EU kippt Zollfreigrenze: Ab heute wird der China-Kleinkauf teurer [Update]
Die EU schafft die 150-Euro-Zollfreigrenze für Kleinsendungen ab. Ab 1. Juli 2026 greift zunächst ein Pauschalzoll von 3 Euro je Warenkategorie - relevant für Temu, Shein und günstige Technikimporte.
Original-Artikel vom 12.06.2026: Es kündigt sich bereits seit einigen Wochen an, aber nun wird es ernst: Wer Kleinteile, Adapter, Kabel, Zubehör oder anderes Technik-Geraffel gerne direkt aus Fernost bestellt, muss sich auf eine neue Kostenregel einstellen: Die EU schafft die bisherige Zollfreigrenze für Kleinsendungen unter 150 Euro ab. Der Rat der Europäischen Union hat die neuen Zollvorschriften am 11. Februar 2026 formell gebilligt. Ab dem 1. Juli 2026 soll zunächst ein vorläufiger Pauschalzoll von 3 Euro greifen - allerdings nicht pauschal pro Paket, sondern je darin enthaltener Warenkategorie.
Das macht Kleinstbestellungen auf Aliexpress, Shein, Temu und Co. teuer: Durch den Importzoll und die zu erwartenden Servicegebühren kann sich eine Handyhülle für unter 10 Euro im Preis schnell verdoppeln. Und wer dazu im gleichen Paket ein T-Shirt und Plastikstrohhalme ordert, muss dreimal 3 Euro kalkulieren, da die Pauschale pro Warengruppe greift.
Der Hintergrund ist der stark gestiegene Import von günstigen E-Commerce-Sendungen, die größtenteils über Onlineplattformen in die EU gelangen. Die bisherige Regelung sorgt dafür, dass Waren unterhalb eines Werts von 150 Euro zollfrei eingeführt werden können. Genau diese schwellenwertbasierte Befreiung wird abgeschafft. Laut Rat der EU sollen die neuen Regeln auf den Umstand reagieren, dass solche Pakete derzeit zollfrei in die EU gelangen und dadurch ein Wettbewerbsnachteil für EU-Verkäufer entsteht.
Der Nachteil ist beim Kunden: Durch die wegfallende Freigrenze erhöhen sich die Importkosten aus Fernost und werden bisweilen auch unattraktiv. Für die meisten Waren dürfte es auch nicht den Kauf lokaler Güter fördern, da Handyhüllen und Co. ohnehin aus Asien kommen.
3 Euro Zoll je Warenkategorie ab Juli 2026
Die Übergangsregel gilt nach aktuellem Stand vom 1. Juli 2026 bis zum 1. Juli 2028 und kann verlängert werden. Der Rat nennt einen Pauschalzoll von 3 Euro auf Waren in kleinen Paketen mit einem Wert unter 150 Euro, die direkt an Verbraucher in der EU versandt werden. Entscheidend ist dabei die Einordnung nach Zolltarif-Unterpositionen: Enthält ein Paket - wie eingangs erwähnt - mehrere unterschiedliche Warenkategorien, fällt der Betrag mehrfach an. Der Rat nennt als Beispiel zwei verschiedene Blusenarten, die wegen unterschiedlicher Zolltarif-Unterpositionen zusammen mit 6 Euro verzollt werden.
Für Technikenthusiasten trifft das vor allem auf günstigen Kleinkram zu, dessen Import direkt aus Asien über Plattformen wie Aliexpress, Shein und Temu unrentabler wird. USB-Adapter, Kabel, Lüfterzubehör, Werkzeug, Ersatzteile, Controller-Zubehör oder günstige Peripherie können unter die neue Abgabe fallen, wenn sie aus einem Drittstaat direkt in die EU versandt werden. Ob und wie stark sich Endpreise im Shop verändern, hängt von der jeweiligen Sendung, der Warenkategorie und der Abwicklung durch Plattform oder Händler ab. Das soll nach dem Willen der EU die Billigimporte reduzieren.
Zollsystem soll 2028 umgestellt werden
Die EU begründet den Schritt auch mit der Masse an Kleinsendungen: Nach Angaben der Europäischen Kommission gelangten 2024 rund 4,6 Milliarden solcher Pakete auf den EU-Markt; 91 Prozent davon stammten aus China. Die Kommission hatte zuvor von bis zu 12 Millionen niedrigwertigen Sendungen pro Tag gesprochen und Temu sowie Shein ausdrücklich als Beispiele für stark gewachsene Marktplätze genannt.
Die Pauschale ist derweil nur eine Übergangslösung. Sobald die neue EU-Zolldatenplattform einsatzbereit ist, sollen die normalen Zolltarife für alle eingeführten Waren greifen. Der Rat der EU erwartet diesen Schritt derzeit für 2028. Die Plattform ist Teil einer breiteren Reform des EU-Zollrahmens, über die Rat und Europäisches Parlament weiter beraten.
Ab heute gilt der Pauschalzoll
Update vom 01.07.2026: Ab heute gilt der Pauschalzoll von 3 Euro auf jede Warengruppe bei der Einfuhr von Kleinstbestellungen unter 150 Euro Warenwert. Wer auf Aliexpress, Shein, Temu und Co. ordert, muss die Preise neu kalkulieren. Gegenwärtig geht man davon aus, dass auch mittel- und langfristig Servicepauschalen für die nun zwingende Zollabwicklung erhoben werden. Damit wird die Einfuhr von Kleinkram deutlich unattraktiver und sie spielt europäischen Händlern in die Karten, die zwar ihre Waren oft auch aus Fernost beziehen, aber direkt als Importeur auftreten. Die EU will damit die Flut an Paketen bekämpfen, die hauptsächlich aus China kommen.
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Quelle: Rat der Europäischen Union

"Enthält ein Paket - wie eingangs erwähnt - mehrere unterschiedliche Warenkategorien, fällt der Betrag mehrfach an. Der Rat nennt als Beispiel zwei verschiedene Blusenarten, die wegen unterschiedlicher Zolltarif-Unterpositionen zusammen mit 6 Euro verzollt werden."
Im grunde weiß man als normal sterblicher also nicht was eine Warenkategorie sein soll. So wie es scheint, ist es alles mit einer anderen Artikelnummer ... Also jeder Gegenstand 3€ oben drauf.
Ich denke auch das der effekt davon nicht sein wird das mehr in der Eu gekauft wird, sondern das garnicht mehr gekauft wird. Sprich jemand hat für sein Hobby ausserhalb der EU bestellt, es ist nun aber viel zu teuer dort und in der Eu sowieso und nun wird das Hobby halt eingestellt. Den positiven Effekt den sie sich hier erhoffen zweifel ich extrem an.
Nein und es ist nicht unverschämt wenn die EU auch Deinen Arbeitsplatz sichert.
Wenn ich sehe, was die EU so alles verzapft, wundere ich mich über gar nichts mehr, vor allem nicht bei der
Bürokratie und den Firmenpleiten, aber unsere Spezies setzen dann gerne noch einen drauf...
Deiner Meinung werde ich weiterhin widersprechen.
Ich halte es im übrigen für unverschämt billige Waren zu kaufen mit dubioser Herkunft. Insbesondere was die Arbeitsbedingungen vor Ort, Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Handelspraktiken, Lieferkette betrifft.