Ab 1.7.: Strom ohne EEG-Abgabe, Netflix & Co. müssen Kündigungsbutton anbieten

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Smarter Stromzähler
Quelle: Bundesnetzagentur

Ab 1. Juli gibt es keine EEG-Abgabe mehr auf den Strom, doch die Auswirkungen werden Verbraucher erst später bemerken. Zudem muss es bei Abo-Anbietern einen Kündigungsbutton geben.

Bislang war die Abschaffung der EEG-Umlage erst zum Jahr 2023 geplant, im Februar hatte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) erklärt, das Ende vorzuziehen. So entfällt die bisherige Gebühr in Höhe von 4,43 Cent pro Kilowattstunde ab dem 1.7. Wie die Verbraucherzentrale NRW zu bedenken gibt, wirkt sich der Wegfall der EEG-Umlage aber nicht sofort auf die Stromrechnung aus. Erst bei der Jahresrechnung müssen die Stromanbieter die Absenkung an jeden Haushalt weitergeben. Die Preissenkung muss in vollem Umfang an die Endverbraucher weitergegeben werden.

Kündigungsbutton bei Netflix & Co.

Falls man keine Zwischenablesung von den Zählerständen durchführt, wird der Zählerstand in der Jahresrechnung geschätzt. Wer etwa mit Strom heizt oder eine Wärmepumpe verbaut hat, dem empfiehlt die Verbraucherzentrale die Zwischenablesung, da sich der Stromverbrauch durch die Heizperioden ungleichmäßig gestaltet. Folglich sei es ratsam, den Zählerzwischenstand am 30.6 abzulesen und den Wert dem Stromanbieter schriftlich mitzuteilen. Über neue Strompreise infolge der Abschaffung der EEG-Umlage müssen Energieversorger den Kunden nicht explizit informieren. In der Jahresstromrechnung muss es jedoch einen Posten geben, der aufzeigt, um wie viel Euro die Stromrechnung durch den Entfall der EEG-Umlage niedriger ausfällt. Folglich wird wohl der Betrieb von Gaming-PCs, Monitoren, TVs & Co. günstiger. Zur Überwachung des eigenen Stromverbrauchs gibt es etwa bei Amazon einige hilfreiche Gadgets.

Neben dem Entfall der EEG-Umlage, müssen Anbieter von Laufzeitverträgen einen Button zum Kündigen des Kontrakts auf Webseiten anzeigen. Wenn ein Vertrag über die Webseite abschließbar ist, muss sich der Kontrakt auch dort über einen sogenannten Kündigungsbutton wieder beenden lassen. Ein solcher Button wird ab 1. Juli zur Pflicht, etwa bei Streamingdiensten wie Netflix. Auf der Schaltfläche muss "Verträge hier kündigen" oder eine entsprechend eindeutige Formulierung stehen. Mit dem Kündigungsknopf lassen sich auch Verträge beenden, die vor dem 1.7. geschlossen wurden. Webseiten, die Verträge zu Finanzdienstleistungen anbieten, benötigen keinen Kündigungsbutton. Alle Verträge, die per gesetzlicher Vorgabe schriftlich gekündigt werden müssen, sind ebenfalls von der Pflicht eines Kündigungsbuttons ausgenommen, hierzu zählen etwa Miet- oder Arbeitsverträge. Jede Webseite mit einem Kündigungsbutton muss unmittelbar auf elektronischem Weg den Eingang der Kündigung bestätigen. Wer möchte, kann auch weiterhin auf schriftlichem Weg per Brief oder per E-Mail einen Vertrag kündigen. Zudem gilt inzwischen eine Kündigungsfrist von einem Monat, außer bei Versicherungsverträgen.

Ebenfalls lesenswert: Keine EEG-Umlage: Strompreis soll ab Juli sinken

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Sammlung zur Abschaffung der EEG-Umlage und zum Kündigungsbutton:

  • Ab 1. Juli entfällt in Deutschland die EEG-Umlage in Höhe von 4,43 Cent pro Kilowattstunde. Jeder Stromanbieter muss die Preissenkung an die Kunden in vollem Umfang weitergeben.
  • Allerdings wird die Preissenkung erst bei der Jahresabrechnung ersichtlich.
  • Zudem müssen alle Online-Anbieter von Laufzeitverträgen einen Kündigungsbutton auf ihrer Webseite anzeigen, mit dem Kunden direkt den Vertrag beenden können.
  • Eine Ausnahme sind Verträge zu Finanzdienstleistungen sowie alle Verträge, die per Gesetz schriftlich gekündigt werden müssen, wie etwa Arbeitsverträge.

