Go Chiller: Kühlflüssigkeit mit Graphen-Nanopartikel

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Go Chiller: Kühlflüssigkeit mit Graphen-Nanopartikel (1)
Quelle: FlexeGraph

Mit der Kühlflüssigkeit Go Chiller verspricht das australische Unternehmen FlexeGraph eine deutlich bessere Kühlleistung gegenüber Konkurrenzprodukten. Bei der "Secret Sauce", die das möglich mache, handelt es sich um beigesetzte Graphen-Nanopartikel. Auch dem Problem der Korrosion sowie der Schaumbildung habe man sich angenommen.

Ein wenig unter dem Radar hat sich die Kühlflüssigkeit Go Chiller auf den Markt geschlichen. Das laut der zugehörigen Website innovative Gemisch verspricht eine teils deutlich bessere Kühlleistung im Vergleich mit Produkten führender Wettbewerber und nehme sich gleichzeitig auch anderer Baustellen an, die Nutzer von DIY-Wasserkühlungen plagen. Namentlich geht es dabei um Korrosion und mikrobielles Wachstum, die durch spezielle Additive in der Flüssigkeit verhindert werden sollen. Gleichzeitig sei auch das Befüllen des Kühlkreislaufes weniger problematisch, da sich die Schaumbildung in Grenzen halten soll.

Als ausschlaggebende Komponente der Kühlflüssigkeit werden Graphen-Nanopartikel beworben. Die zusätzliche Kühlleistung sorge letztlich für "noch nie dagewesene Performance" gerade in hitzigen und fordernden Szenarien. Wie gut sich Go Chiller gegenüber der Konkurrenz schlägt, sollen diverse Balkendiagramme belegen, die etwa die thermische Leitfähigkeit, Viskosität sowie auch Schaumbildung gegenüber Konkurrenzprodukten im Endverbraucher-Bereich zeigen. Wohlgemerkt werden die Wettbewerber nicht beim Namen genannt.

Die Leistungsfähigkeit der Kühlflüssigkeit soll darüber hinaus auch in einem Performance-Test mittels Benchmarks unter Beweis gestellt werden. Go Chiller tritt in dem nicht unabhängigen Test gegen die Flüssigkeit eines "führenden Wettbewerbers" an. Als Test-Setup dient ein PC mit Intel Core i7-10700KF mit Stock-Frequenzen nebst 16 GiByte DDR4-2666-Arbeitsspeicher sowie einer EVGA Geforce RTX 2070 Super Black Gaming, die auf einem Asrock Z490 Phantom Gaming 4-Mainboard verbaut sind. Die Wasserkühlung besteht derweil aus einem Corsair Hydro XR5-Radiator mit 360 mm im Durchmesser, einem CPU-Blockkühler in Form des Bykski Butterfly RBW sowie einem GPU-Full-Block-Wasserkühler von EKWB. Als Pumpe dient indes eine WK Quantum Kinetic TBE 200 D5 PWMD-RGB.

Unterm Strich verbuche Go Chiller im Unigine Superposition GPU 1080p Extreme-Benchmark letztlich 6 Grad Celsius weniger, während die GPU im vierstündigen Stresstest mit selbigem Benchmark im Loop bei 4 Grad Celsius niedrigeren Temperaturen lande. Was die CPU betrifft, so ließen sich im Cinebench R23 mehr als 1.200 Punkte zusätzlich herausholen.

Die Go Chiller-Kühlflüssigkeit wurde bereits im November 2020 auf den Markt gebracht, die Werbetrommel dabei allerdings wohl weniger gerührt, da sich bisher kein unabhängiges Material dazu findet. Entwickelt wurde das Produkt von FlexeGraph, bei dem es sich um einen Ableger der Australian National University of Canberra handelt und das sich bis zur Markteinführung von Go Chiller vornehmlich im Automobilsektor und der Elektromobilität sowie Datencentern und Hochleistungscomputer bewegte.

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Erhältlich ist die Go Chiller-Kühlflüssigkeit aktuell ausschließlich über die produkteigene Webseite. Käufer haben dabei die Wahl zwischen einem 250-ml-Gebinde mit Konzentrat und einem 1-Liter-Gebinde fertig gemischter Kühlflüssigkeit. Preislich werden für beide Optionen jeweils 30,49 Euro fällig. Hinzu kommen im Normalfall noch Versandkosten, die aufgrund einer Werbeaktion aktuell bis zum 31. Januar 2021 entfallen.

