Intel + AMD: High-End-APU mit Intel-CPU, Radeon-GPU und HBM2 [Update 2]
Die Gerüchteküche sollte doch Recht behalten: Intel und AMDs Radeon Technologies Group machen gemeinsame Sache für eine High-End-APU. Dafür steuert Intel die CPU und den Interconnect bei, AMD eine Semi-Custom-GPU. Garniert wird das Ganze mit HBM2-Speicher. Einsatzort: Ultrabooks mit viel Leistung.
Anmerkung: Wir haben die Ausführung zu den möglichen Spezifikationen unten ergänzt.
In den vergangenen 12 Monaten gab es immer wieder Gerüchte, dass Intel und AMD an einem gemeinsamen Projekt arbeiteten. Eine "blaue" CPU sollte mit einer "roten" GPU vereint werden. Haben beide Chiphersteller bisher entsprechende Gerüchte dementiert, wurde nun doch überraschend ein entsprechendes Produkt angekündigt (AMD-PM, Intel-PM): Eine High-End-APU, bei der Intel die CPU und den Interconnect beisteuert, AMD die GPU. Das Besondere: Als RAM kommt HBM2 zum Einsatz, um aus dem Chip eine APU zu machen, wie man sie von Raven Ridge erwartet hatte.
Auf die Spezifikationen gehen AMD und Intel noch nicht ein. Die Rede ist von einer "High-Performance-CPU", die über Intels Embedded Multi-Die Interconnect Bridge, kurz EMIB, als Multi-Chip-Modul mit der Radeon-GPU und dem HBM2 verbunden wird. Die EMIB ermöglicht eine schnelle Datenübertragung über ein passives Silizium-Package, also ohne belichteten Silizium-Interposer. Laut Intel soll der Interconnect mehrere Hundert GB/s an Daten scheffeln können. Der Einsatz von HBM2 suggeriert, dass die Grafikeinheit auf Vega basiert. Da die Rede von einer "Semi-Custom-GPU" ist, könnte AMD allerdings auch eine Polaris-GPU mit einem HBM-Speicher-Interface ausgestattet haben.
AMD-Intel-APU: Mögliche Spezifikationen
Intel ordnet den Prozessor der achten Core-i-Generation, genauer der H-Serie, für Notebooks zu. Das Produkt soll neue Leistungsregionen in Ultrabooks erreichen. Dazu passt die Darstellung auf den Render-Bildern mit einem einzelnen HBM2-Stack, was für ein 1.024 Bit breites Speicher-Interface im Falle der GPU spricht. Das ermöglicht zurzeit den Einsatz von 4, maximal 8 GiByte HBM2, der im Bestfall (1.000 MHz) eine Übertragungsrate von 256 GB/s erreichen würde - das Niveau einer Radeon RX 580.
Schon im Februar gab es Gerüchte, die jetzt weitgehend zutreffen: Genannt wurde eine Intel-CPU mit einer diskreten GPU samt HBM2, realisiert über die EMIB. Einzig AMD war da noch kein Thema. Damals sollte das Ganze als Kaby Lake-G erscheinen. Inzwischen hat Intel den Kaby-Lake-Refresh und Coffe Lake eingeschoben. Sollte die Kaby-Lake-G-Planung stimmen und Intel das Produkt für die achte Generation lediglich umbenannt haben, wäre der Einsatz von vier CPU-Rechenkernen wahrscheinlich. Dafür sprechen auch Datenbankeinträge, laut denen die AMD-Intel-APUs mit bis zu 800 MHz schnellen 4 GiByte HBM2 (204 GB/s) ausgestattet seien. Die CPU-Kerne erreichten Turbo-Frequenzen von bis zu 4,1 GHz. Frühere Gerüchte sprachen auch von einer Raven-Ridge-Version mit einer 1.024 Shader starken GPU samt HBM2 - womöglich wurde etwas missverstanden und es handelt sich um die GPU auf der AMD-Intel-APU.
Update vom 07.11.17:
Neben den im Originalartikel angesprochenen angeblichen CPU-Spezifikationen anhand der 3DMark-Datenbank nennt jene von Sisoftware Sandra die möglichen Daten zur GPU (via 3DCenter). Die Grafikeinheit sei 24 Compute-Units groß und umfasse demnach 1.536 Shader-Einheiten. Der Vollausbau taucht wiederholt unter dem Treibernamen C94C:C0 auf, eine wahrscheinlich abgespeckte Variante für einen Core i7-8705G als C94E:C0. Intel nenne sein APU-Topmodell Core i7-8809G, der einen Basistakt von 3,1 GHz und einen maximalen Turbo von 4,1 GHz erreiche. Die GPU dürfe mit bis zu 1.190 MHz arbeiten, der HBM2 mit den erwähnten 800 MHz (1,6 Gbps). Der Geekbench liest als "Gerätenamen" derweil ein "GFX 804" aus, was eigentlich die Graphics-ISA darstellen müsste. Die 8er-Serie nutzte AMD bis Polaris, Vega firmiert als GFX 9. Da die GPU aus der Semi-Custom-Sparte kommt, könnte AMD Polaris für den Einsatz mit HBM2 und die Kopplung an Intels EMIB aufgebohrt haben. Leistungstechnisch ist eine Einordnung zwischen Radeon RX 460/560 und RX 470/570 zu erwarten.
Update 2 vom 01.12.17:
Deutete die gemeldete GFX-Version im Geekbench noch auf eine modifizierte Polaris-IP mit HBM2-Interface hin, sprach AMDs Produktmanager James Prior im Live-Stream mit overclockers.co.uk kürzlich von Vega (ab 23:32). Es ging darum, welchen Sinn das Produkt für AMD hat. Die wortwörtliche Antwort hieß: "Jeder kann Vegas Vorzüge erkennen" ("Everybody can recognize the excellence of Vega"). Wie wir bereits ansprachen, kommt AMD über die Intel-APU von 0 auf 100 in den Premiummarkt.
AMD-Intel-APU: Synergie-Effekte für beide
Eine solche Kooperation kann derweil Vorteile für beide Unternehmen haben. Intel kann so in Notebooks konkurrieren, in denen bislang Einsteiger-Grafikkarten von Nvidia zum Einsatz kamen. AMD schafft es derweil in Premium-Ultrabooks und hat Intels Marketing auf seiner Seite - gute Voraussetzungen, um den eigenen Ruf zu verbessern. Die Konfigurationen von Notebooks mit AMD-APUs ließen bislang meistens zu wünschen übrig. Laut AMD bediene die APU einen komplett anderen Markt als Raven Ridge, sodass es zu keiner hausgemachten Konkurrenz komme. Erste Notebooks mit den APUs sollen im ersten Quartal 2018 erscheinen.

Intel und AMD gemeinsam: Core H mit Radeon-Grafik und HBM2 - Hardwareluxx
WENN ich mir einen leichten Laptop kaufe der auch noch spielen soll, dann ist das vielleicht eine Option. Blöd nur: ich spiele nur am Desktop, ein Laptop kann also bei mir mit "standard" APU daherkommen. Also wie gehabt ein flotter i5 oder r5 samt Grafik aber diese nicht "zu doll"
Jo, nur eben um dem Faktor 100, wenn nicht gar 1000 kleiner
Miniaturisierung kostete schon immer Geld.
Gesendet von meinem Redmi Note 4 mit Tapatalk
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Damit wird der Nährboden für zukünftige Anwendungen gelegt, was Polaris nicht liefern kann.
Auch unterscheiden sich natürlich die Optimierungen bei einigen Stellen, weswegen es im AMDs Interesse ist, wenn sich die neuste GPU-IP weiter ausbreitet.