Klischees gekontert: WoW Cataclysm mit maximaler Grafik - Grafiktuning, DX11-Turbo, Downsampling

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Mehr als 11 Millionen Abonnenten können nicht irren: World of Warcraft ist das erfolgreichste MMORPG unserer Zeit. So groß die Faszination auch ist, viele Spieler wünschen sich eine bessere Grafik. PC Games Hardware gibt Tuning-Tipps.

World of Warcraft hat schon einige Zeit auf dem Buckel: Seit dem US-Debüt Ende 2004 hat sich die Spielegrafik deutlich weiterentwickelt und die Hardware ist um mehrere Faktoren schneller geworden. Das erkannte auch der Entwickler Blizzard und verbesserte sowohl das technische Grundgerüst als auch den Grafik-Content stetig. Mit dem dritten WoW-Addon, Cataclysm, hielten deutliche Verbesserungen Einzug: Das Spiel ist mittlerweile DX11-fähig und bietet eine Handvoll neuer Grafikeffekte. Was Sie alles tun sollten, um die Grafik in bestmöglicher Qualität darzustellen und dabei sogar die Bildrate zu steigern, verrät dieser Artikel. In der Bildergalerie finden Sie passend dazu zahlreiche WoW-Impressionen in Maximalqualität vor.

Vorweg: Da es sich bei WoW um ein MMO-Game handelt, das auch kompetitiv gespielt werden kann, sind externe Tools, die sich in das Spiel einklinken, problematisch. Auch Textur- oder andere Grafikmods existieren nicht. Jeder Spieler startet so unter denselben Voraussetzungen.

Bildergalerie

WoW Cataclysm: DX11 ist offiziell verfügbar Quelle: PC Games Hardware WoW Cataclysm: DX11 ist offiziell verfügbar
WoW Cataclysm Grafiktuning: der DX11-Pfad
Wenn Sie sowohl ein DX11-fähiges Betriebssystem (Windows 7 & Vista) als auch eine DX11-Grafikkarte (Geforce 400+, Radeon HD 5000+) besitzen, dürfen Sie den DirectX-11-Modus aktivieren. Seit der Spielversion 4.1 vom April 2011 ist der neue Renderpfad offiziell im erweiterten Grafikmenü verfügbar (siehe Bild). Doch kann eine ursprünglich auf DirectX 8 ausgelegte Engine überhaupt von DirectX 11 profitieren? Sie kann es. Allerdings ist die DX11-Grafik nicht besser als das DX9-Bild, es kommen keine zusätzlichen Effekte zum Einsatz. Folglich kann DirectX 11 nur der Beschleunigung dienen – und das lohnt sich eindeutig:

DX9 vs. DX11

In Full-HD mit 4x MSAA/16:1 AF steigt die durchschnittliche Bildrate dank DX11 um bis zu 46 Prozent – zumindest auf einer Geforce GTX 580. Die Radeon HD 6970 legt über alle Tests hinweg nicht im gleichen Maße zu, kann jedoch um bis zu 36 Prozent mehr Fps berechnen. Kurz: DirectX 11 ist – zumindest in dieser WoW-Welt und auf unserem Testsystem – immer schneller als DX9.

WoW Cataclysm Grafiktuning: die Fluid-Effekte
Wer World of Warcraft schon einige Jahre spielt, hat die optische Evolution live miterlebt. WoW stellt heute eine deutlich bessere Grafik zur Schau als zum Start – egal ob Sie in DirectX 9 oder DirectX 11 unterwegs sind. Der aktuelle WoW-Renderer beherrscht nicht nur erweitertes Pixelshading zur Darstellung hübscher Wasser- und Lava-Effekte, sondern auch sogenannte Sun Shafts, welche die Beleuchtung aufwerten. Die Neuerungen gelten für ganz Azeroth von den "Classic"- bis zu den Cataclysm-Gebieten. Die höchste Wasser-Detailstufe bietet nun einen Transparenzeffekt, Reflexionen der Umgebung sowie einen plastischen Wellengang, wenn Charaktere hindurchgleiten. Das Ergebnis wirkt zuweilen schlichter als das Multitextur-Nass zuvor, ist jedoch realistischer und dynamischer:

Sie möchten das alte Wasser zurückhaben? Kein Problem: Setzen Sie das "Flüssigkeitsdetail" in den WoW-Grafikoptionen auf "Niedrig", kehrt das Multitextur-Nass vergangener Tage zurück.

