[04/04/2025] Zu Weihnachten wünsche ich mir ... Zu Weihnachten werden oft Dinge gewünscht, die sich einpacken lassen. Technik, Bücher, Lego. Alles legitim – habe ich mir auch immer wieder gewünscht. In diesem Jahr fällt der Wunschzettel allerdings ein wenig anders aus. Er ist weniger konkret. Ich wünsche mir Frieden als realen Zustand. Also Ende aller bewaffneten Konflikte und Sicherheit im Alltag, im eigenen Zuhause, auf der Straße und vor allem im Interwebs. Ich will nicht, dass ich oder andere jederzeit wachsam sein müssen.
Ich wünsche mir gleiche Rechte für FLINTA, und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern im gelebten Alltag. Dazu gehört, dass Femizide keine Randnotiz oder "Beziehungstaten" mehr sind, sondern als das wahrgenommen werden, was sie sind: ein strukturelles Problem, das primär von Männern ausgeht. Dabei wünsche ich mir auch nicht, dass die Zahl der Femizide sinkt, sondern bei null liegt. Ich wünsche mir, dass kein erwachsener Mann mehr auf die Idee kommt, einem 13 Jahre alten Mädchen zu sagen, es sei "reif für sein Alter". Ich wünsche mir, dass Menschen ernst genommen werden, wenn sie wegen sexueller Belästigung oder häuslicher Gewalt zur Polizei gehen. Ich will, dass es keine Relativierungen mehr gibt oder nach Gründen gesucht wird, warum es angeblich doch nicht so war. Ich weiß, dass das große Wünsche sind und ich weiß, dass es noch weitaus mehr Probleme gibt, aber wenn ich das alles hier auflisten würde, wäre Weihnachten vorbei, bevor der Text zuende gelesen worden ist. Wir alle könnten die Welt ein wenig besser machen. Dementsprechend: Fröhliche Weihnachtszeit und schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr allen. (Jacqueline Brosch)