Battlefield 3 im Singleplayer-Test: Das Avatar unter den PC-Spielen - ein Kniefall vor dem Grafik- und Akustik-Gott [Test des Tages]
Battlefield 3 im Singleplayer-Test: Das Avatar unter den PC-Spielen - ein Kniefall vor dem Grafik- und Akustik-Gott [Test des Tages]
Battlefield 3 im Singleplayer-Test: Das Avatar unter den PC-Spielen [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Alles endet dort, wo es beginnt: Dieses Leitmotiv gilt für Battlefield 3 genauso wie für das Leben selbst. Bis sich der Kreis schließt und ein prägnanter Monolog - wie einst in Mafia - das Spektakel beendet, schickt Sie der DICE-Shooter rund um die Welt. Während andere Titel dem Spieler einen langatmigen Einstieg aufzwingen, springen Sie in Battlefield 3 sofort ins Geschehen, genauer gesagt in/auf einen rasenden Metro-Zug mitten im Untergrund von New York. Dieser furiose Auftakt ist ebenso rasend schnell vorüber wie er angefangen hat. Es folgt ein Zeitsprung um ein paar Stunden, Ihr Alter Ego Sergeant Henry "Black" Blackburn wird vom FBI verhört und nach einem Mann sowie dessen Organisation ausgefragt, den er vor einigen Monaten das erste Mal gesehen hat - es folgt die erste von mehreren Rückblenden.
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Call of B... attlefield - die Story
Falls Ihnen eine Erzählung in Form von Retrospektiven bekannt vorkommt, dann wird es Sie nicht verwundern, dass Battlefield 3 Sie nicht nur in die Rolle des Sergeants steckt, sondern Sie noch weitere Figuren im Laufe der zwölf Missionen mit Leben erfüllen. Beispielsweise die Pilotin Jennifer Hawkins und der Panzer-Kommandant Jonathan Miller, deren Missionen an Board einer McDonnell Douglas F/A-18 Hornet (nur feuern) respektive eines M1 Abrams (selbst fahren) optisch wie akustisch zum Besten zählen, was es je in Videospielen zu erleben gab. DICE gelingt es zudem, diese zu einem logischen Abschluss zu bringen.
Nichtsdestotrotz erinnert so einiges an die Call-of-Duty-Serie: Neben den Rückblenden gibt es statt eines Russen namens Makarov einen "Kaffarov" und in Anlehnung an "Death From Above" erteilen Sie den Tod von oben, auch eine Sniper-Mission und weitere Parallelen sind vorhanden. So weit, so Call of Duty - allerdings ist die Storyline von Battlefield 3 nachvollziehbar und beschäftigt Sie je nach Schwierigkeitsgrad rund sechs bis über acht Stunden. Das Missionsdesign wirkt allerdings gerade wegen den typischen Schlauch-Levels stellenweise etwas gestreckt, zudem müssen Sie aufgrund von (fair verteilten) Speicherpunkten einige Stellen bei etwaigem Ableben erneut bewältigen. Verlassen Sie das eng gesteckte Schlachtfeld, sollten Sie innerhalb von fünf Sekunden zurückkehren oder sterben - sorry DICE, aber das zerstört die Immersion.
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Die Frostbite 2.0: Ein Kniefall vor dem Grafik- und Akustik-Gott
Battlefield 3 versucht keine von Anfang bis Ende mit Skrips gefüllte Aneinanderreihung von Action-Szenen zu sein, es lässt Ihnen Zeit, die Inszenierung zu genießen. Diese fällt längst nicht so pompös aus wie die eines Call of Duty, ist dafür aber beeindruckender. Denn der DICE-Shooter ist technisch derart überwältigend wie kaum ein Spiel davor: Die optische wie akustische Güte sucht ihresgleichen - selbst ein Crysis 2 hält nicht durchweg mit. Die Frostbite-2.0-Engine erweist sich hierbei als äußerst vielseitig und macht in jedem der abwechslungsreichen Szenarien eine tolle Figur: Das weitläufige Aras-Tal im Iran kann sich in Sachen Art Design fast schon mit id Softwares bombastischem Rage messen, während der Einsatz in Teheran bei Nacht und Regen in einer Grafik-Liga mit Metro 2033 spielt.
