Im Shooter Get Even sollen Realität und Fiktion verschwimmen - Die Entwickler zum spannenden Konzept
Mit Get Even wurde die erste Überraschung 2014 angekündigt. Der Shooter wird 2015 erscheinen und möchte einiges anderes machen. Die polnischen Entwickler haben sich nun erstmals im Detail zum Konzept geäußert, das Realität und Fiktion verschwimmen lassen soll. Dabei werden einige interessante Ansätze vorgestellt.
Mit dem Shooter-Projekt Get Even überraschte der polnische Entwickler The Farm 51 Spieler wie Fachpresse. Um eine fotorealistische Grafik zu erstellen, welche die düstere Landschaft zum Leben bringt, werden in Get Even zum ersten Mal groß angelegte Scans echter Orte eingesetzt, was eine umfangreiche und naturgetreue Umgebung schaffen soll. Das soll bereits seit sechs Monaten laufen, indem man im heimischen Polen verlassene Gebäude und gruselige Landschaften scannt. Danach ging es in andere Länder, um noch mehr Material für das Spiel zu bekommen – quasi eine Urban Exploration Tour durch Europa.
Get Even Konzept: Wenn Realität und Fiktion verschwimmen
Das Konzept des Titels, die Grenzen zwiRealität und Spiel zu verschwimmen, ist laut Mitgründer Wojciech Pazdur schon lange in einer Schublade und wurde von Filmen wie Source Code (2011), The Butterfly Effect (2004) und The Matrix (1999) inspiriert. Ziel der Entwickler ist es, dass der Spieler nichts im Spiel Glauben schenkt und alles in Frage stellt. Vertrauen zu Charakteren soll es keines geben und immer soll die Frage "Was ist echt und was nicht?" im Mittelpunkt stehen.
Auch spielerisch sollen die Elemente verschwimmen. Einen getrennten Einzel- und Mehrspielermodus gibt es nicht. Vielmehr gehen die Formate ineinander über. Allerdings handelt es sich um einen Koop-Mehrspielermodus. Im Spiel sind zwei Kampagnen integriert – eine eher lineare mit dem ersten Hauptcharakter und eine eher offene, weniger vorhersehbare Kampagne mit dem zweiten Charakter. Beide sind erzählerisch miteinander verknüpft und immer wenn ein Spieler eine Kampagne startet, bekommt er über das Internet einen Mitspieler (oder eher Gegenspieler) für die andere Kampagne gestellt.
Get Even Konzept: Wenn Single- und Multiplayer verschwimmen
Der Trick daran ist, dass der Spieler einer einen Kampagne nicht weiß, welcher der Gegenspieler im Spiel von einem Menschen gesteuert wird und welche von der KI. Es wird keine Nutzernamen über dem Kopf geben und auch keine Achievements, wenn man den Gegenspieler getötet hat. Die bedrohliche Stimmung wird allein durch die Gewissheit erzeugt, dass da draußen irgendjemand ist. Narrativ wird das Problem so gelöst, dass jeder Spieler durch verschiedene Traumzustände geschickt wird.
"Eigentlich ist es nur unser Singleplayer, bei dem wir einfach an einen der Gegner keine KI, sondern einen echten Spieler setzen. Warum ist das so? Weil es Teils unseres Konzepts ist, in dem man sich immer fragen soll, was echt und was nicht echt ist. Schon im Teaser haben wir gefragt ‚Was ist echt', wenn man die gefilmten Sequenzen gegen das Ingame-Material stellt", so Pazdur. Dazu gehört auch das Konzept des Mehrspielermodus. Wenn ein Gegner auf einen zu rennt, soll man nicht oder nur schwer ausmachen können, ob es nun die KI oder ein echter Spieler ist. Ein menschlicher Gegner ist natürlich sehr viel gefährlicher als die KI, deren Intelligenz nicht an die eines echten Spielers heranreicht. Die Gegner sind nicht einfach zufällig erstellt. Man hat sie bereits in anderen Realitäten gesehen (wir erinnern an die Träume), sodass es keine Kontinuitätsprobleme gibt, wenn sie später wieder auftauchen. Das Konzept funktioniert genauso gut offline wie online, was den Entwicklern wichtig war. Nur der eigene Druck ist bei einem Offlinespiel etwas geringer, weil man weiß, dass niemand dort draußen sein kann.
