Nur für alle Fälle: Recall in Windows 11 ganz einfach entfernen

29
Special Sven Bauduin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Nur für alle Fälle: Recall in Windows 11 ganz einfach entfernen
Quelle: Microsoft

Microsoft hat damit begonnen, das umstrittene KI-Feature Recall, das selbstständig Screenshots vom System des Anwenders macht, auszurollen. In der EU wird Recall noch ausgesetzt, doch für alle Fälle lässt sich per Registry Abhilfe schaffen.

Microsoft hat damit begonnen, das umstrittene KI-Feature Recall für Windows 11, welches selbstständig Screenshots vom System des Anwenders macht, nach einer langen Testphase jetzt auch außerhalb des Insider-Programms auszurollen. In der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum wird Recall bis auf Weiteres noch ausgesetzt, doch für alle Fälle lässt sich wahlweise per Registry oder Gruppenrichtlinien-Editor Abhilfe schaffen, wie die Website Windows Latest berichtet. Für die meisten Endanwender bleibt das KI-Feature am Desktop-PC aber ohnehin außen vor.

Recall wurde gemeinsam mit der Integration von GPT-4o in den Microsoft Copilot eingeführt und sollte eigentlich schon vor rund einem Jahr eingeführt werden, doch Datenschutzprobleme hielten das KI-Feature noch bis zuletzt im Insider-Programm gefangen. Mittlerweile wird Recall in den USA in Welle für Windows 11 24H2 ausgerollt, aber auch nur dann, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind.

  • Copilot+ PC mit Secured-Core
  • Snapdragon X Elite oder Snapdragon X Ultra
  • NPU ("Neural Processing Unit") mit mindestens 40 TOPS
  • 16 GiByte Arbeitsspeicher (32 GiByte empfohlen)
  • 256 GiByte Speicherplatz (50 GiByte frei)
  • Verschlüsslung mit BitLocker
  • Windows Hello

Den Anfang machen in der erste Welle die Copilot+ PCs mit Snapdragon X Elite und Snapdragon X Ultra, später folgen dann Systeme mit Core Ultra 200H ("Lunar Lake"), Ryzen AI 300 ("Strix Point") und Ryzen AI Max(+) 300 ("Strix Halo") und klassische Desktop-CPUs werden frühestens im kommenden Jahr unterstützt.

Recall lässt sich vollständig aus Windows 11 entfernen

Anders als ursprünglich von Microsoft angedacht, lässt sich Recall, welches jetzt als Opt-in-Feature bei der Installation von Windows 11 abgefragt wird, doch vollständig entfernen. Die KI-Funktion ist als "optionale Windows-Komponente" angelegt und dementsprechend jederzeit vollständig deinstallierbar. Die Deinstallation ist wahlweise über die Registry, den Gruppenrichtlinien-Editor sowie das plattformübergreifende Framework PowerShell deaktivieren.

Recall per Registry entfernen

Um Recall mit der Hilfe des Registrierungs-Editors aus Windows 11 zu entfernen, müssen Anwender folgendermaßen vorgehen.

  • Die Windows-Taste drücken und regedit eingeben. Anschließend mit Enter bestätigen und die UAC-Anfrage mit Ja beantworten.
  • Im Registrierungs-Editor muss zum nachfolgenden Pfad navigiert werden:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\WindowsAI

  • Im rechten Fenster mit einem Rechtsklick die Option Neu ‭→ DWORD-Wert (32-Bit) und mit AllowRecallEnablement bennen.
  • Anschließend den Wert auf 0 setzen, den Registrierungs-Editor schließen und Windows 11 neu starten.

Hinweis: Die Deaktivierung von Recall mittels Registrierungs-Editor ist eine gute Wahl für alle Anwender, die Windows 11 Home verwenden - was bei so gut wie sämtlichen Copilot+ PCs der Fall ist. In diesem Fall steht der Gruppenrichtlinien-Editor nämlich nicht zur Verfügung, da dieser Windows 11 Pro und Enterprise vorbehalten ist.


Recall per Gruppenrichtlinie entfernen

Anwender, die Windows 11 Pro oder Windows 11 Enterprise einsetzen, haben die Möglichkeit, das KI-Feature direkt über die Gruppenrichtlinien und den dafür vorgesehen Editor zu entfernen und so funktioniert das.

