The-Witcher-Lead: Überraschungs-Ende des ersten Spiels war ein Fehler
Der ursprüngliche Lead-Storydesigner von The Witcher sagt, die überraschende Schlusssequenz des ersten Spiels war ein Fehler, der die Fortsetzung zu einer Story über Hexer-Königsmorde machte - statt sich auf Geralt zu konzentrieren.
Die Story von The Witcher war bei der Entwicklung ursprünglich anders geplant, sagt Artur Ganszyniec, Lead Story Designer des ersten Teils. Laut ihm war die ikonische Überraschungssequenz am Ende des RPG-Klassikers kein ursprünglich geplanter Handlungsabschluss, sondern das Ergebnis einer Entscheidung des Managements, die ohne maßgeblichen Input des Story-Teams getroffen wurde. Dadurch habe sich das Narrative später stärker in eine Richtung entwickelt, die das Team ursprünglich nicht vorgesehen hatte - weg von einer klassischen Fokussierung auf Geralt von Riva hin zu einer Geschichte, in der Hexer politische Morde begehen.
Ganszyniec berichtet, dass man das Spiel eigentlich mit einem offenen Ende und vielen Interpretationsmöglichkeiten ausklingen lassen wollte. Die zusätzliche animierte Schlusssequenz aber habe den Eindruck erweckt, dass ein bestimmter erzählerischer Pfad zur Fortsetzung zwingend sei - ein Schritt, den das Team rückblickend als "Fehler" ansieht. Dieser erzählerische Cliffhanger habe zur Ausrichtung von The Witcher 2: Assassins of Kings beigetragen, in dem politische Intrigen und königliche Attentate einen größeren Platz einnehmen als ursprünglich geplant.
"Wir wollten das Spiel mit einer offenen Frage und einer offenen Zukunft enden lassen", sagt Ganszyniec, während die Schlussmontage des Spiels läuft. "Aber als wir das Spiel fertigstellten, entschied jemand - entweder der Vorstand oder [CD-Projekt-Mitbegründer Michał Kiciński] -, dass wir ein animiertes Outro für das Spiel brauchten."
"Und das Drehbuch dafür ... wurde ohne Beteiligung des Story-Teams geschrieben. Wir haben also irgendwie nicht wirklich darauf geachtet. Und das war meiner Meinung nach ein Fehler."
Wie stark beeinflusst ist das Franchise?
Dieser Einblick des ursprünglichen Story-Teams wirft ein ungewöhnliches Licht auf die Entstehung der Witcher-Reihe. Ursprünglich war The Witcher ein RPG, das Geralt von Riva als zentralen Charakter und seine moralisch komplexen Entscheidungen in den Fokus stellen sollte. Durch das Finale jedoch wurde ein starker narrativer Anker gesetzt, der die Handlung der Fortsetzung bestimmte und die Richtung des Franchise nachhaltig beeinflusste - aus Sicht des Designers eher zufällig.
Dass die Entwicklung eines Spiels sich im Verlauf des Prozesses verändert, ist nicht ungewöhnlich, doch selten äußern sich Entwickler im Nachhinein so offen über narrative Fehler. Hier zeigt sich, wie eine einzelne Entscheidung am Ende eines Spiels weitreichende Folgen für Story und Ton der gesamten Serie haben kann.
Quelle: via PC Gamer


Mir persönlich hat W2 auch am wenigsten gefallen, gerade aufgrund des Fokus auf zu viel politisches Gedöns.
Bei der Serie kam das ja auch viel zu stark zu tragen aber die hatte sowieso ganz andere Probleme. (Hatte, weil sie für mich längst beendet ist.)