Windows 11: Neues Dateisystem beschleunigt Kopiervorgänge

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Windows 11: Neues Dateisystem beschleunigt Kopiervorgänge
Quelle: Microsoft

Windows 11 24H2 macht das für Hochleistungsrechner vorgesehene Dateisystem Microsoft ReFS ("Resilient File System") auch für Endanwender verfügbar. Damit wird die Dauer von Kopiervorgängen um bis zu 94 Prozent reduziert.

Windows 11 24H2 macht das speziell für Hochleistungsrechner ("HPCs") und Server vorgesehene robuste Dateisystem Microsoft ReFS ("Resilient File System") jetzt auch für Endanwender verfügbar. Mit der Hilfe des neuen ReFS-Features "Block Cloning" wird die Dauer von Kopiervorgängen um bis zu 94 Prozent reduziert, wie das Unternehmen auf dem Entwicklerblog ("Windows Developer Blog") im Mai demonstriert hatte. NTFS hat in der Hinsicht ganz das Nachsehen.

Das ReFS-Feature "Block Cloning", welches bisher den Profi-Betriebssystemen Windows Server 2025, Windows Server 2022, Windows Server 2019 und Windows Server 2016 vorbehalten war, beschleunigt Kopiervorgänge deutlich, da es auf den Aufwand verzichtet, Daten auf derselben Festplatte oder SSD zu duplizieren.

Block-Clone-Vorgänge weisen das Dateisystem an, den Bytewert von Dateien im Namen einer Anwendung zu kopieren, bei der die Zieldatei entweder der Ausgangsdatei gleicht oder nicht.

Herkömmliche Kopiervorgänge sind leider kostspielig, da sie in den zugrunde liegenden physischen Daten teure Lese- und Schreibvorgänge auslösen. - Microsoft -

Exakt hier setzt ReFS mit Block Cloning an und setzt stattdessen auf Metadatenvorgänge, wohingegen auf die traditionellen Lese- und Schreibvorgänge verzichtet werden kann.

Block-Clone-Vorgänge auf ReFS führen jedoch Kopien als kostengünstige Metadatenvorgänge aus, anstatt Lese- und Schreibvorgänge auf Dateidaten durchzuführen.

ReFS ermöglicht mehreren Dateien, die gleichen logischen Cluster zu teilen, wodurch die Kopiervorgänge nur einer Region der Datei auf einem separaten physischen Speicherort zugeordnet werden müssen und der teure, physische Vorgang zu einem schnellen logischen Vorgang konvertiert wird. - Microsoft -

Wie man sich diese Funktion vorstellen muss, hat Microsoft anhand einer entsprechenden Grafik dargelegt.

ReFS mit Block Cloning Quelle: Microsoft Dadurch werden Kopien schneller erstellt und es wird weniger E/A im zugrunde liegenden Speicher generiert. Von dieser Verbesserung profitieren auch Workloads für Virtualisierungslösungen, da Zusammenführungsvorgänge für Prüfpunkte ("VHDX") bei der Verwendung von Block-Clone-Vorgängen erheblich beschleunigt werden.

ReFS Quelle: Microsoft Da Speichermedien mit ReFS-Dateisystem nicht gebootet werden können, wird das "Resilient File System" den aktuellen NTFS-Standard nicht auf Systemlaufwerken ablösen, sondern als Speziallösung für Entwickler dienen.

Hauptmerkmale des ReFS-Dateisystems:

  • automatische Korrektur von erkannten Datenfehlern
  • Zugriff durch alle bekannten Betriebssysteme möglich
  • Transaktionsmodell für Erhaltung der Konsistenz
  • Prüfen von Daten beim Lesen und Schreiben
  • größeres Adressvolumen für Daten
  • Fehlertoleranz durch Redundanz
  • Skalieren der Prüfwerkzeuge
  • Scripting von Daten

Zudem steht die Kompatibilität mit NTFS und eine Zusammenfassung von Dateisystemen über mehrere Computersysteme hinweg im Mittelpunkt. Für Kritik sorgte, dass Microsoft die Merkmale von ReFS und dessen Erprobungsstrategie als Wettbewerbsmerkmal ansieht und diese nicht offenlegt.

Hinweis: Die Redaktion von PCGH dankt dem Community-Mitglied Neuer_User für den nachfolgenden Hinweis im PCGH-X-Forum.

Wenn ich mir die Messwerte anschaue und NTFS mit Dev Drive vergleiche, dann ist das ja ganz im Gegensatz zum Titel des Artikels nicht knapp eine Verdopplung der Geschwindigkeit, sondern man braucht anstatt 100 % der Zeit bei großen Dateien nur mehr etwas um 6-8 % der Zeit.

Das ist also je nach Dateigröße eine Verfünffachung- bis Verzwanzigfachung der Geschwindigkeit.

- Neuer_User -

Der Autor dieser Meldung hat sowohl den Titel als auch den Fließtext entsprechend angepasst und bedankt sich für den Support.