  • Die Windows-Taste drücken und gpedit eingeben. Anschließend mit Enter bestätigen und die UAC-Anfrage mit Ja beantworten.
  • Im Gruppenrichtlinien-Editor muss zum nachfolgenden Pfad navigiert werden:

Computerkonfiguration ‭→ Administrative Vorlagen ‭→ Windows-Komponenten ‭→ Windows KI

  • Doppelklick auf die Gruppenrichtlinie Aktivieren von Recall zulassen und diese auf deaktivieren setzen.
  • Einstellung übernehmen und Windows 11 neustarten.

Recall per PowerShell entfernen

Administratoren können Recall auch mit dem plattformübergreifende Framework der Windows PowerShell deaktivieren und benutzen dafür den nachfolgenden Befehl.

Disable-WindowsOptionalFeature -Online -FeatureName "Recall" -Remove

Da versierte Anwender und Administratoren in aller Regel wissen wie und was sie da tun, führen wir diese Variante nur der Vollständigkeit halber mit auf, gehen aber nicht weiter auf sie ein. Durch den o.g. Befehl werden Recall und sämtliche damit im Zusammenhang stehenden Daten entfernt.

Recall bald auch in der EU?

Nachdem Microsoft sein Recall-Feature bereits vor rund einem Jahr einführen wollte, musste das Unternehmen aus Redmond mittlerweile weitreichende Eingeständnisse machen, damit die KI-Funktion jetzt zumindest in den USA im stabilen und finalen Entwicklungszweig von Windows 11 24H2 aktiviert werden konnte. Aber der Europäischen Union geht das bislang nicht weit genug und so werden die Schnappschüsse in der EU wohl noch länger auf sich warten lassen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle finden Sie externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz Ihrer persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn Sie dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigen: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Um zu kommentieren, müssen Sie auf PCGH.de oder im Extreme-Forum eingeloggt sein. Sollten Sie bisher noch keinen Account haben, könnten Sie sich hier unverbindlich registrieren. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die geltenden Forenregeln.

29
    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JTRch Software-Overclocker(in)
        Es geht dass die Daten länger im RAM vorgehalten werden, so dass man wenn man nach einer Minute zurück will. Weder müssen die Daten fix gespeichert noch in die Cloud.
      • Von JTRch Software-Overclocker(in)
        Es geht dass die Daten länger im RAM vorgehalten werden, so dass man wenn man nach einer Minute zurück will. Weder müssen die Daten fix gespeichert noch in die Cloud.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von JTRch
        Microsoft soll lieber mal temporär Suchergebnis im Windows Explorer speichern, so dass man wenn man mit dem Zurück Befehl wieder zum Ergebnis kommt. Allen voran wenn es die Systemresourcen zulassen, sollte so Daten vorätig gehalten werden und nicht jedesmal neu warten müssen auf das Suchergebnis.
        Sakrileg!!! Hast du gerade echt vorgeschlagen, dass MS noch weitere Daten speichern sollte um den User zu unterstützen? Das darf man hier nicht schreiben.S ist prinzipiell böse und doof, jeder weiß es besser und wenn du anderer Meinung bist, dann kommst du auf die gleiche Liste wie EA, die Hegau das Spiel abliefern können was sich die Hälfte der Spieler wünscht und dennoch verteufelt werden.
      • Von soulstyle Lötkolbengott/-göttin
        Wat für eine Seuche
      • Von mae1cum77 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Cpt.William
        Oder gibt es eine Einstellung die ich noch nicht gefunden habe?
        Hmm, dann darfst du ständig auf die Berechnung der Ordnergrößen warten ... würde ich nicht als Standardeinstellung wollen .

        Bei Total Commander wird mir die Ordnergröße mit der Space-Taste für einzelne Ordner angezeigt, wenn ich es brauche.
      • Von JTRch Software-Overclocker(in)
        Oder etwas anderes ist Onedrive, wo man sich auch keine Gedanken macht, was Sinn macht dass es synchronisiert wird und was nicht. Dateien auf dem Desktop zu sichern macht Sinn, Verknüpfungen ganz sicher nicht, weil ja nicht auf jedem PC dieselbe Software installiert sein muss. Prinzipiell richtig machen würde man es, wenn man für jeden PC den Desktop separat sichert. Clouds sind ja sowieso so konfiguriert, dass dieselben Dateien nur einmal gespeichert werden. Also auf den Datenverbrauch wegen doppelte Dateien dürfte das kein Einfluss haben.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 07/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk