[Update: Weitere Verwirrung] Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien

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In einer Pressemitteilung hat Microsoft bekannt gegeben, dass am 18. September 100 Beamte der deutschen Staatsanwaltschaft 18 verschiedene Objekte der PCFritz.de Onlinestore GmbH durchsucht haben. Als Grund nannte man den dringenden Verdacht, dass der Händler Software von Microsoft im großen Stil fälscht und daraufhin als Originale verkauft. Man sei aufgrund zahlreicher Rücksendungen von betrogenen Kunden auf den Tatverdacht gekommen.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien - Schaden in Millionenhöhe prognostiziert Quelle: PCGH (Screenshot) Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien - Schaden in Millionenhöhe prognostiziert

Update 3 vom 18.10.13:

Der Sachverhalt rund um den Rechtsstreit zwischen PC Fritz und Microsoft scheint immer ominöser zu werden. Die Sympathie vieler Leser konnte eigentlich der Onlinehändler für sich verbuchen, da Microsoft bekannt dafür ist, den Handel von OEM-Software nicht gutzuheißen und unterbinden zu wollen. Seit unserem letzten Update hat PC Fritz seine "Über uns"-Seite aktualisiert, auf welcher vier der nach eigenen Aussagen 50 Mitarbeiter vorgestellt wurden, offensichtlich um weiteres Vertrauen zu gewinnen.

Blogger Lars Sobiraj hat die Daten von den betroffenen Personen überprüft und festgestellt, dass zumindest "Marcel Krügel" aus dem Vertrieb und "Andreas Weber" erfundene Persönlichkeiten sind beziehungsweise waren. Denn mittlerweile wurde die komplette Seite wieder überarbeitet und die Personen wieder herausgenommen. Außerdem hat die Le-Na GmbH Berlin den Geschäftsbetrieb inklusive Online-Shop der pcfritz.de Onlinestore GmbH zum 15.10.2013 übernommen, wie man im Impressum sehen kann. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der Rechtsstreit mit der neuen Leitung entwickelt.

Update 2 vom 30.09.13:

Nach der Ankündigung, dass man die Sachlage von Anwälten prüfen lassen wolle, folgen nun die Konsequenzen. In einer Pressemitteilung in Köln bestätigte der Gründer und Geschäftsführer, Maik Mahlow, dass man beim Landgericht Köln eine einstweilige Verfügung gegen Microsoft erwirkt habe. Genauere Informationen zum Inhalt sind aktuell aber noch unbekannt. Interessantes vermeldet die Kanzlei wbs-law.de: Einer der eigenen Mandanten, der von Microsoft wegen Verletzung des Urheberrechts abgemahnt wurde, nachdem er eine Windows-7-Version von PC Firtz erworben habe, hat von Microsoft die Bestätigung erhalten, dass er "eindeutig" eine Fälschung besitzt.

Der Produktidentifikationsservice soll dabei zu folgendem Ergebnis gekommen sein: "Auf dem von Ihnen gelieferten Datenträger befinden sich der IFPI Master Code LZ56 und der IFPI Mould Code 41S6. Keiner der von Microsoft autorisierten Pressewerke verwendet diese Code-Kombination." Des Weiteren wurde ausgeführt, dass das COA-Label kein Original sei: "Das verwendete Papier entspricht ebenso wenig einem Original wie das abgebildete Microsoft Logo. Der Aufdruck im Sicherheitsstreifen hat den falschen Wortlaut."

Update 1 vom 23.09.13:

Noch am Tage des Vorwurfs hat der Geschäftsführer und Gründer von pcfritz.de, Maik Mahlow, eine Stellungnahme auf seiner Webseite veröffentlicht, in der er die Vorwürfe seitens Microsoft dementiert. Der Grund, warum die verkauften Lizenzen wie die von beispielsweise Dell aussehen, sei, dass es solche sind. "Microsoft wirft unserem Unternehmen Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen vor, da wir mit gebrauchten OEM-Recovery-Datenträgern handeln, welche im Namen und auf Rechnung des jeweiligen OEM-Partners in den Vertrieb gebracht worden sind", so Mahlow.

Für den legalen Verkauf bezieht er sich weiterhin auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs: "Der Wiederverkauf von Recovery-Datenträgern ist laut Rechtsprechung des BGH im Urteil vom 06. Juli 2000 (Aktenzeichen I ZR 244/97) ausdrücklich für legal befunden worden. Dieses Urteil wurde am 06. Oktober 2011 (Aktenzeichen: I ZR 6/10) dahingehend bestätigt, dass sogar der Einzelverkauf von Recovery-CDs ohne Echtheitszertifikat legal sei." Falls es Zweifel an der Echtheit gebe, sei man bereit, eine Historie über den Beschaffungsweg nachzuweisen und infolgedessen auch die von Microsoft autorisierten Partner, Reseller, Systemhäuser sowie Refurbisher namentlich zu nennen.

Mittlerweile lasse man "die von Microsoft veröffentlichte, verleumderische und rufschädigende Mitteilung" von Anwälten überprüfen. Außerdem führt der Geschäftsführer aus, dass man "verlässliche und stichhaltige Informationen" habe, "dass selbst eigens dafür beauftragte externe Gutachter nicht in der Lage sind, einen Original-Datenträger von einer Fälschung zu unterscheiden."

Die komplette Stellungnahme können sie hier nachlesen. Mittlerweile hat der Onlinehändler den Preis für eine 64-Bit-Lizenz von Windows 7 Professional, welche als OEM-Version von Dell deklariert ist, auf knapp 20 Euro gesetzt - vermutlich aus Protest gegen den Sachverhalt.