WoW Cataclysm Grafiktuning: die Anti-Aliasing-Keule
Sie haben den DirectX-11-Modus und alle Details aktiviert? Das Spiel läuft nun besser als zuvor? Dann taxieren Sie Ihre Grafikkarte am besten mit erweiterten AA-Modi. Im Grafikmenü bietet WoW bis zu 8x MSAA an. Wollen Sie eine einen höheren Modus nutzen, müssen Sie den aktiven per Grafiktreiber erweitern.

Als Radeon-Besitzer bietet es sich an, im Catalyst Control Center (CCC) einen besseren Downfilter (CFAA) einzuschalten: Narrow-tent, Wide-tent und Edge-detect stehen auf einer Radeon HD 5000 zur Wahl, auf einer HD 6000 nur letzterer. Während die ersten beiden Modi eine Vollbildglättung durchführen und dabei zu leichter (narrow) bis starker (wide) Unschärfe führen, weicht Edge-Detect-CFAA nur die Kanten auf, sodass diese bestens geglättet werden. Besitzer einer Radeon HD 6900 dürfen darüber hinaus die EQAA-Modi aktivieren. Da diese in WoW zu Artefakten ("ausgefranste" Kanten) neigen, raten wir jedoch davon ab. Stattdessen empfehlen wir die Nutzung von Supersampling-AA, das Sie im CCC einschalten. Ist die Option aktiv, wird das in WoW eingestellte AA zu Supersampling aufgewertet. Dieses Verfahren bietet die beste, aber auch rechenintensivste Bildbearbeitung, funktioniert auf Radeon-Karten aber nur unter DX9. Die Downfilter (CFAA) lassen sich auch unter DX11 nutzen.

Als Geforce-Besitzer stehen Sie vor weiteren Möglichkeiten. Auch hier dürfen Sie per Treiber die spieleigene Bildglättung erweitern, etwa zu 16xQ CSAA oder gar 32x CSAA (nur Geforce 400 und neuer). Dadurch wird die Kantenglättung verbessert, Texturen und weitere Bildteile profitieren aber nicht. Nutzer des Tools Nvidia Inspector dürfen inoffizielle AA-Modi einschalten, etwa die Hybriden 16xS oder 32xS. Diese Modi kombinieren Anteile von Multi- und Supersampling, sodass auch Texturen, Pixelshader & Co. bearbeitet werden (mit automatischer Anpassung der Detailstufe, LOD). Die hübschen, allerdings sehr anspruchsvollen xS-Modi funktionieren nur unter DX9.

Im Gegensatz zu Radeon-Karten beherrschen Geforces auch unter DX11 Supersampling-AA – allerdings nur inoffiziell. Dieses aktivieren Sie entweder per Nvidia Inspector oder etwas einsteigerfreundlicher per Geforce SSAA Tool. In jedem Fall ist es nötig, dass sie zunächst im Treiber oder innerhalb WoWs einen AA-Modus einschalten. Anschließend lässt sich dieser per Tool zu Supersampling (SGSSAA) aufwerten. Die Kombinationsmöglichkeiten sind vielfältig, Sie dürfen auch 8x MSAA nur mit 4x SGSSAA aufmöbeln und die verbliebenen vier Multisamples zur reinen Polygonglättung nutzen – das spart viel Rechenzeit.

Ist Ihrer Grafikkarte immer noch langweilig, können Sie die xS-Hybridmodi mithilfe von SGSSAA zur ultimativem Bildglättung vereinen. 32xS mit zusätzlich forciertem 8x SGSSAA entspricht 32x Supersampling – dem 32-fachen Rechenaufwand pro Bildpunkt! Damit bleibt WoW in jeder Lage glatt und flimmerfrei, unterhalb einer Geforce GTX 580 kommt jedoch kein Spaß auf. Beachten Sie, dass auch diese Kombination wegen des xS-Anteils nur unter DX9 funktioniert. Unter DX11 ist 8x SGSSAA (bzw. 32x CSAA mit 8x SGSSAA) die Obergrenze. Beachten Sie die filigranen Blattdetails des xS-Hybriden:

WoW Cataclysm Grafiktuning: Downsampling
Downsampling: Bessere Grafik in jedem Spiel funktioniert natürlich auch in World of Warcraft, setzt aber nach wie vor eine Geforce-Grafikkarte voraus. Spielen Sie WoW in 3.840 x 2.160 auf einem Full-HD-Monitor, wird die Grafik viermal so genau berechnet (4x Supersampling), was in Kombination mit dem Standard-AA ein sehr hübsches Bild ergibt. Downsampling erzeugt denselben Effekt, welchen Sie durch einen xS-Hybridmodus erzielen – allerdings ganz ohne Unschärfe. Nutzer eines aktuellen Geforce-Treibers (270+) dürfen die Eigenbau-Auflösungen auch unter DirectX 11 anwählen.

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