Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test

Corsair ist der meistgesuchte Kompaktwasserkühlungs-Hersteller im PCGH-Preisvergleich - und stellt mit der H115i Pro RGB und H150i Pro RGB diese Woche seine ersten neuen Produkte seit über einem Jahr vor. Wir haben das 2×140-mm-Exemplar durch den PCGH-Testparcours getrieben.

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Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test
Quelle: PC Games Hardware

Der Markt für Kompaktwasserkühlungen ist stark umkämpft, dabei bietet das Grundprinzip den Anbietern nur wenig Potential zur Differenzierung, von der geringen Zahl an OEM-Fertigern hinter den vielen Marken ganz zu schweigen. Umso erstaunlicher ist es, wie stabil Corsair die Topplätze am Markt besetzt hat - offensichtlich gibt es in den Augen der Kunden keinen zweiten Hersteller, der so viel richtig macht. Aber auch Gutes kann man verbessern und in unseren vergangen Tests von Mitgliedern der Hydro-Series kritisierten wir insbesondere die lauten Lüfter ein ums andere Mal. Mit der H115i und H150i Pro RGB (2× 140-mm- respektive 3×-120-mm-Lüfter) will Corsair es besser machen.

Corsair H115i Pro RGB: Aufbau

Eine kombinierte CPU-Kühler-Pumpen-Einheit nimmt die Abwärme der CPU auf und pumpt sie samt Kühlmedium durch Schläuche zu einem Radiator, wo sie auf großer Fläche und damit sehr effizient an die Umgebungsluft abgegeben werden kann - dieses Grundprinzip ist typisch für Kompaktwasserkühlungen und nur wenige Hersteller weichen davon ab, meist um ein umstrittenes Asetek-Patent auf diese alte Idee zu umgehen. Corsair gehört nicht dazu und greift für die H115i Pro RGB auf die sechste Generation der Dänen zurück. Von älteren Modellen unterscheidet sich diese durch nicht näher kommunizierte Optimierungen an Pumpe und Kühlstruktur sowie mehrere optische Anpassungen.

Besonders auffällig, aber nicht unangenehm hervorstechend, ist natürlich die namensgebende RGB-Beleuchtung der Pumpeneinheit, die neben dem oben liegenden Corsair-Logo auch das nahe Sockelumfeld umfasst. Wie bei vielen an Case-Modder gerichteten Produkten der letzten Monate lässt sich hierbei via Software nicht nur eine Farbe frei auswählen, sondern derer bis zu sieben mit verschiedensten Effekten kombinieren. Alternativ lässt man die Beleuchtung abhängig von der Wasser- oder verschiedenen Systemtemperaturen variieren. Wer mehr auf schlichte Technik steht, kann sich bei der H115i Pro RGB am soliden Eindruck der neuen Kühlerhalterung und der vergleichsweise formschlüssigen Radiator-Verkleidung erfreuen, ummantelte Schläuche gehören sowieso zum guten Ton.

Corsair H115i Pro RGB: Die Radiatorverkleidung mit prismatischen Endkammern wirkt im Vergleich zu vielen Konkurrenten höherwertig. Quelle: PC Games Hardware Corsair H115i Pro RGB: Die Radiatorverkleidung mit prismatischen Endkammern wirkt im Vergleich zu vielen Konkurrenten höherwertig.

Corsair H115i Pro RGB: Lüfter

Corsair H115i Pro RGB: Unter den Lüftergewinden befindet sich kein Einschraubschutz, aber auch keine wasserführenden Rohre – gut so, denn die langen Schrauben bohren sich mehrere Millimeter zwischen die Lamellen. Quelle: PC Games Hardware Corsair H115i Pro RGB: Unter den Lüftergewinden befindet sich kein Einschraubschutz, aber auch keine wasserführenden Rohre – gut so, denn die langen Schrauben bohren sich mehrere Millimeter zwischen die Lamellen. Überraschenderweise frei vom aktuellen RGB-Trend und auch allen anderen Optik-Spielereien sind die Lüfter von Corsairs neuer Kühlung, was zumindest die Verkabelung vereinfacht. Auch beim Aufbau spart sich Corsair große Experimente, die Änderungen bei der Lüftergeschwindigkeit sind dagegen beinahe eine Revolution am Markt für 2×-140-mm-Kompaktwasserkühlungen: Maximal 71 Prozent PWM und somit 800 U/min sieht Corsairs Lüftersteuerung im Auslieferungszustand vor. Selbst bei maximaler Drehzahl beschränken sich die beiden 140-mm-Lüfter auf 1.140 U/min, was in alltagstauglichen 2,1 Sone resultiert.