Alleine die überwältigen Licht- und Schattenspiele samt weichen Kanten, blendenden Taschenlampen sowie Laser-Zielvisieren plus Lensflares und Reflektionen lassen sich mit Worten kaum beschreiben - Battlefield 3 sieht tatsächlich so erhaben aus wie in den Trailern. Der Detailgrad der Texturen sowie Spielfiguren ist fantastisch und DirectX 11 sorgt auch auf schwächeren Grafikkarten für die nötige Leistung, anstatt die Bildrate mit exzessiver Tessellation und Co. in den Keller zu treiben. Für den Feinschliff sorgen Multisampling- und Post-Kantenglättung (MSAA plus Nvidias Fast Approximate Anti-Aliasing, FXAA), welche das Geschehen absolut glatt auf den Schirm bringen. Auch das Animated Toolkit (ANT) überzeugt: Alle Spielfiguren inklusive dem eigenen, sichtbaren Körper bewegen sich fast wie im echten Leben und rennen, springen, kriechen (ja, "prone" ist vorhanden) über das Schlachtfeld. Die "rutschigen" Bewegungsabläufe erinnern allerdings stellenweise zu sehr an FIFA, das diese Technologie ebenfalls nutzt. Dafür ist das Waffenhandling, sprich das Aiming, sehr direkt und die Frostbite-2.0-Engine erlaubt selbst bei rund 30 Fps noch eine sehr gut kontrollierbare Steuerung - bei Call of Duty undenkbar.
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Das sogenannte "HDR-Audio" der schwedischen Entwickler klingt überdies derart wuchtig und präzise, dass uns der Start der F/A-18 Hornet ein spotanes "Wohooo!" entlockte und die Nachbarn ein solches Mehrzweckkampfflugzeug nun jederzeit nur am Geräusch erkennen. Jegliche Waffen klingen realistisch, verändern ihre Klangcharakteristik abhängig von der Entfernung und sind immer problemlos ortbar. Eine gut kalibrierte Anlage oder ein hochwertiges Headset (wir spielten tagsüber mit einer Revox-Kombo und bei Nacht mit einem Beyerdynamic MMX 300) ist praktisch Pflicht, denn ohne die Referenz-Akustik beeindruckt Battlefield 3 hörbar weniger. Einziger Schwachpunkt der Frostbite-2.0-Engine ist das vielbeworbene "Destruction"-Feature, denn davon bekommen Sie abseits geskripteter Sequenzen kaum etwas zu Gesicht. Einzig Teile der gegnerischen Deckung dürfen Sie hier und da zerlegen, die Brocken einer Explosion bleiben aber nicht liegen, sondern fallen durch den Boden ins Nichts; eine Interaktion mit der Spielwelt findet kaum statt. Das konnte Crysis schon 2007 deutlich besser und neben Physx-Orgien Marke Mafia 2 und Alice: Madness Returns wirkt die Effekt-Physik geradezu altbacken. Nichtsdestotrotz bietet Battlefield 3 eine bessere Physik als Call of Duty, Rage und Konsolen-Konsorten. Im Multiplayer ist die "Destruction 3.0" allerdings taktisch sinnvoll einsetzbar und ein sehr beeindruckendes Gameplay-Element von Battlefield 3.
Von Moorhühnern, zynischen Anti-Patrioten und Anspielungen
Auch die künstliche Intelligenz scheint nicht unbedingt DICEs Paradedisziplin zu sein - offenbar haben sich die Schweden hier zu sehr an Call of Duty orientiert: Die gegnerischen Schergen gehen zwar in Deckung, blenden den Spieler und werfen Granaten, das war es aber auch schon. Perfide Taktiken wie die Söldner aus FEAR beherrschen die Opponenten nicht, dafür spawnen sie teils unendlich oft. Auch beherrscht es DICE nicht durchgehend, ein homogenes Spiel zu erstellen: Das Heads-up-Display (HUD) weist zwar einen Konsolen-typischen Safeframe auf - befindet sich also nicht am Rand des Bildschirms -, ist aber simpel gehalten: Während Crysis 2 selbst Informationen über die Haltung des Spielers anzeigt, beschränkt sich Battlefield 3 auf relevante Daten wie die Munition und den Feuermodus. Der Kompass und die Namenseinblendungen über Team-Kollegen sind jedoch nutzlos, da der DICE-Shooter jegliche Missionsziele ohnehin mit einem blauen oder roten Marker in Form einer Raute versieht.