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    • Kommentare (27)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Crush4r Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Also spätestens bei Schmierstoffen würde ich endgültig auf Marketing-Bullshit tippen. Graphen ist auf atomarer Ebene nichts weiter als einlagiges Graphit und Graphit ist ein billiger Stoff mit unter anderem guten Schmiereigenschaften, der seit langem auch aus anderen Gründen in Reifen verwendet werden kann. Da nachzuweisen "hey, in unserem Produkt zerlegt sich ein Teil des Graphits so, dass man ein paar Fetzen davon als Graphen-Schnipsel bezeichnen kann" halte ich für durchaus möglich. Aber um die besonderen Eigenschaften von Graphen (hohe Wärme- und Stromleitfähigkeit sowie Reißfestigkeit in der Ebene) irgendwie auf makroskopischer Eben spürbar zu machen, braucht man große, sehr teure Sheets und muss diese so auf einem Träger platzieren, dass sie nicht beim kleinsten externen mechanischen Einfluss zu Graphit verschrumpeln.
        Ich bleibe bei Destiliertem Wasser mit G12. funktionierte bisher immer. Wichtig ist halt nur das keine Silikate drin sind. bei diesem Graphen bin ich mir ziemlich sicher dass die irgendwann zusammenpappen und auch dann irgendwann so groß sind dass sie wieder alles zusetzen.
      • Von Crush4r Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Also spätestens bei Schmierstoffen würde ich endgültig auf Marketing-Bullshit tippen. Graphen ist auf atomarer Ebene nichts weiter als einlagiges Graphit und Graphit ist ein billiger Stoff mit unter anderem guten Schmiereigenschaften, der seit langem auch aus anderen Gründen in Reifen verwendet werden kann. Da nachzuweisen "hey, in unserem Produkt zerlegt sich ein Teil des Graphits so, dass man ein paar Fetzen davon als Graphen-Schnipsel bezeichnen kann" halte ich für durchaus möglich. Aber um die besonderen Eigenschaften von Graphen (hohe Wärme- und Stromleitfähigkeit sowie Reißfestigkeit in der Ebene) irgendwie auf makroskopischer Eben spürbar zu machen, braucht man große, sehr teure Sheets und muss diese so auf einem Träger platzieren, dass sie nicht beim kleinsten externen mechanischen Einfluss zu Graphit verschrumpeln.
        Ich bleibe bei Destiliertem Wasser mit G12. funktionierte bisher immer. Wichtig ist halt nur das keine Silikate drin sind. bei diesem Graphen bin ich mir ziemlich sicher dass die irgendwann zusammenpappen und auch dann irgendwann so groß sind dass sie wieder alles zusetzen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Also spätestens bei Schmierstoffen würde ich endgültig auf Marketing-Bullshit tippen. Graphen ist auf atomarer Ebene nichts weiter als einlagiges Graphit und Graphit ist ein billiger Stoff mit unter anderem guten Schmiereigenschaften, der seit langem auch aus anderen Gründen in Reifen verwendet werden kann. Da nachzuweisen "hey, in unserem Produkt zerlegt sich ein Teil des Graphits so, dass man ein paar Fetzen davon als Graphen-Schnipsel bezeichnen kann" halte ich für durchaus möglich. Aber um die besonderen Eigenschaften von Graphen (hohe Wärme- und Stromleitfähigkeit sowie Reißfestigkeit in der Ebene) irgendwie auf makroskopischer Eben spürbar zu machen, braucht man große, sehr teure Sheets und muss diese so auf einem Träger platzieren, dass sie nicht beim kleinsten externen mechanischen Einfluss zu Graphit verschrumpeln.
      • Von Spezialbeauftragter
        Graphen ist im Moment irgendwie in vielen Bereichen so teurer, hipper Zusatz, der offensichtlich gerne mal aus Marketinggründen beigesetzt wird: Schmierstoffe, Reifen, Kühlflüssigkeiten. Man darf wohl hinterfragen, ob die verbundenen Preissprünge in irgendeinem angemessenen Verhältnis zur Zusatzleistung stehen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Möglicherweise ein Wechselspiel: Ein hoher Glykolanteil verringert nicht nur die Wärmekapazität pro gepumptem Medium, sondern erhöht auch die Viskosität und damit den Fließwiderstand, sodass eine geringere Menge gepumpt wird. Wenn man dann noch mehrere Wärmequellen in Reihe schaltet, sodass der durchflussabhängige Temperaturgradient entlang des Kreislaufes eine Rolle spielt, schafft man möglicherweise sogar größere Unterschiede zwischen Wasser und Glykol an der hinteren Wärmequelle. (Die fordere kann im Gegenzug sogar kühler werden.)
        So ein Vorgehen wäre meiner Meinung nach aber nicht mehr die im Marketing übliche Selbstdarstellung, sondern würde ohne Dokumentation an bewusste Täuschung grenzen.
      • Von Duke711 Freizeitschrauber(in)
        Interessant:

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        Zum Vergleich, Wasser:

        20 °C -> 598 mW / m * K
        25 °C -> 607 mW / m * K
        30 °C -> 616 mW / m * K

        Das bedeutet die Testbedingung werden immer surrealer, denn als Vergleich wurde irgendeine eine Mixtur mit hohem Ethylengkykol/Ethandiol Anteil genommen, auch keine üblichen 1:10 oder 1:20 Mischungen. Eher mind. 50/50 Mischungen.

        1:10 Ethylengkykol

        20 °C -> 544 mW / m * K -> 3971 J/kg * K
        25 °C -> 552 mW / m * K

        35:100 Ethylengkykol

        20 °C -> 433 mW / m * K --> 3558 J/kg * K
        25 °C -> 438 mW / m * K

        Welche Auswirkungen haben denn die Mischung, abgesehen von der höheren Pumpleistung, an einen 1080 TI GPU Block:

        60 L/h ; 33 °C

        Wasser: 46,06 °C
        1:10 : 46, 37 °C
        35:100 : 47,91 °C

        100 L/h; 33 °C

        Wasser: 43,75 °C
        1:10 : 44,31 °C
        35:100 : 45,71 °C

        Also ich kann die Ergebnisse so nicht mehr erklären. Mit Wasser hat man es auf keinen Fall verglichen, sarkastisch vermutlich eher mit einer Bohrölemulsion, denn selbst 35:100 führt zu keiner so drastischen Verschlechterung von 6 K.
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