Radeon Software Adrenalin 2019 im Test: Starker Feature-Treiber mit 23 neuen oder verbesserten Funktionen [Update]
Jetzt aktualisiert: Einmal im Jahr spendiert AMD seiner Radeon Software ein großes Update. Bei den Neuerungen handelt es sich stets um einen Mix aus eigenen Ideen und den meistvotierten Nutzerwünschen. Nun ist es wieder so weit, mit der Radeon Software Adrenalin 2019 beschenkt AMD seine Kunden mit einem starken Treiber-Update. Alle Details zur RSA '19 erfahren Sie in diesem Artikel.
In diesem Artikel
Update vom 14. Dezember: Wir haben unsere ersten Erkenntnisse bezüglich der Speicher-Timing-Optionen hinzugefügt. Sie finden die neue Passage und die Benchmarkwerte im Wattman-Abschnitt dieses Artikels.
Darauf kann man sich verlassen: Am Ende eines jeden Jahres liegt für alle Radeon-Nutzer ein schön verpacktes Treiberpäckchen unter dem virtuellen Weihnachtsbaum. Diesmal hört das Update auf den Namen Radeon Software Adrenalin 2019, AMD übernimmt folglich den Rot-Ton des Vorjahres - auch das wird allmählich zu Tradition. Das Treiberpaket implementiert völlig neue Features sowie Nutzerwünsche und hebt den Funktionsumfang der Radeon Software somit auf ein konkurrenzloses Level. PC Games Hardware hat die Radeon Software Adrenalin Edition 18.12.2 auf mehreren Systemen und Grafikkarten einem Praxistest unterzogen und fasst die Neuerungen der "23 neuen oder verbesserten Funktionen" zusammen.
Interessierte finden außerdem die AMD-Präsentation der Radeon Software Adrenalin 2019 am Ende der Bildergalerie. Zum Einstand haben wir eine Übersicht der aktuellen Treiberoberfläche für Sie vorbereitet:
Wattman: Lüfterkurve und Timing-Tweaks
Im Radeon Wattmanager, kurz Wattman, finden passionierte Tuner einige Neuerungen vor. Nun ist es möglich, die Lüfterdrehzahl anstelle eines starren Minimal- bis Maximal-Spielraums mithilfe von mehreren Datenpunkten feinkörnig anzupassen - Nutzer des MSI Afterburner fühlen sich sofort Zuhause. Außerdem haben Übertakter nun die Wahl zwischen zwei Speicher-Timing-Sets, um das Maximum aus ihrer Grafikkarte herauszuholen. Die beiden genannten Funktionen erspähten wir im Praxistest der Radeon Software Adrenalin '19 sowohl auf Vega- als auch Polaris-Grafikkarten. Je älter die installierte GCN-GPU ist, desto geringer fällt der Funktionsumfang aus. Hawaii-Chips (Radeon R9 290/390) erhalten keine neuen Funktionen gegenüber älteren Treibern, Optionen für die Lüfterkurve fehlen. Das gilt genauso für Fiji-basierte Grafikkarten (R9 Fury/Nano), welche nach wie vor keine Einstellungsmöglichkeiten für ihren High Bandwidth Memory erhalten. Wer gar noch eine GCN-1.0-GPU wie Tahiti (HD 7900, R9 280) verwendet, erspäht nach wie vor das altehrwürdige Overdrive-Menü anstelle des Wattman (siehe folgende Bilder).
[COLOR=textColor3]Update: Benchmarks mit unterschiedlichen Speicher-Timings
Wir haben mit dem GPGPU-Benchmark des Systeminfo-Tools AIDA64 überprüft, ob sich die zwei wählbaren Speicher-Timing-Sets auf die Transferrate auswirken. Zum Einsatz kommen eine Radeon RX 470 (Polaris) und eine Radeon RX Vega 64, jeweils in werkseitig übertakteter Form. Dabei gilt es zu beachten, dass der Benchmark stets leicht schwankende Ergebnisse produziert, sodass wir den jeweils besten aus drei Runs abbbilden. Ein eindeutiges Ergebnis kann weder das Timing-Set 1 noch das Timing-Set 2 für sich beanspruchen, wenngleich Letzteres zumindest eine Tendenz zu höherer Leistung zeigt. Falls Sie den Speicher Ihrer Grafikkarte durch eine Timing-Einstellung höher takten können als mit der anderen, ist das der wahre Erfolg.
Wattman: Auto Overclock & Auto Undervolt
Nutzer einer Radeon RX Vega 64/56 oder Vega Frontier Edition erhalten weitere Stellschrauben im Wattman. Direkt unter dem Verlaufsgraphen sitzen die neuen Buttons "Manuell", "Auto Undervolt GPU", "Auto Overclock GPU" und "Auto Overclock Memory". In Zeiten steigender Energiepreise und durchweg powerlimitierter Grafikkarten wirkt vor allem das Undervolting reizvoll. Tatsächlich entpuppt sich diese Option im PCGH-Praxistest als die einzig sinnvolle. Doch der Reihe nach.
Wie üblich, müssen Sie beim Betreten des Wattmanager ("Spiele" -> "Globale Einstellungen" -> "WattMan Global") zunächst eine Warnung akzeptieren, die Sie über Risiken und Nebenwirkungen des Tunings aufklärt. Schieben Sie nun den oben platzierten Regler auf "Benutzerdefiniert", um die Optionen freizugeben. Ein Klick auf besagte neue Buttons lässt eine weitere Warnung erscheinen, die Sie mit einem Klick auf "Continue" bestätigen. Nun folgt eine kurze Testphase, in der das Bild flackern oder der Treiber abstürzen kann. Das ist bei Overclocking-Tests völlig normal und trat auch bei uns mehrfach auf. Klicken Sie nun auf "Übernehmen", um den nicht explizit genannten OC-Takt zu setzen. Ein Blick in die Tools GPU-Z, MSI Afterburner oder Alternativen offenbart, was der Wattman Ihrer Grafikkarte zutraut.
Im Praxistest mit einer Sapphire Radeon RX Vega 64 Nitro+ LE ist das Auto-Undervolting der wirksamste Kniff, um den GPU-Boost und somit die Bildrate zu erhöhen. Da Vega-Chips in den meisten Fällen durch den Stromfluss limitiert werden, lohnt sich ein Senken der Spannung, ob automatisch oder manuell, besonders. Bei unserem Schnelltest erreicht die Karte im Werkszustand nach fünf Minuten Aufheizzeit einen Boost von rund 1.480 MHz (The Witcher 3, Ultra HD). Das Auto-Overclocking hat nur minimal positive Auswirkungen auf den Boost, da die Power unentwegt limitiert; die ASIC-Power von 264 Watt wird stets ausgefüllt. Das Auto-Undervolting führt nach der Aufwärmperiode hingegen zu einem Boost von rund 1.510 MHz. Das ist ein guter Anfang. Wer auf den Geschmack gekommen ist, arbeitet sich in die manuelle Optimierung ein, welche sich vor allem bei Vega-, aber auch bei Polaris-Grafikkarten anbietet. Im Internet finden sich einige Anleitungen, um das Maximum aus den aktuellen AMD-Chips zu holen. Besonders lesenswert sind die Guides des PCGHX-Mitglieds Gurdi und die Ausführungen des 3DCenter-Users dargo.
AMD gibt auf Nachfrage an, dass die Auto-Tuning-Einstellungen "very, very safe" sind, sprich: Zwar erhalten Nutzer eine One-Click-Optimierung, spürbare Unterschiede stellen sich aufgrund der Auslegung auf hohe Stabilität jedoch nicht ein.
VSR-Support für Ultrawide-Monitore
Die Downsampling-Funktionalität des Radeon-Treibers, Virtual Super Resolution, wurde bei der Adrenalin Edition 2019 auf Drängen der Nutzer verbessert: 21:9-Unterstützung stand auf Platz 2 der Wunschliste. VSR bietet nun entsprechende Multiplikatoren für LCDs mit 2.560 × 1.080 und 3.440 × 1.440 Pixeln, sodass nun bis zu 5.120 × 2.160 Pixel nutzbar sind. Wir haben's an einem LG 25UM65-P ausprobiert und abgelichtet. 5K in der Breite ist auch bei 16:9-Bildschirmen die Obergrenze, allerdings dort bei 2.880 Pixelzeilen. Apropos, an der 16:9-Unterstützung hat sich laut unserem Kenntnisstand nichts verändert.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Software Adrenalin 2019: Jetzt mit 21:9-VSR
Im Praxistest gab sich jedoch auch eine Schattenseite der neuen VSR-Implementierung zu erkennen: Wer ein exotisches LCD mit abweichendem Seitenverhältnis verwendet, 17:9 in unserem Fall, dem wurden bisher 16:9-Auflösungen angeboten - mit der RSA '19 funktioniert VSR nicht mehr. Ob es sich dabei um ein gewolltes Verhalten oder einen Bug der aktuellen Treiberversion handelt, ist Stand jetzt unklar. PCGH bleibt am Ball.
Radeon-Overlay & Performance Metrics
Vergangenes Jahr mit der Radeon Software Adrenalin Edition eingeführt wurde das On-Screen-Display namens Radeon Overlay. Dieses hört hierzulande auf den wenig schmeichelhaften Namen "Überlagerung" und wird standardmäßig mit der Tastenkombination Alt+R ein- und wieder ausgeblendet. Alle neuen Funktionen, darunter das automatische Overclocking und Undervolting sowie die Timing-Tweaks, lässt sich nun auch on-the-fly im Radeon Overlay abrufen.
Davon unabhängig sind die sogenannten Performance Metrics, zu Deutsch "Performance-Überwachung". Ende 2017 eingeführt, war dieses eigenständige OSD zur Anzeige von Taktraten & Co. aus Sicht echter Geeks nett gemeint, aber noch etwas beschränkt. Damit ist nun Schluss, die Radeon-Nutzer haben im Laufe des Jahres abgestimmt und somit Verbesserungen dieses Overlays herbeigeführt: Nun lässt sich die Größe der Performance Metrics auf bis zu 200 Prozent skalieren, deren Farbe, Transparenz und Zeilenzahl ändern und auch die Position mithilfe von X- und Y-Koordinaten verändern. Sie wollten den Takt schon immer in der Mitte des Bildschirms haben und in Magenta erstrahlen lassen? Kein Problem! Die Performance-Überwachung kann entweder im Radeon Overlay oder mithilfe der Tastenkombination Strg+Shift+O aktivieren.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Overlay und Performance Metrics

@Gurdi: Jupp. Da mein PC in meinem Schlafzimmer steht kann ich extra Lüfter nicht brauchen. Ich werde wohl erst mit 19.2 oder so auf den neuen Adrenalin upgraden.
Hab jetzt das Menü von November und den aktuellen Displaytreiber
Gruß
Gibts da inzwischen einen Workaround dafür den ich nicht Gelesen habe?
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