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Dies führt zu solch absurden Situationen, dass Sie einen Gegner ausschalten sollen, der sich im Gang vor Ihnen befindet: Obwohl meilenweit nur ein Gegner und ein Gang vorhanden sind, prangt durch alle Wände hindurch sichtbar über dem Kopf des zu Eliminierenden eine schädelgroße Raute - muss das sein? Auch die immer wieder vorkommenden Quicktime-Events, meist Nahkämpfe, können nerven: Zwar gilt es nur eine von drei - ok, einmal vier - Tasten zu drücken, klappt dies aber nicht, sind Sie mausetot. Kommt Ihnen ein Gegner zu nahe und Sie erledigen ihn nicht schnell genug, rammt dieser Ihnen übrigens ohne Widerstand Ihres Alter Ego ein Messer in den Körper - das ist teils frustrierend.
Battlefield 3 bietet aber nicht nur Ansatzpunkte für Kritik, sondern nimmt selbst bestimmte Dinge unter Beschuss: So spielen Sie - wie sollte es auch anders sein -, einen US-Amerikaner und retten mal wieder die (westliche) Welt; zynische Kommentare der Team-Mitglieder à la "hoffentlich endet das nicht so wie bei Bin Laden" beim Stürmen eines Hauses regen immerhin ebenso zum Nachdenken an wie der Einsatz von der USS George H. W. Bush (ein Flugzeugträger) beim Angriff auf das iranische Teheran. Ab und zu blitzt der Humor von Bad Company 2 hervor, alles in allem ist Battlefield 3 aber ein ernstes Spiel - und für Erwachsene: Zwar spritzt bei Schüssen als Treffer-Feedback etwas Blut, Zivilisten aber können nicht verletzt werden und die Nahkämpfe fallen "sauber" aus. Szenen wie der Erstechen einer Ratte oder - frappierend an Saving Private Ryan (Der Soldat James Ryan) erinnernd - eines gegnerischen Söldners rechtfertigen allerdings ein 18er-Siegel.
Battlefield 3:
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Ein James Cameron statt einem Michael Bay
Auch wenn Battlefield 3 ebenso wie die Call of Dutys ein Ego-Shooter ist und in so mancher Hinsicht Aspekte von Activisions Erfolgsserie abgeschaut wurde, ist DICEs erster "echter" Singleplayer-Titel nichtsdestotrotz oder gerade deswegen ein Meilenstein: Es ist das Avatar unter den PC-Spielen. Camerons Aufbruch nach Pandora erzählt zwar eine bekannte Geschichte (Pocahontas in Blau), interpretiert diese aber auf eigene Weise und ist technisch wegweisend. Analog dazu bietet Battlefield 3 die bekannte US-Russen-Terroristen-Story, setzt diese aber derart eindrucksvoll um, dass der DICE-Shooter alleine schon aus optischen wie akustischen Gründen ein Pflichtkauf ist. Ach ja, fünf Koop-Missionen und einen Multiplayer-Part inklusive Conquest-Modus mit 64 Spielern gibt's auch noch.
Einen Stolperstein allerdings bietet Battlefield 3: Sie benötigen Electronic Arts' Origin und müssen Ihr Spiel auf diesen samt Account aktivieren. Die Aktivierung, der Multiplayer und der Koop setzen eine Internetverbindung voraus, danach läuft die Singleplayer-Kampagne auch im optionalen Offline-Modus. Sind Sie online, lassen sich die Spielstände per Cloud sichern - praktisch, wenn Sie oft unterwegs sind.
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Achtung: Die nachfolgende Galerie zeigt chronologisch den Singleplayer (ohne allerdings die Storyline zu spoilern)!
In der PCGH 12/2011, welche ab dem 2. November im Handel (und ein paar Tage zuvor bei den Abonnenten) liegt, finden Sie das volle Paket Battlefield 3 vor. Auf 9 Seiten testen wir nicht nur 22 Grafikkarten, sondern gehen auch auf die Frostbite-2-Engine, den Unterschied zwischen DX11 und DX10, die Prozessorkern-Skalierung, den VRAM-Hunger sowie natürlich den Single- und Multiplayermodus ein.
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Optik super, man wird wortwörtlich geblendet
Die Luftaufnahmen sind genial, kurz gesagt, besser als H.A.W.X.
Klar sind Call of Duty Anteile vorhanden, aber das haben die Macher von BF3 besser gemacht.
Der Sound kann auch überzeugen. Nur die Singleplayer Spielzeit finde ich ebenfalls zu kurz.
Battlefield 3 ist abwechslungsreich. Luft, Fahrzeug und am Boden, überall ist man mit dabei