Li-Fi: Daten über das Spektrum des Lichts in Echtzeit senden und empfangen [Update]

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Li-Fi
Quelle: pureLiFi

Dank Li-Fi ("Light Fidelity"), einer optischen drahtlosen Technologie zur Datenübertragung, lassen sich Daten über das Spektrum des Lichts senden und empfangen. Daten in Lichtgeschwindigkeit senden, das soll schon in ein bis zwei Jahren auch mit Smartphones und anderen Geräten jedermann möglich sein, glaubt ein deutsche Informatiker und Li-Fi-Erfinder.

Original-Artikel vom 06.07.2023: Über Li-Fi (oder auch LiFi), dem sogenannten "Light Fidelity", einer optischen drahtlosen Technologie zur Datenübertragung, lassen sich Daten über das Spektrum des Lichts, genauer gesagt über sichtbares Licht oder Infrarotstrahlung, senden und empfangen. Daten in Lichtgeschwindigkeit senden oder in Echtzeit übertragen, das soll bereits in ein bis zwei Jahren auch mit Smartphones und anderen Geräten für jedermann möglich sein. Davon geht zumindest pureLiFi, ein von Harald Haas, Mitbegründer von Li-Fi, gegründetes Technologie-Unternehmen, aus.

Ein Modul bringt den Li-Fi-Standard IEEE 802.11bb in Smartphones Quelle: pureLiFi Ein Modul bringt den Li-Fi-Standard IEEE 802.11bb in Smartphones

Li-Fi als sichere Ergänzung für Wi-Fi

Der deutsche Informatiker und Li-Fi-Mitbegründer Harald Haas, der seit über zwei Jahrzehnten an der Datenübertragung über das Spektrum des Lichts forscht und im Jahr 2011 die Bezeichnung Li-Fi ("Light Fidelity") als Pendant zum drahtlosen und funkbasierten Wi-Fi ("Wireless LAN") prägte, erwartet, dass die Technologie in voraussichtlich bereits zwei bis drei Jahren als IEEE 802.11bb in die ersten Smartphones Einzug hält und somit für jedermann verfügbar ist. Erste Datenübertragungsmodule für Li-Fi währen bereits einsatzbereit.

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Li-Fi bietet schon vom Konzept her eine höhere Sicherheit als Wi-Fi, da es anderes als Wireless LAN von Decken, Böden und Wänden geblockt wird, und wird daher bereits in hochsensiblen und strategisch wichtigen Bereichen eingesetzt.

Li-Fi ist schon im militärischen Bereich erprobt

Li-Fi ist bereits im militärischen Umfeld erprobt und soll bereits "in zwei bis drei Jahren in ersten Li-Fi-fähigen Smartphones auf den Markt kommen", wie Harald Hass, seines Zeichens Chief Scientific Officer (CSO) und Forschungsleiter bei pureLiFi, jetzt von Tagesschau.de zitieren wird. Demnach soll Li-Fi als sichere Ergänzung zum drahtlosen funkbasierten Wi-Fi eingesetzt werden.

Li-Fi wird geblockt von Wänden, wird geblockt von Decken, und damit entsteht eine erhöhte Sicherheit.

Harald Haas, Infromatiker und Li-Fi-Mitbegründer

Im Vergleich zu einer Übertragung per Funk steht bei der optischen Übertragung eine größere Bandbreite zur Verfügung, was theoretisch auf gleichem Raum eine weitaus höhere Anzahl von Datenkanälen ermöglicht. Außerdem ist das Technologie auch in Bereichen einsetzbar, wo Funk wegen seiner elektromagnetischen Verträglichkeit problematisch sein kann, wie in Flugzeugen oder medizinischen Einrichtungen.

Li-Fi verfügt über eine sehr begrenzte Reichweite

Der im Hinblick auf Sicherheit größte Vorteil der Li-Fi-Technologie ist zugleich auch ihr größter Nachteil, die optische drahtlose Übertragung funktioniert nicht durch Wände, Decken und Böden hindurch und ist in seiner Reichweite stark eingeschränkt. Nach aktuellem Stand beträgt die Übertragungsreichweite maximal 3 Meter, was das mögliche Einsatzgebiet doch deutlich einschränkt.

Li-Fi überträgt bis zu 28 Gigabyte pro Sekunde

Auch wenn unter anderem Harald Haas und pureLiFi sowie das Fraunhofer IPMS in Dresden bereits seit 2016 an einer Lösungen für die industrielle Datenübertragung in Echtzeit arbeiten, sind dem seit 2011 erforschten Li-Fi-Standard aktuell noch Grenzen gesetzt. Bislang konnten die Forscher maximal 224 GiBit/s (28 GiByte/s) über Li-Fi übertragen, während in der Praxis später wohl vorerst Geschwindigkeiten von maximal ein bis zwei GiBit/s (125 - 250 MiByte/s) zum Einsatz kommen.

Die optische drahtlose Li-Fi-Technologie zusammengefasst:

  • Li-Fi soll als IEEE802.11bb standardisiert werden
  • Li-Fi besitzt aktuell eine Reichweite von maximal 3 Metern
  • Die Datenübertragung per Li-Fi erfolgt mit bis zu 224 GiBit/s (28 GiByte/s)
  • Der Sensor mit einem Sichtfeld von 24 Grad dient als Sende- und Empfangseinheit
  • Eine Sichtverbindung zwischen Sende- und Empfangseinheit muss besteht
  • Das Li-Fi-Modul ("Light Antenna One") misst 14,5 × 4,5 mm (L × H)
  • Das Modul arbeitet mit einer Wellenlänge von rund 850 nm

Neben Harald Haas, pureLiFi und dem Fraunhofer IPMS haben sich auch Vodafone und Signify (ehemals Philips Lighting) dem Thema Li-Fi angenommen und bereits 2019 in Aussicht gestellt, Li-Fi und 5G kombinieren zu wollen.

Dank der Technologieführerschaft beider Unternehmen können wir heute gemeinsam eine revolutionäre Kombination aus 5G und LiFi zeigen. Diese Zusammenarbeit hat das Potenzial, den Endverbrauchern eine extrem schnelle drahtlose Breitbandverbindung zu bieten.

Wir gehen davon aus, dass dies Anwendungen ermöglichen wird, die sehr geringe Latenzen und die höchsten dedizierten Geschwindigkeiten erfordern.

Michel Germe, Global Head of LiFi Systems bei Signify

Die offizielle Verabschiedung des neuen Standards IEEE 802.11bb soll noch in diesem Jahr erfolgen. Das Fraunhofer-Institut hatte Li-Fi zuletzt bereits an mehreren Schulen erfolgreich erprobt. Weitere Informationen liefert der YouTube-Kanal von pureLiFi.

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Li-Fi hat jetzt einen offiziellen Standard

Update vom 12.07.2023: Das Institute of Electrical and Electronics Engineers ("IEEE") ergänzt die bekannten 802.11-Standards für die drahtlose Datenübertragung um den neuen Standard 802.11bb für Li-Fi-Verbindungen mittels Lichtspektrum.

Der bb-Standard stellt einen bedeutenden Meilenstein für den LiFi-Markt dar, da er einen weltweit anerkannten Rahmen für den Einsatz der LiFi-Technologie bietet

pureLiFi

Federführende Protagonisten, wie der Li-Fi-Mitbegründer Harald Haas und das Fraunhofer-Institut, versprechen sich von dem neuen Standard eine schnellere und stabilere Nahfeldkommunikation über Licht anstelle von Funkwellen. Auch ein offizielles Logo für den Li-Fi-Standard existiert bereits.

Li-Fi Logo Quelle: Li-Fi Li-Fi Logo Weitere ausführliche Informationen zur Verabschiedung des Standards IEEE 802.111bb liefert die offizielle Bekanntmachung von pureLiFi.

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Quelle: Tagesschau.de, pureLiFi, Fraunhofer IPMS, Vodafone, Signify

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von COReduct Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Na wirklich neu ist die Datenübertragung über Licht bzw. Infrarotlicht nun nicht. Ich sage nur: Fernbedingungen....oder drahtlose Kopfhörer - die gab's in den 90igern schon mit Infrarotübertragung...
      • Von COReduct Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Na wirklich neu ist die Datenübertragung über Licht bzw. Infrarotlicht nun nicht. Ich sage nur: Fernbedingungen....oder drahtlose Kopfhörer - die gab's in den 90igern schon mit Infrarotübertragung...
      • Von Bandicoot Volt-Modder(in)
        Das man dinke optisch überträgt gibts schon lange, z.B toslink kabel. Klingt aber interessant was sie da entwickeln.
        Für Geräte in PC nähe wie externe HDD/SSD sicher nicht schlecht.
        Wobei ich eh zur Kabelgeneration gehöre und drahtlos immer so ne Sache ist.
      • Von AMG38 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Sidewinder
        Es sind auch eher die militärischen/aeronautischen Einsatzbereiche interessant, bei denen auf elektromagnetische Wellen verzichtet werden soll.
        Licht ist eine elektromagnetische Welle
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Wenn sich die Reichweite noch erhöhen läßt, dann wäre es eine Alternative/Ergänzung zu 60GHz WLAN, das ja auch nur einen Raum versorgen kann (und soll).
      • Von SchwarzerQuader Software-Overclocker(in)
        Wow, Daten mit Lichtgeschwindigkeit übertragen. So wie... bei jeder anderen elektromagnetischen Welle, also jeder Funkverbindung...
        Seid doch bitte so nett und bereinigt Werbetexte zukünftig etwas von dem Marketing-Blabla, bevor ihr sie verwendet.
        Dass Datenübertragung via Licht ein alter Schuh ist, haben die anderen hier mit Verweis auf Fernbedienungen und so ja schon erwähnt. Nur wurde da noch recht primitiv über Hell-Dunkel-Folgen codiert.
        Das hier klingt in der Tat nach Frequenzmodulation, wie Olstyle schon schreibt. Das ergäbe Sinn mit dem "Spektral"-Begriff und würde (wenn ich mich recht entsinne) auch zu der "größeren Bandbreite" passen. Sichtbares Licht liegt im Bereich von ca. 500 THz, was eine Menge Platz für viele gleichzeitige Kanäle mit großer Bandbreite bietet. Im Umkreis von maximal 3 Metern wohlgemerkt...
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