[PLUS] Kunststoffrohr statt Schlauch: Schritt-für-Schritt-Anleitung zu Wakü-Hardtubes
PCGH Plus: Kunststoffrohr statt Schlauch - ein optischer Hingucker. Wir zeigen, wie die aufwendige Verrohrung eines Wakü-Kreislaufs gelingt. Dieser Artikel stammt aus PCGH 06/2017.
Inhaltsverzeichnis: Hardtubes
Der Einsatz von Rohren anstatt flexiblen Schlauches gilt als Trend in der Wasserkühlungsszene. Insbesondere Casemodder schätzen die Optik mit absolut geradlinigen und glasklaren Verbindungen; zusätzlich können sie leichtgewichtige Komponenten wie etwa einen Durchflussmesser fliegend an den formbeständigen Rohren montieren. Außerdem bieten die Rohre auch funktionale Vorteile, zum Beispiel eine deutlich bessere chemische Beständigkeit gegenüber dem Kühlmedium. Auswaschbare Weichmacher, wie sie in PVC-Schläuchen zum Alltag gehören, müssen Sie hier nicht fürchten.
Der Einstieg
Unser Mustersystem besteht aus einem Kreislauf mit Radiator, CPU-Kühler und Grafikkarte. Die Pumpe mit aufgestecktem Ausgleichsbehälter will ebenso wie ein Durchflusssensor in den Kreislauf integriert werden. Insgesamt ergibt sich so knapp ein Meter Strecke, der mit Rohren geschlossen werden muss. Im Vorfeld sollte man die Anordnung der Komponenten so wählen, dass möglichst wenig Winkel entstehen und die Anschlussgewinde bestmöglich fluchten. Wir können lediglich Pumpe und Durchflussmesser frei positionieren, die anderen Positionen sind fest vorgegeben. Unser Kreislauf enthält daher allerlei Tücken: von einfachen 90-Grad-Biegungen über Lateralversatz bis hin zu zweifach rechtwinklig gebogenen Abschnitten. Über gewinkelte Anschlüsse müssen wir uns im Vorfeld keine Gedanken machen. Einfache gerade Anschlüsse reichen aus, denn 90-Grad-Bögen lassen sich durch Biegen problemlos herstellen. Jedoch eine Warnung vorab: Fehlbiegungen oder Fehler beim Ablängen gehören zur Tagesordnung. Einsteiger bestellen sich daher besser das Zwei- bis Dreifache der benötigten Rohrlänge.
Das Werkzeug
Mit einem einfachen Schlauchschneider als Zubehör ist es nicht getan. Stattdessen lassen sich problemlos weitere 200 Euro (und mehr!) für umfangreiche Biegewerkzeug-Sets ausgeben. Wir raten aber eher dazu, kreativ mit Holz zu arbeiten und lediglich eine einfache Biegelehre für saubere Bögen anzuschaffen - die Bilderserie zu unserem Musterkreislauf gibt Inspiration. Das übrige Werkzeug wie Heißluftpistole, Silikonkern,
Alphacools Biegewerkzeug bietet Führung für Rohrdurchmesser von 12 bis 14 mm sowie 16 mm. Achten Sie darauf, die richtige Bohrung zu wählen.
Handschuhe (Achtung: Verbrennungsgefahr am heißen Rohr und der Heißluftpistole!), Rohrentgrater, Schleifpapier und Handsäge sind Pflicht und schlagen im günstigen Fall mit rund 70 Euro zu Buche. Fündig werden Sie bei gängigen Onlineshops und teilweise auch im Baumarkt.
Rohrtypen ...
Metall-, Kohlefaser- oder gar Echtglasrohre seien hier der Vollständigkeit halber erwähnt und in ihrer Handhabung allenfalls sehr erfahrenen Anwendern angeraten. Wir widmen uns dagegen einfacheren Systemen von Alphacool und Monsoon. Alphacools HardTube 13/10mm Plexi (PMMA) liegt bei rund 7 Euro pro Meter und damit im Bereich hochpreisiger PVC-Schläuche. Die passenden Eiszapfen-Anschlüsse in edler, aber wenig hilfreicher Retail-Verpackung kosten 7 Euro das Stück. Monsoon bietet das Acrylrohr 13/10mm zu vergleichbaren Preisen um 6 Euro an. Darüber hinaus gibt es hier eine umfangreiche Farbvielfalt mit optionalem UV-Effekt. Die passenden Anschlüsse liegen bei knapp acht Euro je Exemplar und erfordern zur Montage einen durch UV-Licht härtenden Acrylglas-Klebstoff (5 Euro). Ein Tipp für Sparfüchse: Ein Blick in bekannte Auktionshäuser lohnt sich. Hier lässt sich der Preis für den Meter Acrylglas-Rohr oftmals halbieren - Dichtigkeit aufgrund anderer Maßtoleranzen sollten Sie bei Drittanbietern aber sorgfältig prüfen.
Beiden Rohren gemein ist die chemische Basis Polymethylmethacrylat (kurz PMMA), das besser unter den Handelsnamen Acryl- und Plexiglas bekannt ist. Mit PETG bietet Alphacool eine weitere Variante seines Eisrohres an. Grundlage bildet hier Polyethylenterephthalat (kurz: PET), welches man aus Kunststoffflaschen kennt. Dieses wird chemisch mit Glykol modifiziert, um bessere Verarbeitungseigenschaften zu erzielen. Hierzu zählen flüssigeres Verhalten im erweichten Zustand, höhere Transparenz und nicht zuletzt eine Reduktion der Schmelztemperatur.
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Folgende Inhalte finden Sie im Artikel:
- Alle wichtigen Infos zur Montage von Hardtubes
- Unterschiedliche Fixierkonzepte erklärt
- Fehler und ihre Ursachen
- Schritt für Schritt: Bildergalerie zum Musterkreislauf mit Anleitung
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