Wolverine Ultimate im Test: Sichert sich Razer mit dem RGB-Gamepad die Controller-Krone?

Die RGB-Beleuchtung ist nicht die einzige offensichtliche Neuerung, die Razer dem Wildcat-Nachfolger Wolverine Ultimate spendiert. Wie beim größten Konkurrenten, dem Microsoft Xbox One Elite Controller, lassen sich auch bei Razers neuem Luxus-Gamepad die Thumbsticks und das D-Pad dank magnetischer Halterung tauschen. Macht diese Ausstattung den Razer Wolverine Ultimate zur neuen Controller-Referenz?

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Wolverine Ultimate im Test: Sichert sich Razer mit dem RGB-Gamepad die Controller-Krone?
Quelle: PC Games Hardware

Obwohl sie das Zwei- oder Dreifache des Standardmodells kosten, haben sich Luxus-Gamepads auf dem Markt etabliert. Mit dem Wildcat präsentierte Razer Ende 2015 den ersten Edel-Controller, der mit seiner zusätzlichen Ausstattung wie Schulter- und Mini-Abzugstasten, einem Stoppmechanismus für die beiden Trigger oder dem Tastenwechsel mitten im Spiel die Controller-Krone für sich beanspruchen wollte. Diese Vorhaben gelang Razer mit dem Wildcat allerdings nur bedingt. Obwohl wir das Edel-Gamepad in unserem Online-Test mit fünf Sterne bewerteten, überzeugte uns der Konkurrent, der Xbox One Elite Controller, mit seiner Spezialausstattung im direkten Vergleich (Test Elite Controller) noch etwas mehr und konnte so den Wettbewerb um den Platz auf dem Controller-Thron vorläufig für sich entscheiden.

Mit dem Wolverine Ultimate startet Razer nun den nächsten Versuch, zur Referenz bei den Luxus-Gamepads zu werden. Neben der RGB-Beleuchtung spendiert man dem neuen Controller-Flaggschiff auch Ausstattungs-Extras, die man schon von Microsofts Elite-Modell kennt. Dazu gehören die dank magnetischer Halterungen austauschbaren Analog-Sticks sowie die beiden Steuerkreuzvarianten. Die bereits am Razer Wildcat vorhandenen Zusatztasten auf der Unterseite und die Sperrfunktion für die Trigger sind dagegen in leicht veränderter Form und Position auch beim Wolverine Ultimate wieder zu finden. Schafft es Razer, sich mit dieser Kombination aus übernommenen und neuen Ausstattung-Features die Krone von Microsofts Xbox One Elite Controller zurückzuholen? Das klären wir unter anderem im folgenden Test.

Razer Wolverine Ultimate: Inspiriert, aber nicht kopiert

<strong>Razer Wolverine Ultimate im Test:</strong>&nbsp;Sichert sich Razer mit dem neuen RGB-Edel-Gamepad die Controller-Krone? (4) Quelle: PC Games Hardware Razer Wolverine Ultimate im Test: Sichert sich Razer mit dem neuen RGB-Edel-Gamepad die Controller-Krone? (4) Schon beim ersten Blick auf den neuen Wolverine Ultimate erkennt man, dass sich Razer beim Design und bei den Features vom direkten Konkurrenten, dem Xbox One Elite Controller, hat inspirieren lassen. Die beiden Abzüge (Trigger) und Schultertasten (Bumper) sowie die bereits am Razer Wildcat vorhandenen, vorne zwischen den Triggern platzierten Bumper-Knöpfe (M1 und M2) setzen silber-metallische Akzente und wirken edel. Die Unterseite der beiden Griffhörner ist für einen optimalen Grip mit einer Gummierung versehen und die sieben Knöpfe auf der Oberseite, die zur Standardausrüstung eines Xbox-One-kompatiblen Gamepads gehören, sind selbstverständlich auch am Razer Wolverine Ultimate zu finden.

Wie beim Razer Wildcat befinden sich am unteren Ende des leicht angerauten Gehäuses vier weitere Knöpfe. Die stehen jedoch nicht für die Spielsteuerung, sondern zur Bedienung des an den 3,5-Millimeter-Audio-Output und -Mikrofon-Input angeschlossenen Geräts, den Wechsel zwischen zwei Profilen sowie zum Mappen von Tasten bereit. Diese vier Tasten sind am Xbox One Elite Controller in der Art nicht zu finden. Die vier mit Mikrotastern versehenen und mit Standardfunktionen neu belegbaren Extraknöpfe auf der Unterseite des Wolverine Ultimate werden bei Microsofts Elite-Controller in Form von zwei Pedaltastenpärchen mit unterschiedlicher Länge realisiert.

Razer Wolverine Ultimate: Neue Modularität mit Grenzen

Neben der nur per Software abschaltbaren RGB-Beleuchtung sind die mit einer Magnethalterung befestigten Analogsticks sowie das D-Pad klar die wichtigste und auch nützlichste Neuerung des Razer Wolverine Ultimate. Auch hier hat Microsofts Controller-Primus Pate gestanden, denn in der wertig wirkenden Transportasche findet man neben zwei zusätzlichen Thumbstick-Modellen auch noch ein alternativ anbringbares D-Pad. Die beiden mechanischen Schieberegler auf der Unterseite des Wolverine Ultimate gab es dagegen schon beim Razer Wildcat sowie dem Xbox One Elite Gamepad zu bestaunen. Mit diesem Extra können Spieler den Federweg der Trigger verändern und so einen sehr weichen oder harten Anschlag für die Abzüge auswählen.

Diese Zusatzausstattung macht den Wolverine Ultimate im Vergleich zum Wildcat deutlich modularer. Trotzdem gibt es Einschränkungen, denn anders als beim Xbox One Elite Pad sind die alternativ nutzbaren, analogen Mini-Steuerknüppel nur einzeln und nicht für beide Sticks paarweise vorhanden. Mit einem Modell mit längerem Schaft und einem mit konvexer Daumenauflage fällt dieses sich auch auf die Ergonomie positiv auswirkende Extra eher mager aus. Die Tatsache, dass kein reguläres USB-Kabel an die Anschlussvorrichtung des nur verdrahtet nutzbaren Wolverine Ultimate passt, sorgt ebenfalls für leichte Verstimmung.

Razer Wolverine Ultimate: Handschmeichler mit fast perfekter Ergonomie

Wie sein Vorgänger, der Razer Wildcat, schmiegt sich auch der Wolverine Ultimate mit seinen optimal proportionierten Griffhörnern angenehm in die Handinnenfläche. Für diese sehr gute Ergonomie ist in erster Linie natürlich die von Microsofts Elite-Handschmeichler vorgegebene Form verantwortlich. Mit seine relativ geringen Gewicht von 260 Gramm, der Gummierung der Griffhörner, der rauen Oberflächen des Gehäuses sowie der im Vergleich mit dem Elite Controller größere Auflagefläche der Thumbsticks setzt der Wolverine Ultimate jedoch eigene ergonomische Akzente. Auch die Erreichbarkeit der Tasten ist für normal große Hände und/oder durchschnittlichen Fingerlängen kein Problem. Eine Ausnahme bilden die auf der Unterseite des Wolverine Ultimate positionierten, nun nicht mehr demontierbaren vier Extraknöpfe M3 bis M6.

Während sich die beiden frontal angebrachten Zusatztasten M1 und M2 aus der natürlichen Handhaltung heraus betätigen lassen, ist für Nutzung der mit regulären Tastenfunktionen belegbaren Knöpfe M3 bis M6 etwas Fingerakrobatik gefragt. Anders als noch beim Razer Wildcat stören sie zwar nicht mehr bei der regulären Handposition. Spieler mit kurzen oder mittellangen Fingern haben allerdings Schwierigkeiten, die Tasten M5 und M6 zu erreichen. Dazu kommt, dass man für die Betätigung des M3- und M4-Knopfs mit dem Mittelfinger dessen natürliche Haltung am Controller aufgeben muss. Der Bedienkomfort der Zusatztasten ist also nicht perfekt. Hier hat Microsoft mit den zwei jeweils links und rechts der Griffhorninnenseite platzieren Pedaltasten beim Elite Controllers sicherlich die ergonomischere Lösung gefunden.

Im Gegenzug macht der Wolverine Ultimate mit besonders leichtgängigen Druckpunkten der Schulter- und ABXY-Tasten sowie den zusätzlichen Bumperknöpfen M1 und M2 auf sich aufmerksam. Mit ihrem kurzen Hubweg und dem genau spür- und hörbaren Druckpunkt vermitteln sie ein taktiles, sehr direktes Feedback - das bieten die Knöpfe von Microsofts Controllerprimus in dieser Form nicht. Wir vermuten, dass die Basis dieser von Razer als "Mecha-Tactile Action Buttons" bezeichneten Knöpfe die mechanischen Mausschalter sind, die auch in Razer-Mäusen wie der neuen Basilisk oder Lancehead eingesetzt werden.

Bildergalerie

Razer Wolverine Ultimate: Der Praxis-Check

Im Spieleeinsatz zeigt der Wolverine Ultimate dann, dass er bei der Leistung dem Xbox One Elite Controller ebenbürtig ist und ein optimales Präzisionsgefühl vermittelt. Da wir bereits den Vorgänger Razer Wildcat sowie Microsofts Edel-Pad mit Project Cars testeten, wählen wir erneut den ersten Teil der Rennsimulation, die sich optimal für die Reaktionstest von Triggern und Thumbsticks eignet. Beim Pilotieren eines Mercedes AMG GT3 auf der Nordschleife konnten wir optimal dosiert Gas geben und bremsen, wobei sich die Empfindlichkeit der Trigger sogar ohne Software per M5/M6-Taste verringern/erhöhen lässt. Auch die softwarefreie Profilwahl sowie das Neubelegen von Tasten (wir nutzen für das Schalten die Taste M5 und M6 anstelle der Schultertasten) klappten nach kurzem Blick in das gedruckte Handbuch ohne Probleme.

Die nur für die Xbox sowie unter Windows 10 verfügbare und nur per Controller steuerbare Synapse-App fällt umfangreich aus und lässt sich leicht bedienen. Egal ob Sie den Beleuchtungseffekt konfigurieren oder abschalten, Profile verwalten oder die Knöpfe des Gamepads nach ihrem Gusto belegen wollen, der übersichtliche Aufbau der Software ist hilfreich. Ähnlich wie bei der App des Xbox Elite Controllers könne sie auch die Intensität des Force-Feedback-Effekts verändern sowie die Empfindlichkeit der Thumbsticks regeln. Leider ist dies beim Wolverine nur temporär, also in Abhängigkeit zur Spielsituation (schnelleres Drehen/genaueres Zielen) möglich. Globale Einstellungen ohne App sind jedoch nicht machbar.

Fazit Razer Wolverine Ultimate: Razers fünf-Sterne-Edelpad ist nah dran an der Referenz

Da der Razer Wolverine Ultimate gefühlt noch präziser reagiert als der Wildcat und sich nicht nur die Haptik und Ergonomie, sondern auch die Ausstattung merklich geändert hat, verdient auch Razers neuer Luxus-Controller unsere fünf-Sterne-Wertung, welche die Schulnote Sehr gut repräsentiert. Die neue Modularität bei den Thumsticks und dem Steuerkreuz macht kleine Kritikpunkte wie die etwas knauserige Extraausstattung oder die nicht optimal erreichbaren Zusatztasten auf der Unterseite wett und bei der Leistung ist der Razer Wolverine über alle Zweifel erhaben. Für die Controller-Krone reicht es trotzdem nicht, obwohl der Vorsprung des MS Xbox One Controllers Elite nur noch dünn ist. Der gibt dem Spieler mit seiner größeren Auswahl an modifizierbaren Extras (drei wechselbare Thumbstick- und zwei Pedalknopfpärchen) und den Möglichkeiten in der App noch einen Tick mehr Einstellmöglichkeiten und damit Freiheit an die Hand. Letztendlich ist er mit 120 Euro auch deutlich günstiger als der Razer Wolverine Ultimate für 180 Euro.

