Microsofts neuer Standard-Font: Aus Calibri wird Aptos [Update]
Calibri geht in Rente und Microsoft hat mit Aptos eine neue Standardschriftart. Warum Microsoft nach rund 15 Jahren den Wechsel vollzieht, das erklären die Redmonder.
Update
Original-Artikel vom 14.07.2023: Microsoft hat sich nach rund 15 Jahren Calibri dazu entschieden, die Standardschriftart auszutauschen. Künftig ist Aptos der Font, den Microsoft standardmäßig in allen Anwendungen verwenden wird. Logischerweise wird es da auffallen, wo viel Text anfällt - also in den Office-Anwendungen, aber auch in Windows wird man Aptos sehen können.
Warum? Das ist natürlich die Frage, die als Erstes gestellt wird, ist der Mensch doch unausweichlich ein Opfer seiner Gewohnheit. Microsoft nennt als primär den technologischen Fortschritt. "Die Technologie, die wir tagtäglich nutzen, hat sich verändert. Und so begann unsere Suche nach der perfekten Schrift für Bildschirme mit höherer Auflösung. Die Schrift musste scharf und gleichmäßig sein und sich gut für die Anzeige eignen." Fünf Optionen waren im Rennen: Bierstadt, Grandview, Seaford, Skeena und Tenorite. Nutzer von Office konnten die Schriftarten benutzen und gaben Rückmeldung. Am Ende erwies sich Bierstadt als Favorit der Anwender und auf Basis dieser Typo wurde dann Aptos realisiert. Ab heute wird Aptos in Word, Outlook, Powerpoint und Excel zum Standard.
Die Schrift wurde von Steve Matteson entworfen, einem der weltweit führenden Schriftdesigner. Zu seinen früheren Arbeiten gehören die Entwicklung der ursprünglichen Windows-True-Type-Kernschriftarten und die Erstellung von Segoe. Letztere dürften die wenigstens beim Namen kennen, aber es ist die Standardschrift der Benutzeroberfläche von Windows.
Aptos, seine neueste Schöpfung, ist nach einer nicht eingemeindeten Stadt in Santa Cruz, Kalifornien, benannt. Dessen weitreichende landschaftlichen und klimatischen Gegebenheiten sollen die Vielseitigkeit der Schrift widerspiegeln. Matteson wollte, dass Aptos die universelle Anziehungskraft des verstorbenen NPR-Nachrichtensprechers Carl Kasell und den scharfsinnigen Ton des Moderators der Late Show, Stephen Colbert, hat. "Es gibt immer eine kleine Stimme in mir, die sagt: 'Weißt du, du musst versuchen, ein bisschen Menschlichkeit reinzubringen. Du kannst nicht nur Lineale, gerade Kanten und französische Kurven (eine Schablone zum Zeichnen gleichmäßiger Kurven) verwenden, um all diese Formen mechanisch zu machen. Das habe ich getan, indem ich dem R und dem doppelt gestapelten g ein wenig Schwung verliehen habe." Aptos ist serifenlos und soll einfach über verschiedenen Sprachen zu lesen sein. Auch bei Härtefällen wie l und I, die sich in manchen Schriftarten kaum unterscheiden lassen.
Quelle: Microsoft
Und auch wenn Bierstadt - jetzt Aptos - gewonnen hat, so bleiben Grandview, Seaford, Skeena und Tenorite erhalten und können genutzt werden - ebenso wie Calibri, die lange treue Dienste geleistet hat. Genau wie ihre Vorgänger Times New Roman und Arial ist Calibri ganz oben im Menü der neuen Schriftarten angeheftet (vorerst nur im Web). Aptos ist Teil einer breiteren Welle von Funktionen, die für Microsoft 365 entwickelt und in den kommenden Monaten bereitgestellt werden.
Neues Design für Office
Update vom 24.07.2023: Nicht nur die Schriftart wird in Office geändert, sondern auch die Standard-Designs. Für viele Nutzer bedeutet das eine Umstellung - das aktuelle Design kommt schließlich seit 2013 mehr oder weniger ähnlich zum Einsatz. Am offensichtlichsten wird die neue Farbpalette sein, aber auch veränderte Designelemente und Layouts sind vorzufinden.
Quelle: Microsoft
Wir haben auch beliebte Farbpaletten und Designtrends untersucht und eine Reihe von Standardfarben erstellt, die in allen Office-Anwendungen gut funktionieren. Damit können Sie leicht zugängliche Inhalte erstellen. Sie können diese neuen Farben verwenden, um Inhalte wie Diagramme, Listen und Formen zu gestalten.
Quelle: Microsoft
Wir haben die Standardkonturgewichte erhöht, die Konsistenz zwischen Formen und Linien verbessert und einen besseren Kontrast hinzugefügt.
Generell sollen diese Änderungen Office frischer wirken lassen und insbesondere barrierefreier machen. Infolgedessen sind die Standardfarben und Linienstärken so gewählt, dass sie auch für Personen mit bestimmten Einschränkungen gut erkennbar sind. Generell gilt für alle Anwender, dass sich die Lesbarkeit verbessert haben soll - auch im Hinblick auf die immer weiterverbreiteten Bildschirme mit hohen Pixeldichten.
Quelle: Microsoft

MfG
Raff
M$ sollte lieber mal die Schriftdarstellung(True Type) reparieren. Da gibt es schon länger Probleme, vor allem weil Monitorhersteller technische Sonderwege gehen.
Für neue Panel-Arten erweitern, das könnten sie hingegen.
Zeig mir aber bitte, wie ein Schriftdesigner diese Arbeit erledigen soll. Der Koch macht im Hotel auch nicht die Betten, nur weil er im gleichen Gebäude wie der Zimmerdienst arbeitet.
Ich für meine Seite, bleibe bei Arial.
M$ sollte lieber mal die Schriftdarstellung(True Type) reparieren. Da gibt es schon länger Probleme, vor allem weil Monitorhersteller technische Sonderwege gehen. Offenbar lässt sich damit aber nicht so gut werben wie mit Unterstützung HDR und anderem Schnickschnack. Bitte die Basics wieder gängig machen(ist ja kein Hexenwerk, ging ja damals schon).