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  • Ark: Survival Evolved Revisited - Frische Benchmarks des Hardware-Fressers

    Ark: Survival Evolved erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, und dass, obwohl der Early-Access-Titel bei Weitem noch nicht fertig entwickelt ist und in unseren letzten Tests unter ziemlich unausgewogener Performance litt. Doch noch für Januar ist ein Upgrade auf Direct X 12 angekündigt und seit unserem Besuch sind einige Updates erschienen - Zeit für eine Bestandsaufnahme.

    Ark: Survival Evolved ist eines der noch recht wenigen Spiele, die auf Epics fortschrittliche Unreal Engine 4 setzen. Das Survival-Abenteuer setzt auf einige moderne Features der Engine, darunter einen physikbasierenden Renderansatz, Sub Surface Scattering für eine glaubhaftere Darstellung von Haut und einem schicken Durchschein-Effekt der Vegetation, eine komplexe und dynamische Beleuchtung, Spiegel- und Blendeffekte, ein nett anzusehendes Partikelsystem und vieles mehr. Der Look ist dabei alles andere als realistisch, sondern ist bewusst abstrakt gehalten, was wiederholt beweist, dass der Wirklichkeit angenäherte Rendervorgänge wie Physically Based Rendering nicht zwangsläufig einen realistischen Look mit sich bringen.

    01:01
    Ark: Survival Evolved - PCGH-Benchmarkszene im Video

    Ark: Survival Evolved Revisited - Die Technik

    Ark: Survival Evolved erhielt seit unserem ersten Test einige Erweiterungen, darunter etwa mehrere neue Biome, wie eine Sumpflandschaft und eine frostige Umgebung, dazu kamen unzählige neue und meist recht aggressive Bewohner der seltsamen Insel, auf die es die Spieler verschlägt. Einige Macken wurden beseitigt, darunter etwa eine Fehldarstellung der hübschen volumetrischen Wolken, die auftrat, wenn vor diesen eine Alphatextur angezeigt wurden, wie etwa die Blätter einer der sich hübsch im Wind wiegenden Palmen. Zudem wurde an der Performance geschraubt, so belegt Ark: Survival Evolved nun deutlich weniger Grafikspeicher. Mit vollen Details in 1080p sind es nun kaum mehr als 3,5 GiByte, während bei unseren ersten Tests noch deutlich mehr als 5 GiByte belegt wurden. Dies geschah allerdings schon vor geraumer Zeit, doch offenbar wurde weiter am Streaming gearbeitet, denn Ark läuft nun deutlich runder und leidet seltener unter größeren Stockern, jedenfalls solange der Speicher ausreicht - das war vormals nicht gegeben, selbst GPUs wie eine GTX 980 Ti oder R9 390X mit 6 oder 8 GiByte Grafikspeicher litten unter teils heftigen Stockern.

    Detailvergleich Epic und High

    before
    after

    Detailvergleich Low und Medium

    before
    after


    Zudem wurde offenbar am LoD gefeilt. Während bei der Grasdarstellung die Dichte augenscheinlich etwas zurückgenommen wurde, erscheint uns das Pop-Up bei den übrigen Level-Objekten weniger auffällig; das LoD-Dithering ist zudem offenbar feiner, obwohl der Effekt immer noch recht deutlich ins Auge sticht - besonders durch die Tatsache, dass dieser nur bei Bewegungen der Spielfigur fortgesetzt wird, also auch mitten beim Hereinblenden in fragmentarischer Form bestehen bleiben kann, sollte der Spieler stehen bleiben. Das LoD-Dithering bezeichnet dabei das pixelige Hereinblenden von Objekten oder Texturen, eine Technik, die auch viele andere Spiele wie etwa die Assassin's-Creed-Reihe, Far Cry 4, GTA 5 aber beispielsweise auch der Konsolen-Shooter Destiny nutzen und die - wenn geschickt eingesetzt - weniger stark ins Auge fällt als plötzliches Aufpoppen. Allerdings kann die Technik sehr auffällig und immersionsstörend ausfallen, wenn sich direkt vor der Nase des Spielers offenbar die Welt aus Bruchstücken zusammensetzt. Ebenfalls in auffälliger Form vorhanden ist der klassische Wechsel von mehreren LoD-Stufen beispielsweise bei Vegetation und Objekten wie Felsen. Wenig zu meckern gibt es dagegen bei der Texturdarstellung, hier fallen LoD-Wechsel nur verhältnismäßig selten auf, zudem besitzen viele Oberflächen eine zusätzliche Detailtextur, die Pixelation beim Näherkommen überdeckt.