Der Trailer von Get Even soll sehr gut zeigen, wie die Entwickler mit dem Spieler umgehen wollen. Kamerawinkel, Beleuchtung, Umgebung und Konzeption sind immer so ausgesucht, dass man nicht genau erkennen kann, was Filmszenen sind (die beiden Soldaten) und was Ingame-Material ist (die Umgebung und der Avatar). Durch den geschickten Einsatz der Elemente braucht es keinen extremen High-End-PC und wird auch auf Konsolen verfügbar. Zunächst sollte das Spiel gar nicht komplett aus der aufwendigen Scan-Technologie bestehen, aber man habe sich letztlich doch dafür entschieden. Viel Zeit ist entsprechend in die Vorbereitung geflossen. Derzeit laufen ein paar "Nachdrehs" für coole Locations in Polen. Durch die Technik wird die Bewegungsfreiheit allerdings nicht extrem riesig sein, schränkt Pazdur ein.
Get Even Konzept: Wenn Konzept und Machbarkeit verschwimmen
Bewusst habe man sich auch für verlassene Gebäude und gespenstische Ecken entschieden, da diese besser das gewünschte Feeling transportieren als exotische Plätze wie etwa der Himalaya. Vielmehr wollte man, dass der Spieler das Gefühl bekommt, dass er die gewählte Location auch eben auf seinem Fußweg hätte finden können. Nur so sei es letztlich möglich, dass Realität und Fiktion möglichst gut verschwimmen. Pazdur erklärt, dass das nicht immer einfach war und im Büro viel und oft diskutiert wurde. Ursprünglich sei das Konzept auch sehr viel fiktionaler gewesen als das was man heute sieht. Der Titel habe sich erst zu diesem düsteren Spiel im Laufe der Zeit entwickelt.
Auch wenn das Spiel im Kern ein klassischer Shooter ist, so will man den doch neu erfinden und auch einige richtig unheimliche Momente einbauen. Auf das übliche Arsenal an Waffen muss man nicht verzichten und mit einer um die Ecke schießenden Wumme gibt es auch ein bisschen neumodisches bis fiktionales Zeug dazu. Im Koop über die zweite Kampagne wird der Spieler mit etwas mehr Gadgets ausgestattet als alleine. Zudem rühmt man sich damit, dass man erstmals eine gescheite Deckungsfunktion in einen Shooter eingebaut hat. Man darf gespannt sein, was die Polen bis 2015 auf die Beine stellen. Das Spiel erscheint für PC und Next-Gen-Konsolen.
Quelle: VG24/7



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Aber immerhin hat man einen neuen Grund für Online-Zwang
(und sich wieder die Entwicklung einer brauchbaren KI gespart)
Hi, ist doch kein Problem... in dem Fall wenn der echte Spieler keine Lust mehr hat oder sein PC zickt, übernimmt die KI und sollte das gerade in oder kurz bevorstehendem Gefecht stattfinden und der Gegner die Spielfigur "erwischt" ist das alles kein Problem...
Je nach Spiel kann das sogar geniale Effekte nach sich ziehen ZB. in Grusel oder Phantasie Games... da ist jede menge Kreativität möglich.
Hätte eher gedacht das dies in Online Games schon längst Standard ist
Dat wird spannend!
Gruß
Du hast den nächsten Satz auch noch gelesen, bevor du gepostet hast??
"Ein menschlicher Gegner ist natürlich sehr viel gefährlicher als die KI, deren Intelligenz nicht an die eines echten Spielers heranreicht"
Im Klartext: 99% der Gegner sind doof wie immer. Dein Problem als Spieler ist, dass du nicht weißt, welcher der andere ist.
3D Scanner?
Wie bekommt man die gescannten Oberflächen 3D/ plastisch, um sie z.B. ingame beleuchten und mit Schatten versehen zu können?
Aber immerhin hat man einen neuen Grund für Online-Zwang
(und sich wieder die Entwicklung einer brauchbaren KI gespart)