Reise zum Mond: Warum ein japanischer Milliardär absagen musste

Eigentlich wollte Yusaku Maezawa im Rahmen der Mission "Dear Moon" im SpaceX Starship zusammen mit acht anderen Personen zum Mond reisen. Jetzt zog sich der japanische Milliardär allerdings aus dem 2018 angekündigten Projekt zurück - aber nicht, ohne seinen Schritt zu begründen.

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Reise zum Mond: Warum ein japanischer Milliardär absagen musste
Quelle: Erzeugt mit DALL-E 3

Yusaku Maezawa war der finanzielle Unterstützer der "Dear Moon"-Mission, die im September 2018 von ihm und Elon Musk zusammen am SpaceX-Standort im kalifornischen Hawthorn angekündigt wurde. Dabei handelte es sich um den ersten kommerziellen Einsatz der Starship-Rakete. Mit welchem Betrag der Japaner das Projekt finanzierte, wurde nie bekannt gegeben, Schätzungen belaufen sich aber auf einige hundert Millionen US-Dollar. Meazawa wählte zu einem späteren Zeitpunkt acht Personen wie den Musikproduzenten und DJ Steve Aoki sowie zwei Ersatzmitglieder aus, die ihm bei dem Flug zum Mond begleiten sollten.

Verzögerungen und geänderte Prioritäten bei SpaceX

Der ursprüngliche Zeitplan sah vor, dass "Dear Moon" 2023 gestartet wäre: Geplant war eine sechstägige Reise, die zum Mond und anschließend wieder zurück zur Erde geführt hätte. Der Mond wäre dabei im Rahmen eines Vorbeiflugs besucht worden; eine Landung, das Betreten der Oberfläche wie 1969 mit der Apollo-11-Mondlandefähre oder gar das Befahren wie ab 1971 bei Apollo 15, 16 und 17 mit dem Lunar Roving Vehicle stand nicht auf dem Programm. Trotzdem verzögerte sich das Vorhaben: SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell gab im März 2023 bekannt, dass sich Starship erst in mindestens 100 Flügen bewähren solle und ein erster bemannter Flug frühestens 2025 möglich sei. Diesen bemannten Erstflug buchte allerdings der US-amerikanische Unternehmer Jared Isaacman, sodass Dear Moon sich noch weiter verzögert hatte. In der Zwischenzeit, nämlich 2021, nahm Maezawa bereits die Möglichkeit wahr, mit einer russischen Soyuz eine 12-tägige Reise zur ISS zu unternehmen.

Maezawa äußerte sich kurz nach dem vor wenigen Tagen verkündetem Ende von "Dear Moon" auf X:

"Es ist ein Entwicklungsprojekt. Also ist es, was es ist, aber es ist immer noch ungewiss, wann Starship starten kann. Ich kann meine Zukunft in dieser Situation nicht planen und ich fühle mich schrecklich, wenn ich die Crewmitglieder länger warten lasse; daher die schwierige Entscheidung, zu diesem Zeitpunkt abzusagen."

Neben den jahrelangen Verzögerungen und der Ungewissheit für ihn und die anderen Besatzungsmitglieder dürften aber auch noch andere Aspekte eine Rolle gespielt haben, wie Ars Technica berichtet. Einerseits wird geschätzt, dass der Japaner 2018 noch über ein Vermögen von 3 Milliarden US-Dollar verfügt haben soll, das inzwischen aber auf die Hälfte zusammengeschrumpft sei. Im April 2021 wurde SpaceX Starship außerdem von der NASA als Mondlander für das Artemis-Programm ausgewählt und stellt für diesen Zweck 2,9 Milliarden US-Dollar bereit. Seitdem sei bei SpaceX an Dear Moon nur noch mit verringerter Priorität gearbeitet worden; im Fokus hätten das Aussetzen von Starlink-Satelliten und das gleichzeitige Erproben von Technologien gestanden, die für die NASA Mond-Mission benötigt werden. Dadurch hätte sich Dear Moon wohl bis in die 2030er Jahre verzögert.

Hintergrund: SpaceX Starship

Starship bezeichnet sowohl das Großraketenprojekt von SpaceX als auch die obere Stufe der Rakete, welche zugleich als Raumschiff dienen soll. Im Gegensatz etwa zur legendären Saturn-5-Rakete soll das für bis zu 150 Tonnen geeignete Trägersystem vollständig geeignete Trägersystem vollständig wiederverwendbar und dadurch kostengünstig sein. Das 2002 von Elon Musk gegründete Unternehmen plant, mit Starship nicht nur bemannte Missionen zum Mond, sondern auch zum bisher nicht von Menschen besuchten Mars zu ermöglichen.

Haben Sie Verständis für die Absage von Maezawa oder bedauern Sie das Ende von Dear Moon? Halten Sie die genannten Gründe für glaubwürdig und wie sehen Sie die Rolle von SpaceX? Nutzen Sie die Kommentarfunktion und teilen Sie uns Ihre Meinung mit. Zum Kommentieren müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie noch keinen Account haben, könnten Sie über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln.

Quellen: Arstechnica.com, wikipedia.de

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    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Zanza Software-Overclocker(in)
        Zitat von Aeshma-Deva
        Nennt mich ruhig verrückt, aber ich kann nicht glauben, dass wir, über 50 Jahre nach dem ersten Mondbesuch, noch immer keine besseren Techologien zur Raumfahrt entwickelt haben sollen.
        Und warum war das in den 60er-Jahren für die USA sehr wichtig?

        Weil die Russen ( die bösen Sowjets, Kommunisten ) die Ersten waren, mit dem Sputnik und der erste Hund und Mensch waren auch die Russen. Da haben in den USA gewisse Menschen noch heute Albträume. Der Mond war auch da und für die USA ab da Priorität Nummer eins. Heute gibt es so viele Verschwörungstheorien um die Mondlandung, komisch nur, dass es keine Verschwörungstheorien gibt über den ersten Sputnik oder Menschen im All.

        Heute liegen die Prioritäten, woanders ein Superkleber, der Menschen fest an die Straße klebt, viel wichtiger.
      • Von Zanza Software-Overclocker(in)
        Zitat von Aeshma-Deva
        Nennt mich ruhig verrückt, aber ich kann nicht glauben, dass wir, über 50 Jahre nach dem ersten Mondbesuch, noch immer keine besseren Techologien zur Raumfahrt entwickelt haben sollen.
        Und warum war das in den 60er-Jahren für die USA sehr wichtig?

        Weil die Russen ( die bösen Sowjets, Kommunisten ) die Ersten waren, mit dem Sputnik und der erste Hund und Mensch waren auch die Russen. Da haben in den USA gewisse Menschen noch heute Albträume. Der Mond war auch da und für die USA ab da Priorität Nummer eins. Heute gibt es so viele Verschwörungstheorien um die Mondlandung, komisch nur, dass es keine Verschwörungstheorien gibt über den ersten Sputnik oder Menschen im All.

        Heute liegen die Prioritäten, woanders ein Superkleber, der Menschen fest an die Straße klebt, viel wichtiger.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von Aeshma-Deva
        Mit Raketenantrieb zum Mond fliegen klingt irgendwie antiquiert. Soeinem Teil würde ich nichteinmal in die Stratosphäre vertrauen
        Es gibt halt keinen anderen Antrieb um die Fluchtgeschwindigkeit zu erreichen.
      • Von DevouringKing Software-Overclocker(in)
        Zitat von Aeshma-Deva
        Nennt mich ruhig verrückt
        Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ich glaube deiner Psyche geht es evtl nicht so Optimal.
      • Von Aeshma-Deva Freizeitschrauber(in)
        Mit Raketenantrieb zum Mond fliegen klingt irgendwie antiquiert. Soeinem Teil würde ich nichteinmal in die Stratosphäre vertrauen.

        Nennt mich ruhig verrückt, aber ich kann nicht glauben, dass wir, über 50 Jahre nach dem ersten Mondbesuch, noch immer keine besseren Techologien zur Raumfahrt entwickelt haben sollen.

        In gewissen technologischen Bereichen sind wir praktisch auf der Stelle getreten.

        Anfang 1900 gab es schon E-Autos und plötzlich waren sie weg. Auch, dass wir noch immer mit Verbrennungsmotoren und Öl, Gas, Kohle unterwegs sind, finde ich suspekt.

        Die hässlichen Windräder, welche das Land verschandeln, sind das Schlimmste und zudem überhaupt nicht umweltfreundlich (benötigen zuviel Land, verschandeln die Landschaft, verschwenden Farmland und Wälder werden deshalb gerodet, werden mit Giftstoffen gebaut und können nicht wiederverwertet werden, weshalb sie auf Müllhalden landen), benötigen hunderte Liter Öl pro Jahr (zum Schmieren) und sind ineffektiv was die Stromproduktion anbelangt. Die müssen bei zu starkem Wind sogar abgeschaltet werden. Was für ein Witz! Die Solarpanele haben sich kaum verbessert. Irgendwie schwer zu glauben.

        Man las in den letzten 30 Jahren dauernd von neuen Erfindungen Strom zu produzieren (z. B. Fenster, Autolacke welche Strom produzieren), bessere Batterien, welche viel länger halten und keine seltenen Erden benötigen uvm. und nach diesen Ankündigungen wurde es jedesmal wieder ruhig. So als ob man zuerst den Planeten ausbeuten möchte, bevor man die neuen Technologien endlich einsetzt.

        In den 60ern sprach man noch von fliegenden Auto's am Anfang des 21. Jahrhunderts. Totenstille!
      • Von Zanza Software-Overclocker(in)
        Oder die geheime Order aus Area 51 hatte Elon Musk vor die Wahl gestellt. Entweder das Mond Programm aufgeben oder es könnte passieren, dass sein Privatjet, wenn er mal mitfliegt, plötzlich vom Radar verschwinden.
      Direkt zum Diskussionsende
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