Tomb Raider angespielt: Bildvergleiche, Gameplay und Video - Eine Nacht mit der neuen Lara
Tomb Raider geht endlich in eine neue Runde und die Serie beschreitet neue Wege. Aus der taffen Draufgängerin wird eine junge Archäologin, die um das nackte Überleben kämpft und auch beim Gameplay geht die Serie neue Wege. Technisch wird das ganze PC-exklusiv mit DX11, Tessellation und dem neuen "TressFX"-Feature aus dem Hause AMD umgesetzt. Oliver Halbig hat sich die Nacht mit der neuen Lara um die Ohren gehauen.
Die Mutter der virtuellen Schönheiten ist zurück und nach knapp 17 Jahren im Geschäft sieht Lara heute besser aus als je zuvor. Der neueste Teil bringt Sie zu den Anfängen der jungen Archäologin. Die unerfahrene Abenteurerin kämpft ohne ihre weltbekannten Handfeuerwaffen um das nackte Überleben und greift nun zu einfachen Waffen wie dem Bogen. Grafisch gehen die Entwickler in die Vollen: Die PC-Version kann mit exklusiven Features wie DX11, Tessellation oder dem viel umworbenen "TressFX" auftrumpfen.
Doch bei einem Spiel mit dem Namen Tomb Raider ist die Erwartungshaltung enorm hoch und gerade die Fans der ersten Stunde waren über die bereits angekündigten Änderungen nicht immer begeistert. Verdient sich das Spiel seinen prominenten Titel? Wir konnten die Antwort kaum erwarten und haben uns, wie viele andere auch, die Nacht mit der virtuellen Schönheit verbracht.
Tomb Raider: Das Gameplay - Auch Lara will mehr Action
Auch an der Tomb-Raider-Serie geht der Trend zu mehr Action und kürzeren Einzelabschnitten nicht vorbei: Die aus den Vorgängern bekannten Sprung- und Erkundungsphasen werden laufend von kurzen Events unterbrochen. Mal rutscht Lara von einer Kante ab und Sie müssen via "Hot Button" versuchen, möglichst schnell wieder Halt zu finden, oder ein kurzer Kameraschwenk soll Ihre Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Ziel richten. Dinge dieser Art passieren gerade zu Beginn des Spiels laufend und treiben die Handlung möglichst schnell voran. Auch mit etwas langsameren Reflexen müssen Sie solche Abschnitte aber nicht fürchten. In der Regel ist unmittelbar vor einem Event ein Speicherpunkt, sodass Sie im zweiten Versuch keine Mühen damit haben sollten - hier haben es die Entwickler fast zu gut gemeint.
Die Spielwelt ist etwas freier als in der Vergangenheit. Neben einem in der Regel recht linearen Weg gibt es diverse optionale Nebenevents, nach denen man immer Ausschau halten sollte. Von einfachen Sammelaufgaben bis zu komplexeren Rätseln gibt es viele optionale Inhalte zu entdecken. Es lohnt sich also immer, die Augen offen zu halten und auch via "Instinkt"-Taste gezielt danach zu suchen. In der "Instinkt"-Ansicht wird das Bild komplett auf schwarz/weiß umgeschaltet und nur relevante Objekte oder Gegner farblich hervorgehoben - das erleichtert die Orientierung enorm.
Für alle Leistungen im Spiel wie Jagen oder Kopfschüsse bekommen Sie EP. Diese EP geben Ihnen sukzessive Fertigkeitspunkte, die Sie in zwei Kategorien sinnvoller Verbesserungen investieren können. Zusätzlich gibt es Bergungsgut, das Sie überall im Spiel sammeln können. Mit Bergungsgut verbessern Sie Ihre Waffen- und Ausrüstungsgegenstände. Das System ist insgesamt einfach, aber effizient, und wirkt durchweg motivierend. Zusammen mit einer Schnellreisefunktion für erkundete Orte können Sie beide Verbesserungen nur am Lager vornehmen. Diese durch Lagerfeuer markierten Orte finden Sie in regelmäßigen Abständen im gesamten Spiel. Zwischen ihnen ist dann auch die Schnellreise möglich.
Thema Kopfschüsse: Im neuesten Teil verzichtet Tomb Raider auf Auto-Aim und führt den freien Zielmodus ein. Das Spiel wird damit natürlich noch nicht zum Shooter, geht aber einen großen Schritt in Richtung Stealth- und Kampfdynamik. Mit Bogen und Schusswaffen stehen Ihnen wie in anderen Spielen mehr oder weniger laute Waffen zur Verfügung.
