Einfachheit halber den gleichen Speicher nachkaufen, der aktuell bereits verbaut ist. Ist baugleicher Speicher nicht mehr (zu einem vernünftigen Preis) erhältlich, sollten Sie zu Modulen mit möglichst ähnlichen Eigenschaften (Taktrate, Kapazität, Spannung, Timings) greifen. Konkrete Kaufempfehlungen gibt es in unserer Arbeitsspeicher-Bestenliste für DDR2- und DDR3-RAM. In den Handbüchern von Mainboards sind häufig kompatible Speicherriegel in Tabellen aufgeführt, die im Normalfall auch kostenlos von der Website des Board-Herstellers bezogen werden können. Prüfen Sie bei der Gelegenheit am besten auch, ob es eine neue BIOS-Version gibt, die womöglich die Kompatibilität mit bestimmten RAM-Sticks oder die Stabilität verbessert.

    Auch RAM-Hersteller listen gelegentlich kompatible Mainboards auf der Website auf. Sie müssen sich aber nicht auf Speicher beschränken, der auf einer Kompatibilitätsliste geführt ist. Nach unserer Erfahrung funktionieren fast immer auch nicht aufgeführte RAM-Module einwandfrei, sofern die Eckdaten passen. Beachten Sie beim Kauf (und auch der Konfiguration) von Arbeitsspeicher unbedingt, dass es aufgrund der Funktionsweise von DDR-SDRAM in der IT-Welt uneinheitliche Angaben zur Taktrate gibt. Die Angabe "1.066 MHz" kann daher in der Praxis sowohl für DDR3-2133 als auch - naheliegend aber fälschlicherweise - DDR3-1066 stehen. Eine ausführliche Erläuterung dazu enthält unser Artikel über die schnellsten DDR-SDRAM-Module bis heute.

    11:17
    Arbeitsspeicher richtig einbauen

    Welcher Arbeitsspeicher passt: Fallstricke beim Speicherkauf

          

    Vermeiden Sie, RAM mit einer zu hohen Standardspannung zu erwerben. Die Standardwerte von 1,2 Volt (DDR4-RAM), 1,5 Volt (DDR3-SDRAM), 1,8 Volt (DDR2-SDRAM) oder 2,5 Volt (DDR-SDRAM) reichen für den stabilen Betrieb von Standard-RAM aus. Arbeitsspeicher, der höhere Spannungen erfordert, richtet sich primär an Übertakter und kann unter Umständen zu einem Defekt des RAM-Controllers führen. Auch beim RAM-Takt sind hohe Werte mit Vorsicht zu genießen: Das Speicherkonsortium JEDEC hat die Taktraten DDR-400, DDR2-1066, DDR3-2133 und DDR4-2400 als Höchstwerte für die unterschiedlichen DDR-Generationen festgesetzt. Abhängig vom verwendeten Mainboard und Prozessor liegen die erlaubten Höchstwerte aber sogar noch niedriger. Beim Betrieb des Speichercontrollers - bei modernen PCs im Hauptprozessor verbaut - außerhalb der Spezifikation gibt es keine Garantie für einen stabilen Betrieb. Nur weil der Speicher für eine bestimmte Taktrate freigegeben ist, ist das keine Garantie für einen besonders hohen stabilen RAM-Takt! Außerdem verfällt die Gewährleistung/Garantie bei Overclocking.

    Welcher Arbeitsspeicher passt: Was spricht für/gegen Vollbestückung?

          

    Ein PC, bei dem alle RAM-Steckplätze belegt sind, lässt sich zukünftig nicht so gut aufrüsten wie ein PC mit freien Slots. Falls sie also planen, in absehbarer Zeit mehr Arbeitsspeicher nachzukaufen, sollten Sie nach Möglichkeit zu Modulen mit einer höheren Kapazität greifen, sodass Steckplätze frei bleiben. Statt 4 x 4 GiByte können Sie beispielsweise 2 x 8 GiByte kaufen, sodass bei gewöhnlichen Boards mit vier Slots noch zwei Stück frei sind. In bestimmten Fällen muss die Taktrate etwas gesenkt werden, damit ein stabiler Betrieb möglich ist. Für Phenom-II-CPUs im C2-Stepping gibt es beispielsweise die Empfehlung, bei Vollbestückung mit vier Modulen den Takt von DDR3-1333 auf DDR3-1066 zu reduzieren. Falls nach dem Hinzukaufen von RAM im Alltag Instabilitäten auftreten, muss der neue Speicher also nicht unbedingt defekt sein. Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, alle zur Verfügung stehenden Steckplätze zu nutzen.

    Welcher Arbeitsspeicher passt: Dual Channel - brauche ich das?

          

    Hinter dem Begriff Dual Channel steckt die Fähigkeit von RAM-Controllern, mehrere verbaute Speichermodule parallel anzusprechen und dadurch eine höhere Speichertransferrate zu erzielen. Dafür werden mindestens zwei Speicherriegel benötigt, welche in die korrekten, meist gleichfarbigen Steckplätzen eingesetzt werden müssen. Bei falscher Belegung läuft das System nur im Single-Channel-Modus. Eine einfache Möglichkeit, Dual Channel bei aktuellen System zu erhalten, ist es, zwei oder vier gleich große Module zu verwenden. Bei korrekter Konfiguration ist es aber auch möglich, mit unterschiedlich großen Modulen Dual Channel zu betreiben, sofern die Kapazität pro Kanal identisch ist.

    15:53
    Mythos Dual Channel: RAM richtig konfigurieren

    Abhängig vom RAM-Controller ist auch mit zwei unterschiedlich großen oder drei Modulen ein eingeschränkter Dual-Channel-Betrieb möglich - eine normale Dual-Channel-Konfiguration ist einer solchen Lösung aber vorzuziehen. Eine Ausbaustufe sind die Techniken Tripe Channel und Quad Channel, für die mindestens drei beziehungsweise vier Module erforderlich sind. Der Leistungsvorteil gegenüber Dual Channel ist in der Praxis aber geringer als das Leistungsplus von Dual Channel gegenüber Single Channel. Wichtig: Dual Channel ist ausschließlich eine Fähigkeit des RAM-Controllers. Es ist nicht zwingend erforderlich, zum Beispiel anstelle von zwei Einzelmodulen ein Dual-Channel-Kit mit zwei Riegeln zu kaufen, um Dual Channel zu nutzen.

    Welcher Arbeitsspeicher passt: Einrichtung

          

    Ein kleiner Speicherbaustein auf jedem RAM-Modul, SPD-EEPROM genannt, enthält Informationen darüber, mit welchem Takt und welchen Latenzen ein Speicherriegel betrieben werden kann. Abhängig davon werden diese Einstellungen automatisch konfiguriert. Sind unterschiedliche Sticks verbaut, bestimmt üblicherweise das RAM-Modul mit den leistungsschwächsten Werten die Konfiguration, damit keine Instabilität zu befürchten ist. SPD-Profile sollen aber nur einen stabilen Betrieb gewährleisten und werden zurückhaltend programmiert. Besonders schnelle Module mit hohen Taktraten oder kurzen Latenzen erfordern oft manuelle Änderungen im BIOS-/UEFI-Menü, das üblicherweise beim Systemstart mit den Tasten "Entf" oder "F2" aufgerufen werden kann. Eine praktische Hilfe sind Xtreme Memory Profiles (XMP), mit denen viele Übertakter-Module ausgestattet sind. Nach dem Laden werden - eine korrekte Konfiguration durch den Hersteller vorausgesetzt - Takt, Timings und auch die Spannung automatisch angepasst. Details zur Navigation im BIOS-/UEFI-Menü können Sie dem Mainboard-Handbuch entnehmen.

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    Es gibt 7 Kommentare zum Artikel
    Von HisN
    Ich weiß, ich bin manchmal meiner Zeit etwas voraus, aber so langsam könnte man auch als Gamer über mehr als 16GB…
    Von country
    Ich hatte mal eine AMD CPU ... die lief mit einer mischbestückung. 4 DDR2 Riegel zwischen 512MB bis 2GB und alle…
    Von Gamer090
    Sehr ausführlicher Artikel Stephan, eine gute Hilfe für Einsteiger
    Von volvo242
    Bei Ivy machte dauerhaft selbst 1,7V nichts.......B2T:Nutze immer noch 2+4GB @1600,habe bis auf W3 noch kein Spiel…
    Von Pixy
    Also das irritiert mich nun doch.Heißt das nun, ich sollte/kann meinen RAM, der sich 1,35V gönnt, nicht im…
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Arbeitsspeicher erweitern: Welcher passt? Was beim Kauf und RAM-Einbau zu beachten ist
Welcher Arbeitsspeicher passt beim Erweitern? Wenn der Arbeitsspeicher für bestimmte Anwendungen zu knapp wird oder aufgrund eines Defekts ersetzt werden muss, können Anwender ihren PC in wenigen Schritten durch ein RAM-Upgrade wieder flott bekommen. PC Games Hardware zeigt, was dabei zu beachten ist und verrät Ihnen, welcher Arbeitsspeicher passt.
http://www.pcgameshardware.de/RAM-Hardware-154108/Specials/Welcher-Arbeitsspeicher-passt-1072567/
06.08.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2013/06/RAM-aufruesten-Aufmacher_b2teaser_169.jpg
arbeitsspeicher,ddr3,ram,ddr2,ddr4
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