Quellen: Verbraucherzentrale (1), Verbraucherzentrale (2)

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    • Kommentare (28)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gordon-1979 Volt-Modder(in)
        Jo und das zeigt die Unfähigkeit, was dagegen zu machen:
        Deutschland verliert auch sein letztes Rotorblatt-Werk
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Einfach nur traurig und unfähig die Regierung.
      • Von Gordon-1979 Volt-Modder(in)
        Jo und das zeigt die Unfähigkeit, was dagegen zu machen:
        Deutschland verliert auch sein letztes Rotorblatt-Werk
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Einfach nur traurig und unfähig die Regierung.
      • Von MADman_One Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Gordon-1979
        @[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] wenn es weiter so geht und es keine Änderung auf der Weld gibt, dann über 40 Cent die KWh.
        Yep, gerade eben gelesen was im Moment so an der Strompreisbörse abgeht. Nicht gut.
      • Von Gordon-1979 Volt-Modder(in)
        @[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ich bin bei Eprimo, die können es aber nicht billiger machen als der Netzbetreiber verlangt.
        Bei mir ist Mitnetz der Betreiber und da kann keiner den Preis senken.
        @[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] wenn es weiter so geht und es keine Änderung auf der Weld gibt, dann über 40 Cent die KWh.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Wäre der "rechtzeitige" Zeitpunkt für die Bestellung von Brennelementen nicht vor zwei bis drei Jahren gewesen?
        Nein

        Die reguläre Bestelldauer sind 3 Jahre, allerdings haben die meisten Kernkraftwerke genug Brennelemente für 3 Jahre. Man kann also durchaus Bestellungen vorziehen. Damit sind es dann 6 Monate, die das dauert, man müßte also bis zum September bestellen.

        Die Kernkraftwerke können auch mit den bisherigen zwei Monate länger laufen, danach sinkt die Leistung. Alleine dass man die paar Monate, die man so oder so nicht nutzt ist relativ dämlich. Somit würde man das willkürliche Aus vom Jahreswechsel in den April verschieben, wenn der Winter vorbei ist.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Auf alle Fälle hatten die zu Januar 23 aus dem Dienst ausscheidenen Mitarbeiter solange Zeit, sich neue Jobs zu suchen und diverse Prüfungen & -wartungen werden bis Jahresende um ein ähnliches Maß überzogen sein, was einen sicheren Weiterbetrieb selbst mit Brennstäben unmöglich macht.
        Unmöglich stimmt nicht, das hat auch der TÜV gesagt. Man kann sie weiter betreiben, das ist kein Problem, nur müßte man langsam damit anfangen.

        Wenn es danach geht, dann müßtest du auch einsehen, dass ein Umstieg auf Erneuerbare völlig unmöglich ist, da wir zu inkompetent sind (und uns die Politiker über die Kosten und Probleme belogen haben). Stattdessen wird da dann gefordert, dass man die Probleme löst.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Die Stromkonzerne haben auch klargestellt, dass sie keinen Cent aus eigener Tasche mehr in abgeschriebenen Meiler mehr investieren werden; entsprechend kostspielig wäre es als für die Stromkunden, hier noch mit viel Aufwand ein paar kWh rausquetschen zu wollen.
        Die Stromkonzerne haben über 22 Mrd € Entschädigung für den Atomausstieg erhalten. Das Geld ist längst verplant und ausgegeben. Wenn jetzt die Laufzeiten verlängert werden, dann müssen sie diese zurückzahlen. Das ist der Grund, warum die ihre Goldesel nichtmehr weiter betreiben wollen.

        Wenn der Staat auf eine Rückforderung der Entschädigung verzichten würde, dann dürften die Stromkonzerne ihre Meinung schnell ändern.

        Die Zusätzlichen Kosten, um die Kraftwerke wieder Fit zu machen, dann man ja der Allgemeinheit aufs Auge drücken, dann wird es so richtig profitabel. So wird es bei den Kohlekraftwerken gehandhabt, du glaubst doch niht, dass die Stromkonzerne das selbst bezahlen? Die haben sich den Ausstieg aus der Kohle bezahlen lassen und jetzt wieder den Weiterbetrieb und die Kosten für die CO2 Zertifikate wird wohl auch die Allgemeinheit zahlen müssen. Man sollte nicht glauben, dass das umsonst ist.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Insgesamt reden wir ohnehin nur von 4 GW, die die Atomkraftwerke nach Wiederherstellung aller Betriebsvorraussetzungen liefern könnten.
        Ach so, wir haben genug Strom?

        Na dann können wir uns die Energiewende sparen, wenn doch alles so gut ist. Ich sehe nicht ein, warum die Armen dafür blechen müssen, wenn die Kernkraftwerksgegner nichtmal in einer existenziellen Krise bereit sind, über ihren Schatten zu springen.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Ein viertes Last-Second-Umsteuern beim Atomausstieg hätte also nur geringe Auswirkungen auf den Strompreis im kommenden Jahr, selbst wenn es wider Erwarten günstig umsetzbar sein sollte.
        Wie man bei den Grafikkarten und dem Klopapier gesehen hat, kann ein Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage den Markt ordentlich durcheinander bringen. Wir reden von 6% des Strombedarfs. Ach wenn die Kernkraftwerksgegner klein reden wollen: das ist schon einiges. Darauf zu verzichten wird die Strompreise definitiv in die Höhe treiben und außerdem die CO2 Emissionen, dazu gibt es eigentlich keine zwei vernünftigen Meinungen.

