Neues in Windows 11 22H2: Datei-Explorer erhält Tabs, Startmenü erhält benennbare Ordner

10
News Claus Ludewig Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
App-Ordner im Startmenü in Windows 11 Version 22H2
Quelle: PCGH

Auf einem Online-Event hat Microsoft neue Features für hybrides Arbeiten in Windows 11 Version 22H2 vorgestellt. Eine Neuerung dürfte viele Nutzer freuen.

Seit Oktober 2021 gibt es Windows 11 als kostenloses Upgrade für Nutzer von Windows 10, vorausgesetzt der PC erfüllt die Systemanforderungen. Bei Anwendern, die eine nicht-kompatible CPU im Computer verbaut haben, kann das kostenfreie Update manuell durchgeführt werden. Zuletzt zeigten Statistiken, dass nur gut 20 Prozent aller Windows-Nutzer bereits auf das neue Betriebssystem umgestiegen sind. Unter dem Motto "Die Zukunft des hybriden Arbeitens" hat Microsoft zur Online-Veranstaltung geladen und dabei allerhand Neuerungen in Windows 11 gezeigt. Neben Microsoft-CEO Satya Nadella hat auch Windows- und Surface-Chef Panos Panay neue Features der Windows 11 Version 22H2 präsentiert, die sich vor allem rund um das Thema Produktivität drehen und so vielleicht mehr Nutzer zum Umstieg bringen sollen.

Datei-Explorer erhält Tabs

Mit Windows 11 Version 22H2 erhält der Datei-Explorer ein lang ersehntes Feature - Tabs. Bereits in einer Insider Preview von Windows 10 gab es mal einen Testlauf mit Registerkarten im Explorer, doch erst mit Windows 11 kommen tatsächlich Tabs in den Datei-Explorer. Zudem erhält der Windows-Explorer eine neue Startseite, die nicht nur die zuletzt verwendeten Dateien anzeigt, sondern auch die Option bietet, Dateien als Favoriten abzulegen - genauso, wie Ordner. Falls die Dateien in der Cloud liegen, wird die Favoritenliste über mehrere Geräte synchronisiert. In der letzten Spalte wird zudem angezeigt, welcher Nutzer zuletzt die Datei bearbeitet hat.

Wer Onedrive nutzt, kann künftig im Datei-Explorer sehen, wie der Status auf dem Cloud-Speicher ist. Falls man eine Datei teilen will, versucht der Explorer automatisch zu erraten, mit welchen Kontakten man die Datei teilen könnte und blendet einen Vorschlag ein. Wenn man Microsoft Outlook im Paket Office Home & Business gekauft hat oder Abonnent von Microsoft 365 ist, kann man Outlook direkt in den Datei-Explorer integrieren. So lässt sich mit wenigen Klicks eine Datei via E-Mail teilen, ohne dazu das Outlook-Programm öffnen zu müssen. Voraussetzung für die Nutzung ist neben dem kostenpflichtigen Microsoft Outlook Desktop auch die kostenlose App Microsoft Office Outlook Desktop Integration, die man ohne Extrakosten im Microsoft Store herunterladen kann.

Startmenü erhält benennbare Ordner

In Windows 11 gibt es bekanntlich ein neues Startmenü, doch nicht alle Anwender sind glücklich mit diesem Menü. Seit der Insider Build 22557 gibt es die Möglichkeit, Ordner im Startmenü zu erstellen. So soll etwas mehr Übersichtlichkeit in den Angepinnt-Bereich kommen. Seit der Windows 11 Insider Preview Build 22579 besteht die Möglichkeit, die App-Ordner benennen zu können - wie auch schon bei Windows 10. Um einen Ordner zu erstellen, genügt es, zwei App-Icons einfach aufeinanderzuschieben, dann wird eine Animation angezeigt und ein Ordner erstellt.

App-Ordner im Startmenü in Windows 11 Version 22H2 Quelle: PCGH App-Ordner im Startmenü in Windows 11 Version 22H2 App-Ordner im Startmenü in Windows 11 Version 22H2 Quelle: PCGH App-Ordner im Startmenü in Windows 11 Version 22H2 Aufteilung vom Startmenü in Windows 11 Version 22H2 Quelle: PCGH Aufteilung vom Startmenü in Windows 11 Version 22H2 Neues in Windows 11: Microsoft zeigt Features für hybrides Arbeiten (1) Quelle: PCGH Neues in Windows 11: Microsoft zeigt Features für hybrides Arbeiten (1)

Fokus soll Ablenkung reduzieren

Bereits in der derzeit für alle Windows-11-Nutzer verfügbaren Version 21H2 gibt es die Fokussitzungen innerhalb der neuen Uhr-App. Mit der Windows Insider Preview 22557 lässt sich eine solche Sitzung auch bequem über das Benachrichtigungscenter starten. So lässt sich für eine selbst festgelegte Zeitspanne arbeiten, ohne von Benachrichtigungen genervt zu werden. Neben den Einstellungen innerhalb der Einstellungsapp im Bereich System, kann man über die vorinstallierte Uhr-App auch weitere Optionen rund um die Fokussitzungen aktivieren. Hierzu zählen das Abspielen von Musik über Spotify oder die Erstellung und Bearbeitung von Aufgabenlisten in Microsoft To-Do.

Bislang gibt es den Benachrichtigungsassistenten, der sich im Benachrichtigungscenter oder beim Klick auf die Uhr-/Datumsanzeige (auf dem Hauptmonitor) öffnet. Mit der Build 22557 benennt Microsoft den Assistenten um, damit klar wird, was die Aufgabe ist. Aus dem Benachrichtigungsassistenten wird "Nicht stören", schließlich lassen sich hiermit Regeln definieren, wann man nicht gestört werden will. So kann man bestimmte Uhrzeiten festlegen oder Benachrichtigungen deaktivieren, wenn man spielt oder eine Präsentation hält. Zudem können Anwender Ausnahmen hinterlegen, etwa für bestimmte Apps.