Originalartikel vom 19.09.13:

Wer in letzter Zeit den Onlineshop PC Fritz aufgerufen hat, dem ist direkt eine Dame im Avatar-Style an den Hals gesprungen. Diese ziert ein Sonderangebot für Microsofts Windows 7 in der Professional-Version mit 64 Bit inklusive des Service Packs 1, welche lediglich knapp 30 Euro kosten soll. Zum Vergleich: In unserem Preisvergleich kostet dieselbe Lizenz mindestens 63 Euro. Laut Microsoft handle es sich hierbei um Nachempfindungen, wie sie beim OEM-Hersteller Dell als Sicherheitskopien, auch Reinstallations-DVDs genannt, zu den Rechnern beigefügt werden. Die Kopien seien dann mit einer eigenen Verpackung und einem ebenfalls gefälschten Echtheitszertifikat ausgestattet worden.

Wie diese realisiert worden sind, wisse der Software-Hersteller derzeitig noch nicht, zumindest wollte man dazu keine Angaben machen. Die Ermittlungen seien bereits seit Monaten im Gange, da Microsoft vermehrt von anscheinend betrogenen Kunden kontaktiert worden sei, deren Lizenz nicht funktionierte und die als illegale Kopien identifiziert worden sind. Daraufhin wurde bei der deutschen Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität in Halle eine Strafanzeige eingereicht. Diese scheint nun Früchte zu tragen, denn 100 Beamte haben insgesamt 18 Objekte, darunter Lagerhallen, Büros und Privatwohnungen, durchsucht und dabei über 100.000 Datenträger sichergestellt.

Diese werden mitsamt weiteren mutmaßlichen Fälschungen, die im Voaus abgefangen worden sind, auf Echtheit überprüft. Laut eigenen Angaben sei aber ein Schaden im "siebenstelligen Bereich" verursacht worden. Gegenüber den Kollegen von Golem erläuterte man, dass bei der Razzia sämtliche Räumlichkeiten menschenleer gewesen seien. Des Weiteren war das Unternehmen PC Fritz telefonisch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wir empfehlen dringlichst, das Angebot von PC Fritz nicht wahrzunehmen, solange der Sachverhalt nicht eindeutig geklärt ist.

Quelle: Pressemitteilung

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    • Kommentare (112)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von __n00B Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Über 100.000 Datenträger sichergestellt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien

        Zitat von ansi4713
        Na ja, verwenden kannst Du die schon, im schlimmsten Fall werden die Keys von M$ gesperrt. Rechtlich wird, solange du die nicht verkaufst, nichts weiter kommen.
        Hey. Danke für die Rückmeldung.

        Zum Glück brauchte ich den Key nicht so dringend. Wollte den nur als Reserve, falls ich mal einen neuen PC aufsetzen sollte. Und verkaufen werde ich den auch nicht.
        Aber mal schauen, was bei raus kommt. ^^

        Gruß.
      • Von __n00B Komplett-PC-Aufrüster(in)
        AW: Über 100.000 Datenträger sichergestellt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien

        Zitat von ansi4713
        Na ja, verwenden kannst Du die schon, im schlimmsten Fall werden die Keys von M$ gesperrt. Rechtlich wird, solange du die nicht verkaufst, nichts weiter kommen.
        Hey. Danke für die Rückmeldung.

        Zum Glück brauchte ich den Key nicht so dringend. Wollte den nur als Reserve, falls ich mal einen neuen PC aufsetzen sollte. Und verkaufen werde ich den auch nicht.
        Aber mal schauen, was bei raus kommt. ^^

        Gruß.
      • Von keinnick Lötkolbengott/-göttin
        AW: Über 100.000 Datenträger sichergestellt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien

        Wen wunderts... Dem Landen würde ich mittlerweile nicht mehr einen Cent geben, egal wer der Inhaber ist.
      • Von ansi4713 Kabelverknoter(in)
        AW: Über 100.000 Datenträger sichergestellt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien

        Und mittlerweile ist die LeNa GmbH auch nicht mehr für PcFritz verantwortlich...
        Das waren mal gerade so 2 Monate, ein Schelm wer arges dabei denkt.

        Im Impressum steht jetzt:

        Lege Artis GmbH
        Friedrichstr. 231
        10969 Berlin

        Bit denne...
        ansi4713
      • Von ansi4713 Kabelverknoter(in)
        AW: Über 100.000 Datenträger sichergestellt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien

        Zitat von __n00B
        Habe die Software auch noch nicht verwendet / registriert. Damit warte ich auch lieber, bis die Sache eindeutig geklärt ist.
        Na ja, verwenden kannst Du die schon, im schlimmsten Fall werden die Keys von M$ gesperrt. Rechtlich wird, solange du die nicht verkaufst, nichts weiter kommen.

        Bit denne...
        ansi4713
      • Von rehacomp Software-Overclocker(in)
        AW: Über 100.000 Datenträger sichergestellt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen PC Fritz wegen Verbreitung illegaler Windows-7-Kopien

        Habe ebenso vom Zoll ein netten Fragebogen bekommen.

        Was soll die Diskusion eigentlich. M$ hat ihre Upgrades für 30€ verschleudert. PC-fritz verkauft OEMs !! Die sind bisher immer billiger gewesen als jede Systembuilder oder Normal Version.
        Wären es Recovery-CDs, würden diese sicherlich für 5€ verschleudert, weil diese dann nur auf bestimmten PCs funktionieren.

        Von den 5 stück die ich damals bestellt hab, funktionieren 4 einwandfrei, installation und registrierung. Nr. 5 ging nun zum Zoll zur Prüfung.
      Direkt zum Diskussionsende
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