Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake

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turbosnake: "Sicher, das Design von Columbia ist genial und sehr stimmig, der Anfang und das Ende machen Lust auf mehr. Aber das, was zwischen dem Werfen des Balles und dem Kampf auf dem Luftschiff passiert, ist leider deutlich schwächer, wenn man von der Story absieht. Darauf werde ich auch nicht weiter eingehen, sondern nur auf das, was mir negativ aufgefallen ist."

Anmerkung: Es handelt sich hier um die Meinung von PCGHX-User turbosnake, nicht um die Meinung der Redaktion. Wenn Sie Fragen zum Verständnis des Artikels haben, stellen Sie diese bitte im Kommentarthread.

Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake Quelle: turbosnake Als erstes ist da das Checkpointsystem von Bioshock Infinite. Da zwischen den Checkpoints teilweise auch einiges an Zeit liegt, kann das extrem nervig sein. Das Nachspielen dieser Level bringt auch nichts, da wenig Entscheidungen vom Spieler verlangt werden. Deutlich besser wäre es, einfach freies Speicher zu erlauben.

An einigen Stellen fällt deutlich auf, dass die Dialoge von vorne bis hinten nach einem festen Script ablaufen. Mir ist das zum ersten Mal auf dem Platz mit dem Good Times Club und dem Waffenhändler Chen Lin aufgefallen. Der Club liegt ganz hinten auf dem Platz. Da ich wegen einer anderen Sache dort rein sollte, habe ich mich an der Seite vom Platz vorbei gekämpft und den Club betreten, dort ging es noch nicht weiter. Deswegen wieder raus und zum Waffenhändler. In einem Dialog fragt dann Booker, wo dieser Club ist und Elizabeth meint, wir sollten das selbst herausfinden, da keine Antwort kommt. Ich habe mir dabei an den Kopf gefasst und gedacht, dass wir das alles schon wissen. Hat ein bisschen die Atmosphäre gestört und gezeigt, dass sie damit wohl nicht gerechnet haben.

Von Zeit zu Zeit wird Booker gefragt, ob er etwas Bestimmtes tun will, z. B. einen Riss öffnen. Aber in Wirklichkeit hat der Spieler keine Freiheit, er muss den Riss öffnen. Wozu fragt man den Spielern, ob man will oder nicht, wenn wir man es sowieso durchführen muss? Mich nervt es, Entscheidungsfreiheit vorzutäuschen, wenn man ihn Wahrheit gar keine hat, sondern man der vom Spiel aufgezwungen Handlung folgen muss.

Allgemein muss auch keine schweren Entscheidungen fällen, um irgendetwas zu bekommen. Man bekommt sowohl alle Fähigkeiten, ohne dafür mehr tun zu müssen als eine Flasche dieses Salzes zu trinken. Danach verliert auch der Typ der Flasche seine Relevanz. Alle Waffenupgrades bekommt man aus den Automaten, auch ohne Konsequenz. Geld hat man genügend im Spiel, also hat das auch keine Auswirkungen; man verliert das Geld nur, wenn man stirbt, oder wenn man es am Automaten ausgibt.

Der nächste Kritikpunkt ist die Option 'Adaptives Training'. Daran scheint nichts adaptiv zu sein, da das Training einem nach vielen Stunden immer noch Tipps an den Kopf wirft wie man dass man mit Z die Waffenansicht wechselt. Als ob wir das nicht schon wissen. Am meisten nervt aber das mit den Salzen. Wir haben unten links die Salzanzeige, die anzeigt, wie viel Salz wir noch haben; ist diese leer sehen wir in der Mitte noch einen Hinweis wie "Deine Salze sind knapp. Suche nach welchen".

