Man of Medan: Dramatisches Horror-Spektakel zum Mitsterben auch für PC

0
Special Roland Austinat (US-Korrespondent) Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen 17,99 €
Man of Medan: Dramatisches Horror-Spektakel zum Mitsterben auch für PC (3)
Quelle: Bandai Namco

Nichts für schwache Nerven: Im Horror-Adventure Man of Medan versuchen wir, fünf Helden lebend durch einen Piratenüberfall und einen Besuch eines Geisterschiffes zu bringen - doch eine Garantie, dass alle es schaffen werden, gibt es nicht.

Freitag der 13., Scream, Saw - seit den 1980ern reißt der Strom der Horror- und Slasher-Filme nicht ab, in denen ein Hauptdarsteller nach dem anderen von (über)natürlichen Widersachen mehr oder minder spektakulär ins Jenseits befördert wird. 2015 bediente Supermassive Games die Zielgruppe dieser Filme mit Until Dawn: einem Horrorspiel für Playstation 4, dessen acht Helden nicht unbedingt alle das Spielende erlebten.

Until Dawn wurde ein Hit - und motivierte Supermassive Games, im Rahmen einer Serie namens The Dark Pictures eine ganze Reihe von Horrorspielen zu produzieren. Man of Medan heißt der erste Teil, der am 30. August 2019 erscheinen soll - dann nicht nur für Playstation 4, sondern auch für Xbox One und den PC. Wir versuchten bei einem Anspieltermin auf der E3 2019 in Los Angeles, fünf im Südpazifik verschollene Segler möglichst lange am Leben zu halten.

Der Tod ist nicht das Ende

Der Clou von Until Dawn und Man of Medan: Auch, wenn einer der Akteure ins Gras beißt, geht das Spiel weiter. Schließlich kann man ja auch im Kino nicht einfach den Projektor zurückdrehen. In Man of Medans dramatisch inszenierten Momenten müssen wir uns oft in wenigen Sekunden für eine von zwei, drei Handlungen entscheiden - war es die falsche oder waren wir nicht schnell genug, kann es passieren, dass die Reise für den jeweiligen Charakter beendet ist.

Das erinnert Veteranen an das selige Dragon's Lair (1983), während etwas jüngere Spieler diese Aktionen als Quick-Time-Events kennen dürften: Sonys God-of-War-Serie brachte diese "Drück die richtige Taste, aber fix!"-Momente in die Neuzeit. Doch anders als Until Dawn beziehungsweise Man of Medan hatte ein Versagen größere Folgen: Drückte man nicht flink genug, segnete Ritter Dirk beziehungsweise Kriegsgott Kratos das Zeitliche - game over.

Fünf Freunde suchen den Piratenschatz

Bei unserem Anspieltermin erleben wir, wie alles beginnt: Fünf Freunde in ihren 20ern sind auf einem Segelschiff im Südpazifik unterwegs, um nach einem versunkenen Schatz zu tauchen. In der Tat entdecken sie auch so manches versunkene Verkehrsmittel, doch natürlich geraten sie in einen schweren Sturm - und natürlich wird ihr Schiff von neuzeitlichen Piraten gekapert, die unsere zwei Damen und drei Herren gefesselt und geknebelt in der Kabine einsperren.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Wir müssen uns irgendwie befreien, entscheiden, ob wir mit den Piraten kooperieren oder sie gar angreifen wollen - und ob wir einem der Gefangenen bei der Flucht mit dem Beiboot helfen. Viel spielerische Freiheiten bleiben uns dabei nicht, meist geht es nach den kurzen Entscheidungsmöglichkeiten mit teils dramatisch-traumatischen Zwischensequenzen weiter.

Gemeinsam gruseln

Richtig gruselig soll es dann auf dem Geisterschiff werden, auf das es unsere Skipper kurze Zeit später verschlägt. Allerdings konnten wir das in der Demo nicht weiter ausprobieren - zu lang waren die einführenden Szenen auf dem Segelschiff. Doch was für Szenen das waren! Neben der bedrohlichen Atmosphäre gelang den Entwicklern auch optisch ein kleines Meisterwerk: So realistisch dargestellte Personen gab es sonst in so gut wie keinem anderen Spiel der E3. Vom [url=vhttps://de.wikipedia.org/wiki/Uncanny_Valley]Uncanny Valley[/url] war nichts zu sehen.

Damit der Grusel nicht zu stark - oder vielleicht noch stärker? - wird, planen die Designer zwei Mehrspieler-Modi. Im Online-Koop-Modus trifft jeder der zwei Spieler seine eigenen Entscheidungen, oft auch in anderen Umgebungen, Perspektiven und Szenen. Im Filmabend-Modus übernehmen bis zu fünf Spieler je einen der Helden und reichen den Controller nach ihren Aktionen an den Couchnachbarn weiter. Wird jeder nur den eigenen Helden retten oder versuchen alle, gemeinsam am Leben zu bleiben?

Und dann war da noch der Curator's Cut, der Elemente des Mehrspielermodus' für Einzelspieler aufgreift. Nach dem ersten Durchspielen serviert er die Geschichte erneut, aber aus den Augen eines anderen Charakters mit entsprechend neuen Entscheidungsmöglichkeiten. Zunächst sollen nur Vorbesteller in den Genuss kommen, etwas später will Supermassive Games ihn auch für alle anderen Spieler freischalten.

Fazit: Man of Medan

Until Dawn war ein prächtiges Horror-Adventure - leider nur für PlayStation-4-Besitzer. Umso besser, dass Supermassive Games den indirekten Nachfolger nun auch für PC-Spieler in See stechen lässt. Was wir auf der E3 anspielen konnten, unterschied sich jedoch stark von der gamescom-Demo des letzten Jahres. 2018 spazierten unsere Helden schon auf dem Geisterschiff herum - diesmal waren wir bis auf wenige Entscheidungen nur Zuschauer.

Aber was wir da zu sehen bekamen, war tatsächlich nervenaufreibend und hervorragend geschrieben und in Szene gesetzt. Würden wir uns in einem Horrorfilm an den Kopf fassen, weil eine Aktion den sicheren Tod mit sich bringt, ist das in Man of Medan etwas anders: Hier stecken wir selbst in der misslichen Lage und denken nicht unbedingt aus der Sicherheit des warmen Kinosessels über die Gefahren nach, die unsere Aktionen mit sich bringen. Nervenstarke Spieler dürfen den Überlebenskampf am 30. August starten.

Bildergalerie

0
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk