Microsofts universelle Apps: Für Kunden die wohl beste Nachricht von der Build 2014
Die Build 2014 richtet sich an Entwickler, doch auch Endkunden bekommen hier interessante Informationen aus erster Hand. Eine besonders spannende Entscheidung ist Microsofts Versuch, Apps universell zu machen, also plattformübergreifend anbieten zu können - egal ob Desktop, Mobilgerät oder Konsole.
Eines der Highlights auf der Build 2014 ging am Endkunden etwas vorbei, da eigentlich Entwickler angesprochen wurden. Mit Universal-Apps will Microsoft es ermöglichen, dass Entwickler ihre Apps so entwickeln können, dass weite Teile des Codes plattformübergreifend verwendet werden können. Für Endkunden bedeutet das, dass sie Apps im Idealfall nur einmal kaufen müssen und sie dann auf Desktop, Mobilgerät und Xbox One nutzen können.
Das ist natürlich für Entwickler erst einmal wenig reizvoll, da sie weniger Geld einnehmen. Microsoft kommt ihnen aber ein Stück weit entgegen und stellt beispielsweise WinJS unter Open Source und verzichtet auf Lizenzkosten. Zudem wird mit der neuen Ausbaustufe von Visual Studio der Programmieraufwand für plattformübergreifende Apps deutlich reduziert, was sich in den Kosten niederschlägt. Letztlich verzichtet Microsoft selbst ja auf die anteilige Gebühr beim Verkauf von Apps über die Windows und Live Stores.
Es ist erstaunlich, wie Microsoft zum Wohle des Ganzen derzeit auf mögliche Gewinne verzichtet, nur um die neue Unternehmensphilosophie "One Microsoft" umzusetzen. Oberstes Ziel ist derzeit eindeutig Reichweite. Das merkt man am deutlichsten bei Windows Phone 8.1, dass für Geräte bis 9 Zoll lizenzkostenfrei wird. Entwicklern wird die Maßnahme damit schmackhaft gemacht, dass sie durch die gesteigerte Reichweite deutlich mehr potenzielle Kunden haben. Microsoft erklärt zum Beispiel, dass jeder Xbox-One-Nutzer durchschnittlich fünf Stunden täglich vor der Konsole verbringt. Das ist auch für Entwickler ein Wort.
Auch für Microsoft ist die Maßnahme wichtig, denn die Redmonder müssen ihre Plattformen für Drittentwickler attraktiver gestalten, um auf das App-Niveau eines Android zu kommen. Das wichtigste ist aber unterm Strich, dass der Kunde gewinnt. Er bekommt plattformübergreifende Apps und muss im Zweifel weniger bezahlen. Die meisten werden auch bereit sein, einmalig etwas tiefer in die Tasche zu greifen, wenn sie eine Anwendung dann auf allen Geräten nutzen können.
