CPU-Kühler: der8auer testet Passivkühler auf Intel Core i9-9900K

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Alpine 12 von Arctic
Quelle: Arctic

Roman "der8auer" Hartung hat auf Youtube ein Video veröffentlicht, in welchem er testet, inwiefern ein günstiger Passivkühler für unter 13 Euro mit dem Intel Core i9-9900K zurechtkommt. Ohne manuelle Anpassungen erreicht die CPU binnen weniger Minuten eine Temperatur von 100° Celsius und muss in Prime95 auf 2,6 GHz runtertakten. Mit Undervolting hingegen ist flüssiges Spielen bei akzeptablen Temperaturen möglich.

Ein moderner Prozessor braucht einen aktiven Kühler, besonders wenn es sich um einen Intel Core i9-9900K mit acht physischen und sechzehn logischen Kernen handelt - oder etwa doch nicht? Der Extremübertakter und PCGH-Extreme-Forennutzer Roman "der8auer" Hartung hat aus reiner Neugier getestet, wie gut ein günstiger Passivkühler mit der Abwärme fertig wird, die ein Intel Core i9-9900K erzeugt. Zum Einsatz kam dabei der Alpine-12-Kühler von Arctic. Dieser besteht aus einem relativ schlichten Aluminiumkühlkörper, der an der Oberseite über relative große, aber nicht sonderlich dicht gepackte Kühlfinnen verfügt. Die Montage mit den im Lieferumfang enthaltenen Schrauben, Federn und Isolierschieben läuft einfach ab. Auf dem Kühlkörper wurde vom Hersteller schon Arctic-MX2-Wärmeleitpaste aufgetragen, diese wurde dann auch für den Test verwendet. Laut Herstellerangaben liegt die TDP des Kühlers bei etwa 47 Watt. Die TDP des verwendeten Achtkerners liegt hingegen nominal bei 95 Watt.

Intel Core i9-9900K: Passive Kühlung möglich, aber nur mit Undervolting sinnvoll

Um die Leistung des Kühlers bewerten zu können, hat der8auer einen Temperaturfühler an der Unterseite des Aluminiumkühlkörpers angebracht. Zudem wurde mit dem Programm Core Temp die Temperatur der Prozessorkerne softwareseitig ausgelesen. Beim ersten Start des PC-Systems gab es eine etwa fünfminütige Verzögerung, da Windows erst die SSD initialisieren und der Grafikkartentreiber neu installiert werden musste. Deswegen lag schon vor Ausführung des ersten Benchmarks die Kühlertemperatur bei etwa 46° Celsius, während die Kerntemperatur hingegen bei circa 50° Celsius lag.

Bei der Durchführung des Benchmarks Cinebench R20 stieg die Temperatur des Prozessors binnen weniger Sekunden auf etwa 100° Celsius, zudem taktete er herunter. Anfangs lag der Takt bei etwa 4,0 bis 4,1 Gigahertz statt den spezifizierten 4,7 GHz auf allen Kernen. Gegen Ende des relativ kurzen Benchmarks sank der Takt auf nur 3,8 bis 3,9 GHz. Die am Kühlerboden gemessene Temperatur lag bei etwa 58° Celsius. Das Ergebnis mit 4.236 Punkten im Cinebench R20 liegt zwar deutlich unter dem Ergebnis eines Intel Core i9-9900K, welcher den Takt halten kann, fiel aber dennoch überraschend gut aus.

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Daraufhin testete Roman "der8auer" Hartung das Taktverhalten und die Wärmeentwicklung bei längerer Belastung, weswegen er den CPU-Stresstest Prime95 laufen ließ. Nach etwa 10 Minuten hatte sich die Kühlertemperatur bei circa 78° Celsius eingependelt, während der CPU-Takt zwischen 2,6 und 2,7 Gigahertz hin und her schwankte. Die CPU-Temperatur lag auf allen Kernen zwischen 98 und 100° Celsius. Laut der Core-Temp-Software lag der Stromverbrauch der CPU bei rund 53,5 Watt, wodurch sich sehen lässt, dass Arctics TDP-Angabe von 47 Watt ziemlich genau ist.

