Flexible Belegungsebenen, Ergonomie, Tipptauglichkeit und -gefühl sowie Fazit
Details zur Turtle Beach KP7: Schreibtauglichkeit, Ergonomie und Tippgefühl im Check + Fazit
Inhaltsverzeichnis
Drei flexible Belegungsebenen, Software mit Luft nach oben
Gerade kompaktere Gaming-Tastaturen im 75-Prozent- oder TKL-Format lagern viele Funktionen in Fn-Ebenen aus. Die landen dann meist auf den F-Tasten, den Cursortasten oder irgendwo im Haupttastenfeld und lassen sich nicht immer frei anpassen. Bei der Turtle Beach Command Series KB7 fällt dieser Zwang geringer aus. Sechs Sondertasten, der Drehregler mit Taster und der Touchscreen bringen bereits mehrere Bedienelemente mit, die sich per Swarm 2 neu belegen lassen. Ab Werk liegen deshalb nur die neun klassischen System- und Navigationstasten des Mittelblocks als Doppelbelegung auf F4 bis F12. Dazu kommen Beleuchtungsfunktionen auf den Cursortasten.
Quelle: PCGH
Ein Pluspunkt der Turtle Beach Command Series KB7: Dank Drehregler, Medientasten und vier Shortcut-Tasten gibt es nur wenig Fn-Belegungen ab Werk. Dazu gehört die Doppelbelegung der Tasten F4 bis F12 mit den neun System- und Navigationstasten des Mittelblocks.
Alle übrigen Tasten - Fn ausgenommen - lassen sich ebenso wie die Extratasten und der Drehregler in Swarm 2 auf drei Ebenen neu belegen: Fn, Game Mode und Easy Shift. Zur Auswahl stehen unter anderem Hotkeys, Remaps, Makros, Profile, Beleuchtung, System- und Windows-Funktionen, Multimedia-Befehle, Programmstarts, Xbox Game Bar und Launch AI. Das ist viel, wirkt im Bereich "Zuordnung" aber nicht überladen. Die Zuweisung gelingt mit wenigen Mausklicks, die Auswahl ist breit genug und Turtle Beach kann hier mit den Lösungen der Konkurrenz mithalten. Das gilt auch für die Beleuchtung inklusive Custom-Modus. Positiv fällt zudem der Display-Editor auf: Er lässt sich unkompliziert bedienen und bot im Test bereits 15 Templates, darunter Photoshop, LOL, Streamlabs, Teams, Zoom, CS und OBS.
Weniger überzeugend fällt die Abteilung "Analog Function" aus, in welcher der Auslösepunkt und die Rapid-Trigger-Empfindlichkeit festgelegt werden. Mit Primary/FN, Game Mode und Easy Shift stehen hier zwar gleich drei Einstellungsebenen bereit. Der eigentliche Einstellvorgang fällt jedoch wenig intuitiv aus und ist eher etwas fummelig. Dazu kommt, dass es unter "Controller Settings" und "Multi-Input-Settings" noch gar keine Einstellungen gibt und nur darauf hingewiesen wird, dass diese noch folgen (Coming Soon). Dazu fehlt auch eine webbasierte App/Software. Hier sollte Turtle Beach noch nacharbeiten, damit die KB7 auch bei den Möglichkeiten der Hall-Effekt-Switches ihr volles Potenzial ausspielen kann.
Erstaunlich schreibtauglich, erwartet ergonomisch
Mit ihrem TKL-nahen Format und dem Touchscreen-Mittelblock wirkt die Turtle Beach Command Series KB7 zunächst nicht wie die naheliegende Wahl für Vielschreiber. In der Praxis bestätigt sich dieser Eindruck aber nicht. Das Haupttastenfeld im deutschen QWERTZ-Layout grenzt sich klassisch sauber von der F-Tastenreihe ab. Zudem bleibt zwischen der Strg-Taste und der linken Cursortaste genügend Abstand, sodass Sie auch beim Tippen ohne Blick auf die Tastatur sicher die richtige Position finden. Hilfreich ist zudem ein Nebeneffekt des ungewöhnlichen Mittelblocks: Wer mit dem kleinen Finger am rechten Rand des Hauptfelds einmal danebenliegt, greift meist ins Leere und löst nicht versehentlich eine Nachbartaste aus.
Den Schreibtest besteht die Turtle Beach Command Series KB7 damit überzeugend, und auch bei der Ergonomie sammelt sie Punkte. Turtle Beach legt der KB7 wie schon der Vulcan 2 Max eine beleuchtete Handballenablage bei. Die Beleuchtung hilft in dunkleren Räumen dabei, die richtige Auflageposition zu finden, der eigentliche Nutzen liegt aber klar in der Ablage selbst. Das haptisch angenehme Silikon als Fertigungsmaterial und die mit 82 mm ausreichend tiefe Auflagefläche sorgen dafür, dass die Handballen bequem und in einem passenden Winkel zum flachen Tastenfeld ruhen. Das passt nicht nur zur Ausrichtung der KB7 als Arbeits-, Stream- oder Multimediazentrale, sondern hilft auch Spielern, die ihre Figur über WASD oder die Cursortasten steuern.
Quelle: PCGH
Von der Ergonomie der ausreichend großen und aus angenehm weichem Silikon gefertigten Handballenablage profitieren alle Nutzertypen der Turtle Beach KB7.
Schaltertest: leicht, schnell, aber zu laut
Aufgrund der Gaming-Ausrichtung setzt Turtle Beach bei der Command Series KB7 auf hauseigene Titan-Low-Profile-Hall-Effekt-Schalter. Wie unser TMR-Tastaturentest zeigt, gibt es im Preisbereich um 200 Euro zwar bereits Modelle mit magnetischen TMR-Switches. Turtle Beach wählt aber die klassische Hall-Effekt-Variante und steckt das Ausstattungsbudget sichtbar in Elemente, die über den reinen Spieleinsatz hinausgehen: Touchscreen, Bedienleiste, Multifunktionsdrehregler und frei belegbare Schnellzugriffe sprechen auch Streamer, Vielschreiber und Nutzer an, die mit Makros, Mediensteuerung oder App-Shortcuts arbeiten.
Beim Titan-Low-Profile-Hall-Effekt-Schalter lässt sich der Auslösepunkt von 0,1 bis 3,2 mm einstellen; der Gesamthub liegt ebenfalls bei 3,2 mm. Als Hall-Effekt-Funktionen nennt Turtle Beach Rapid Trigger (in 0,1-mm-Schritten von 0,1 bis 1,0 mm einstellbar), Reac Tap SOCD, was schnelle Richtungswechsel in Spielen direkter machen soll, Multi-Input und die Simulation eines analogen Gamepads. Im Praxistest von Swarm 2 zeigt sich allerdings: Die letzten beiden Funktionen sind noch nicht nutzbar, sondern werden lediglich als kommende Features angekündigt. Gerade bei einer Tastatur dieser Preisklasse ist das ein Punkt, den Turtle Beach nachreichen muss.
Quelle: PCGH
Unter den PBT-Tastenkappen sitzen Turtle Beachs Titan-Low-Profile-Hall-Effekt-Schalter. Sie tippen leichtgängig, sauber und spielfrei; der Auslösepunkt lässt sich von 0,1 bis 3,2 mm einstellen. Akustisch überzeugt die KB7 weniger: Der Anschlag bleibt deutlich hörbar und recht klapperig.
Der lineare Switch gleitet dank Schmierung sehr sauber und spielfrei, fällt durch seinen eher geringen Auslösedruck von geschätzt 46 gf aber ausgesprochen leichtgängig aus; eine offizielle Angabe zum Betätigungsgewicht nennt Turtle Beach nicht. Wer flache, schnelle Schalter mag, bekommt damit ein samtiges und angenehmes Tippgefühl. Man muss den geringen Widerstand und den kürzeren Hub von 3,2 mm statt klassischer rund 4 mm aber mögen, denn die Tasten rauschen schnell bis zum Anschlag durch.
Akustisch hinterlässt die KB7 dagegen einen schwächeren Eindruck. Der Anschlag ist deutlich zu hören und wirkt wenig gedämpft. Je nach Position auf dem Haupttastenfeld mischt sich ein hochfrequentes Tick-Geräusch mit einem härteren Tack oder Tock. Ein störendes Platinen-Ping tritt immerhin nicht auf, was für eine gewisse Entkopplung oder Dämpfung spricht. Der Schalteranschlag selbst bleibt aber präsent und recht klapperig. Damit punktet Turtle Beachs Low-Profile-Hall-Effekt-Schalter beim leichten, spielfreien Tippgefühl, verliert aber klar bei der Geräuschkulisse.

Wobei ich gerade sehe das die Asus, Corsair und be quiet alternative auch nicht günstiger sind