Am unteren Ende der frei konfigurierbaren Profile erlaubt die integrierte Steuerung eine Drosselung auf 25 Prozent PWM und sehr niedrigen 200 U/min. Als Fixwert sind sogar 20 Prozent und 120 U/min möglich, allerdings ist dieser sensationell weite Regelbereich nur bedingt von Nutzen: Bereits bei 600 U/min (0,3 Sone) sind Antriebsgeräusche herauszuhören und wie bei allen Kompaktwasserkühlungen schränkt die nicht entkoppelbare Pumpe das Ultra-Silent-Potential ein. Je nach Pumpenleistung und Mainboard-Resonanz stellt sich bis circa 300 U/min noch eine leichte Reduktion der Gesamtlautheit ein.

Corsair H115i Pro RGB: Kühlleistung

Corsair Link: Die H115i Pro RGB bietet zwei Lüfterkanäle mit diversen Regeloptionen einschließlich einer von 25 bis 100 Prozent PWM frei definierbaren 7-Punkt-Lüfterkurve. Quelle: PC Games Hardware Corsair Link: Die H115i Pro RGB bietet zwei Lüfterkanäle mit diversen Regeloptionen einschließlich einer von 25 bis 100 Prozent PWM frei definierbaren 7-Punkt-Lüfterkurve. Wenig bewegte Luft bringt eine geringe Lautheit mit sich - wirkt sich aber auch auf die Kühlleistung aus. So fällt die H115i Pro RGB bei voller Drehzahl trotz des großen 2×140-mm-Radiators auf das Niveau kleinerer, aber auch lauterer 2×120-mm-Konkurrenten zurück. Entsprechend fällt auch der Vergleich mit anderen 2×140-mm-Konkurrenten aus: NZXTs Kraken X62 und EVGAs CLC 280 (vergleiche PCGH 07/2017) erzielen bis zu 5 Kelvin niedrigere Temperaturen - sind aber auch drei- respektive fünfmal so laut! Zumindest auf unserer 150-W-TDP-Test-CPU lohnen sich höhere Drehzahlen als bei Corsair also schlichtweg nicht, denn auch eine noch so starke Wasserkühlung kann die Kühlflüssigkeit nicht unter Raumtemperatur kühlen

Bei einer einheitlichen Lautheit von 1,0 Sone dreht sich die Bilanz um: Die H115i Pro RGB arbeitet hier bereits mit einer leicht höheren Drehzahl, als in der Werkskonfiguration vorgesehen ist, und platziert sich so 1-2 Kelvin vor 2×120-mm-Lösungen. Die mit vier Lüfter beidseitig bestückte und somit extrem dicke Arctic Liquid Freezer 240 liegt aber 1 Kelvin in Führung, genauso wie EVGAs CLC280 - die sich mit der integrierten Lüftersteuerung aber gar nicht soweit drosseln lässt. Auch 2 bis 3 respektive 4 bis 7 Kelvin Rückstand in den Messungen mit Referenzlüfter zeigen, dass Corsair zwar eine deutlich sinnvollere Lüfterabstimmung gewählt hat, der eigentliche Kühlkreislauf aber nicht ganz an die Konkurrenz heranreicht.

Corsair H115i Pro RGB: Pumpe

Corsair Link: Die Pumpe der H115i Pro RGB lässt sich auf drei vordefinierte Stufen regeln. Leider wird diese Einstellung ebenso wie alle anderen nur auf dem Rechner, nicht aber in der Kühlung selbst gespeichert. Quelle: PC Games Hardware Corsair Link: Die Pumpe der H115i Pro RGB lässt sich auf drei vordefinierte Stufen regeln. Leider wird diese Einstellung ebenso wie alle anderen nur auf dem Rechner, nicht aber in der Kühlung selbst gespeichert. Einen kleinen Anteil am Leistungsrückstand hat die Pumpeneinheit der H115i Pro RGB. Auch hier strebt Corsair nicht nach maximaler Leistung um jeden Preis und stellt ab Werk 2.130 U/min ein. So bleibt der Luftschall im 0,1-Sone-Bereich (oben genannte Konkurrenten allesamt 0,2 Sone) und mit zusätzlichen Resonanzen auf einem Beispiel-Mainboard kehrt sich der Leistungsnachteil gegenüber EVGA und NZXT sogar in einen deutlichen Silent-Vorteil um - wir messen 0,2 Sone gegenüber 0,5 respektive 0,7 Sone, ein System mit abweichenden Resonanzen könnte aber stark abweichende Werte liefern. Wer sich an zusätzlichem Lärm nicht stört, kann die Pumpendrehzahl auch auf 2.820 U/min anheben und 1 Kelvin niedrigere Temperaturen erzielen, in Gegenrichtung offenbaren wesentlich leisere 1.140 U/min echtes Silent-Potential, die 3 bis 4 Kelvin höheren Temperaturen liegen dann aber nur noch auf Niveau eines guten 140-mm-Tower-Kühlers.