Auch interessant: AiO-Phasenwechselkühler: der8auer zeigt außergewöhnlichen CPU-Kühler

In einem letzten Test wurde der Intel Core i9-9900K undervoltet, um höhere Taktraten bei niedrigen Temperaturen zu erreichen. Getestet wurden hierbei die Gaming-Fähigkeiten des Intel-Achtkerners, der mit dem Acrtic Alpine 12 passiv gekühlt wurde. In dem Spiel Far Cry 5 lag die Taktrate nach manueller Optimierung und Undervolting auf 0,925 Volt bei etwa 3,6 Gigahertz, während die Kerntemperatur auf 70-80° Celsius beschränkt war. Zwar ist Far Cry 5 nicht unbedingt der anspruchsvollste Titel, wenn es um Prozessorleistung geht, es zeigt sich aber, dass heutzutage flüssiges Gaming mit einem passiv gekühlten Achtkerner durchaus möglich ist. Die Kühlertemperatur lag bei 62° Celsius, während der Stromverbrauch der CPU zwischen 30 und 40 Watt schwankte; es existierte also noch Spielraum für höhere CPU-Taktraten, doch der8auer entschied sich gegen eine Steigerung auf 3,7 bis 3,8 Gigahertz, da dies zu etwas höherer Temperatur führen würde. Letzten Endes muss aber bedacht werden, dass der8auer seinen Test in einem offenen Aufbau ohne Gehäuselüfter durchführte. In einem geschlossenen Gehäuse könnte der Luftstrom zu einer besseren Kühlleistung führen, andererseits könnte zusätzliche Abwärme von der Grafikkarte die Taktraten negativ beeinflussen.

Quelle: Youtube

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    • Kommentare (52)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Captain_Pizza Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von TJCurtes
        Ein Jahr später:

        Der Rechner läuft immer noch, wie geplant im Dauerbetrieb. Eine zarte Staubschicht hat sich gebildet, an den Temperaturen hat sich nichts geändert.

        Nice. Wegen der Staubschicht (genau die Teile von Allpax benutze ich selber und mein PC sieht immer wie neu aus):

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      • Von Captain_Pizza Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von TJCurtes
        Ein Jahr später:

        Der Rechner läuft immer noch, wie geplant im Dauerbetrieb. Eine zarte Staubschicht hat sich gebildet, an den Temperaturen hat sich nichts geändert.

        Nice. Wegen der Staubschicht (genau die Teile von Allpax benutze ich selber und mein PC sieht immer wie neu aus):

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      • Von TJCurtes Schraubenverwechsler(in)
        Ein Jahr später:

        Der Rechner läuft immer noch, wie geplant im Dauerbetrieb. Eine zarte Staubschicht hat sich gebildet, an den Temperaturen hat sich nichts geändert.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Wenn nichts dazwischen kommt, wird er das wohl auch noch die nächsten Jahre schaffen...

        Ohne Geräusche, ohne Vibrationen, ohne Wartung und ohne Overheat

        Gruß TJ
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Stephan müsste um den Ryzen-3000-Launch herum einen Artikel dazu gemacht haben (08, 09 oder 10/2019), aber das Kurzfazit war: Chaos. In vielen Fällen hatte man bessere Ergebnisse, wenn man einfach das Power Limit angepasst hat, ansonsten half nur Trial and Error.

        Vielleicht kann im CPU-Unterforum jemand weiterhelfen, als privater Core-Nutzer musste ich mich bislang nicht einlesen.
      • Von TJCurtes Schraubenverwechsler(in)
        hmpf, das ist ja echt ein weitläufiges Thema. Kannst Du mir dazu ein Tutorial oder einen Thread empfehlen?

        Ich würde mir da gerne ein "Nachtsetting" oder maximale "Energieersparnis" einrichten. Im Moment arbeite ich mit der "AI Suite 3" von Asus. Da sind zwar einige Beschreibungen drin, aber genug "Wissen" kann man da nicht draus ziehen. Das Unterprogramm "EPU" gibt da die oberflächlichen Einstellmöglichkeiten. Die spannenden Sachen sind in "TurboV EVO". Da kann ich dann auch die Profile einstellen, die ich haben möchte.

        Allerdings fehlt mir da modernes Wissen. Meine erste übertaktete CPU war ein "486er 33MHz von Cyrix". Damals gab es nur Frequenz und Multiplikator, welche mit Jumpern auf dem MB einzustellen waren. Der war übrigens auch nur passiv gekühlt *lacht*. Heute mit den verschiedenen Spannungen ... ??? ... da bin ich dann mal raus *grins*
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Behalte sorgfältig im Auge, wie sich Multiplikator- und Spannungsvorgaben auf den Verbrauch auswirken. Zumindest beim Übertakten machen die Turbomechanismen von Ryzen gern ihr eigenes Ding, was teilweise zu gegenläufigen Ergebnissen führt. ("Ich undervolte, dann läuft er kühler" => "ne, der hat jetzt mehr Powerreserven, boostet höher und wird heißer" oder "Ich übertakte, dann wird er schneller" => "ne, der betreibt nur clock stretching und rechnet langsamer")
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