IDF 2013: Die Zukunft sind Compute und vernetzte Daten - Der Mensch ist digitalisiert

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Im Vorfeld des IDF erläuterten bereits die "Futuristen" und Ingenieure der Intel Labs beim Media Day, wohin ihrer Meinung nach die Reise gehen würde. Wir fassen die Gedanken und Themen zusammen.

Steve Brown und Brian David Johnson, die beiden Zukunftsforscher bei Intel, wurden von den Intel-Labs-Ingenieuren Frau Lama Nachman, Herrn Ravi Iyver und Herrn Tony Salvador unterstützt. Gemeinsam formulierte man Thesen, wie man nicht nur den für Intel elementaren Bedarf an Rechenleistung in die Höhe schrauben konnte, sondern post- und formulierte gleichzeitig eine Vision, in der Rechenleistung in nahezu allen Alltagsgegenständen, von der Kleidung über Haushaltsgegenstände bis hin zu heute schon gewohnten Formen wie Smartphone und Tablet-Computer verfügbar sei. Die effektive Größe des Abstraktums "Computing" nähere sich Null an, sagte Brian David Johson. Daher stelle sich zwingend die Frage, was man mit all der Rechenleistung anfangen werde können. Für eine Antwort muss man den Effekt sehen, den Compute, also inhärente Rechenkapazität, auf normale Gegenstände hätte. Steve Brown erläuterte dies am Beispiel eines Frontscheinwerfers: In Verbindung mit einer Kamera und Rechenleistung, Intelligenz, wenn man so will, könne aus einem Licht ein Hilfsmittel werden, die schlechtere Sicht bei Regen auszugleichen.

Wahlmöglichkeit siegt immer

Brian David Johnson 2 Brian David Johnson 2 Vor diesem Hintergrunde müsse man sich auch von althergebrachten Konzepten lösen, Dinge zu erledigen. Diese seien nämlich oftmals weder optimal noch angenehm, aber durch äußere Einflüsse so zwingend nötig. Ein großer Teil Arbeit der Futuristen und Ingenieure münde daher schlicht und ergreifen darin, einem System-Entwickler mehr Wahlmöglichkeiten zu geben. Im Zweifel, so Johnson weiter, solle man immer auf Wahlmöglichkeiten setzen, die würden am Ende immer gewinnen. Aus diesem Grunde stelle sich auch die Frage nach der Ausrichtung wie mehr Rechenleistung, mehr I/O-Leistung, mehr Bandbreite für die Futuristen erst einmal nicht. Das seien Implementierungsdetails, zu denen die Systemarchitekten dann geeignete Lösungen je nach Anforderungsprofil finden würden.

Umgebungsenergie

IDF 2013 Imagining The Future And Building It 08 IDF 2013 Imagining The Future And Building It 08 Eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Rechenleistung allgegenwärtig zu machen, führte Ravi Iyer diesen Gedanken fort, sei die optimale Energieversorgung - niemand wolle ein fingernagelgroßes Übertragungsgeräte, etwa ein Telefon, wenn man dann noch eine vergleichsweise riesige Batterie zum Beispiel am Gürtel mit sich herumschleppen müsse. Während heute im Bereich von Watt gedacht würde, sei es für die Zukunft nötig, in einzelnen Aufgaben wie einer eingegangenen Nachricht oder einer Identitätsverifikation via NFC zu denken. Diese dürften sich nur im Milliwattbereich abspielen, aber wenn sie erledigt seien, müsse ein System wieder in einen Ruhezustand im Mikrowattbereich zurückkehren. Nur dann sei es möglich, Umgebungsenergie sinnvoll für den Betrieb zu verwenden - diese könnte über Solarzellen oder aus Bewegungsenergie gewonnen werden.

Bewusste Geräte

Wenn alles derart von Compute durchdrungen und alle möglichen Geräte mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet sei, stelle sich allerdings die Frage, ob und wie man diesen riesigen Datenberg nutzen könne. Darauf ging Lama Nachman in ihrem Vortrag unter Sense-Understand-Act, also Erkennen-Verstehen-Handeln ein. Beispielhaft sei hier ein System genannt, welches in der Kontaktliste bereits darauf hinweisen kann, dass der Angerufene gerade Auto fährt und man ihn jetzt vielleicht besser nicht anrufen sollte. Eine andere Möglichkeit wären Filmvorschläge in Abhängigkeit von der Gesellschaft in der man sich gerade befindet - ein Anfang sei dabei, in Gegenwart von Kindern erst einmal lediglich für deren Altersgruppe freigegebene Inhalte anzubieten.

Datenvernetzung und -schutz

IDF 2013 Imagining The Future And Building It 15 IDF 2013 Imagining The Future And Building It 15 Die dafür nötige Erhebung und Auswertung von Daten stellt angesichts der ungeheuren Datenmenge jedoch ein großes Problem dar. Hier setzt der Soziologe Tony Salvador an - über eine umfangreiche Datenerhebung und Verkettung einzelner Parameter hat er mit seinem Team vier dominante Bereiche identifiziert, für die es Lösungen zu erarbeiten gilt:

  • Offene Plattform, die gleichzeitig den Missbrauch verhindern müsse
  • Intuitives Datenverständnis, welches zugleich eine kritische Interpretation von datenbasierten Anfragen enthalten müsse
  • Uneingeschränkt verfügbarer Netzzugang
  • Digitales Vertrauen, welches Kontrolle über persönliche Daten beinhaltet

Die über allem stehende Frage bleibt jedoch: Wer möchte wirklich eine solche Welt?
Dass die Intel-Experten auf die Frage des Kollegen Ernst von golem.de, welche Lösungsansätze es denn für die persönliche Kontrolle über seine Daten gäbe, nur ausweichende Antworten parat hatten, die darauf hinausliefen, dass für Ge- wie auch Missbrauch nicht die Systeme sondern die Menschen verantwortlich seien, zeigt noch einmal deutlich, dass der in Deutschland als so wichtig erachtete Datenschutz in den USA und generell in einer globalisierten Welt kaum als ernstes Problem wahrgenommen wird. Brian David Johnson sagte, es gebe inzwischen von quasi jedem Menschen, der das Internet intensiv nutze, eine Art zweites, nämlich digitales Selbst, das wichtig sei. "Es ist da draußen, es kann Dinge tun." Steve Brown fügte noch hinzu, viele Menschen hätten inzwischen mitbekommen, dass es digitalisierte Bücher gibt, digitale Musik. Aber die wenigsten hätten verinnerlicht ("realized"), dass wir, die Menschen, ebenfalls digitalisiert seien.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von matty2580
        Manchmal verstehe ich die Welt nicht.
        Einer der interessantesten Artikel der letzten Zeit hat nicht einen einzigen Kommentar.

        Hier wird direkt von Intel berichtet, wie Intel sich die Zukunft vorstellt.
        Ähnliche Diskussionen, aber ohne Intels Meinung, gibt es als offtopic in vielen anderen Threads.

        Erst einmal thx @Redaktion für den sehr guten Artikel.

        Tja, was soll ich schreiben.
        Mich gruselt die Zukunftsvision von Intel etwas....

        Bei guten Artikeln gibts halt nicht mehr viel dazu zu schreiben
        Außer, dass Intels Visionen in der Vergangenheit desöfteren ziemlich daneben lagen und wenn vergleichbare Inhalte doch mal irgendwo auftauchten, dann war es gerne 5-10 mal so lange bis dahin und an anderer Stelle. (Man gucke sich z.B. Sprachsteuerung an, die sich bislang höchstens bei Navigationssystemen durchgesetzt hat -mit mittelmäßigem Erfolg- und die seitens Intel Mitte der 90er zum Ende des Jahrzehnts vorrausgesagt wurde. Mit Intel-gesteuerten Fahrzeugen kommen wir auch noch immer noch nicht zu Arbeit, gucken dafür aber mit ARM gesteuerten Fluggeräten in den Nachbargarten. ...)
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von matty2580
        Manchmal verstehe ich die Welt nicht.
        Einer der interessantesten Artikel der letzten Zeit hat nicht einen einzigen Kommentar.

        Hier wird direkt von Intel berichtet, wie Intel sich die Zukunft vorstellt.
        Ähnliche Diskussionen, aber ohne Intels Meinung, gibt es als offtopic in vielen anderen Threads.

        Erst einmal thx @Redaktion für den sehr guten Artikel.

        Tja, was soll ich schreiben.
        Mich gruselt die Zukunftsvision von Intel etwas....

        Bei guten Artikeln gibts halt nicht mehr viel dazu zu schreiben
        Außer, dass Intels Visionen in der Vergangenheit desöfteren ziemlich daneben lagen und wenn vergleichbare Inhalte doch mal irgendwo auftauchten, dann war es gerne 5-10 mal so lange bis dahin und an anderer Stelle. (Man gucke sich z.B. Sprachsteuerung an, die sich bislang höchstens bei Navigationssystemen durchgesetzt hat -mit mittelmäßigem Erfolg- und die seitens Intel Mitte der 90er zum Ende des Jahrzehnts vorrausgesagt wurde. Mit Intel-gesteuerten Fahrzeugen kommen wir auch noch immer noch nicht zu Arbeit, gucken dafür aber mit ARM gesteuerten Fluggeräten in den Nachbargarten. ...)
      • Von wolflux Lötkolbengott/-göttin
        Ja,tatsächlich ist es faszinierend und gruselig zugleich.Es ist alles eine Frage der Zeit und fängt mit dem Daten-Erkennungsmarke - Chip unter der Haut an.
      • Von matty2580
        Manchmal verstehe ich die Welt nicht.
        Einer der interessantesten Artikel der letzten Zeit hat nicht einen einzigen Kommentar.

        Hier wird direkt von Intel berichtet, wie Intel sich die Zukunft vorstellt.
        Ähnliche Diskussionen, aber ohne Intels Meinung, gibt es als offtopic in vielen anderen Threads.

        Erst einmal thx @Redaktion für den sehr guten Artikel.

        Tja, was soll ich schreiben.
        Mich gruselt die Zukunftsvision von Intel etwas....
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