Corsair H115i Pro RGB: Fazit

Zusammenfassend lässt sich der Corsair H115i Pro RGB eine adäquate, aber nicht herausragende Technik mit einer guten Abstimmung und flexiblen Konfigurationsmöglichkeiten bescheinigen. Während die Kühleffizienz des Kreislaufes trotz großem Radiator und die Qualität der Lüfter nur Mittelmaß sind, gehört die integrierte Steuerung zu den besten, die wir bislang gesehen haben. Abheben tut sich die H115i Pro RGB aber vor allem mit sinnvoll dimensionierten Lüftern. Das mag sich wie eine schlechte Ausrede anhören, die Auswahl sinnvoller Lüfter erscheint schließlich trivial. Tatsächlich konnten wir dieses Lob in den letzten Jahren aber nur der ebenfalls voluminösen und bei Funktionsumfang und Haptik nicht annähernd vergleichbaren Arctic Freezer 240 aussprechen. Bei allen anderen Konkurrenten ist man dagegen froh, wenn die Temperatur-Lautheits-Balance mit stark gedrosselten Lüftern stimmte, meist müssen wir aber zum Austausch der Lüfter raten. Corsair liefert dagegen als erster Hersteller out-of-the-box ein rundum passendes Gesamtpaket und sichert sich damit die beste Endnote, die wir bislang an Kompaktwasserkühlungen vergeben haben.

Bildergalerie

Produkt Hydro Series H115i Pro
Hersteller Corsair (www.corsair.com)
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. € 150,-/Note 3
Link zum PCGH-Preisvergleich Hier klicken
Ausstattungsnote 2,42
Enthaltene Lüfter/Anschluss/Entkopplung 2× 140 mm/4 Pin/nein
Montierbare Lüfter 2× 140 mm vorne und hinten
Lüfterdrehzahl min. – max. 70 – 1.140 U/min
Wärmeleitmittel/Lüftersteuerung/Extras Voraufgetragen/Zweikanal via USB/RGB-beleuchtete Pumpe (USB)
Erweiterbarkeit Keine
Beiliegende Schrauben für Radiator UNC 6-32 Gewinde, 31, 7 mm
Eigenschaftennote 2,21
Sockelunterstützung AMD AM4/AM2(+)/AM3(+)/FM1/FM2(+)
Sockelunterstützung Intel 1150/1155/1156/2011/2011-v3/1366
Anpresskraft Sockel 1151 150 N
Maße (L × B × D Radiator), Gewicht mit Serienlüfter(n), Schlauchlänge 316 × 141 × 54 mm, 1375 g, 38 cm
Montageaufwand (AMD/115X/2011) Gering/mittel/gering
Platinenausbau nötig (AMD/115X/2011) Nein/ja/nein
Gedrehte Montage (AMD/115X/2011) Nicht möglich/möglich/möglich
Leistungsnote 1,16
CPU-Temp., Serienlüfter (100/75/50 %) 46,7/49,3/53,5 °C
Lautheit Serienlüfter (100/75/50 %) 2,1/,9/0,3 Sone
Schalldruckpegel Serienlüfter (100/75/50 %) 36,9/28,4/21,5 dB(A)
CPU-Temp., Serienlüfter bei 1.0 Sone 48,8 °C (880 U/min)
CPU-Temp., Referenzlüfter (100/75/50 %) 47,9/50,6/59,7 °C
Lautheit Referenzlüfter (100/75/50 %) 0,9/0,3/0,1 Sone (2 × 140 mm)
Schalldruckpegel Referenzlüfter (100/75/50 %) 27,4/21,1/17,2 dB(A) (2 × 140 mm)
Lautheit Pumpe 0,1 Sone
Fazit + Angemessen dimensionierte Lüfter
  + Vielseitige Lüftersteuerung
  - Relativ sperrig
Endnote 1,62
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    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von razzor1984 BIOS-Overclocker(in)
        AW: Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test

        @Lios Nudin
        Statt 16/10 kann man auf 11/8 setzen das ist nochmal billiger weil die Fittinge knapp ~ 1 euro nur kosten(gerade)Beim Schlauch setzt man dann auf Norprene, da muss man nur auf sehr enge Radien achten(Knickgefahr)
        Bei der Pumpe kann man noch die Phobya DC12 220 in betracht ziehen(gedrosselt nicht hörbar), nur da würde dann der AGB fehlen.
      • Von razzor1984 BIOS-Overclocker(in)
        AW: Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test

        @Lios Nudin
        Statt 16/10 kann man auf 11/8 setzen das ist nochmal billiger weil die Fittinge knapp ~ 1 euro nur kosten(gerade)Beim Schlauch setzt man dann auf Norprene, da muss man nur auf sehr enge Radien achten(Knickgefahr)
        Bei der Pumpe kann man noch die Phobya DC12 220 in betracht ziehen(gedrosselt nicht hörbar), nur da würde dann der AGB fehlen.
      • Von Lios Nudin BIOS-Overclocker(in)
        AW: Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test

        Zitat von Adonay
        Ich habe momentan seit einem Monat die CLC280 und runtergeregelt bin ich mit der zwar zufrieden aber die Lüfter könnten leiser sein, da ich aber nicht einsehe noch neue Lüfter dafür zu kaufen kam der Gedanke auf die Corsair umzusteigen, allerdings würde ich die AiO dann (wie jetzt auch weil in der evga alles gespeichert wird) ohne Software betreiben!?

        Mit welcher Drehzahl, also welchem der drei Modi, läuft denn die Pumpe wenn die AiO ohne Software betrieben wird?
        Stattdessen:

        3x Scythe Glide Stream SY1225HB12M-P Lufter, 1300rpm PWM - 120mm
        1x Magicool DCP450 - DC 12V Pumpe
        2x EK Water Blocks EK-Tube ZMT Schlauch 16/10 mm - mattschwarz, 1m
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        193,90 inklusive Versandkosten.
      • Von Adonay PC-Selbstbauer(in)
        AW: Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test

        Ich könnte sie bis morgen noch zurückschicken, das wäre kein Problem.
        Ich muss allerdings gestehen das ich bisher kein Problem mit den Lüftern hatte mir nur vorhin einer der beiden auf den Keks geht und ich zufällig auch noch über den Testbericht gestolpert bin
        Nach 1-2 Minuten gab sich das aber und wurde leiser.
        Was mir bei der EVGA besser gefällt ist das sie alles speichert und sich ohne Software betreiben lässt und zudem ist ja die Kühlleistung höher wenn ich das dem Bericht richtig entnommen habe?!
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        AW: Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test

        Die Pumpe des Musters lief serienmäßig im mittleren Profil. Wenn dir niemand den Neupreis für die CLC280 zahlt, dürfte ein Austausch der Lüfter aber günstiger sein, als die ganze Kühlung zu wechseln. Die Corsair-Lüfter sind letztlich zwar für KoWaKü-Verhältnisse ruhig abgestimmt, gehören aber keineswegs zur Silent-Elite. Da musst du nicht knapp 50 Euro in Eloops, Silent Wings, Noctuas oder Aerocool DS investieren, um etwas besseres zu erhalten. Nanoxia Deep Silence für 9 Euro pro Stück wären innerhalb ihres engen Drehzahlbereiches vermutlich schon die bessere Wahl – und als Einzelkäufer kann man sich ja gezielt die passende Maximaldrehzahl aussuchen.
      • Von Adonay PC-Selbstbauer(in)
        AW: Corsair H115i Pro RGB: Kompaktwasserkühlung im Test

        Zitat von PCGH_Torsten
        Eine Software braucht man übrigens bei keinem Hersteller zwangsläufig, man kann die Lüfter auch wie bei Be Quiet direkt an das Mainboard anschließen. Eine Regelung nach der Wassertemperatur ist dann aber nicht mehr möglich und die – leider softwareabhängigen – Regelmöglichkeiten der H115i Pro RGB überbieten auch die Möglichkeiten vieler Mainboards.
        Ich habe momentan seit einem Monat die CLC280 und runtergeregelt bin ich mit der zwar zufrieden aber die Lüfter könnten leiser sein, da ich aber nicht einsehe noch neue Lüfter dafür zu kaufen kam der Gedanke auf die Corsair umzusteigen, allerdings würde ich die AiO dann (wie jetzt auch weil in der evga alles gespeichert wird) ohne Software betreiben!?

        Mit welcher Drehzahl, also welchem der drei Modi, läuft denn die Pumpe wenn die AiO ohne Software betrieben wird?
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