Offizielle Linux-Installationsanleitung: Microsoft wildert am anderen Ufer

4
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Ausgerechnet der Windows-Hersteller Microsoft hat eine offizielle Installationsanleitung für Linux veröffentlicht. Wie gelingt der Umstieg zu Linux?
Quelle: Microsoft; Montage + Logo: Sven Bauduin

Ausgerechnet der Windows-Hersteller Microsoft hat eine offizielle Installationsanleitung für Linux veröffentlicht. Zudem gibt es eine eigene Linux-Distribution von Microsoft.

Am 22. Oktober 2009 war es so weit und Windows 7 erblickte das Licht der Welt. Seit dem Jahr 2018 ist Windows 10 der neue Champion am Markt der PC-Betriebssysteme. Inzwischen ist der Support zu Windows 7 und zum 2012 erschienenen Windows 8 eingestellt worden. Die bis dato mögliche Aktivierung von Windows 10 oder Windows 11 mit einem Lizenzschlüssel von Windows 7 oder 8 ist nun nicht mehr möglich. Microsoft hat offenbar selbst darauf reagiert und eine Installationsanleitung veröffentlicht - für den Betriebssystemkonkurrenten Linux.

Microsoft mit eigener Linux-Distribution CBL-Mariner

Bereits im seit 2014 verfügbaren Windows 10 lässt sich optional ein Windows Subsystem for Linux aktivieren. So können Anwender zwei Betriebssysteme parallel auf einem PC nutzen. Mit diesem Vorgehen soll es beispielsweise Entwicklern erleichtert werden, neue Programme zu programmieren. Allerdings können auch normale Nutzer das Linux-System verwenden. In der offiziellen Microsoft-Anleitung wird nicht nur aufgezeigt, wie das Subsystem aktiviert werden kann, sondern auch wie die lokale Installation als Alternative zu Windows möglich ist.

In vier Schritten geht's zu Linux auf dem PC. Zunächst muss festgelegt werden, ob man Linux in einer virtuellen Maschine, im WSL, in der Cloud oder lokal auf dem PC installieren möchte. Dann erfolgt die Wahl einer Linux-Distribution, wobei die 24 populärsten Distributionen gelistet werden. Zur lokalen Installation ist ein USB-Stick mit mindestens 16 GByte Speicherplatz sowie ein Tool, wie etwa Rufus, notwendig. Im letzten Schritt dreht sich alles um den Paketmanager von Linux, damit Anwender ihre Software auf dem neuesten Stand halten können.

Im Gegensatz zu Windows 7 oder 8 erhält das kostenlose Linux weiterhin Sicherheitsupdates. Möglicherweise möchte der Konzern mit diesem Schritt auch klarstellen, wie sich ältere PCs ohne Windows weiterhin nutzen lassen. Wie Microsoft schreibt, offeriert man zahlreiche eigene Software als Linux-Versionen, darunter die Entwicklertools Visual Studio Code, .NET und die Powershell, sowie Trainingskurse für den Umgang mit Linux. Zudem gibt es die von Microsoft unterstützte Linux-Distribution CBL-Mariner. Seit April 2020 gibt es CBL-Mariner, das das OS für Microsoft Azure Services darstellt. Der Source Code ist kostenfrei verfügbar bei Github. Aktuell läuft CBL-Mariner in Version 2.0.20231004, welche im Oktober 2023 veröffentlicht wurde.

Ebenfalls lesenswert: [PLUS] Anleitung: Linux parallel zu Windows nutzen

Sammlung zur Linux-Installationsanleitung von Microsoft:

  • Microsoft hat eine Installationsanleitung für Linux veröffentlicht und gibt selbst noch Tipps für die Auswahl einer Linux-Distribution.
  • Im Gegensatz zu Windows 7 oder 8 erhält das kostenlose Linux weiterhin Sicherheitsupdates. Ein kostenfreies Upgrade von Windows 7 oder 8 auf die Nachfolger Windows 10 oder 11 ist nicht mehr möglich.
  • Seit April 2020 gibt es die von Microsoft unterstützte Linux-Distribution CBL-Mariner, dass das OS für Microsoft Azure Services darstellt.