Was auch die Atmosphäre gestört hat, war die deutsche Übersetzung. Auf einem Ladebildschirm stand deswegen 'Die Hand of the Prophet'. Das sieht komisch aus. Allgemein in Columbia verwirrt einen die Schrift auf Englisch und die deutsche Sprachausgabe. Auch kommt mir die deutsche Sprachausgabe schwächer vor. Das schlägt sich beides auch negativ in der Atmosphäre wieder. Dieses Problem haben fast alle Spiele, abgesehen von Rockstar, die ihre Spiele nicht synchronisieren.

Eine Synchronisation ist noch verständlich, aber es gibt eine Sache, die noch deutlichere Auswirkungen auf das Thema Atmosphäre auswirkt: unsichtbare Wände! Ich hatte an einigen Stellen im Spiel das Gefühl, dass dort eine sei, weil ich z. B. nicht auf ein Bett springen konnte. An einer Stelle gibt es aber eindeutig welche: Auf den Stegen am Ende, dort kann man nicht ins Wasser fallen. Unsichtbare Wände zeigen, dass im Level- bzw. Umgebungsdesign nicht gründlich gearbeitet wurde. Ist das der Fall, dann kommt der Spieler nur dort hin, wo er es auch darf und der Rest wird durch natürliche Hindernisse versperrt. Wird das nicht gemacht, muss man auf den Trick mit den unsichtbaren Wänden zurückgreifen.

Abschließend wäre da noch Elizabeth. Sie kann alles: Munition, Gesundheit, Salze und Geld aufheben. Alles? Nun ja, alles was wir verbrauchen können, das einzige, was sie nicht aufheben kann, sind Lockpicks. Das ist auch das einzige, was sie selbst verwenden kann. Aufsammeln kann sie also alles, was sie an uns an Kopf schmeißen kann. Aber wir müssen für sie ihre Lockpicks aufheben, damit sie sie verwenden kann. Leider macht auch die Anzahl der Lockpicks keinen Unterschied in der Zeit aus. Solange kein Dialog stattfindet, ist dort kein Unterschied zu bemerken.

Was wirklich nicht hätte sein müssen: Das Rummgeballer auf dem Deck Luftschiff, das bringt keinen Mehrwert und zieht in meinen Augen das Spiel noch mal nach unten. Weitere Sachen, die mir negativ aufgefallen sind und kaum Erklärung brauchen;

Ungleich verteilte Kleidung: Man hat dann z. B. 9 Hüte, 3 Westen, ganze 2 Schuhpaare und 7 Hosen. Es kann also entsprechend lange dauern, von allem eines zu haben, da sie zufälligen Fundorten zugeordnet werden.

- Man kann nur alles oder nichts nehmen: Durchsucht man irgendwas, hat man nur die Wahl zwischen nichts oder alles nehmen. Das ist total unverständlich, da so Nahrungsmittel genommen werden, die die Werte nicht mehr verändern oder negativ verändern. Keine Ahnung, ob Irrational Games dachte, mehr würde die Leute überfordern oder was auch immer, wirklich gut ist das nicht. Deswegen einfach öffnen F drücken und fertig, ohne zu sehen, was das bewirkt.

- Booker kann die Waffen nicht wegstecken: Man kann, sofern einem das Spiel das nicht selber sagt, sich nicht ohne Waffe in der Hand bewegen. Mir kommt das in zivilen Gebieten ziemlich störend vor, aber es scheint keinen zu stören, wenn wir eine Waffe in der Hand haben.

Versteht mich nicht falsch, all das macht Bioshock Infinite nicht zu einem schlechten Spiel. Ich kann nur nicht verstehen, warum die Presse so begeistert von diesem Spiel ist, auf mich wirkt es nicht beeindruckend. Das mag auch an dem Hype um dieses Spiel liegen. Mir fehlt das wirklich Beeindruckende in der Story und moralische Entscheidungen im Spiel. Ich habe zwar die beiden Vorgänger nicht gespielt, aber dort war wohl zumindest Letzteres nötig, um bestimmte Fähigkeiten zu bekommen. Auch glaube ich nicht, dass man über dieses Spiel noch lange reden wird, abgesehen vom für einige verwirrenden Ende.

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    • Kommentare (122)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SchwarzerQuader Software-Overclocker(in)
        AW: Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake

        Kurz zu dem Punkt "Gegner, die auch Elizabeth angreifen":

        Zu Beginn machte es meines Erachtens durchaus Sinn, dass die Gegner sie verschonen, da sie ja das Kostbarste des Propheten ist und nur der "False Shepard" einen Feind darstellt. Trotz aller Hilfe, die sie Booker zukommen lässt, wäre Comstock über eine auch nur verletzte Elizabeth sicherlich sehr verärgert gewesen. Erst mit Auftreten der Vox Populi hätte es Sinn gemacht, dass sie auch angegriffen wird. Was im Übrigen eine durchaus interessante Änderung gewesen wäre. Hätte man zu Beginn den Luxus eher sorgloser Kämpfe gehabt, wäre damit später der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe durch die erforderliche Achtsamkeit gestiegen. Dann hätte man vielleicht auch eher auf Gegner verzichten können, die 3 Kopfschüsse oder mehr aushalten.
      • Von SchwarzerQuader Software-Overclocker(in)
        AW: Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake

        Kurz zu dem Punkt "Gegner, die auch Elizabeth angreifen":

        Zu Beginn machte es meines Erachtens durchaus Sinn, dass die Gegner sie verschonen, da sie ja das Kostbarste des Propheten ist und nur der "False Shepard" einen Feind darstellt. Trotz aller Hilfe, die sie Booker zukommen lässt, wäre Comstock über eine auch nur verletzte Elizabeth sicherlich sehr verärgert gewesen. Erst mit Auftreten der Vox Populi hätte es Sinn gemacht, dass sie auch angegriffen wird. Was im Übrigen eine durchaus interessante Änderung gewesen wäre. Hätte man zu Beginn den Luxus eher sorgloser Kämpfe gehabt, wäre damit später der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe durch die erforderliche Achtsamkeit gestiegen. Dann hätte man vielleicht auch eher auf Gegner verzichten können, die 3 Kopfschüsse oder mehr aushalten.
      • Von JayPy Komplett-PC-Käufer(in)
        AW: Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake

        So, seit gestern Nachmittag bin ich nun auch durch mit dem Spiel. Das Ende war dann doch etwas verwirrend und ich muss gestehen, dass ich erst mal noch ein paar Story-Zusammenfassungen gegoogled hab. Liest man sich diese dann mal in einem Rutsch durch, wird es schon etwas klarer. Ohne die Zusammenfassungen, hätte ich mir jedenfalls auf manche Dinge keinen Reim machen können. Vielleicht lag es auch an den fehlenden Audio-Log, ich hatte nur knapp 70 der 80 Vox-Bänder gefunden. Rein Story-technisch ist den Jungs da wirklich etwas Besonderes gelungen. In der Hinsicht wünsche ich mir zukünftig mehr Spiele.

        Beim Gameplay bleibe ich aber meinen vorherigen Aussagen treu, da hätte es noch einige Verbesserungen geben können (sinnigere Kräfte; Ausrüstung, die sich auch wirklich bemerkbar macht; mehr Geld für Ausrüstungen; deutsche Texte auch an dem Wänden und auf den Postern; eine Elizabeth, die ihre Kräfte auch gegen die Gegner einsetzt; Gegner die auch Elizabeth angreifen, Handyman hat weniger "Persönlichkeit" als der Big Daddy).

        War das Spiel bis zum Endkampf auch auf schwer relativ problemlos zu schaffen, habe ich nachher den Schwierigkeitsgrad heruntergestellt. Hatte einfach nach knapp 2 Stunden und unzähligen Versuchen einfach keine Lust mehr, Ewigkeiten darauf zu warten, dass der blöde Vogel endlich wieder einsatzbereit ist. Mag sein dass ich hier und da die falschen Waffen bzw. Kräfte angewendet habe, aber da ich eh kaum Zeit zum Spielen bekommen, wollte ich die wenige Zeit nicht mit ein und demselben Spielanschnitt verbringen.

        Unter dem Strich ist es zwar ein sehr gutes Spiel, aber der Überflieger wie es von vielen Magazinen angekündigt wurde, ist es meiner Meinung nach nicht. Die DLC werde ich mir wohl dennoch zu Gemüte führen: es sollte auch belohnt werden, wenn es mal reine Singleplayer-DLCs gibt!

        Zum Thread im Allgemeinen:

        Finde es schon ziemlich krass, wie manche hier den Thread-Ersteller angehen. Es ist nun mal seine Meinung und die Redaktion (die hier eigentlich keiner angeht) fand seine Meinung auch veröffentlichungswürdig. Sicherlich wären auch die positiven Eigenschafften (Waffen-Balancing, problemloses Agieren von Elizabeth, kurze Ladezeiten, faire Speicherpunkte, liebevoll gestaltete Level) erwähnenswert gewesen, aber das kann man ja auch versuchen, dem Thread-Ersteller auf normaler Weise vorzuschlagen.

        @turbosnake

        Lass dich nicht unterkriegen von ein paar dreisten Leuten hier. Seine eigene Meinung zu vertreten und nicht gleich auf den Zug aufzuspringen findet man heute viel zu selten.

        Im Übrigen kann ich dir nur empfehlen "Bioshock 1&2" auch einmal zu spielen, die beiden Games sind nämlich auch sehr gut.
      • Von RedDragon20 BIOS-Overclocker(in)
        AW: Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake

        Rein vom Gameplay her muss ich wohl oder übel zustimmen, dass BS Infinite mehr 08/15 als was besonderes ist. Es ist dies bezüglich Standartkost.
        Auf der andern Seite ist das nun nicht unbedingt das schlechteste. Immerhin funktioniert in dem Spiel alles genau so, wie es soll, ohne unsinnige Experimente, die am Ende doch nur wieder nach hinten losgegangen wären.
      • Von vvoll3 Freizeitschrauber(in)
        AW: Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake

        Zitat von omega™;5261331
        Und bzgl. Bioshock Infinite, was ist denn der Einheitsbrei an dem Spiel, die Entscheidungsfreiheiten und ihre nicht vorhanden Auswirkungen?
        Wie gesagt Mindfuck, die Leute die darüber meckern, haben das Spiel wohl nicht verstanden.

        Ohne jetzt näher darauf einzugehen, aber das Gameplay ist Einheitsbrei, HP bzw. in dem Fall Shieldregen, 2 Waffenlimit, Schwierige Stellen werden vor allem durche Masse erzeugt, Actionbubbles usw.

        Spiel nicht verstanden, ein klassisches Totschlagargument, imo sind Spiele aber zum Spielen da, nur hier geht das Ganze wieder in Richtung an die Hand nehmen mit Knöpfe drücken, es ist wie COD, mehr ein Interaktiver Film als ein tatsächliches Spiel.
      • Von omega™ Software-Overclocker(in)
        AW: Das nächste AAA-Spiel enttäuscht: Dieses Mal Bioshock Infinite - Meinung von PCGHX-User turbosnake

        Du sagst es doch gerade selbst.
        Die Entwickler möchten große Massen ansprechen, wenn die komplett gegen den Strom schwimmen(was in manchen fällen gar nicht schlecht ist), wird sich das Spiel nur mäßig verkaufen.
        Und bzgl. Bioshock Infinite, was ist denn der Einheitsbrei an dem Spiel, die Entscheidungsfreiheiten und ihre nicht vorhanden Auswirkungen?
        Wie gesagt Mindfuck, die Leute die darüber meckern, haben das Spiel wohl nicht verstanden.
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