Die Steuerung - Gamepad oder Tastatur?
Bei der Wahl der favorisierten Steuerung haben Sie am PC die freie Wahl. Gamepad und Maus/Tastatur werden im vollen Umfang unterstützt und während unseres Tests machte keine Eingabeform nennenswerte Probleme. Es gibt allerdings regelmäßig kleinere Klickevents, bei denen Sie schnell mit einem Knopfdruck oder eine Kombination auf die aktuelle Situation reagieren müssen. Diese sind mit dem Gamepad unvermeidlich etwas besser zu handhaben.
Tomb Raider - Die Technik: Ein Spielplatz für High-End-Systeme
Grundsätzlich werden Sie auf der Webseite noch spezielle Artikel finden, die sich nur mit der Technik zum Spiel befassen und Ihnen auch gleich passende Benchmarks liefern. Deshalb halten wir den Abriss hier ganz allgemein: Tomb Raider kommt in der PC-Fassung mit einer ganzen Reihe an Verbesserungen gegenüber den Konsolenversionen daher: Als Renderer wird auf DX11 gesetzt und die damit einhergehenden Möglichkeiten zur Grafikverschönerung. Im Menü finden Sie Einstellungsmöglichkeiten für hochauflösende Schatten, Reflexionen und Tessellation. Auch die Texturen sind durchgehend scharf aufgelöst und laden zur Erkundung bis in den letzten Ecken der Karte ein. Ein besonderes Feature kommt allerdings bei Laras Haaren zum Einsatz: Das von AMD entwickelte "TressFX" ist eines der großen Highlights der Grafik. Hierbei haben Wind, Schwerkraft oder Kopfbewegungen Einfluss auf die physikalisch korrekten Bewegungen der Haare und lassen jede Strähne möglichst realistisch wirken. Wie groß die Rechenaufwand dahinter ist, werden die Benchmarks in den anderen Artikeln zeigen.
Ein Indiz für einen recht großen Aufwand könnte sein, dass ausschließlich Laras Haare mit dieser Technik dargestellt werden. Die Frisuren anderer Charaktere sind auch bei eingeschaltetem "TressFX" von Wind und Wetter unbeeindruckt. Details zu der Technik können Sie jetzt schon einem anderen Artikel entnehmen.
Für Spieler mit weniger Know How oder noch weniger Geduld gibt es im Grafikmenü mehrere Voreinstellungen für die Settings: Auf Niedrig werden alle Einstellungen auf ein Minimum begrenzt. Schon ab "Normal" sind die Texturen grundsätzlich gut und schön zu erkennen. Auch die Schatten sind wenigstens angedeutet und die Kanten werden mittels FXAA geglättet. Diese Einstellung sollten Sie in jedem Fall mindestens mit Ihrem System anpeilen, um keine spielerischen Nachteile zu haben. Mit der "Ultra"-Einstellung sind alle wesentlichen Funktionen, inklusive der detaillierten Schatten, aktiviert. Der Unterschied zu "Höchste"-Option liegt nur noch in der zugeschalteten "TressFX"-Funktion. Auch diese lässt sich aber noch steigern. Über die Option "Individuell" können Sie die Kantenglättung noch auf SSAA mit zwei- oder vierfachem Faktor umschalten. Doch Vorsicht: Es scheint einen Bug mit Nvidia-Karten zu geben, wenn Sie gleichzeitig "on the fly" "TressFX" und SSAA aktivieren. Die Einstellungen scheinen sich zu beißen und sorgen für eine verschwommene Haardarstellung - siehe letztes Bild im Klickvergleich. Bereits mehrere User berichten in Foren über dieses Problem. Ein kompletter Neustart des Spiels und eine direkte Einstellung im externen Spielmenü sollte das Problem beheben.
Tomb Raider - Fazit: Gutes Spiel, aber ein echtes Tomb Raider?
Eines kann man ohne Einschränkungen sagen: Tomb Raider sieht am PC einfach klasse aus. Auch ohne das massiv beworbene "TressFX"-Feature kann das Spiel durchweg mit DX11, Tessellation und scharfen Texturen bis in den letzten Winkel überzeugen. Einziger Wermutstropfen dürfte sein, dass die Anforderungen ebenfalls nicht ohne sind und Besitzer von Mittelklasse-Systemen eher nicht in den Genuss verschönerter Haar-Animationen kommen werden. Für Fans schöner Grafik ist der Titel zweifellos ein Pflichtkauf.