        Wenn man den Weiterbetrieb der Kernkraftwerke nicht will, dann sollte man auch klar zu den Konsequenzen stehen. Diese Mischung aus Naivität und Herumgelüge hat uns in die Situation gebracht. Jürgen Tittin hat damals verkündet, dass die EEG Umlage auf 1-2 Cent steigen wird und dann der Strompreis sinken wird, da die Erneuerbaren so unglaublich billig sind. Was ist passiert? Statt bei 13 Cent (ich bin großzügig und nehme den gleichbleibenden, inflationsbereinigten Preis) sind wir heute bei über 30 Cent.

        Der Witz ist, das wird die Energiewende langfristig zu Fall bringen. Man legt nicht die Kosten und die Mühen auf den Tisch, also wird es auch nicht gemacht. Wenn man es ernst meint, dann wird man da über einen ganz anderen Strompreis reden müssen, ich tippe da auf 60 Cent pro kWh. Es müssen Stromtrassen gebaut werden, damit man den ganzen erzeugten Strom vom einen Ende des Landes an das andere transportieren kann. Der Strom muß, für den Winter, mit Wasserstoff gespeichert werden. Wirkungsgrad etwa 50%, wenn man es gut macht und sehr teuer.

        Nach Fukushima hätte man tatsächlich die Chance gehabt das durchzudrücken, wenn man alles auf den Tisch gelegt hätte, hat man aber nicht.

        Irgendwann werden wohl neue Kernkraftwerke gebaut oder es kommt noch die Kernfusion (soll ja in etwa 30 Jahre tatsächlich soweit sein).
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von MADman_One
        Ich bin neugierig, hatte es einen speziellen Grund, warum Du keinen Vertrag mit Preisgarantie gewählt hast? Ich habe immer Ökostrom Verträge mit 12 Monate Preisgarantie bisher gewählt und bin damit sehr gut gefahren, weil es schön berechenbar blieb. Letztens Jahr hatte ich dadurch noch 24 cent durchgehend und für dieses Jahr knapp 31 cent, die jetzt ohne Umlage auf 27 cent für das 2. HJ fallen. Und ich habe in den letzten 15 Jahren nur zweimal uberhaupt den Anbieter gewechelt und einmal war jetzt 2021/2022, weil es nahezu da überall einen größeren Sprung bei den Preisen machte.
        Siehst du: Bei mir hatte es eben Anfang des Jahres keinen einen Sprung gegeben und ich bin in meinem alten Vertrag geblieben. Dessen Preisgarantie ist aber schon vor vielen Jahren ausgelaufen. Du hast dich offensichtich genau zum richtigen Zeitpunkt in Bewegung gesetzt.

        Ich muss mich übrigens korrigieren: Bei den alten Rechnungen hatte ich versehntlich in die Spalte ohne Steuern geguckt.* Inklusive Mwst. waren es auch 2018 schon 28,9 Cent und letztes Jahr 31,1 Cent. 2014 übrigens 28,1 Cent. Zu Januar diesen Jahres wurde dann auf 33,1 Cent erhöht und dann folgte direkt zum 1.5. eine zweite Erhöhrung auf 36,1 Cent. Es ging also binnen 6 Monaten mehr nach oben als die gesamten 6 Jahre zuvor – wäre mir das vorher klar gewesen, hätte ich mir sicherlich mehr Gedanken über einen neuen Vertrag mit Preisgarantie gemacht.

        *: Damit ergeben sich natürlich auch andere Zahlen für den Inflationsvergleich. 29 2018er-Cents entsprachen diesen Mai 33 Cent im Norm-Einkaufskorb. Wenn mein Preis ab Juli dank entfallender EEG-Umlage wieder auf 32 Cent fällt, lande ich im Jahresmittel somit sogar bequem unter dem Strompreis, der alleine durch Inflation über die letzten vier Jahre zu erwarten gewesen wäre. Absolut betrachtet ist dann bereits der Einkommensverlust eines Haushaltsmitglieds durch z.B. die steigenden Krankenkassenbeiträge gegenüber 2019 ähnlich schwerwiegend, wie die Mehrausgaben des gesamten Haushaltes durch steigende Strompreise. Ganz zu schweigen von den Mehrkosten durch Mehrverbrauch. Als Hardwaretester im Home Office lautet die Entwicklung: 2019 – 1,8 MWh, 2020 – 2,0 MWh – 2,3 MWh. Ich zahle im Moment also für die Mehrnutzung mehr als doppelt so viel Aufpreis wie durch die Preiserhöhung.
        Auf einmal mag ich Corona und die Folgen noch weniger als zuvor, obwohl das gar nicht möglich erschien. :-<
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