Windows: Neue Sicherheitslücke bei Druckern aufgetaucht
Microsoft meldet die Sicherheitslücke CVE-2021-36958, die eine neue Variante der Print-Nightmare-Sicherheitslücke darstellt. Momentan gibt es nur einen Workaround und keinen Patch.
Seit Juli treibt die Schwachstelle Print Nightmare ihr Unwesen auf zahlreichen Windows-PCs. Hierbei kann sich ein Angreifer über den Druckertreiber Zugang zum PC verschaffen. Mit Sicherheitspatches versuchte Microsoft bereits im Juli die Lücke zu schließen, doch immer wieder tauchen neue Varianten auf.
So ist nun die Lücke CVE-2021-36958 bei Microsoft dokumentiert. Analog zu den bisherigen Print-Nightmare-Lücken kann hier ein Angreifer einen beliebigen Code mit System-Privilegien ausführen, Dateien ändern, Programme installieren oder neue Benutzer anlegen. Aktuell untersucht Microsoft den Vorfall und hat nur einen Workaround parat, aber noch keinen Patch. An einer Beseitigung der Sicherheitslücke wird gearbeitet.
Kein Drucken über das Netzwerk mehr
Unklar ist aktuell, ob der Angreifer lokalen Zugang zum PC benötigt, den Nutzer dazu bringen muss, eine bestimmte Aktion auf dem PC auszuführen oder ob ein Angriff auch remote erfolgen kann. Als Geräte-Administrator sollte man den Druckerspooler-Service deaktivieren und somit auf das Ausdrucken an einem Netzwerk-Drucker verzichten, bis es einen Hotfix via Windows-Update gibt. Zur Deaktivierung des Druckerspooler-Service geht man wie folgt vor:
- Via Gruppenrichtlinieneditor geht man auf den Bereich Computerkonfiguration \ Administrative Vorlagen \ Drucker.
- Nun muss die Richtlinie "Annahme von Clientverbindungen zum Druckspooler zulassen" auf "Deaktiviert" gesetzt werden. Folglich kann man nicht mehr übers Netzwerk ausdrucken.
- Falls man Windows 10 Home verwendet, gibt es keinen Gruppenrichtlinieneditor, da dieser den höheren Editionen Windows 10 Pro & Co. vorbehalten ist.
Wenn man also Windows 10 Home nutzt oder keine Rechte für den Gruppenrichtlinieneditor besitzt, sollte man zumindest vorläufig auf das Drucken im Netzwerk verzichten. Mit dem August-Patchday ist eine neue Richtlinie bei der Installation von Druckertreibern eingeführt worden. So sind künftig immer Administratorenrechte notwendig, um auf einem PC Druckertreiber installieren zu können. Eine einfache Installation via Point and Print ist somit - standardmäßig - nicht mehr möglich.
Falls man aber diese Methodik nutzt, um eine Software schnell auf viele PCs im selben Netzwerk installieren zu können, gibt es die Möglichkeit, den Registry-Wert auch wieder zu verändern und die Installationsroutine weiterhin nutzen zu können. Allerdings ist man dann wieder verstärkt für die Sicherheitslücke Print Nightmare anfällig, wobei man als Admin einschränken kann, zu welchen Druckerservern überhaupt eine Verbindung aufgebaut werden kann.
Ebenfalls lesenswert: Windows 10: Drucker nach Printnightmare-Patch unbenutzbar
Sammlung zur neuen Version der Sicherheitslücke Print Nightmare für Windows-PCs:
- Mit der dokumentierten Sicherheitslücke CVE-2021-36958 gibt es eine neue Variante von Print Nightmare für Windows-PCs.
- Ein Angreifer kann dabei einen beliebigen Code mit System-Rechten auf dem PC ausführen und nutzt hierzu eine Schwachstelle im Druckerspooler-Service von Windows.
- Microsoft rät in einem Workaround dazu, manuell den Druckerspooler-Service auszuschalten, insofern man Windows 10 Pro oder Enterprise benutzt.
- Alle Nutzer mit Windows 10 Home sollten vorläufig auf das Drucken im Netzwerk verzichten und neue Druckertreiber nur mit Administratorenrechten installieren.
Quellen: Microsoft (1), Microsoft (2), Microsoft (3), Stadt Bremerhaven

In meiner Digitalen Weltanschauung könnte auf Papier Gedruckter Alltagsschmarrn langsam austerben, ist mir aber auch egal, dass es sich nach wie vor hält. Mir reichts wenn ich der Druckerbenutzung entkommen bin.
DIE Lücke namens "PrintNightmare" gibt es nicht.
Die jetzt gemeldete Lücke hat auch ein viel niedrigeres CVSS Score. Einfach mal vergleichen.
Den Spooler haben wir schon vor vielen Wochen auf fast allen Servern deaktiviert.
Aber ehrlich mal, langsam kotzt IT nur noch an... Musste erst kürzlich auf 'nem Rechner Windows Sicherheitsupdates deinstallieren, da sie verhinderten, dass ein wichtiges Programm (auch von MS) startet. Jede Woche was neues...