Deutscher User schafft das eigentlich Unmögliche: Intel i486 läuft unter Windows XP
Retro trifft auf Retro: Einem deutschen Nutzer ist es gelungen, Windows XP auf einem System mit einem Intel i486 zum Laufen zu bringen. Die ISO steht für Interessierte zum Download zur Verfügung.
Mit jeder neuen Windows-Version geht der Ausschluss von älteren Prozessoren her, die das jeweilige Betriebssystem wegen fehlender Instruktionen nicht unterstützen. Während im aktuellen Windows 11 aufgrund der Voraussetzung der SSE 4.2-Befehlssatzerweiterung einige CPUs spezifisch ausgeklammert werden, hatte auch das altehrwürdige Windows XP einige Chips auf der schwarzen Liste. Darunter befindet sich auch der legendäre Intel i486 (auch: Intel 80486), der den PC-Markt bis Mitte der Neunzigerjahre dominierte.
Zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung von Windows XP im Oktober 2001 war der i486-Prozessor immerhin bereits über ein Jahrzehnt alt und konnte auch die Systemanforderungen des Betriebssystems nicht mehr erfüllen. Das OS verlangte bei Intel-CPUs einen Pentium-Prozessor mit mindestens 233 MHz sowie mindestens 64 MiB Arbeitsspeicher - i486-Systeme hingegen lagen bei der Taktrate in der Regel deutlich darunter.
Einem deutschen User gelang nun das bis dato unmögliche: Wie der Nutzer Dietmar im MSFN-Forum erklärt, konnte er tatsächlich Windows XP mit einem Intel i486 zum Laufen bringen. Für dieses Vorhaben ging der User an die opcodes heran. Diese wurden auf ihre Kompatibilität untersucht - konnte der i486 nichts mit dem jeweiligen Befehlssatz anfangen, verweigerte Windows den Bootvorgang. Mithilfe eines Debugging-Tools, das detaillierte Informationen zu den entsprechenden opcodes herausgab, konnte Dietmar diese mit Code ersetzen, die der Prozessor auch verstand und so Windows XP zum Laufen bringen. Die gepatchte ISO ist in deutscher Sprache auf dem Portal Archive.org verfügbar.

Letzteres könnte man zum einen nachrüsten und zum anderen sitzen die zuständigen Einheiten bei Intel ohnehin im PCH, sodass daraus gar kein CPU-spezifischer Unterschied resultieren können. Soweit ich mich erinnere, kamen die entsprechenden Funktionen auch spätestens in der Z170-Generation an Board, wären also auch bei allen 6000ern gegeben. Und sollte ich mich irren, fehlen sie umgekehrt auch bei allen H310A-, B365- oder Z370-basierten 8000er/9000ern, allen H410/B460 basierten 10000ern und sämtlichen X299-Systemen, die noch bis Anfang 2023 State of the Art waren. Intel hat das nur um 4 Ports erweiterte Silizium des Z270 ewig lang weiterverwendet und dem überwiegenden Teil dieser Systeme bescheinigt Microsoft volle Kompatibilität. Nur CPUs, die mit dem originalen Z270 selbst oder dem Z170 als technische Grundlage asoziert werden, sind ausgeschlossen.
Core i-6000: 2015. Windows 11: 2021, 6 Jahre später.
Merkt er was?
Wenn Microsoft ab Windows 13 keine Rücksicht mehr auf die Kompatibilität genommen hätte, dann wäre das vielleicht vergleichbar gewesen.
Im Artikel stand was von einem Jahrzehnt zwischen dem 486er und Windows XP, das habe ich einfach mal so übernommen...
Okay, erwischt, ich habe nicht bis in Detail recherchiert!
Allerdings spielten bei PCs der 89er Generation Betriebssystem-Updates noch keine Rolle. DOS war nicht für die Online-Nutzung gedacht und es wurden meinem Wissen nach auch keine größeren Sicherheitslücken gefunden. (Auf einer frei zugänglichen Wiese kann man lange nach Lücken im nicht vorhandenen Zaun suchen.) Somit hatte ein 486er auch 2001 ohne Windows XP immer noch seine ursprüngliche Nutzbarkeit. 2015 wurde dagegen Online-Nutzung für Windows-PCs beworben. Da Microsoft seitdem kein Sicherheitslücken-freies Betriebssystem veröffentlicht (obwohl sie bei jedem neuen Release versprechen, es wäre "sicher"), werden 2015er PCs also mit Ende des Windows-10-Supports nächstes Jahr und ohne Aufrüstmöglichkeit auf 11 nachträglich in ihrer Funktion beschnitten. Und das relativ betrachtet sogar noch zwei Jahre bevor 486er nicht mehr auf XP aufrüsten durften.
Den eigentlichen Shitstorm gab es aber auch nicht deswegen, sondern weil Windows 11 gar nicht inkompatibel ist. Es wurde vorsätzlich inkompatibel gemacht respektive dazu erklärt, obwohl zum Beispiel Core i-6000 alle nötigen Hardware-Funktionen bieten könnte. Intel selbst hat die gleiche Archtiektur in gleicher Konfiguration schließlich von bis Anfang 2022, also bis nach dem Start von Windows 11 selbst weiterhin verkauft und diese CPUs sind auf wundersame Weise Windows-11-tauglich. Dabei gibt es keinen technischen Unterschied zwischen einem Core i3-10200 von 2020 und einem Core i7-6700 von 2015. Windows 11 war somit bei Release inkompatibel zu gerade einmal 1 Jahr alter (und erst 1,5 Jahre später abgelöster) CPU-Technik. Das wäre vergleichbar zu einem Windows XP, dass den Start auf AMD Athlon verweigert – eine Einschränkung, die man sich aus gutem Grund nicht getraut hat.
Wie sich die Zeiten so ändern...
(Was dagegen seit XP gleich geblieben ist: Zum Start eines neues Windows meckern alle über Änderungen am Design und über ausgeweitete Online-Gängelung, die einem die Kontrolle über den eigenen Rechner und die eigenen Daten nimmt. Aber später haben es dann irgendwie doch alle im Einsatz.)
Ich habe es nie ausprobiert, aber würde Windows 11 die Installation auf einem Core-i-6000 auch verweigern, wenn man ein stand alone TPM 2.0 Modul nachrüsten würde? Hat das schon mal jemand getestet?
Denn das war ja eigentlich die Begründung seitens Microsoft.
Wie sich die Zeiten so ändern...
Bei Punkt 1 sehe ich reine Gier, wahrscheinlich möchte man wieder kassieren. W10 wurde ja für Besitzer der Vorgänger-Versionen verschenkt, auch wenn ich das nicht haben wollte.
Und jetzt? Will man W11 wohl verkaufen.
Bei Punkt 2 zeigt es ja auch auf, daß es ein fragwürdiger Schritt ist. Es ist ja nicht so, als würde man versuchen, ein völlig inkompatibles OS zu installieren, wie sagen wir mal MacOS auf einem Normal-PC, oder umgekehrt.
Und wieso soll ich überhaupt upgraden? Wieder alles neu installieren usw.? Ne, da verzichte ich gerne...
Andererseits gab es ja schon damals Tools wie XP Antispy. Hab ich auch immer gleich aufgespielt, wenn ich einen Rechner neu bekommen oder installiert hatte.
Windows 10 läuft bei mir sicher auch nicht "vanilla"...Classic Shell(für W11 wäre es jetzt Open Shell) und andere Sachen, so ist die Bedienung wieder ähnlich W7.
Ich für meinen Teil habe derzeit keinen Grund, upzugraden. Ich sehe ihn auch in 1,5 Jahren nicht. Eher ziehe ich mir wie bei W7 händisch von Nutzern zusammengestellte Patches und verwende Tricks, als daß ich mich auf den Quark da einlasse. Sollte es doch irgendwann nicht mehr machbar sein, lasse ich mich lieber mit Linux ein. Habs ja zum Teil schon - Stichwort Steam Deck.