Microsoft streicht bis zu 1.000 Stellen: Was wird aus Holo Lens, Halo & Co.?

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Microsoft Holo Lens
Quelle: Microsoft, Youtube

Microsoft setzt etliche Mitarbeiter vor die Tür, darunter Alex Kipman, den Vater der Kinect und der Hololens. Zudem gibt es auch eine Entlassung beim Halo-Entwicklerstudio 343 Industries.

Im Jahr 2016 brachte Microsoft die erste Generation der AR-Brille Holo Lens auf den Markt. Seit dem Jahr 2019 ist die Holo Lens 2 verfügbar, die in einem horizontalen Sichtfeld mit 52 Grad Hologramme in die reale Welt einblenden kann. Zum Preis von mindestens 3.850 Euro können Geschäftskunden und Entwickler das Augmented-Reality-Headset direkt bei Microsoft kaufen. Für 5.649 Euro gibt es seit 2021 die Industrial Edition inklusive zweijähriger Garantie und Vorabtausch im Falle eines Defekts. Beide Mixed-Reality-Headsets hat der Erfinder von Xbox Kinect, Alex Kipman, mit seinem Team entwickelt. Inzwischen ist Kipman nicht mehr bei Microsoft angestellt, wie er selbst auf Linkedin schreibt. Insgesamt 1.000 Mitarbeiter hat Microsoft im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen vor die Tür gesetzt, so ein Bericht vom Magazin Businessinsider. Microsoft wollte auf Nachfrage keine Zahlen kommentieren, bestätigt aber die Restrukturierungsmaßnahme.

Nach Kritik an Halo Infinite: Konsequenzen bei Entwickler 343 Industries

Zum Abschluss des Geschäftsjahres am 30. Juni 2022 arbeiteten weltweit 221.000 Menschen bei Microsoft. Zuvor gab es innerhalb eines Jahres 40.000 Neueinstellungen beim Windows-Unternehmen. Bereits im Juli hatte der Konzern knapp ein Prozent seiner Belegschaft entlassen. Immer wieder konnte Microsoft - teilweise - mit Rekordergebnissen überzeugen, doch die global angespannte wirtschaftliche Lage geht auch an Microsoft nicht spurlos vorbei. Infolge der weltweiten Covid-19-Pandemie, Lieferketten-Probleme und Kursschwankungen war beispielsweise das Ergebnis zum Geschäftsjahresschluss mit rund 1,2 Milliarden US-Dollar belastet. Ohne Arbeit steht nun die Chefin des Entwicklerteams 343 Industries, Bonnie Ross dar, die die Konsequenzen für die Kritik an Halo Infinite tragen muss. Schließlich beschwerten sich etliche Gamer bereits vor dem Release über die Grafik. Beim kostenlos spielbaren Online-Multiplayer-Modus kritisieren Spieler das Fortschrittssystem und die Preise im In-Game-Shop, wohingegen die Einzelspieler-Kampagne gelobt wird. Zudem hat sich KC Lemson, die Schöpferin der legendären Ninja Cat aus dem Windows Insider Programm, verabschiedet.

Meta Quest Pro und die Meta Quest 2 werden zahlreiche Microsoft-Apps bekommen. Mit dem rund 520 Euro teuren VR-Headset lassen sich dann etwa Teams-Meetings im Metaverse durchführen. Quelle: Meta Meta Quest Pro und die Meta Quest 2 werden zahlreiche Microsoft-Apps bekommen. Mit dem rund 520 Euro teuren VR-Headset lassen sich dann etwa Teams-Meetings im Metaverse durchführen.

In Sachen Holo Lens hatte Microsoft große Hoffnung, damit eine neue Ära des Computers einzuläuten, doch die Verkaufszahlen waren wohl vergleichsweise schwach. Bereits nach rund zwei Stunden ist der Akku des AR-Headsets leer und die Performance kommt nicht an z. B. einen Gaming-PC heran. Für das US-Militär entwickelt Microsoft die Spezialversion namens Holo Lens IVAS, wobei diese Holo Lens 2 robuster konstruiert ist. In den nächsten 10 Jahren sollten bis zu 100.000 Stück ausgeliefert werden. Microsoft könnte so bis zu 22 Milliarden US-Dollar einnehmen, doch die Tests in diesem Jahr verliefen schlecht, wie das amerikanische Verteidigungsministerium im Audit-Bericht erklärt hatte. Alex Kipman geriet zudem unter Druck, da ihm sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vorgeworfen wurde. Seit Sommer arbeitet sein Team daher unter der Leitung des Windows- und Surface-Chefs Panos Panay. Jüngst hatte Microsoft angekündigt, demnächst verschiedene Apps wie Office und Microsoft Teams ins Metaverse vom Facebook-Konzern Meta zu bringen. So werden Nutzer einer Meta Quest Pro oder Meta Quest 2 etwa Teams-Meetings im Metaverse abhalten können. Von Microsoft selbst soll es wohl keine Holo Lens 3 geben. Nun wäre die Bühne frei für Apple und das angeblich geplante AR-Headset, das im nächsten Jahr präsentiert werden soll.

Ebenfalls lesenswert: Holo Lens: Microsoft liefert erste MR-Headsets an US-Armee

Sammlung zur Entlassungswelle bei Microsoft:

  • Microsoft hat Restrukturierungsmaßnahmen bestätigt, ohne eine genaue Anzahl an betroffenen Mitarbeitern zu nennen. Laut Medienberichten sollen 1.000 Arbeitnehmer entlassen worden sein.
  • Offiziell bestätigt ist, dass Bonnie Ross, Chefin des Entwicklerteams 343 Industries, die Konsequenzen für die Kritik an Halo Infinite tragen muss und entlassen wurde.
  • Alex Kipman, Vater der Kinect und des AR-Headsets Microsoft Holo Lens hat das Unternehmen ebenfalls verlassen. Vorausgegangen waren Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn, sowie schlechte Testergebnisse der Holo Lens 2 beim Großauftrag des Pentagon.

Quellen: Businessinsider, Tom Warren, Linkedin, The Verge, The Economic Times, Facebook, Microsoft, U.S. Department of Defense, SEC

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von bulli007
        Früher war Microsoft dafür bekannt seine Mitarbeiter zu verheizen und viele Verträge oft nur 2 Jahre gültig, ob das heute noch so ist kann ich aber nicht mehr sagen, daher ist die Frage ob diese wirklich gekündigt worden sind oder einfach nicht verlängert oder ausgelaufen sind. Abgesehen davon hat Microsoft zuletzt 220.000 Mitarbeiter weltweit, da fallen 1000 nicht ins Gewicht vor allem wenn zeitgleich 40.000 eingestellt worden sind, war auch sicher der eine oder andere Job für die Ausgestellten verfügbar, der einen Neuen Vertrag nötig machte.
        Am ende viel Geschrei für (fast) nichts.....
      • Von bulli007
        Früher war Microsoft dafür bekannt seine Mitarbeiter zu verheizen und viele Verträge oft nur 2 Jahre gültig, ob das heute noch so ist kann ich aber nicht mehr sagen, daher ist die Frage ob diese wirklich gekündigt worden sind oder einfach nicht verlängert oder ausgelaufen sind. Abgesehen davon hat Microsoft zuletzt 220.000 Mitarbeiter weltweit, da fallen 1000 nicht ins Gewicht vor allem wenn zeitgleich 40.000 eingestellt worden sind, war auch sicher der eine oder andere Job für die Ausgestellten verfügbar, der einen Neuen Vertrag nötig machte.
        Am ende viel Geschrei für (fast) nichts.....
      • Von JuNiioR PC-Selbstbauer(in)
        Um die Entscheidungsträger bei 343 wärs wirklich nicht schade...leider aber wirds wohl auch ein paar "normale" Entwickler treffen.... Die können nichts dafür was man für einen Murks produzieren musste bei Halo Infinite...

        Glaub das war das schlechteste Halo was ich je gespielt habe ( und das ist nach Teil 4 und Guardians ein echtes Kunststück ) ...und die ganzen dämlichen Geschichten drumherum und das Gelüge kommt noch oben drauf.
      • Von soonsnookie Freizeitschrauber(in)
        Nach 40000 Neueinstellungen innerhalb eines Jahres sind 1000 Entlassungen nun wirklich nicht so schlimm wie es zunächst klingt
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