Überarbeitete Snap-Layouts & neue Meeting-Funktionen

Microsoft hat die Snap-Layouts überarbeitet. Wenn man nun ein minimiertes Fenster an den oberen Bildschirmrand zeiht, erscheint eine Navigationsleiste, mit der man zwischen verschiedenen Layouts wählen kann. Windows 11 passt dann die geöffneten Programmfenster automatisch an, sodass sich bis zu vier Fenster parallel auf einem Bildschirm darstellen lassen. Alternativ kann man den Snap-Assist auch jederzeit über die Tastenkombination Windows + Z aufrufen und dann das Layout auswählen. Zudem gibt es auch weiterhin die Möglichkeit, durch ein Hovern über die Maximieren-Schaltfläche den Snap-Assist aufzurufen.

Bislang gibt es in Microsoft Teams Features, um beispielsweise den Hintergrund unscharf zu machen. Mit Windows 11 Version 22H2 steht dieses Feature als Betriebssystemfunktion zur Verfügung. So kann jede Anwendung darauf zugreifen, ohne das Feature selbst programmieren und bereitstellen zu müssen. Neben dem Unschärfeeffekt zählen zu den neuen Meeting-Funktionen auch die Optimierung der Stimme und die automatische Zentrierung der Person vor der Webcam.

Neuer Microsoft Defender Smartscreen

Windows 11 Version 22H2 wird mit einem erweiterten integrierten Virenscanner Microsoft Defender aufwarten. Mit der Smartscreen-Funktion können Phishing-Angriffe identifiziert werden und Anwender vor der mit Malware verseuchten Anwendung oder der gehackten Webseite gewarnt werden. Allerdings kann die Smart App Control erst mit einer Neuinstallation von Windows 11 aktiviert werden, wenn dies der Nutzer wünscht.

Noch ist unklar, wann Windows 11 Version 22H2 verfügbar sein wird. Es könnte allerdings auch relativ schnell gehen. Schließlich hat Microsoft bereits im Februar mit dem optionalen Update KB5010414 und mit dem jüngsten Patchday im März bewiesen, dass neue Features auch außerhalb des jährlichen Funktionsupdates für Nutzer von Windows 11 veröffentlicht werden können. Voraussetzung ist lediglich, dass die Updates verschiedene Stufen im Windows Insider Programm erfolgreich durchlaufen haben, dann geht's an die Verteilung als optionales Update für alle Anwender von Windows 11. Funktionsupdates werden dagegen zu einer Art Update-Sammlung. Neben diesen Neuerungen enthält das erste Feature-Update auch noch ein paar neue UI-Elemente und weitere neue Features, die wir in einem eigenen Artikel vorstellen.

Bildergalerie

Ebenfalls lesenswert: Update für Windows 11: Das beinhaltet das erste Feature-Update Version 22H2

Sammlung zu neuen Funktionen in Windows 11 für hybrides Arbeiten:

  • Microsoft hat in einem Online-Event Neuerungen für Windows 11 mit Fokus auf Produktivität vorgestellt.
  • So wird es in Windows 11 Version 22H2 wieder benennbare App-Ordner im Startmenü geben. Zudem erhält der Datei-Explorer eine neue Startseite, die es ermöglicht, neben Ordnern auch Dateien anzuheften und mit anderen Geräten zu synchronisieren.
  • Im Datei-Explorer gibt es künftig Tabs.
  • Fokus soll die Ablenkung reduzieren, indem Benachrichtigungen für einen bestimmten Zeitraum nicht angezeigt werden.
  • Windows 11 Version 22H2 wird mit einem erweiterten integrierten Virenscanner Microsoft Defender aufwarten, der mittels Smartscreen Phishing-Angriffe identifizieren und PC-Nutzer warnen kann.

Quellen: Microsoft (1), Microsoft (2)

10
    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von klink Freizeitschrauber(in)
        Zitat von kildemoes
        Wenn das so weitergeht mit den Win11 Features kann ich ja zum Supportende von Win10 problemlos umsteigen.
        Ich gehe eher davon aus, dass Win 11 das Schicksal von Win 8 teilt, entweder gibt es Win11.1 oder Win12.
      • Von klink Freizeitschrauber(in)
        Zitat von kildemoes
        Wenn das so weitergeht mit den Win11 Features kann ich ja zum Supportende von Win10 problemlos umsteigen.
        Ich gehe eher davon aus, dass Win 11 das Schicksal von Win 8 teilt, entweder gibt es Win11.1 oder Win12.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von takan
        und zweifenstrigen? meinxte sowas wie totalcommander?
        Genau das.

        Und wenn er dann noch soviel kann wie der TC, überlege ich, mal Windows 12 zu installieren.
      • Von P1Jay PC-Selbstbauer(in)
        Ich hoffe, dass es analog zum Browser auch möglich sein wird, Ordner im neuem Fenster zu öffnen. Sollte das nicht möglich sein verstehe ich den Sinn hinter den Tabs nicht. Drag und Drop ist damit doch - falls überhaupt möglich - wesentlich umständlicher
      • Von kildemoes Schraubenverwechsler(in)
        Wenn das so weitergeht mit den Win11 Features kann ich ja zum Supportende von Win10 problemlos umsteigen.
      • Von xActionx Software-Overclocker(in)
        Zitat von klink
        Seit Win 7 ist diese Suche in Windows viel schlechter geworden.
        Die war auch schon unter Win7 Mist. Kein Vergleich zu einem Finder oder bash find.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk