Razer Sila Gaming Router im Test: Schicker und eleganter geht es kaum
Gaming-Router werben damit, endlich ein WLAN-Signal abliefern zu können, mit dem selbst kompetitive Matches möglich sind. Selten fügen sich "Gaming-Router" in das Design-Empfinden des Ottonormalos ein, stattdessen wirken sie eher wie der feuchte Traum eines 13-jährigen Transformerfans. Razers Gaming-Router kommt ohne MIMO-Finger, mit einem simplen und mattschwarzen Design daher. Wir haben uns den mattschwarzen Kasten in die Redaktion geholt, getestet und uns gefragt: Leisten Gaming Router, was sie versprechen?
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Razer kann man schon fast als Edel- oder Lifestylemarke im Gaming-Sektor bezeichnen, die bisher eher mit Peripherie oder Laptops auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Firma aus Kalifornien versucht mit ihrem Produktportfolio, die Ansprüche aller Gamer abzudecken, auch wenn diese casual auf dem Smartphone spielen. Mit dem jetzt erschienenen Gaming-Router Razer Sila bringt der Peripheriehersteller ein Nachfolgeprodukt des Mesh-Routers Portal auf den Markt, der über mehr Funktionen verfügt und damit die Spielerfahrung perfektionieren soll. Razer FasTrack, Multi-Channel ZeroWait DFS und noch weitere toll klingende Buzzwords sollen den Router der spielenden Käuferschaft schmackhaft machen. Damit begibt sich die Lifestylemarke aus Kalifornien in noch relativ unbekanntes Terrain und muss sich gegen die alteingesessenen Platzhirsche wie Netgear oder Linksys und deren technische Expertise im Bereich der Telekommunikation durchsetzen.
Razer Sila Gaming Router im Test: Technische Spezifikationen
Der Router wird in einer grünen Box ausgeliefert, in der neben dem Router und einem Netzteil noch ein circa ein Meter langes LAN-Kabel zu finden ist. Die persönliche Widmung, die man von anderen Razer-Produkten kennt, darf natürlich auch nicht fehlen. Im Gegensatz zu den Gaming-Router-Lösungen anderer Hersteller sind die neun Antennen im Inneren des viereckigen mattschwarzen Kastens untergebracht, die laut Hersteller eine Fläche von bis zu 280 m² abdecken soll. Über eine Mesh-Funktion können noch zwei weitere Sila-Router angeschlossen werden, sodass sich dadurch der Wirkungsbereich des eigenen WLANs verdreifacht. Durch das Router-untypische Design wirkt das Produkt simpel, elegant und weniger aufdringlich als beispielsweise Konkurrenzprodukte von Netgear oder Asus. Nichtsdestotrotz handelt es sich beim Razer Sila um einen Tri-Band-Router mit einer AC3000-Zertifizierung, der über ein 2,4-GHz-Band mit einem Datendurchsatz von maximal 400 Mbps und zwei 5-GHz-Bänder mit je 1.733 und 855 Mbps theoretischem Throughput besitzt. Der Router verfügt über den IEEE-Standard 802.11 a/b/g/n/ac und sollte deshalb mit jedem aktuellen Gerät kommunizieren können. Dabei werden die Antennen wie folgt aufgeteilt: 2×2 2,4GHz, 2×2 5GHz-Low-Band und 4×4 5GHz-High-Band.
Quelle: PC Games Hardware
Gaming-Router Razer SIla im Test: Dynamische Frequenzauswahl
Kabelgebundene Geräte können Sie über einen der drei Gigabit-LAN-Ports anschließen, Internet muss über den WAN-Port verbunden werden, da dieser Router über kein Modem verfügt. Daneben gibt es noch einen USB-2.0- und einen USB-3.0-Anschluss (FTP- und Samba-kompatibel), mit denen Sie Netzwerklaufwerke kinderleicht im eigenen WLAN verfügbar machen. Daneben können Sie mit dem Razer Sila Multi-User-MIMO Datenströme auf mehrere Geräte verteilen, haben eine Quality-of-Service-Funktion, mit der Sie den Gaming-relevanten Datenverkehr priorisieren können und der Router kann über das Multi-Channel ZeroWait DFS auf Frequenzen zugreifen, die sonst nicht für WLAN-Signale reserviert sind und deshalb von nachbarlichen Interferenzen frei sein sollten. Um so viel Datentransfer adäquat steuern zu können, kommt im Router ein Quad-Core Qualcomm IPQ 4019 mit 717 MHz zum Einsatz, der von 4 GB Flashspeicher und 512 MB RAM unterstützt wird.