Xbox One Elite Controller vs. Razer Wolverine Ultimate: Features im Vergleich    
     
Produkt Xbox One Elite Controller Razer Wolverine Ultimate
Preis/Link zum PCGH-Preisvergleich (Preis-Leistungs-Verhältnis) Ca. 120/www.pcgh.de/preis/1689777 (noch befriedigend) Ca. 180 Euro/www.pcgh.de/preis/1688674 (noch ausreichend)
Größe (L × B × H) 106 × 158 × 60-67 mm 106 × 156 × 66 mm
Gewicht ohne Kabel und Extraknöpfe/leicht kopflastig 362 Gramm/nein 260 Gramm/nein
Standardelemnte (Xbox One Controller) 2 Analog-Sticks/Trigger/Bumper, Steuerkreuz (digital), 7 Knöpfe (Oberseite) 2 Analog-Sticks/Trigger/Bumper, Steuerkreuz (digital), 7 Knöpfe (Oberseite), 4 Extratasten (Profilwahl/Mapping/Lautstärkenregelung)
Ausstattung für bessere Haptik/Ergonomie Anti-Rutsch-Gumierung für die Griffhörner/Gummi-Elemente am Analog-Stick/leicht angeraute Oberschale Anti-Rutsch-Gumierung auf der Unterseite Griffhörner/große Gummi-Elemente an beiden Analog-Sticks/angeraute Oberschale
Profilspeicher (Größe)/Profilwahl (Schalter) Speicher für 2 Profile/Schiebeschalter Speicher für 2 Profile/Einzelknopf für den Wechsel
Modulare Elemente am Controller 3 Analog-Sticks-Paare mit verschiedener Höhe, Steuerwanne für Steuerkreuz, vier Pedaltasten (Unterseite) 2 Analog-Sticks (längerer Schaft/konvexe Daumenauflage), alternatives Steuerkreuz,
Alternativ belegbare Extratasten 4 Pedaltasten auf der Unterseite (P1 bis P4) 4 Multifunktionstasten auf der Unterseite (M3 bis M6), 2 Extra-Bumper an der Front (M1 und M2)
Art der Umbelegung der Tasten Software/App (Windows 10 Pflicht) Synapse App und Remap-Funktion per Knopf (Hardware)
Federweg des Triggers verstellbar? Ja, per Schiebschalter (Unterseite) Ja, per Schiebschalter (Unterseite)
Drahtloser Betrieb möglich/Batterien erforderlich? Ja, Wireless-Adapter für ca. 25 Euro erhältlich Nein, kein drahtloser Betrieb möglich
Weitere Besonderheiten Hardware/Software Reaktion/Ansprechverhaltens der Mini-Steuerknüppel und der Trigger sowie Vibrationsstärke per App modifizierbar Empfindlichkeit der Mini-Steuerknüppel und der Trigger sowie Vibrationsstärke per App modifizierbar, Empfindlichkeit Trigger per M5/M6-Taste regelbar.
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    • Kommentare (22)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von Johnny_Burke
        Nichtmal kabellos...
        Kostet beim Microsoft Wireless Controller alles Aufpreis, obwohl Wireless im Namen drin ist.
        Und dann ist der Controller von Microsoft richtig teuer, von daher geht der Razer und kabelgebunden finde ich eh besser.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von Johnny_Burke
        Nichtmal kabellos...
        Kostet beim Microsoft Wireless Controller alles Aufpreis, obwohl Wireless im Namen drin ist.
        Und dann ist der Controller von Microsoft richtig teuer, von daher geht der Razer und kabelgebunden finde ich eh besser.
      • Von Schinken BIOS-Overclocker(in)
        Vielleicht sollte man die Testmethodik bzw. das Wertungssystem anpassen, wenn alle 3 genannten Controller 5 Sterne/Note 1 bekommen.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von JTRch
        Razor ist für mich ein Hersteller von dem man besser die Finger lässt. Das einzig gute an dieser Firma ist das Marketing.
        Meine Meinng.
        Aber die Fans sehen das sicher gaanz anders.

        Und ob das Edelgamepad so lange hält, wie mein Cordless Rumblepad 2 (10 Jahre), wage ich arg zu bezweifeln bei dem Hersteller.
      • Von FoxXsays PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von sam10k
        die analogsticks vom DS4 sind besser als die des X1. viel genauer und leichtgängiger.
        der rest ist eher eine geschmacks bzw. gewöhnungsfrage. die positionierung der analog-sticks hat mich nicht gestört.
        komme mit beiden klar.
        Nee, es geht um die Widerstände der Sticks an sich. Vergleich mal bei Destiny 2 z.B. das Zielen. Mit dem PS4 Controller ist zielen deutlich unpräziser, weil die Sticks eben keinen nennenswerten Widerstand haben. Mit dem Xbox Controller geht das Zielen leichter von der Hand, wegen des Widerstandes der Sticks.

        Ist natürlich eine Geschmacksfrage und auch eine Frage des Anwendungsbereiches. Bei Shootern oder Action Adventures wie Destiny 2 oder AC:O nehm ich lieber den Xbox Controller, bei Fussball den PS4 Controller.
      • Von sam10k
        die analogsticks vom DS4 sind besser als die des X1. viel genauer und leichtgängiger.
        der rest ist eher eine geschmacks bzw. gewöhnungsfrage. die positionierung der analog-sticks hat mich nicht gestört.
        komme mit beiden klar.
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