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Quelle: Microsoft via Windows Latest

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    • Kommentare (26)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bladee
        das Thema ist etwas undurchsichtig... Klingt nach einem Dateisystem das ähnlich einer Datenbank aufgebaut ist. Datenbanken werden mit der Zeit immer langsamer, je mehr splitterung vorhanden ist. Ob das hier dann auch der Fall ist/sein wird?
      • Von Bladee
        das Thema ist etwas undurchsichtig... Klingt nach einem Dateisystem das ähnlich einer Datenbank aufgebaut ist. Datenbanken werden mit der Zeit immer langsamer, je mehr splitterung vorhanden ist. Ob das hier dann auch der Fall ist/sein wird?
      • Von rschwertz Freizeitschrauber(in)
        ReFS ist nicht neu. Datendeduplizierung gibt es für ReFS und NTFS.
        Neu ist die Datenredunktion on the fly auf einer Partition auf einem ClientOS bei MS.
        Das Ganze funktioniert "nur" auf derselben Partition (nicht partitionsübergreifend).

        Anmerkung / Entäuschung
        Seit NT legt man dafür einen Snapshot an (am Besten mehrmals täglich).

        Es fehlt network/ smb compression. Leider bauen die das auch bei Quic nicht mit ein.
      • Von Poulton Volt-Modder(in)
        Zitat von sterreich
        Poulton's Beispiel mit mehreren Usern mit denselben Ausgangsdateien wäre ein Anwendungsfall. Ansonsten hängt es wohl von der persönlichen Datenorganisation ab. Aber das ist nichts, was Symlinks nicht auch könnten.
        Wobei man hier erwähnen muss: Datendeduplizierung gibt es auch für NTFS. Wurde, wenn ich mich Recht entsinne, mit Windows Server 2012 eingeführt. Hauptanwendungsgebiete u.a.:
        WSUS (der leider abgekündigt wurde)
        Ordinäre Fileserver
        Backup
        VDI
      • Von sterreich BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von RobooeL
        Ja is gut.. für Normal user isses neu
        Für Normal-User ist es auch nicht wirklich gedacht
        Zitat von Raffnek30000
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] es kann bei einem raid zu problemen kommen? ehrlich gesagt würde ich so ein system nur auf einem raid bei mir nutzen. hahahah lustig...

        aber das teil ist mir neu, obwohl es nicht neu ist. in der firma wird es glaube ich auch nicht verwendet.
        Also die wenigsten im (semi-)professionellen nutzen heutzutage vermutlich noch Hardware-RAID. Wenn der Controller futsch ist, sind es unter Umständen auch die Daten wenn ich ihn durch keinen baugleichen ersetze. Software-RAID ist zuverlässiger und kostet nur minimal CPU Leistung die man heutzutage eh im Überfluss hat.

        Ich würde behaupten der go-to Standard ist ZFS, würde mich ehrlich gesagt wundern wenn Microsoft nicht auch ZFS irgendwo im Hintergrund bei Azure verwendet.
        Zitat von bitsbytes
        Was passiert eigentlich wenn Originaldatei oder eine der Referenzen geändert wird?

        Ich mache schon mal eine Sicherungskopie von Dateien oder Foldern, um einen bestimmten Bearbeitungsstand einzufrieren.

        Das wäre doch dann gar nicht mehr möglich.
        Hängt von der genauen Implementierung ab.

        Aber grundsätzlich wird dann der geänderte Teil (i.e. Block) neu gespeichert/kopiert mit einem entsprechenden Update der Metadaten und der unveränderte Teil belassen. Daher der name "Copy on Write".

        Ansonsten unterstützt ReFS seit Server 2022 auch Datei-Snapshots. Heißt man kann zu einer vorangegangenen Version zurückrollen, also genau wofür du Sicherungskopien nutzt.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Mir will spontan gar kein Anlass einfallen, Daten innerhalb eines Dateisystems virtuell zu kopieren.
        Poulton's Beispiel mit mehreren Usern mit denselben Ausgangsdateien wäre ein Anwendungsfall. Ansonsten hängt es wohl von der persönlichen Datenorganisation ab. Aber das ist nichts, was Symlinks nicht auch könnten.
        Es ist eben nicht wirklich für Privatanwender konzipiert.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Möchte man Daten dagegen an eine andere Stelle verschieben, macht das auch NTFS meinem Wissen nach innerhalb eines Dateisystems nicht über kopieren und löschen der Daten, sondern über eine Änderung der Verzeichniseinträge.
        Ja, reines Verschieben geschieht rein der $MFT. Allerdings hab ich anders als bei einer ReFS Kopie dann nicht den Dateieintrag in Quelle und Destination sondern nur in der Destination.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Nett ist aber die automatische Prüfung von Daten auf Fehler. Das könnte man auch mal als Dienst für NTFS anbieten.
        Noch interessanter dürften für einige wohl Datei-Snapshots sein.
      • Von Poulton Volt-Modder(in)
        Zitat von Raffnek30000
        @Poulton es kann bei einem raid zu problemen kommen? ehrlich gesagt würde ich so ein system nur auf einem raid bei mir nutzen. hahahah lustig...
        ReFS ist dafür das Dateisystem für Storage Spaces Direct (S2D), welches wiederum der passende "Unterbau" für ReFS ist. Siehe dazu auch: Einrichten eines Hyper-V Clusters mit Windows Server 2022 und S2D. Behandelt auch auf die Systemvorraussetzungen und Testumgebung/Spielwiese.
        Abgesehen davon, kommt klassisches Hardware-Raid ohnehin immer mehr in die "Defensive". Siehe z.B. ZFS und OpenZFS was u.a. bei Proxmox, TrueNAS und Oracle ZFS Storage Appliance zum Einsatz kommt, VMware vSAN und NetApp hat auch ein Eigengewächs. BTRFS gibt es zwar auch noch, dürfte aber abseits von Synology wenig Verbreitung haben.
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