AMD Vega, Nvidia Volta: HBM2-Nachfrage übersteigt Angebot deutlich
Auf der International Supercomputing Conference (ISC) 2018 in Frankfurt am Main hat Samsung über High-Bandwidth Memory in Form von HBM2 gesprochen. Eine brisante Aussage: Selbst wenn man doppelt so viel HBM2-RAM produzieren würde, könnte man den Bedarf nicht decken. Im Desktop sollen die nächsten Grafikkarten deshalb auf GDDR6 setzen.
Der Speichermarkt hat generell mit einer Nachfrage zu kämpfen, die das Angebot übersteigt. Während sich Micron, Samsung und SK Hynix vornehmlich auf DDR4-RAM und Flash konzentrieren, stellt High-Bandwidth Memory Gen 2 noch eine Nische dar. Das macht die Speichersorte doppelt teuer. Auf der High-Performance-Computing-Messe ISC 2018 hat Samsung eine Präsentation unter anderem zu HBM2 gehalten - das Thema passt, da die Module bislang vorrangig in diesem Umfeld zum Einsatz kommen.
Besonders eine Aussage seitens Samsung sorgt derweil für Aufsehen: Die Produktion von HBM2-Speicher könnte verdoppelt werden und der Hersteller wäre noch immer nicht in der Lage, die Nachfrage zu bedienen. Wie viele Chips vom Fließband laufen, bleibt derweil branchenüblich ein Geheimnis. Ein großes Problem beim Angebot dürften die anhaltenden Lieferprobleme bei SK Hynix darstellen. Wollten die Südkoreaner ursprünglich im dritten Quartal 2016 mit der Serienproduktion von HBM2 beginnen, steht im letzten sogenannten Databook vom ersten Quartal 2018 (PDF-Download) weiterhin eine ausstehende Verfügbarkeit. Samsung ist damit der einzige große Hersteller, der den gestapelten DRAM (zumindest in größeren Mengen) verkauft.
Der Leidtragende der schlechten Verfügbarkeit ist vor allem AMD, der seine Radeon RX Vega 64 und RX Vega 56 nicht zu den ursprünglich angedachten Preisen auf den Markt bekommt. Im HPC-Umfeld lassen sich die hohe Preise besser auf den Kunden umwälzen - da sind vierstellige Preise für Beschleuniger- und Grafikkarten Normalität. Nvidia zum Beispiel bietet da die Tesla V100 beziehungsweise Quadro GV100 an. Sowohl AMD (Navi) als auch Nvidia (Turing) sollen bei der nächsten Desktop-Generation auf GDDR6-Speicher setzen, der mit 16 Gigabit pro Sekunde an 256 bis 384 Bit ähnlich hohe Übertragungsraten schafft, aber günstiger in der Produktion ist.

Aber wenn man mit den Superlativen übertreibt dann ist es klar, dass man darauf nichts geben sollte.
Ich kann mir ständig die Welt viel zu blumig malen und dann in Enttäuschungen "schwelgen".
Man kann sich aber mit DDR3, DDR4 und GDDR5 Speicher ausreichend eindecken, wenn man die Preise bezahlt. Bei HBM gibt es, auch nach knapp 4 Jahren, immernoch massive Probleme mit der Produktion. Vega ist das einzige Produkt, dass die Massen normalerweise erweben würden/könnten, der Rest sind Nischenprodukte. Für eine echte Massenproduktion hakt es zur Zeit noch. Natürlich ist das auch ein stück weit Ansichtssache, man kann durchaus der Meinung sein, dass alles mit Stückzahlen jenseits dem Duzend, bereits in Massen produziert wird.
Der Oak Ridge National Laboratory’s Summit Supercomputer hat z.B. 27,648 Stück von Volta GV100 verbaut.
Damals roch es nicht nach Premium, sondern nach Zukunft. Natürlich kann man hinterher immer alles klug analysieren und die Indizien finden, die keiner gewürdigt hat. Das Umgekehrte Beispiel wäre das Smartphone. Als 2007 das erste iPhone hergestellt wurde, da rock alles nach unnötigen Luxus, besonders der Preis von 1800€, inkl Vertrag. Keine 20 Jahre später, so wird pronostiziert, sollen ganze 75% der Weltbevölkerung ein eigenes Smartphone haben, 15% mehr als derzeit noch Zugang zu einer Toilette haben.
Ich persönlich kann dazu ein Lied singen, als die ersten PS4 Gerüchte auftauchten, habe ich die Möglichkeit von HBM-Speicher gar nicht ausschließen wollen, dass sah für mich anfangs vor allem nach einem zeitlichen Problem aus, mittlerweile ist es aber offensichtlich wie fernab jeglicher Realität meine Einschätzung damals war.
Wer sich mehr mit der Materie beschäftigt hat und kein völliger Laie war, der hat sich die vorab publizierten JEDEC-Specs angeschaut und wusste schon das Stacked-Ram mit TSV und der Interposer-Lösung kein günstiges Zeug sein wird, was in kurzer Zeit auch in den Mainstream runtersteigen wird.
Fiji hat es nicht geschafft den GM200 zu leistungsmäßig, bei gleichem Verbrauch zu schlagen, nicht mal die teildeaktivierte GTX 980Ti. Schlimmer noch war, dass sie sich nicht mal sonderlich vom knapp 2 Jahre alten Hawaii Chip absetzen konnten. Somit war es den AMD Ingenieuren nicht gelungen, aus dem unglaublichen Bandbreitenvorteil, den HBM ja hat, reale Leistung für ihre GPUs zu ziehen. Auch heute schlägt sich Vega, im Vergleich zu einem, fiktiven, doppelten Polaris (quasi der fiktive Nachfolger zu Hawaii), nicht sonderlich gut, eher grottig, wenn man die Kosten für HBM2 betrachtet.
Jedes Watt welches AMD dank HBM einspart fließt in die Leistung der GPU und bandbreitenlastiger Workload profitiert von den höheren Bandbreiten, welche AMD dank HBM umsetzen konnte.
Die Alternative wäre leistungstechnisch immer schwächer und/oder stromhungriger ausgefallen, dafür möglicherweise günstiger, aber AMD hätte dann kleinere Chips mit weniger Recheneinheiten bauen müssen.
RAM Revolution des Jahrzehnts, nachdem DRAM RAM entwickelt wurde, bringt keinen Leistungsvorteil, felsenfest davon ausgegangen das binnen kürzester Zeit alle Karten HBM haben werden etc.
Von so einem Standpunkt aus gab es keine andere Möglichkeit, außer die Enttäuschung.
In der Vergangenheit war man es durchaus gewohnt, dass die nächste Grakageneration durchaus 100% schneller als die letzte ist, neue Techniken gab es ebenfalls zu hauf, von daher war da recht wenig Grund zu Zweifeln. Am Ende sollte es sogar noch Geld sparen, was zumindest damals logisch klang.
AMD, abseits von PR-Floskeln, ist intern sicherlich kaum davon ausgegangen, dass Spiele zügig mehr als 4 Threads verwenden werden, vor allem da man mit Spieleentwicklern zusammen arbeitet, grob weiß wie es um die Engines bestellt ist und wie die Situation mit DX11 und dessen Nachfolger aussieht.
Phenom X6 war ein nettes Upgrade und wurde noch für den Server-Bereich verwendet, Bulldozer hatte kein katastrophales Konzept, aber eine miserable Umsetzung, die primär im Cache-Design zu finden ist, neben weiteren Feinheiten.
Jedes mal hat AMD bei einer neuen Architektur viele Stellschrauben bezüglich des Server-Marktes definiert, dass war beim K8 so, bei K10, Bulldozer und jetzt bei Zen auch.
Und Bulldozer ist halt in jedem Bereich auf die Schnauze gefallen, egal unter welchem Markt.
Die explicit APIs sind eine gute Sache, abseits der PR war AMD sicherlich auch hier nicht zu romantisch veranlagt was die Vorteile für die nahe Zukunft angehen, aber je länger man die Grundlagen für die Entwicklungen hinauszögert, desto länger dauert der gewünschte Umbruch.
Bei HBM hatte man aber vermutlich höhere Erwartungen.
Primär der DRAM-Schweinezyklus schlägt sich allgemein nieder, dass macht HBM noch einmal teurer als schon eh.
Das Micron sich so lange gegen HBM stellen wird, dass wusste AMD vielleicht, vielleicht auch nicht.
Z.B. ist AMD schon seit dem Phenom X6 davon ausgegangen, dass vielen Games schnell mehr als 4 Threads nutzen werden, oder danach bei Bulldozer
Das war bei den Konsolen der Fall, aber beim PC sind heute noch 4 Threads völlig ausreichend.
Dann die Low-Level-API-Offensive, bei der bis heute nur eine handvoll Games wirklich davon profitieren, und nicht selten DX11 besser läuft.
Ich war sehr skeptisch das HBM sich so schnell durchsetzten wird.
Es ist leicht, mit dem Wissen aus der Zukunft, das rückblickend zu verurteilen, damals waren aber fast alle, incl den Leuten bei AMD, davon überzeugt, dass das die Zukunft ist.
Ich würde es so definieren, dass die Nachfrage einigermaßen gut gestillt werden kann, momentan gibt es ja (wie aus dem Artikel hervorgeht) diverse Probleme.
@Pu244 ich weiß nicht so recht... was du schreibst wirkt arg unrealistsch. Dann war ich wohl ein Hellseher: neue Produktiobsverfahren (stacked RAM, Interpser...) neuer Memory Controller, vorerst nur ein Hersteller, hohe Performance.... für mich sorach das akkes nach hohen Preisen/Premium und in der Folge auch vorerst langsame Marktdurchdringung.
Und wenn du behauptenmöchtest, dass Fiji nicht besser performt dank HBM kann ich nur Schukter zucken. Mit GDDR5 bräuchte man nehr Energiecund bzw win höheres TDP Budget sowie einen größeren Speichercontroller (also weniger Olatz am Chip für ROPs, Shader usw). Gut wenn du trotz dieses Wissens behauptest, HBM bringe kein Tempo kann ichs nicht ändern. Falsch ist es trotzdem