    Szene 1 - Epic
    Szene 1 - High
    Szene 1 - Medium
    Szene 1 - Low


    Die Shader, Beleuchtung sowie das Post-Processing in Ark: Survival Evolved sind auf der sehr auffälligen Seite, hier lässt der Titel aber die Muskeln am deutlichsten spielen: Hochauflösende Spiegelungen zieren das teils dynamisch fließende Wasser und den Strand, schicke, hochauflösende Blendeffekte sowie Godrays ergänzen die meist sehr ansehnliche und besonders abends eindrückliche dynamische Beleuchtung, kreuchendes Viehzeugs wurde zudem mit hübschem Fell und Federn verziert, sollten sie nicht zu den teils turmhohen Vertretern der Gattung Dinosaurier, Reptilien oder Amphibien zählen. Unter Wasser dagegen sorgen hingegen Verzerrungseffekte, eine chromatische Abberation sowie herumschwebendes Partikel-Plankton für Stimmung. Hier ist allerdings auch auf der Performance-Seite noch einiges im Argen, werden die erweiterten Direct-X-11-Effekte mittels Kommandozeilen-Forcierung -sm4 auf das Shader-Modell 4 größtenteils deaktiviert, explodiert die Performance geradezu, Gleiches gilt für das Deaktivieren der dynamischen Beleuchtung, was uns auf unoptimierte Shader und einen sehr hohen Overhead tippen lässt. Womit wir bei den Benchmarks angelangt wären.

    Szene 1 - Epic
    Szene 1 - High
    Szene 1 - Medium
    Szene 1 - Low

    Ark: Survival Evolved Revisited - Die Benchmarks

    Eines vorweg: Eine höhere Auflösung als 1080p mit vollen Details ist selbst mit extrem schnellen Grafikkarten völlig utopisch, daran hat sich auch mit der aktuellen Version nicht viel geändert. Kaum jemand wird Ark: Survival Evolved mit maximalen Details spielen können oder wollen, denn der Titel ist noch immer eine Hardware-Folter sondergleichen - nicht einmal Star Citizen kommt auch nur ansatzweise an den Leistungshunger des Survival-Abenteuers heran, weshalb wir auch dieses Mal darauf verzichtet haben, in mehreren Auflösungen zu benchen und uns stattdessen die drei Presets Epic, High und Medium in einer Auflösung von 1.920 × 1.080 vorgenommen haben, die entsprechenden Messungen können Sie im Drop-Down-Menü auswählen. Hierbei muss allerdings erwähnt werden, dass bei keinem der Presets die volle interne Renderauflösung vorliegt, sondern diese selbst mit den höchsten Voreinstellungen leicht reduziert und dann hochskaliert wird. In den folgenden Presets sinkt die interne Auflösung dann zusätzlich zu den Spieldetails immer weiter. Kein Wunder, denn der Skalierungsslider im Optionsmenü zählt zu den effektivsten Tuning-Maßnahmen gegen niedrige Bildraten. Wahrscheinlich geht dies darauf zurück, dass viele Effekte die Renderauflösung als Basis nutzen, steigt diese, werden auch die Shader-Berechnungen komplexer. Auffällig ist bei den Benchmarks auch das recht schlechte Abschneiden der AMD-GPUs, die offenbar unter Auslastungsproblemen leiden, denn erst in der Mittelklasse nähert sich die Performance der Radeons denen der vergleichbaren Geforce-GPUs an, wie sich etwa anhand der GTX 960 und R9 380 ableiten lässt. Dabei ist die niedrige Auflösung sicher ein Faktor, dennoch ist das schlechte Abschneiden der Radeons unbefriedigend. Hier sollte nachgebessert werden.

    Die bemerkenswert geringen Bildraten sind der Grund, warum wir ausnahmsweise eine manuell übertaktete Geforce GTX Titan X mit in den Benchmark-Chart aufnehmen. Hierbei handelt es sich um eine Referenzkarte von Nvidia, welche wir mittels 110 % Powertarget, 70 % Lüfterdrehzahl und einem Takt-Offset von guten 200 MHz benchen. Diese Grafikkarte markiert den Endpunkt und rundet zugleich das von der GTX 980 Ti gezeichnete Bild nach oben ab. Schneller geht es kaum - eine auf 400 Watt getriebene, stark gekühlte Karte könnte mit 1.500/4.200 MHz noch 10 bis höchstens 15 Prozent drauflegen, doch es gibt nur wenige Exemplare, die dieses Taktniveau erreichen. Die Aussage ist eindeutig: Ark läuft Stand jetzt mit maximalen DX11-Details in Full HD selbst auf der schnellsten Grafikkarte nur mit etwas mehr als 30 Fps.

