Windows 8.1 mit personalisierter Werbung bei Lokalsuchen

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Mit Windows 8.1 kommt die "Windows 8.1 Smart Search Experience". Das klingt schick, dürfte den meisten Anwendern aber sauer aufstoßen, denn Microsoft leitet damit lokale Suchanfragen über Bing weiter und liefert Internetergebnisse und gleichzeitig personalisierte Werbung aus. Zwar lässt sich die Funktion abstellen, aber ein Opt-Out-Verfahren dürfte in dem Fall nicht die feine, englische Art sein.

Mit Windows 8.1 sollte alles besser werden für den Kunden, aber wie immer gibt es einen Haken. Das Update ist zwar kostenlos, aber die Redmonder werden aktuellen Medienberichten zufolge personalisierte Anzeigen in das Betriebssystem einbauen - über das Thema berichtete PCGH bereits vor einiger Zeit. Das Ärgerlichste daran aber dürfte sein, dass Microsoft zur Personalisierung auch lokale Suchanfragen über die hauseigene Suchmaschine Bing schleust. Damit bekommt man beim Suchergebnis Treffer vom eigenen Rechner sowie Ergebnisse aus dem Internet angezeigt. Die Suchbegriffe werden außerdem für personalisierte Werbung genutzt. Vielen dürfte das nicht gefallen, auch wenn man im ersten Schritt einen netten Zusatzservice geboten bekommt.

Im PR-Jargon heißt die Funktion "Windows 8.1 Smart Search Experience". Für Werbetreibende bedeutet das "hochrelevante Anzeigen gemäß der User-Suchanfragen". Microsoft will das Suchmaschinen-Marketing einfacher gestalten und dabei dem Anwender die beste Nutzererfahrung liefern. Wer Microsoft jetzt schon im Geiste zum Teufel gejagt hat, dem sei nun gesagt, dass die Redmonder nicht Erfinder der Technik sind. Google arbeitet so schon seit geraumer Zeit mit der Instant-Suche und auf Android-Geräten. Neu ist allerdings die Integration in ein Desktop-Betriebssystem und die Tragweite. Bisher hat sich noch kein Unternehmen getraut, lokale Rechnersuchanfragen abzufangen und zur personalisierten Werbung auf dem Desktop zu nutzen.

In der Praxis bedeutet das, dass die nächste Suche nach Urlaubsfotos auf dem PC damit enden kann, dass sie passende Werbeanzeigen von Reiseveranstaltern geliefert bekommen. Damit ließe sich vielleicht noch leben, aber bei Suchanfragen auf der Festplatte, die man definitiv nicht mit dem Internet teilen will, dürfte der Spaß ein Ende haben. Immerhin: Die Funktion kann vom Nutzer deaktiviert werden, allerdings ist ein Opt-Out-Verfahren immer die deutlich unangenehmere Lösung. Den Wechsel der Suchmaschine erlaubt Microsoft indes nicht. Das könnte die Konkurrenz auf den Plan rufen. Man wird sich noch an den Streit der Browserhersteller mit Microsoft erinnern, die darauf pochten, dass Microsoft seine Monopolstellung nicht zugunsten des Internet Explorers ausnutzt.

Unterm Strich allerdings dürfte Microsofts Vorgehen den meisten Anwendern zu weit gehen und die Reputation von Windows 8 kaum verbessern. Zumal es die Redmonder es waren, die laut über Google lamentierten, als die mit Scroogled Nutzersuchanfragen personalisierten. Die erste Maßnahme nach der Installation von Windows 8.1 sollte also sein, dass man die Bing-Suche in die Schranken weist.

Quelle: Microsoft

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    • Kommentare (35)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von BigBubby Lötkolbengott/-göttin
        Gratuliere ein 3 Monate altes Thema gefunden
      • Von BigBubby Lötkolbengott/-göttin
        Gratuliere ein 3 Monate altes Thema gefunden
      • Von enero Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Der wesentliche Unterschied ist, dass bei Windows schon im Kernel die Möglichkeiten für die NSA bereitstellt und kein User das beeinflussen kann, weil keiner genau weiss was und wie da gemacht wird. Linux ist Open Source. Da liegt der Quellcode offen und und die Comunity weiss genau was da abgeht.

        enero
      • Von mksu Software-Overclocker(in)
        Zitat von enero
        Zum Kotz**! Damit kennt die NSA jedes Dokument/Bild/Film das ich auf meinem Rechner suche. Da ich auf dem Laptop ohnehin nicht zocke werde ich hier mal Linux oder sowas ausprobieren. Kann mir jemand eine Version empfehlen? Muss mal ne Excel/Powerpoint Presentation bearbeiten können, ansonsten Videos anschaun, surfen und PDF lesen.
        Wer glaubt dass er vor der NSA sicher ist nur weil er Linux benutzt ist ganz schön naiv. Ich möchte damit niemanden zu Nahe treten, Linux ist ein tolles OS und auf jeden Fall eine sinnvolle Alternative zu Windows. Aber wenn die NSA Daten haben möchte, ist man mit Linux nicht besser geschützt.

        Nur damit die Leute keinem Irrglauben aufsitzen und denken, sie könnten mit Linux sorgenfrei die Suchbegriffe "Schnellkochtop" und "Bombe" googeln.
      • Von jahsera Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Besorgniserregend, da der Anteil unwissender Menschen so groß ist, dass es unverhinderbar ist, dass Organisationen der Bevoelkerung in die Wohnzimmer schauen und den Menschen zum Konsumenten degradieren. Der einzige Weg eine mündige Gesellschaft zu erschaffen ist, unseren Kindern schon so früh wie möglich IT-Kompetenz beizubringen. Aber das ist eine sozial politische Angelegenheit...unter deren Deckmantel viel Schindluder betrieben wird....
      • Von Pokerclock Kokü-Junkie (m/w)
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