Cannon Lake: Intels erste 10-nm-Generation nimmt erst 2018 Fahrt auf
Intels CEO Brian Krzanich hat zur Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen bestätigt, dass die ersten Cannon-Lake-CPUs dieses Jahr nur noch als Kleinserie produziert werden sollen. In der ersten Jahreshälfte 2018 wolle Intel die Produktion hochfahren, wobei eine hohe Verfügbarkeit erst ab der zweiten Hälfte erwartet wird.
Erst im September wurden Gerüchte publik, dass Intel die ersten Prozessoren aus der Cannon-Lake-Familie aufgrund von Fertigungsschwierigkeiten weit ins kommende Jahr verschoben habe. Ursprünglich hätten Cannon Lake-Y und -U, also die kleinen Zweikerner mit GT2-GPU ("2+2") und bis zu 15 Watt TDP, schon längst erscheinen sollen. Als Zwischenlösung hat Intel Kaby Lake-U einen Refresh spendiert, der KBL-H-Vierkerner im 15-Watt-Korsett ohne wirklich neue Chips darstellt.
In der Analystenkonferenz zur Bekanntgabe der letzten Geschäftszahlen hat Intels CEO Brian Krzanich die Verzögerung indirekt bestätigt. Man befinde sich im Zeitplan, die ersten 10-Nanometer-Produkte bis zum Jahresende auszuliefern, das allerdings nur als Kleinserie. In der ersten Jahreshälfte 2018 wolle der Chiphersteller die Produktion hochfahren und in der zweiten schließlich hohe Lagerbestände und eine breite Verfügbarkeit an entsprechenden Systemen erreichen. Systeme sind wohl mit Notebooks gleichzusetzen, sodass Interessierte nicht vor dem späten Sommer 2018 mit einer Neuauflage der Ultrabooks und 2-in-1-Geräte rechnen sollten.
Cannon Lake-Y und -U sollen weiterhin den Weg in der 10-nm-Generation bereiten. Krzanich bekräftigt, dass es inzwischen zwar "Datacenter first" heiße, die Früchte der Neuausrichtung sollen allerdings erst mit den 7-nm-Prozessen zum Tragen kommen. Fraglich ist derweil, inwiefern der Fokus noch auf Cannon Lake liegt. Spekulationen besagen, dass Intel die Vierkerner und damit CNL-H und -S für größere Notebooks und den Desktop gestrichen haben könnte, um direkt auf die verbesserten Ice-Lake-CPUs zu setzen. Dagegen spricht, dass Intel Dokumentationen für CNL-H und -S unter Verschluss anbietet. Eventuell wird die Situation Broadwell-K ähneln, der nur mit zwei Prozessoren und für kurze im Desktop-Segment erschien - ebenfalls aufgrund von Problemen mit der initialen 14-nm-Fertigung.


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