    Ark: Survival Evolved Early Access

    • Preset im Drop-Down-Menü auswählen
    Info Icon
    Game/Version Ark Survival Evolved Early Access, Steam, Version 231.8
    Details As specified (Preset), HQ-AF
    Software/Drivers Geforce 361.43 WHQL (HQ); Radeon Software Crimson 16.1 Hotfix (HQ)
    • Benchmarks (1 von 3)

    • Produkte ein-/ausblenden

    OC @ ~1.400/3.506 MHz
    44.1
    41
    ~1.350/3.506 MHz
    42.4
    39
    ~1.097/3.500 MHz
    33.3
    31
    ~1.050/1.000 MHz
    30.9
    28
    ~1.300/3.506 MHz
    30.8
    28
    ~1.050/1.000 MHz
    28.6
    26
    ~1.300/3.506 MHz
    26.3
    24
    ~1.032/3.004 MHz
    25.6
    23
    ~1.070/3.000 MHz
    22.0
    21
    ~1.000/2.600 MHz
    19.9
    18
    ~1.400/3.506 MHz
    17.9
    16
    ~1.241/3.500 MHz
    17.6
    16
    ~980/2.850 MHz
    17.5
    16
    ~1.050/3.000 MHz
    16.7
    15
    ~1.150/3.004 MHz
    13.3
    12
    ~1.120/2.800 MHz
    11.9
    10
    ~1.071/3.004 MHz
    10.7
    9
    732/1.900 MHz
    8.3
    7
    0
    10
    20
    30
    40
    50
    60
    70
    Name
    1.920 × 1.080, Ingame-AA, Preset High (Average Fps)
    Minimum Fps

    System

    Intel Core i7-6700K @ 4,5 GHz, 16 GiByte DDR4-2800, Asus Z170 Sabertooth Mark 1

    Resultate nicht unbedingt vergleichbar mit früheren Reviews/Results not necessarily comparable with earlier reviews

    Ark: Survival Evolved Revisited - Fazit des Technikchecks

    So richtig überzeugen kann die Technik von Ark noch immer nicht, auch wenn es seit dem Release der Early-Access-Version einige Verbesserungen gab, die der Performance teils merklich auf die Sprünge helfen. Aber der Entwickler hat noch sehr viel zu tun, neben der Performance sollte auch noch an der Optik geschraubt werden, einige Materialien wie beispielsweise die Rinde mancher Bäume haben offenbar falsche Reflexionseigenschaften und strahlen teils in seltsam wirkenden Farben, das LoD-System fällt noch immer recht störend ins Auge, viele Szenen wirken zudem nicht wie aus einem Guss. Aber es handelt sich ja auch noch immer um eine sehr frühe Version, zudem werden diese Umstände der hohen Beliebtheit des Titels wohl kaum einen Abbruch tun. Gespannt sind wir auf den angekündigten Direct-X-12-Patch, der noch im Januar erscheinen soll. Allerdings wurde dieser bereits zu einem früheren Zeitpunkt verschoben, mit der Erklärung der Entwickler, dass sie diesen Umstieg nicht alleine schaffen könnten, was wohl bedeutet, dass die Grafikkartenhersteller hier mit Hand anlegen müssen. Dies dürfte wiederum besonders Nvidia betreffen, die bereits eine Zusammenarbeit mit den Ark-Entwicklern im Zusammenhang mit ihrem Gameworks-Programm ankündigten. Allerdings sind die kolportierten 20 % Performance-Zuwachs durch Direct X 12 wohl noch immer etwas wenig, um dem Titel einen genügend großen Leistungsboost zu verschaffen, dass auch höhere Auflösungen bei maximalen Details in naher Zukunft realistisch werden dürften.

    Wissenswert: Mehr Informationen zum Thema finden Sie in:
    Radeon Catalyst Treiber Download: Crimson 16.5.3
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ARK: Survival Evolved
Ark: Survival Evolved Revisited - Frische Benchmarks des Hardware-Fressers
Ark: Survival Evolved erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit, und dass, obwohl der Early-Access-Titel bei Weitem noch nicht fertig entwickelt ist und in unseren letzten Tests unter ziemlich unausgewogener Performance litt. Doch noch für Januar ist ein Upgrade auf Direct X 12 angekündigt und seit unserem Besuch sind einige Updates erschienen - Zeit für eine Bestandsaufnahme.
http://www.pcgameshardware.de/ARK-Survival-Evolved-Spiel-55571/Specials/Benchmark-Test-2016-1182869/
12.01.2016
http://www.pcgameshardware.de/screenshots/medium/2016/01/Ark_Survival_Evolved_Vergleich_01_Epic-pcgh_b2teaser_169.png
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