Quellen: Microsoft, Github

4
    • Kommentare (4)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von ToZo1
        "... die 24 populärsten Distributionen..."
        LOL... ja ne is klar. Genau so wird das ganz sicher was mit dem Kampf gegen das große böse NSA-optimierte ClosedSource aufm Desktop... wie man ja die letzten 30 Jahre sieht. Toi toi toi *facepalm*

        Imo sollten 20 davon sterben und der OpenSource-Hirnschmalz in die letzten 4 fließen. Wenn ... ja wenn da nicht die vielen sich untereinander nicht ausstehen könnenden Nerd-Egos wären, auf die sich MAG (Microsoft, Apple und Google) immer 100%ig verlassen können... *seufz*
        Es wird ja nicht alles x-mal entwickelt, nur weil es x Distros gibt. Eine Distro ist "nur" eine funktionierende Zusammenstellung von Software und ihrer Konfiguration und die meisten Distros leiten sich dabei auch noch von schon bestehenden Distros ab. Die Software selbst wird distributionsübergreifend entwickelt und so profitieren eigentlich alle Distros gleichermaßen von Beiträgen zum Code und dem Feedback zur Software. Die größten Aufwendungen für Parallelentwicklungen sind vermutlich im Bereich der Desktopumgebungen zu finden.
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von ToZo1
        "... die 24 populärsten Distributionen..."
        LOL... ja ne is klar. Genau so wird das ganz sicher was mit dem Kampf gegen das große böse NSA-optimierte ClosedSource aufm Desktop... wie man ja die letzten 30 Jahre sieht. Toi toi toi *facepalm*

        Imo sollten 20 davon sterben und der OpenSource-Hirnschmalz in die letzten 4 fließen. Wenn ... ja wenn da nicht die vielen sich untereinander nicht ausstehen könnenden Nerd-Egos wären, auf die sich MAG (Microsoft, Apple und Google) immer 100%ig verlassen können... *seufz*
        Es wird ja nicht alles x-mal entwickelt, nur weil es x Distros gibt. Eine Distro ist "nur" eine funktionierende Zusammenstellung von Software und ihrer Konfiguration und die meisten Distros leiten sich dabei auch noch von schon bestehenden Distros ab. Die Software selbst wird distributionsübergreifend entwickelt und so profitieren eigentlich alle Distros gleichermaßen von Beiträgen zum Code und dem Feedback zur Software. Die größten Aufwendungen für Parallelentwicklungen sind vermutlich im Bereich der Desktopumgebungen zu finden.
      • Von Schnitzelnator Software-Overclocker(in)
        Eines muss man Microsoft lassen - sie geben den Leuten somit zumindest die Möglichkeit, ihr Schicksal selbst zu wählen
      • Von squashplayer Schraubenverwechsler(in)
        Also ich nutze Linux ja um von Microsoft wegzukommen. Da nehme ich doch nicht Linux von Microsoft lol
      • Von ToZo1 Software-Overclocker(in)
        "... die 24 populärsten Distributionen..."
        LOL... ja ne is klar. Genau so wird das ganz sicher was mit dem Kampf gegen das große böse NSA-optimierte ClosedSource aufm Desktop... wie man ja die letzten 30 Jahre sieht. Toi toi toi *facepalm*

        Imo sollten 20 davon sterben und der OpenSource-Hirnschmalz in die letzten 4 fließen. Wenn ... ja wenn da nicht die vielen sich untereinander nicht ausstehen könnenden Nerd-Egos wären, auf die sich MAG (Microsoft, Apple und Google) immer 100%ig verlassen können... *seufz*
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk