Schadsoftware mit Gütesiegel: Microsoft signierte versehentlich Malware

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Schadsoftware mit Gütesiegel: Microsoft signierte versehentlich Malware (1)
Quelle: Digital_Revolution Foto CD

Signierte Treiber und Anwendungen verdeutlichen dem Anwender, dass er die Software ohne schlechtes Gewissen aufspielen kann. Nun musste Microsoft allerdings einräumen, dass man versehentlich chinesische Malware mit dem Namen "Netfilter" signiert hat.

Microsoft hat zugegeben, dass man versehentlich Malware mit dem Namen "Netfilter" signiert hat. Diese wurde offenbar über chinesische Server in Spielumgebungen verbreitet. Aufmerksam gemacht auf das Problem hatte Karsten Hahn, seines Zeichens Malware-Analyst bei G Data. In einem Blog-Artikel berichtet er, dass hinter dem vermeintlichen Treiber in Wirklichkeit ein Rootkit steckt.

Zunächst ging der Malware-Experte von einem False-Positive-Alarm aus. Als sich dann herausstellte, dass es sich tatsächlich um ein Rootkit handelt, habe er auf der Stelle Microsoft und die Öffentlichkeit über die Schwachstelle informiert. Microsoft hat sich inzwischen auch selbst an die Öffentlichkeit gewandt und bestätigt die fälschlicherweise erfolgte Zertifizierung.

In einer Stellungnahme heißt es, dass der vermeintliche Treiber durch das Windows Hardware Compatibility Program (WHCP) eingereicht wurde. Wie er durch die Kontrollen gelangen konnte, führen die Redmonder jedoch nicht aus. Microsoft betont, dass man das entsprechende Konto gesperrt hat und die Schadsoftware nun sehr genau untersucht.

Malware aus China für Vorteile in Spielen

"Die Aktivitäten des Täters beschränken sich auf den Spielesektor speziell in China und scheinen nicht auf Unternehmensumgebungen abzuzielen", schreibt Microsoft. Ziel der Schadsoftware war offenbar, einen anderen Standort vorzutäuschen, um von überall spielen zu können. Anscheinend konnte die Schadsoftware auch genutzt werden, um sich Vorteile in Spielen zu verschaffen und eventuell auch, um die Konten anderer Spieler zu kompromittieren. Vor dem Hintergrund vermutet Microsoft keine staatlichen Akteure hinter der Malware.

Mehr zum Thema: Windows 11 kommt mit neuem Benachrichtigungscenter

Eigentlich sollte die Zertifizierung von Treibern und Anwendungen genau solche Einbrüche verhindern. "Seit Windows Vista muss jeder Code, der im Kernel-Modus läuft, vor der öffentlichen Freigabe getestet und signiert werden, um die Stabilität des Betriebssystems zu gewährleisten", betont Hahn in seinem Blog-Artikel. Ohne ein Microsoft-Zertifikat können Treiber standardmäßig nicht ausgeführt werden.

Quelle: G Data Blog, Microsoft

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    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Sicherheitsabwägungen:
        Microsoft + TPM
        oder
        kein Microsoft + kein TPM
        Wir wissen doch alle, daß es nicht so kommen wird.

        Und wenn, kann man das TPM sicher simulieren.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Sicherheitsabwägungen:
        Microsoft + TPM
        oder
        kein Microsoft + kein TPM
        Wir wissen doch alle, daß es nicht so kommen wird.

        Und wenn, kann man das TPM sicher simulieren.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Sicherheitsabwägungen:
        Microsoft + TPM
        oder
        kein Microsoft + kein TPM
      • Von Birdy84 Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von hanfi104
        errare humanum est
        Wahrscheinlich hat er der Prüfprozess versagt als ein Einzelner.
      • Von hanfi104 Volt-Modder(in)
        Zitat von Misanthrop68
        Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.
        Ich bin mir sicher, MS Politik fördert solche Fehler, aber sie aktiv zu fordern werden sie sicher nicht
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Zitat von tallantis
        Bist sicher einer dieser komplett fehlerlosen, die alles immer perfekt machen und völlig unangreifbar sind.
        Nein. auch ich bin nicht von Fehlern befreit. Ich habe genug Fehler gemacht, die ich gar nicht mehr zählen kann.
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