Nvidia-CEO: Grafikprozessoren werden Hauptprozessoren ersetzen
Nvidia-CEO Jensen Huang nutzte die GTC in Peking für eine gewagte These: Nicht nur beerdigte er das Mooresche Gesetz, was schon einige vor ihm taten, er glaubt auch daran, dass Grafikprozessoren klassische (Haupt-)Prozessoren ersetzen werden.
Früher galt das Mooresche Gesetz als eben jenes, ein Gesetz. Doch heute wird immer häufiger an der These gerüttelt. Die Gesetzmäßigkeit von Gordon Moore besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt. Wer das Mooresche Gesetzt nicht kennt, muss sich aber laut Nvidia-CEO Jensen Huang keine Sorgen machen, denn er hält es für nicht länger relevant.
Während der GPU Technology Conference (GTC) 2017 in Peking führt Huang aus, dass das Mooresche Gesetz möglicherweise für Prozessoren gelten mag, aber dort schon länger nicht mehr die Gesetzmäßigkeit eingehalten wird. Während die Transistorenzahl manchmal noch um 50 Prozent jährlich steigt, tut es die Performance nicht. Er nennt dabei 10 Prozent jährliche Leistungssteigerung in diesem Bereich.
Für Grafikchips sei das Gesetz ohnehin nicht mehr anzuwenden, da sich diese mittlerweile ganz anders weiterentwickeln als die klassische x86-Architektur. Huang geht in seiner Rede dabei soweit zu glauben, dass Grafikchips Prozessoren in naher Zukunft ersetzen werden. Die Aussage fußt auf dem Glauben, dass Berechnungen in Zukunft immer stärker parallelisiert werden und Prozessoren dafür weniger gut geeignet sind und auch weniger Entwicklungspotenzial haben.
Den großen Unternehmen geht es dabei weniger um den Heimcomputerbereich, sondern viel mehr um das große Geschäft im Bereich Cloud, Big Data und autonomes Lernen. Ein Feld, wo sich Intel und Nvidia derzeit besonders bemühen, ist künstliche Intelligenz. Chips, die zum Beispiel selbstständig lernen können, wie sie ein autonomes Fahrzeug steuern müssen, damit es sicher durch den Verkehr rollt.
Huang ist nicht der erste CEO, der das Mooresche Gesetz am Ende sieht. In der Vergangenheit wurde es immer wieder für nicht mehr weiter durchhaltbar deklariert. Intel-CEO Brian Krzanich will aber so schnell nicht aufgeben. In 34 Jahren Branchenzugehörigkeit habe er das ausgesprochene Ende des Mooreschen Gesetzes bereits vier Mal nicht erlebt. Intel will im Fortschritt von 14 auf 10, 7 und 5 Nanometer beweisen, dass das Gesetz weiterbestehen kann.
Eines ist aber wohl sicher: Beide Parteien werden das Mooresche Gesetz auch noch in Zukunft immer wieder auf den Tisch bringen, um die eigenen Qualitäten und Fortschritte zu untermauern. Gewagt bleibt indes Huangs Aussage, dass parallele Recheneinheiten serielle Recheneinheiten ersetzen werden.
Quelle: Segment Next, Intel

Man wird sehen. Ich jedenfalls glaube, dass ARM die x86 Architektur irgendwann in der Zukunft als wichtigste Minroprozessorarchitektur ablösen könnte.
"Es gibt ja auch schon erste ARM Server."
Die schnellsten beiden Supercomputer nutzen ARM Kerne.
Man wird sehen. Ich jedenfalls glaube, dass ARM die x86 Architektur irgendwann in der Zukunft als wichtigste Minroprozessorarchitektur ablösen könnte.
Fast alle großen Softwareentwickler arbeiten auch mit ARM.
Microsoft möchte sogar das Desktop-Windows zu ARM kompatibel machen. Linux funktioniert schon mit ARM. Erste Notebooks mit ARM SoC kommen ebenfalls. Und es gibt kein Duopol, sondern viele verschiedene Hersteller von Custom-ARM-SoC, was im Sinne des Wettbewerbs eine gute Sache ist.
Deswegen bleibe ich bei Einschätzung, dass x86 zukünftig erheblich an Bedeutung verlieren könnte.
greetz
hrIntelNvidia
Wenn man die PC Scheuklappen wegnimmt, wird man sehen, dass dieser Bereich nicht zwingend der wichtigste, lukrativste oder gar am schnellsten Wachsende für Prozessoren jeglicher Art ist, aber es tausende andere Anwendungsfälle für Prozessoren gibt und da in vielen Bereichen zum einen stark parallelisiert werden kann und zum anderen die Märkte noch nicht so verteilt sind wie in der PC Branche, bzw die Entwicklung noch einigermaßen am Anfang steht - darauf wird er abzielen und da hat Nvidia auch große Chancen.
Sind wir mal ehrlich. Im PC Bereich wächst nichts mehr. Da gibts allenfalls Verschiebungen der Marktanteile, aber keinen nennenswerten Zugewinn an Stückzahlen absolut. Der Markt ist ziemlich gesättigt, technologisch ist da auch keine Revolution mehr zu erwarten. Es findet halt ein evolutinärer Prozess zu immer einen Tick schnelleren Gerätschaften hin statt.
Wenn Nvidia wachsen will, dann geht das da nicht nennenswert. Sondern nur in Bereichen wo tatsächlich noch was geht und der Kuchen noch nicht so verteilt ist.