Razer Sila Gaming Router im Test: Die Throughput-Analyse
Die Throughput-Analyse ist immer so eine Sache, da fremde Netze in das eigene Netzwerk funken und so die Übertragung stören. Hinzu kommen physische Hindernisse wie Wände oder Decken, aber auch die Nutzung einer Mikrowelle in der näheren Umgebung strahlt im Gigahertz-Bereich und kann so die Übertragung stören. Aus diesem Grund wurden zwei Router (Netgear XR500 Gaming Router und Telekom Speedport W724B) als Vergleichswert mitgemessen: Hierfür lag also das gleiche Netz, der gleiche Ort und die gleiche Zeit vor. Erfolgt sind diese Messungen mit Iperf, einem Programm, welches einen Datenstrom zwischen einem Server und einem Client erzeugen und messen kann. Anhand dieser Datenströme kann dann der praktische Datendurchsatz für das jeweilige Netzwerk beziehungsweise die Umgebung, in der sich das Netz befindet, ermittelt werden. Gemessen wurde in einem Heimnetzwerk im Innenstadtbereich mit jeweils fünf separaten Messungen mit einem Abstand von 10 cm, 100 cm und 1.000 cm zum Router für die TCP- und UDP-Datenströme; zudem befanden sich bei der letzten Messiteration noch zwei massive Wände zwischen dem Razer Sila und dem Client-System.
Die Datendurchsatzanalyse für das 2,4-GHz-Band zeigt, dass die Gaming-Router von Netgear und Razer die TCP-Datenströme deutlich besser handhaben können als der vom Provider gestellte WLAN-Router Speedport W724B beziehungsweise, dass die Funkverbindung von Haus aus besser ist. Ist der Vorsprung zwischen zehn Zentimetern und einem Meter noch marginal, zeigt der Razer Sila bei einem Abstand von zehn Metern eine 30-prozentige bessere Performance als Netgears Gaming-Router und knapp 80 Prozent mehr Durchsatz im Vergleich zum vom Provider bereitgestellten Router. Beim Test mit UDP-Datenströmen, die beispielsweise für DNS oder SNMP verwendet werden, sind Netgear und Razer nahezu gleich auf, wobei der XR500 von Netgear bei einem Meter Abstand ungefähr zehn Prozent bessere Ergebnisse erzielt, die erst bei einer Distanz von zehn Metern durch den Razer Sila mit circa 25 Prozent übertroffen werden kann.
Quelle: PC Games Hardware
Gaming-Router Razer SIla im Test: Relativer Throughput im 2,4-GHz-Band (TCP)
Quelle: PC Games Hardware
Gaming-Router Razer SIla im Test: Relativer Throughput im 2,4-GHz-Band (UDP)
Da das 2,4-GHz-Band mittlerweile recht stark von Routern und anderen Sende- und Empfangsgeräten besetzt ist, sollte man heutzutage mindestens auf Dual-Band setzen. Der Razer Sila verfügt sogar über ein Tri-Band, wobei neben dem 2,4-GHz-Funkbereich noch zwei 5-GHz-Bänder hinzukommen. Dank des zusätzlichen Funkmoduls wird nicht nur die WLAN-Bandbreite erhöht, sondern Sie können effektiv das Multiuser-MIMO nutzen und Geräte auf unterschiedliche Funknetze verteilen. MU-MIMO ist schön und gut, funktioniert aber nur so wie es soll, wenn die Empfangsgeräte auch über solch ein Modul verfügen. Da dies nicht immer der Fall ist und ohne Multiuser-Funktion pro WLAN-Modul nur mit einem Client kommuniziert werden kann, muss der Router trotz MU-MIMO zwischen den Geräten umherschalten. Dank des Tri-Bands können Sie aber beim Razer Sila solch alten IEEE-Standards in einem eigenen WLAN parken, sodass ihre modernen Geräte mit MU-MIMO nicht in der Übertragung behindert werden.
Nun aber zu den Ergebnissen der Throughput-Analyse für das 5-GHz-Band. In unmittelbarer Nähe des Clients zum Razer Sila zeigt sich ein deutlich geringerer Datendurchsatz, verglichen mit dem Speedport oder Netgear XR500. Hier liegt der Speedport der Telekom erstaunlich weit vorne mit 321,20 Mbits, gefolgt vom XR500 mit 292,73 Mbits und zu guter Letzt der Sila mit 107,21 Mbits im TCP-Datenstrom. Bei einem Meter Abstand zeigt der Sila dagegen mit 340,95 Mbits das beste Ergebnis und wird erst wieder bei einer Distanz von zehn Metern vom XR500 mit 69 Prozent mehr Durchsatz als der Sila getoppt. Der UDP-Throughput zeigt ein ähnliches Bild, in unmittelbarer Nähe bleibt der Durchsatz bei circa einem Drittel, ist auf einem Meter Entfernung am besten und bei zehn Meter im Mittelfeld.
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Gaming-Router Razer SIla im Test: Relativer Throughput im 5-GHz-Band (TCP)
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Gaming-Router Razer SIla im Test: Relativer Throughput im 5-GHz-Band (UDP)
Razer Sila Gaming Router im Test: Quality of Service
Tri-Band-Router bieten in der Regel eine Bandsteuerung an, so auch der Razer Sila, bei dem sich das Multi-Channel Zerowait DFS nennt. Razer arbeitet hier mit Ignition Design Labs zusammen, die sich auf Netzwerktechnologie spezialisiert und die erwähnte DFS-Bandsteuerung entwickelt haben. Normalerweise ist es in Deutschland so, dass WLAN-Signale auf den Kanälen 36 bis 48 sowie auf 149 bis 165 aufgebaut werden, der Frequenzbereich dazwischen (52-144) ist vornehmlich für Wetterradarsysteme gedacht. Der Razer Sila kann sich nun auf diese DFS-Kanäle einloggen und dort ungestört das Signal senden - ideal für Ballungszentren. Sollte nun ein fremder Sender in dem beschränkten Frequenzbereich erkannt werden, muss der Router den Kanal wechseln. Durch die Technologie von Ignition Design Labs wird dem Nutzer ein zusätzliches Stück Kanalbreite von 320 MHz bereitgestellt. Das "Channel-Hopping" wird dabei blitzschnell durchgeführt: Gerade mal unter 200 ms benötigt der Router, um im Falle eines Falles den Kanal zu wechseln. Damit sollen Sie - zumindest in der Theorie - einen Vorteil gegenüber Routern haben, die keinen Wechsel durchführen und in den überfüllten Frequenzbereichen sind.
Bei Razers Fastrack (Eigenschreibweise FasTrack) lässt sich der Datenverkehr genauso priorisieren, wie bei anderen Gaming-Lösungen. Diese SDN-Lösung (software defined networking) ist in der Lage, die Datenpakete zu untersuchen und, sofern es sich um Gaming-Inhalt handelt, zu priorisieren. Nativ hat bei einem Gaming-Router natürlich der Datenverkehr von Spielen die höchste Priorität, direkt danach folgen Musik- beziehungsweise Video-Streaming. Downloads sind natürlich an letzter Stelle und sofern Bedarf ist, kann man auch individuellen Programmen einen entsprechenden Datenvorzug erlauben. Wer mag, kann auch aus einem der knapp 60 voreingestellten Profilen wählen, die unter anderem aktuelle Spiele wie Rainbow Six Siege, Fortnite oder Battlefield 5 beinhaltet. Zusätzlich können Nutzer den "Game Mode" aktivieren, der gut 30 Prozent vom Up- sowie Downstream für Videospiele reserviert.
Razer Sila Gaming Router im Test: Smartphone, Einstellungen und Weiteres
Den Router kann man über zwei Wege konfigurieren: Smartphone oder Desktop. Mit der Handy-App läuft das im Handumdrehen, stressfrei und wirklich einfach. Was hier aber mehr als sauer aufstößt, ist der Zwang, sich per Facebook, Google oder zumindest der E-Mail-Adresse zu registrieren. Warum der Nutzer hier seine persönlichen Daten freigeben muss, wenn er auf den eigenen Router zugreifen will - der nebenbei noch 299 Euro kostet -, erschließt sich nicht, zumal diese Daten nicht über das Webinterface eingegeben werden müssen. Das ist grober Unfug und gehört sofort herausgepatcht und relativiert nebenbei noch den Nutzen der App, die an sich eine super Sache für die Erstinstallation und Einsteiger ist, da sie den User an die Hand nimmt und die komplette Einrichtung mit wenigen Clicks erledigt. Laut Rauer ist dies notwendig, da man so über die Razer ID auch von unterwegs auf den Router zugreifen kann. Warum das nicht mit einem normalen Passwort möglich ist, wird nicht weiter ausgeführt.
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Das Webinterface ist genau wie die App-Version simpel und dezent gehalten, aber es erlaubt sogar mehr Einstellungen, als über die App möglich sind. Mit dem Web-UI können Sie dann tiefer in die Einstellungen des Razer Sila abtauchen und neben der standardisierten Einstellungskost beispielsweise IPv6, DNS, Service VLAN, eingehende und ausgehende Firewall-Regeln aufstellen oder einen VPN-Tunnel einreichten. Den meisten Nutzern wird aber der Funktionsumfang der Smartphone-App ausreichen, sodass sie nicht zwangsläufig in den Kaninchenbau absteigen müssen (Sie können natürlich auch einfach die erweiterten Einstellungen ignorieren). Anzumerken gibt es hier lediglich, dass es keine Wiederherstellungsfunktion für die Settings und keinen Malwareschutz gibt, dafür aber einen Speedtest und separate Gast-Netze, die aber nicht über ein QoS verfügen. Damit kann man dann einfach die Geräte des Besuchs in solch einem WLAN parken und muss nicht mit Dateneinbrüchen rechnen. Alles im Allen sind die möglichen Einstellungen sehr umfassend und vorbildlich.
Razer Sila Gaming Router im Test: Fazit
Razer hat mit dem Sila einen ordentlichen Gaming-Router auf den Markt gebracht, der mit der Multichannel-Zerowait-Technologie auch noch einen Vorteil mitbringt, den man so nicht überall in WLAN-Routern findet. Das SND-Quality-of-Service Fastrack arbeitet es so, wie man es von einem QoS-Feature in der Preisklasse erwartet: Einwandfrei. Hinzu kommt das dezente Design, das auch wirklich als Design durchgeht und nicht aus den feuchten Gamer-Träumen eines Pubertierenden entsprungen ist. Einfach ein matt-schwarzer Kasten mit einem leuchtenden (kann auch ausgestellt werden) Razer-Logo auf der Oberseite und nicht irgendeine D-Besetzung aus einem Transformerfilm. Die Durchsatzraten waren zwar in unmittelbarer Nähe schlechter als die der Konkurrenz, auf die Distanz übertrifft der Router die anderen mitgetesteten oder macht zumindest viel wett. Im Großen und Ganzen lässt sich hier nur auf hohem Niveau meckern. Schön ist die Sache mit dem Tri-Band, das einen deutlichen Vorteil in Ballungszentren bietet und man so auch SU-MIMO-Geräte parken kann, sodass das WLAN-Modul nicht ständig zwischen den Clients wechseln muss. Kombiniert mit der bereits erwähnten DFS-Technologie, sitzt das eigene WLAN so nahezu immer auf einer unbesetzten Frequenz.
Einziger Wermutstropfen und völlig unverständlich: Die Datensammelwut mit Zwangslogin über persönliche Daten. Das ist indiskutabel, auch wenn sich die App als sehr gutes und benutzerfreundliches Tool herausstellt. Nichtsdestotrotz ist der Razer Sila eine Empfehlung wert und muss sich vor keinem Router verstecken, der von den alteingesessenen Platzhirschen vertrieben wird.


Direkte Kabel-Anbindung ist mir allerdings auch lieber.
Vll was für Smartphone-Gamer
Macht keine Probleme, alles funktioniert, wie es soll
ICh musste bei mir Zuhause zwangsweise über eine WLAN-Bridge arbeiten (AirTies 4840 oder so hieß das) Funktioniert super
Noch zum Router: Unnötig??
Lg Aleco
Flaches Lankabel nehmen durch die Sockelleiste legen fertig.
Habe ich bisher in jeder Wohnung so gemacht, klappt prima und kostet weniger und hat dabei mehr Datendurchsatz.
Zumal ich am Überlegen bin demnächst auf 10GB Ethernet aufzurüsten.
Dann nutze doch Kabelkanäle
Selbst mit 16000er DSL liefen Spiele recht stable. Ab Montag dann 100 Mbit, ich denke das sollte für meine Zwecke reichen.