Windows 7 gegen Windows Vista: Original-Test von 2009 mit Spielen und Anwendungen
Passend zum Support-Ende veröffentlichen wir den Original-Test von Windows 7 aus dem August 2009 erneut: Windows 7 ist seit einigen Tagen als RTM-Version per MSDN verfügbar. PC Games Hardware vergleicht die deutsche Version von Windows 7 x64 mit dem Vorgänger Windows Vista SP2 x64.
Aktualisierung vom 14.01.2020
Passend zum offiziellen Supportende von Windows 7 für Endkunden haben wir unseren originalen Windows-7-Test aus dem Jahre 2009 auf Vordermann gebracht und erneut veröffentlicht. Freuen Sie sich über eine kleine Zeitreise mit Geforce GTX 275, Radeon HD 4890, Crysis Warhead, Far Cry 2 und Anno 1404. Auf welchem Zweit- oder Erstrechner läuft bei Ihnen noch Win7?
Und bitte beachten Sie: Kostenlos von Windows 7 auf Windows 10 zu aktualisieren, ist weiterhin möglich.
Originalartikel vom 19.08.2009
Die Beta und der Release Candidate von Windows 7 überzeugten die meisten Anwender. Doch wird auch die finale Version den hohen Erwartungen gerecht? PC Games Hardware testet zunächst Windows 7 x64, da sich diese Version nach Einschätzung der Redaktion am meisten verbreiten wird. Dem neuen System stellen wir den Vorgänger Windows Vista ebenfalls in der 64-Bit-Version gegenüber. Einen Vergleich zu Windows XP sowie weitere Benchmarks und Testdetails finden Sie in der nächsten PC Games Hardware 10/2009 (ab 2. September am Kiosk).
Windows 7: die Versionen
Die Starter- und Home-Basic-Varianten von Windows 7 werden nicht offiziell im Einzelhandel verfügbar sein, sondern richten sich als sogenannte OEM-Versionen direkt an die großen PC-Hersteller. Da Windows 7 Home Basic nur für Entwicklungsländer geplant ist, wird es diese Version ohnehin nicht in Deutschland geben. Von der Windows 7 Home Premium soll es neben der OEM- auch eine Retail-Version geben, die über den Einzelhandel angeboten wird. Die Version Professional wird zusätzlich auch als Volumenlizenzen (Enterprise) für große Unternehmen mit vielen Arbeitsplätzen angeboten. Windows 7 Ultimate wird ausschließlich als Retailversion oder als Upgrade von Windows 7 Home Premium und Professional verfügbar sein.
| Funktion | Windows 7 Starter | Windows 7 Home Basic | Windows 7 Home Premium | Windows 7 Professional | Windows 7 Ultimate (Enterprise) |
|---|---|---|---|---|---|
| Max. RAM* | Ca. 3,5 GiByte | Ca. 8 GiByte | Ca. 16 GiByte | Ca. 192 GiByte | Ca. 192 GiByte |
| Zielgruppe | Netbooks | Entwicklungsländer | Heimanwender | Unternehmen | Profianwender und kleine Unternehmen |
| Netzwerk | Basis | Fortgeschritten | Fortgeschritten | Fortgeschritten | Fortgeschritten |
| Media Center | Nein | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Aero Glass | Nein | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Aero Peek | Nein | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Aero Snap | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Aero Shake | Nein | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Thumbnail-Vorschau | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja |
| XP-Modus | Nein | Nein | Nein | Ja | Ja |
| UAC | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Homegroup | Nein** | Nein** | Ja | Ja | Ja |
| Domänen | Nein | Nein | Nein | Ja | Ja |
| Multitouch-Bedienung | Nein | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Dateisystemverschlüsselung | Nein | Nein | Nein | Ja | Ja |
| Bitlocker | Nein | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Remote Desktop | Nein | Nein | Nein | Ja | Ja |
| 64 Bit | Nein | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Readydrive | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Readyboost | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Superfetch | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Enhanced Taskbar/Jump Lists | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
Windows 7 und der Internet Explorer
Windows 7 wird nun doch mit dem Internet Explorer 8 ausgeliefert - damit ist die Windows-7-E-Version ohne den Microsoft-Browser Geschichte. Per Windows-Update bekommt der Anwender später die Möglichkeit, einen anderen Webbrowser für Windows 7 zu wählen. Es werden Konkurrenten wie Firefox, Safari, Google Chrome und Opera angeboten. Bisher fehlt aber noch die Zustimmung der EU-Komission. Computerhersteller sollen ebenfalls die Möglichkeit haben, Internet-Browser von Dritten in die Vorinstallationen von Windows 7 zu integrieren. Ursprünglich wollte sich Microsoft auf andere Art dem europäischen Wettbewerbsrecht beugen und Windows 7 "E" ohne integrierten Internet Explorer und damit ganz ohne Browser ausliefern, dieser Plan stieß jedoch auf starke Kritik.