Beim Gameplay werden sich die Geister scheiden: Ein motivierendes EP-System und eine nahtlos fortlaufende Handlung machen Tomb Raider in jedem Fall zu einem guten Videospiel - doch ein unverwechselbares Tomb Raider ist es nicht. Mit freiem Zielsystem statt Autoaim und Autoheal statt Medipacks fehlen dem Spiel definitiv wichtige Aspekte der Vorgänger. Auch die Rätsel nehmen nur noch eine Nebenrolle im Spiel ein und und die kleine Lara will irgendwie nicht zum Bild der draufgängerischer Helden passen, in die sich die Fans in den 90ern in Scharen verguckt haben. Hier gehen die Entwickler kein Risiko ein und bügeln die Serie auf eine Linie mit den vielen Mass Effects, Uncharteds, Assassin's Creeds und weiteren Third-Person-Titeln, die der Videospielmarkt derzeit zu bieten hat.
Bildergalerie
Hintergrund zu Tomb Raider
Das neue Tomb Raider soll eine Survival-Simulation werden. Dazu entfernten die Entwickler das Action-Adventure aus Gameplay und Story und versuchten eine bedrohlichere und gefährlichere Atmosphäre zu schaffen. Lara war den Entwicklern zum Beispiel zu vorhersehbar und übermenschlich geworden. Deshalb ist Crystal Dynamics der Meinung, dass das neue Tomb Raider eine menschlichere Lara zeigen soll. Eine die auch Angst empfindet und blutet. Sie soll innerhalb des Abenteuers von einer jungen Frau zu einer erfahrenen Abenteurerin wachsen. Auch das Gameplay hat einige Änderungen erfahren. Um den realistischeren Charakter des Spiels zu unterstützen wird die Auto-Aim-Funktion durch einen freies-Zielen-Modus ersetzt. Lara muss mit Pfeil und Bogen trainieren um in Form zu bleiben und sie wird neben Medi-Packs Blutegel benutzen um ihre Gesundheit wiederherzustellen. Eine Schnellreisefunktion soll es ihr ermöglichen an schon bereits besuchte Orte zurückzukehren. Mehr zu Tomb Raider gibt es auf unserer Themenseite.

:
. Diese bescheuerten Speedrunevents von vorne, das ist der letzte Mist, mir hätte eine Lara "Faith" Croft wohl noch besser gefallen
. Ähnelt vom Aufbau in etwa FarCry3 (Instinkte-Fertigkeiten-Perks und "Motivation" Freunde retten, etc...).
Wie bei ME hätten sie die jeweiligen Abschnitte mit Stoppuhr wiederholen lassen können, nach dem ersten Durchgang die Welt erkunden und dann 3 2 1 los. So bleibt natürlich massig Potential ungenutzt, aber wie gesagt, Medipacks machen da mehr Sinn.
"Nvidia hat sich diesbezüglich mittlerweile zu Wort gemeldet und die Schwierigkeiten bestätigt. Demzufolge hat man bei Nvidia den finalen Code erst letztes Wochenende erhalten und hatte keine Zeit mehr, auf die Probleme zu reagieren. Vorherige Versionen sollen diese nicht aufgewiesen haben. Nvidia entschuldigt sich bei allen GeForce-Besitzern und teilt zugleich mit, dass man mit Hilfe von Crystal Dynamics daran arbeitet und schnellstmöglich eine Lösung bereit stellen möchte. Einen Termin dazu gibt es aber noch nicht."
ok, in den Options Vollbildmodus geändert, seitdem läuft es
Das einzige was nervt ist, dass TR beim Start gerne wieder FXAA einstellt, obwohl ich beim Beenden 2xSSAA eingestellt hatte.
Performance super.
Bei FXAA 48fps mit TressFX.
und mit 4xSSAA 23fps. Der Rest auf Anschlag rechts.
Blöd, dass meine 7970 in RMA ist.
Die deutsche Sync finde ich eigentlich ziemlich gut (Lara), die kommt da so schön unschuldig und süß rüber, wie das Spiel das die erste Stunde vermittelt.
War definitiv ein guter Kauf, 39€ bei Media Markt kann man auch nicht meckern.