MSI Infinite A im Test: Ein eigentlich ziemlich leiser Gaming-PC
Nicht jeder kann oder möchte sich einen schick beleuchteten Spielerechner selbst zusammenbasteln. Im Portfolio an Komplett-PCs zwischen dem Trident in Konsolengröße und dem gewaltigen Schlachtschiff namens Aegis bietet MSI den Infinite A. Einen für MSI-Verhältnisse fast schon gewöhnlichen wirkender Midi-Tower. Sowohl optisch als auch technisch wird auch hier Einiges an Extravaganz geboten. PC Games Hardware macht den Test.
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Die vorkonfigurierten Desktop-PCs von MSI sind alles andere als eine Zusammenstellung aus Standardkomponenten. Die exotischen Aufbauen haben nicht nur den Zweck der eigenwilligen Optik, sondern sollen auch eine optimale Kühlung für die jeweilige Hardware-Konfiguration bieten. Die MSI-Maschinen arbeiten daher stets mit einem Kammersystem im Gehäuse, was MSI "Silent Storm 3" nennt. Prozessor, Grafikkarte und Netzteil haben jeweils ihren eigenen "Luftraum", der zwar nicht unbedingt hermetisch abgeriegelt ist, aber doch ausreicht, damit sich die Wärmequellen nicht gegenseitig aufheizen. Dass diese räumliche Trennung durchaus Sinn ergibt, konnten wir bereits in früheren Tests der MSI-Komplettrechner feststellen - etwa in dem des MSI Aegis Ti oder des MSI Trident in der Heftausgabe 02/2017.
MSI Infinite A: Mittel- bis Oberklasse-Komponenten
Der MSI Infinite A ähnelt am ehesten einem Standard-Gehäuse, was man von anderen MSI-Systemen nicht unbedingt behaupten kann. Der MSI Vortex etwa ist ein extravaganter Rechenkübel, klein und leistungsfähig zugleich, da er bis zu zwei Grafikkarten im Notebook-typischen MXM-Format fasst. Auf- oder auch nur umrüsten ist dort nahezu unmöglich - das Mainboard ist eigens für das runde Gehäuse konzipiert, also quasi untrennbar mit diesem verbunden. Im Infinite A findet aber ein Standard-Micro-ATX-Mainboard Platz, wie man es auch im freien Handel findet - das MSI B250M Bazooka. Alle internen Komponenten sind somit austauschbar. Was die Leistung angeht, sind diese zwischen Mittel- und Oberklasse zu verorten:
- Als Prozessor kommt in unserem Modell ein Intel Core i7-7700 zum Einsatz - ein potenter Quadcore mit je 3,6 GHz Basistakt, allerdings ohne OC-Fähigkeiten.
- Bei der Grafikkarte handelt es sich um eine Geforce GTX 1070, natürlich auch von MSI in Form der Gaming 8G. Sie Oberklasse-Leistung. Spielbare Frameraten sind mit ihr auch in höheren Auflösungen als Full HD denkbar.
- Im Mainboard stecken zudem zwei DDR4-2400-RAM-Riegel mit je 8 GiByte Kapazität - es stehen also insgesamt 16 GiByte Arbeitsspeicher zur Verfügung.
- Als Systemlaufwerk arbeitet eine Intel SSD 600p mit 256 GByte. Sie ist das Einsteigermodell der PCI-Express-Oberklasse, die gerade so noch schneller ist als SATA-6Gbit/s-SSDs. Außerdem finden wir mit einer 2-TByte-HDD auch ein Datengrab im Infinite A.
Quelle: PC Games Hardware
MSI Infinite A: Ein eigentlich ziemlich leiser Gaming-PC (1)
Diese Ausstattung kostet aktuell ca. 1.900 Euro. Damit ist der Infinite A weitaus teurer als eine Zusammenstellung aus den Einzelkomponenten. Dafür bietet MSI aber mehr als nur das. Auf den Infinite A gibt es etwa eine zweijährige Garantie, dass alles zusammen funktioniert - nicht sonderlich lange, aber üblich bei Komplettrechnern.