Upgrade auf Windows 7
Da der Internet Explorer jetzt in Windows 7 bleibt, ist auch das direkte Upgrade mit Datenübernahme wieder möglich. Sie können also von Windows Vista auf Windows 7 aktualisieren und Programme sowie Einstellungen übernehmen. Allerdings ist dies nur möglich, wenn Sie von 32 auf 32 Bit oder 64 auf 64 Bit updaten und in der gleichen Editions-Familie bleiben. Mehr dazu in der Tabelle.
| Windows 7 Home Premium | Windows 7 Professional | Windows 7 Ultimate | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 32 Bit | 64 Bit | 32 Bit | 64 Bit | 32 Bit | 64 Bit | ||
| Windows XP | 32 Bit | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation |
| Windows Vista Starter | 32 Bit | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation |
| 64 Bit | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | |
| Windows Vista Home Basic | 32 Bit | Upgrade | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation |
| 64 Bit | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade | |
| Windows Vista Home Premium | 32 Bit | Upgrade | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation |
| 64 Bit | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade | |
| Windows Vista Home Business | 32 Bit | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation |
| 64 Bit | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation | Upgrade | |
| Windows Vista Ultimate | 32 Bit | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade | Neuinstallation |
| 64 Bit | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Neuinstallation | Upgrade |
Windows 7: Installation
Die Installation von Windows 7 unterscheidet sich kaum vom Vista-Setup. Allerdings ist ein entscheidender Punkt anders: Windows 7 erstellt automatisch eine 100 MiByte große Partition, in der systemrelevante Daten wie der Bootmanager abgelegt sind. Diese Partition erscheint im Explorer später nicht. Die Windows-7-Installation an sich geht schnell voran und dauert nicht länger als eine halbe Stunde. Am Ende der Windows-7-Installation findet wie unter Windows Vista eine Messung der Systemleistung statt.
Quelle: PC Games Hardware
Windows 7 RTM: Systemsteuerung
Windows 7: Benutzerkontensteuerung
Die Benutzerkontensteuerung (auch UAC genannt) hatte unter Windows Vista einen schlechten Ruf, da sie durch häufige Fragen den Bedienkomfort störte. Viele Anwender schalten darauf das UAC ab, womit sich das Sicherheitsniveau stark reduzierte. Microsoft hat die Kritik angenommen und die Benutzerkontensteuerung in Windows 7 deutlich verbessert: Sie als Anwender können die Benachrichtigungseinstellungen selbst ändern. Es erscheinen selbst in der höchsten Stufe deutlich weniger Meldungen als unter Windows Vista. Standardmäßig ist unter Windows 7 die zweithöchste Stufe eingestellt. Laut den Kollegen der c't ist dies ein Sicherheitsrisiko und ermöglicht trotz Benutzerkontensteuerung unter Windows 7 die Ausführung von Schadcode.
Quelle: PC Games Hardware
Windows 7 RTM: Einstellung der Benutzerkontensteuerung (UAC)
Windows 7: die coolen Features
Windows 7 bringt trotz des kleinen Versionssprungs einige Neuerungen mit und hebt sich auch optisch von Windows Vista ab. Hat man sich an die neue Taskleiste von Windows 7 gewöhnt, steigt die Produktivität, da man schnell zwischen Anwendungen und vor allem zum gewünschten Dokument wechseln kann. Zudem können Sie Programme in der Taskleiste anpinnen und über die rechte Maustaste passende, schon einmal verwendete Dateien aufrufen.
Eine ähnliche Funktion bietet auch das Startmenü. Funktionen wie Aero Snap oder Aero Peek sind nützlich und vereinfachen richtig angewandt auch die Arbeit mit Windows 7. Die Designpakete und Minianwendungen sind weniger nützlich, gefallen aber sicher vielen Anwendern. Sehr gut ist die Funktion "Heimnetzwerkgruppe": Damit können Sie bequemer und gezielter als bisher Freigaben im Netzwerk erteilen und dies sehr einfach und per Kennwort - ähnlich wie unter Windows 98. Ebenfalls verbessert wurden das Media Center, nun mit richtiger Videobibliothek und besserer Hardwareunterstützung (Stichwort DVB-S). Windows 7 Professional und Ultimate unterstützen auch den XP-Modus, mit dem hauptsächlich Firmen ältere Anwendungen betreiben können - für Spiele eignet sich das virtuelle XP nicht. Der XP-Modus befindet sich aber noch im RC-Status. Viele Verbesserungen in Windows 7 liegen aber auch unsichtbar unter der Oberfläche, etwa die bessere SSD-Unterstützung.
Windows 7 x64 gegen Windows Vista x64
Die Benchmarks zeigen, dass Windows 7 kaum schneller ist als Windows Vista - allerdings auch nicht langsamer, denn bis zum Release haben die Treiberentwickler noch Zeit, mehr Performance herauszukitzeln. Anwendungsbenchmarks wie Cinebench oder der Kopiertest messen fast keinen Unterschied. Nur bei den Spielen kann sich Windows 7 leicht von Windows Vista absetzen, hier ist aber der Einfluss der Treiber sehr stark. Hinzu kommt natürlich noch der gefühlte Geschwindigkeitszuwachs durch Windows 7: Fenster werden deutlich schneller aufgebaut und auch die Treibersuche geht unter Windows 7 fixer.
Windows 7: erstes Fazit
Windows 7 ist nach unserem ersten Test der RTM-Version ein gelungenes Betriebssystem; es werden nahezu alle Fehler des alten Windows Vista behoben und die Benutzerfreundlichkeit steht an erster Stelle. Auch wenn Windows 7 nur ein kleiner Versionssprung zu Windows Vista ist, kann man es nicht einfach als besseres Service Pack bezeichnen. Wir erinnern uns an Windows XP: Der Microsoft-Klassiker bot auch nur wenige Verbesserungen gegenüber Windows 2000 und war trotzdem über mehrere Jahre erfolgreich. Wie schätzen Sie Windows 7 ein? Werden Sie umsteigen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Die einzig halbwegs brauchbare Variante ist Win 10 LTSC, hier ist der ganze App-Kram samt Edge nicht dabei, den brauchen Firmen sowieso eher selten.
Für NT4 oder 2000 ist mir kein Browser bekannt, der aktuelle Standards wie TLS1.2 oder 1.3 oder auch HTML 5 ordentlich unterstützt. Für XP schon. Es gibt den FF52.9, der zwar seit Mitte 2018 nicht mehr mit Updates versorgt wird, die meisten Seiten funktionieren aber weiterhin: Directory Listing: /pub/firefox/releases/52.9.0esr/win32/de/
Mit XP kann man also noch fast alles im Internet machen, es wäre aus Sicherheitsgründen aber vielleicht besser, man installiert Debian 10, das auf praktisch allen XP-Kisten läuft, auf welchen auch der FF52 läuft.
Updates gibt es bei Win 7 für privat nur deshalb nicht mehr, weil sie seit Januar ungeschützt unterwegs sind. Ansonsten musste ich auch bei Win 7 monatlich Update einspielen, genauso wie bei Win 10, sobald das Gerät mit dem Internet verbunden wurde.
Jeder wie er will, mein Android 7 Tablet läuft auch noch hinreichend gut.
In den Fírmennetzwerken ist es eine andere Überzeugung der Entscheidungsträger. Die träumen davon, mit den über Jahre verschleppten Update Geld sparen zu können. Wer noch Software betreibt, die zwingend Win XP oder Win 7 benötigt, muss diese niemals im Firmennetz mit offenem Internetzugang betreiben und erscheint damit auch in keiner öffentlichen Statistik.
Kann es voll nachvollziehen das es immer noch so viele nutzen und sich Win 10 verweigern. Win 7 liegt glaube ich immer noch bei 23% Marktanteile. Das ist verdammt viel für ein OS das 11 Jahre auf den Buckel hat.
Man braucht kein MS Account. Man hat keine Handy Apps. Man hat keinen MS Store. Man wird nicht Update vergewaltigt. Und Aero Glass sieht heute noch sexy aus. Dagegen sieht Fluent von Win 10 einfach nur schäbig und billig aus. Win 10 sieht eh aus wie irgendwas für ein Smartphone. Eine einzige große Bloatware dieses Win 10.
Wenn man so will war Win 7 das letzte klassische OS von MS. Mit Win 8 ging der Blödsinn los von MS.
Ich werde in Zukunft Win 7 sehr vermissen. Hab die letzten 5 Jahre Win 10 hassen gelernt.
Man kann Win 7 gut und gerne noch bis 2023 nutzen. Den erweiterten Support kann man sich easy ohne Kosten freischalten. Einfach mal etwas Google benutzen. Zudem, so lange Browser supportet werden für Win 7. Sehe ich kein Problem das über den erweiterten Support zu nutzen. Angriffs Hauptziel ist eh Win 10, da es jeder Hinz und Kunz nutzt.
Wird halt schwierig mit neuer Hardware und Games auf Win 7.