Den Infinite A gibt es noch in einer schwächeren, aber gut 500 Euro günstigeren Variante: Statt einer i7-CPU ist dort ein Core i5-7400 und statt einer Geforce GTX 1070 eine GTX 1060/6G eingebaut. Außerdem verfügt die NVME-SSD nur über 128 GiByte Speicher. Laut Herstellerseite soll es noch eine Variante mit einer Geforce GTX 1080 geben, die aber auf dem deutschen Markt noch nicht zu finden ist.
Außerdem umfasst die Ausstattung einiges an nützlicher Software. Das MSI Command Center etwa bietet eine Systemdiagnose, RAM- und in unserem Fall nicht nutzbare CPU-OC-Funktionen und Lüfterprofile, welche ansonsten nur im UEFI zu finden sind. Mit "Mystic Light" wird die gesamte Beleuchtung am und im Gehäuse gesteuert. Manch einer mag auch mit dem "MSI Dragon Eye" etwas anfangen können. Dabei handelt es sich um ein Video-Overlay in Spielen. Es ist kein echtes Bild in Bild, da es nur mit einem Youtube- oder Twitch-Kanal befüllt werden kann.
MSI Infinite A: Spieleleistung
Nun handelt es sich bei der Geforce GTX 1070 Gaming 8G um ein Grafikkarte mit gehobener Ausstattung. Zum einen ist die Kühlung effizient, wie wir feststellen werden, zum anderen läuft sie unter Last noch vergleichsweise leise. Stärkere Grafikkarten müssten weitaus besser gekühlt werden und wären deswegen lauter. Wie schon erwähnt, verfügt die Grafikkarte über ihre eigene Kammer im Gehäuse. Mit einem Riser-PCI-Express-Kabel sitzt sie hochkant, sodass die Ventilatoren die Frischluft direkt an einem Gitter der linken Seitenwand ansaugen. Die MSI-Grafikkarte zeichnet sich außerdem durch einen stabilen GPU-Takt aus. Unter Volllast bleibt dieser konstant bei 1.860 MHz
Aber kommen wir zur Sache - sprich: zu den Frameraten. In unseren beiden Standard-Spielestichproben für die Pascal-Generation, The Witcher 3 und The Vanishing of Ethan Carter Redux, erzielen wir daher auch etwas höhere Frameraten als bei unserer Messung der Geforce GTX 1070 im Referenzdesign. Der Infinite A liefert im Full-HD-Benchmark von The Witcher 3 im Schnitt gut 100 Fps, während die Referenzkarte hier auf nur 87 Fps kommt. In The Vanishing of Ethan Carter Redux ist der Unterschied mit nur ca. 5 Fps etwas geringer.
In vielen Spielen dürfte die MSI-Grafikkarte also auch höhere Auflösungen bedienen können, wenn man sich mit 60 Fps und/oder reduzierten Details zufrieden gibt. In gut optimierten Spielen wie Doom können Nutzer auch an Ultra HD denken. Selbst unter Dauerlast meldet die Grafikkarte eine Höchsttemperatur von nur 69 Grad Celsius. Wir haben daher geprüft, ob sich die Reserven zum 85-Grad-Limit in etwas Übertaktung investieren lassen. Schon mit einem Plus von 100 MHz stürzte aber der Grafiktreiber ab, ohne dass die Karte in die Nähe des Temperaturlimits kam.
MSI Infinite A: Temperaturen
Wie eben schon ausgeführt, bleibt die Grafikkarte recht kühl. Fehlt nur noch ergänzend zu erwähnen, dass sie das auch im Leerlauf, also im Desktop-Betrieb bleibt. Trotz stillstehender GPU-Lüfter meldet die Grafikkarte maximal 38 Grad Celsius GPU-Temperatur. Neben dem Mesh-Gitter am Seitenteil wird die Grafikkarte von einem 92-mm-Lüfter in der Front mit Frischluft versorgt.
In der vorderen CPU-Kammer bläst ein 120-mm-Lüfter in Richtung des rot leuchtenden Top-Down-Kühlers und ein ebenso großer Hecklüfter befördert die Abwärme nach außen. Die maximal von uns gemessene CPU-Kern-Temperatur im Desktop-Leerlauf beläuft sich auf 57 °C, während im Stresstest mit The Witcher 3 höchstens 70 °C erreicht wurden. Unser Stresstest malträtiert die CPU nicht an ihr Limit, sodass sie im CPU-Limit bei voller Auslastung durchaus höhere Temperaturspitzen erreichen kann. Das Kammerkonzept funktioniert im Infinite A ziemlich gut, zumindest was die Temperaturen angeht.
MSI Infinite A: Geräuschentwicklung
Es handelt sich zwar beim Core i7-7700 und der Geforce GTX 1070 um potente Rechenchips, diese sind aber noch recht effizient. Es wird also nicht ohne Rücksicht auf Lärm versucht, die höchste Leistungsspitze zu erklimmen. Daher könnte der Infinite A im Windows-Betrieb bei der Hardware-Ausstattung nahezu geräuschlos sein. Schließlich ist eine gute Belüftung und damit ein recht leiser Betrieb auch der Sinn der drei Kammern im Gehäuse. Leider sorgt jedoch der Netzteillüfter dafür, dass der Rechner auch bei stillstehenden GPU-Lüftern deutlich zu hören ist. Wir messen in einem halben Meter Entfernung 1,0 Sone, was für den Leerlauf recht hoch ist.
Da gibt sich MSI mit Kammern und hochkant sitzender Grafikkarte alle Mühe für eine gute und leise Belüftung, aber ausgerechnet der einzige nicht regulierbare Lüfter im Rechner übertönt alle anderen nahezu lautlosen Lüfter - wirklich schade! Immerhin: Unter Spielelast setzt sich der Infinite A im Gegensatz als Leisetreter in Szene und arbeitet mit maximal 1,8 Sone für ein Mittel- bis Oberklassesystem relativ geräuscharm.
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MSI Infinite A Fazit: Schick, leistungsfähig, aber lauter als erwartet
Es ist die Fülle an praktischen Kleinigkeiten, die den Infinite A so individuell macht und ihn von einer Standardkonfiguration unterscheiden. Nicht nur kosmetische Merkmale, wie die LED-Beleuchtung an der Front und des CPU-Kühlers, sondern auch der VR-Link, die zahlreichen Anschlüsse an der Front, der praktische Tragegriff oder die zusätzliche Hartglas-Seitenwand im Lieferumfang.
Der MSI Infinite A verfügt über Hardware, deren Leistungsreserven noch gut einige Jahre für flüssige Frameraten in aktuellen Spielen sorgen. Es handelt sich hier um keine High-End-Komponenten, sondern durchweg um solche aus der gehobenen Leistungsregion. Uns hat besonders die Grafikkarte gefallen: Ein Custom-Design einer Geforce GTX 1070, das sowohl leistungsfähig als auch kühl und leise ist. Der hochwertige Eindruck des Infinite A wäre perfekt, wenn ihn das Netzteil nicht trüben würde: Es sorgt nämlich dafür, dass der Rechner im Windows-Betrieb nicht nahezu unhörbar ist, was erst recht mit dem ansonsten guten Kammersystem machbar wäre.
Trotz des individuellen Aufbaus ist der Rechner uneingeschränkt aufrüstbar, was versierte Nutzer freuen dürfte,genauso wie die praktischen Software-Dreingaben zur Überwachung der Hardware-Komponenten.
| Produkt | Infinite A VR7RD-002 (9S6-B91511-004) |
|---|---|
| Hersteller | MSI |
| Link zum PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1679964 |
| Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis | 1.900 Euro/ausreichend |
| Garantie | 2 Jahre Vor-Ort-Pick-up-&-Return-Service |
| Ausstattung | |
| Abmessung (H x B x T) | 354 x 534 x 606 mm |
| Gewicht | 13 kg |
| Prozessor | Intel Core i7-7700 (4c/8t @ 3,6 GHz) |
| Grafikkarte | MSI GTX 1070 Gaming 8GB GDDR5 (Max. 1847,5 MHz) |
| Mainboard | MSI B250M Bazooka |
| Anschlüsse intern | 2x USB 3.0, 4x USB 2.0, 6x SATA 6Gb/s (B250), 1x CPU-Lüfter 4-Pin, 2x Lüfter 4-Pin, 1x seriell, 1x parallel, 1x Thunderbolt-AIC (5-Pin Header), 1x RGB-Header, 1x TPM-Header |
| Anschlüsse extern | 2x USB-C 3.0, 4x USB-A 3.0, 3x USB-A 2.0, 1x GB LAN, 5x Klinke, 1x PS/2 Tastatur, 1x PS/2 |
| SSD/Festplatte | 256 GiByte NVME-SSD (Intel 600p), 2 TiByte HDD (Seagate Desktop HDD) |
| Arbeitsspeicher | 16 GiByte (2x 8 GiByte), DDR4-2400 |
| Netzteil | 550 Watt, ATX 80 Plus Bronze |
| CPU-Kühler (Wasserkühlung) | Top-Blower |
| Gehäuse | MSI Infinite A |
| Optisches Laufwerk | DVD-Brenner |
| Gehäuselüfter/Luftstrom | 1x 120 mm Frontlüfter (obere CPU-Kammer), 1 x 92 mm Frontlüfter (untere GPU-Kammer), 1x 120 mm Hecklüfter |
| Betriebssystem | Windows 10 Hime |
| Sonstiges | ac-WLAN, Bluetooth 4.2, MSI Utilities, MSI Command Center, Dragon Eye, VR-Link (HDMI an der Front), Praktischer Tragegriff |
| Spiele-Benchmarks | |
| The Witcher 3, "Boat Trip", Full HD, Ultra Details, kein Hairworks (avg/min) | 102,4 Fps/93 Fps |
| Ethan Carter Redux, Full HD & 150 %, Hohe Details, TAA (avg/min) | 80,6 Fps/74 Fps |
| Praxistests | |
| Lautstärke 2D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 1,0 Sone/1,1 Sone |
| Lautstärke 3D (0,5m frontal/45 Grad Winkel) | 1,7 Sone/1,8 Sone |
| Temperatur 2D Prozessor/GPU(s) | 57 °C/38 °C |
| Temperatur 3D Prozessor/GPU(s) | 70 °C/ 69 °C |
| Leistungsaufnahme 2D | Ca. 51 Watt |
| Leistungsaufnahme: The Witcher 3 | Ca. 258 Watt |
| Fazit (Wertungsnote) | 4 von 5 Sterne |
| + | Gute Spieleleistung |
| + | Relativ leise unter Last, aber |
| - | Relativ laut im Leerlauf |

@ Dr-Best
zum ersten Mal gehe ich mit Deiner Meinung d'accord.
Preislich finde ich das ganz schön happig. Den einzigen Vorteil wäre der 2 jährige "Pick up & Return" Service. Aber dafür einen so heftigen Aufschlag bezahlen... naja.
Solch ein Gerät findet ja immer wieder seine Abnehmer die denken das alles so perfekt abgestimmt ist und zahlen dann bereitwillig solche Preise. Mir wäre da mein Geld zu schade
Aua.
MSI, eben.
Der zerklüftete Predator-Look sieht doch sehr gewöhnungsbedürftig aus.
Trotzdem hätte es nicht geschadet, wenn man als Kritikpunkt auch den Preis mit aufgeführt hätte, denn 2000€ ist echt einen Haufen Geld für das, was man da so kriegt. Im Grunde genommen ist das ja Auslaufhardware, denn sowohl der 7700 als auch das B250 Board gehen demnächst EOL.