Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs im Test

14
Test Frank Stöwer Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test
Quelle: Razer Europe

Die Razer Black Widow 2014 ist eine ganz besondere Neuauflage. Während die Ausstattung dem 2013er Modell gleicht, debütieren mit der neuen Black Widow Ultimate 2014 Razers mechanische, speziell für das Gaming entwickelte Schalter. Ob die grünen Razer-Switches eine gute Wahl für Spieler sind und wie deren Haptik im Vergleich mit den blauen Cherry-MX-Schaltern ausfällt, klärt unser Test.

Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Quelle: PC Games Hardware Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Bisher sah es so aus als sei die aktuelle Generation mechanischer Spielertastaturen technisch weitestgehend ausgereift. Mit Ausnahme der auf der CES 2014 vorgestellten Cherry-MX-RGB-Schalter, mit denen eine farbige Einzeltastenbeleuchtung möglich ist, waren keine besonderen Innovationen bei der Ausstattung oder Schaltertechnik zu erwarten. Nichtsdestotrotz schaffen es die Hersteller der Keyboards, deren Schaltereigenschaften wie Druckpunkt und -kraft sowie Anschlagsweg genau definiert sind, mit Besonderheiten zu überraschen. Das beste Beispiel dafür ist sicher die Neuauflage der Razer Black Widow Ultimate. Die Razer Black Widow Ultimate 2014 verfügt zwar über dieselbe Ausstattung wie das Vorjahresmodell, hat allerdings mit ihren von Razer selbst entwickelten und von Drittanbietern produzierten mechanischen Tastenschaltern (aktuell: grüne Farbcodierung) eine echte Innovation zu bieten. Obwohl die Version mit deutschem Tastenlayout laut Razer erst ab dem 18.3.2014 zu einem Preis von 140 Euro vorbestellbar ist, hat schon ein Muster mit US-Layout den Weg in unser Testlabor gefunden, das wir für Sie nun ausführlich unter der Lupe nehmen wollen.

Razer Black Widow 2014: Bei der Ausstattung nichts neues

Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Quelle: PC Games Hardware Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Die neuen Schalter ausgenommen bietet die 2014er Variante der Razer Black Widow Ultimate keine geänderte Ausstattung. Den Wechsel vom Fingerabdruck-empfindlichen Klavierlack-Korpus zur griffigen, an die leichte Gummierung von Razer-Mäusen erinnernden Soft-Touch-Oberfläche des Chassis, hat Razer bereits bei der Black Widow Ultimate 2013 durchgeführt. Die abschaltbare, grüne LED-Tastenbeleuchtung ist ebenfalls vorhanden, und lässt sich dank 18 (!) Helligkeitsstufen optimal in ihrer Intensität regulieren. Weitere Lichtspielereien wie ein Zonen- oder gar Einzeltastenbeleuchtung hat auch die Black Widow Ultimate 2014 nicht zu bieten. Auch bei der Makrofunktion des Geräts gibt es keinen Neuigkeiten zu vermelden. Die On-The-Fly-Aufzeichnung von Tastenkombinationen ist nach wie vor möglich. Es wird aber zwingend Razer hauseigene Synapse-2.0-Software benötigt, um beispielsweise den Tasten M1 bis M5 mit Makros zu belegen. Neben den Audio-Anschlüssen (Kopfhörer/Mikro) ist noch ein USB-2.0-Port vorhanden, ein zweiter USB-Durchschleifer oder gar eine USB-3.0-Variante fehlt jedoch. Dafür kann der Nutzer bis zu 10 Tasten gleichzeitig drücken (10KRO am USB-Port) sowie die Windows-Taste per Knopfdruck sperren. Eine Höhenverstellung, eine Polling-Rate von 1.000 Hz sowie die umfangreiche, intuitiv zu bedienende (Zwangs)-Software runden das gute Ausstattungspaket der Black Widow Ultimate 2014 ab.

Razer Black Widow 2014: Bekannte Schwächen beim Tastenlayout und der Ergonomie

Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Quelle: PC Games Hardware Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Das Chassis der Black Widow Ultimate 2014 fällt zwar wie bei allen Vorgängern an der Front relativ flach aus. Für eine optimale Ergonomie gerade bei ausgedehnten Schreibarbeiten oder Spiele-Sessions fehlt allerdings eine optional anbringbare oder in den Korpus integrierte Handballenablage. Das Grundgewicht von rund 1.500 g, die im Inneren der Black Widow Ultimate 2014 eingelassene Stahlplatte sowie die vorne und hinten am Chassis sowie an den Füßchen der Höhenverstellung angebrachten Anti-Rutsch-Gummis sorgen dafür, dass die mechanische Tastatur auch auf sehr glatten Schreibtischoberflächen kaum ins Rutschen kommt. Auch bei der Erreichbarkeit der Tasten, die im Standard-MF-Layout angeordnet sind, gibt es keine Probleme. Einzige Ausnahme: Da Razer die Größe des Chassis sowie die Platzierung der fünf M-Tasten seit des ersten Black-Widow-Modells nicht geändert hat, muss sich auch die 2014er Version den Kritikpunkt gefallen lassen, dass die Makrotasten (M1 bis M5) viel zu nah am Hauttastenfeld platziert sind. So passiert es sehr schnell, dass vor allem Blindschreiber ungewollt die M4- statt der Umschalttaste sowie den M5- anstelle des CRTL-Knopf auslösen. Die Positionierung der Esc-Taste sowie die Doppelbelegung der F-Tasten mit Funktionen wie Multimedia, der Beleuchtungsregelung, der Windows-Sperrtaste oder der Makro-Direktaufzeichnung entspricht dem bei vielen mechanischen Keyboards zum Einsatz kommenden Standard und stellen weder den Spieler noch den Vielschreiber vor Probleme.

Bildergalerie

Razer Black Widow Ultimate 2014: Die neuen Schalter im Praxistest

Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Quelle: Razer Europe Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Bereit bei den ersten Schreib- und Spielversuchen stellten wir fest, dass sich Razers hauseigene, möglicherweise vom chinesischen Hersteller Kailh gefertigte, grüne Tastenschalter ähnlich anfühlen, wie die blauen Cherry-MX-Switches. Auch Razers Debütanten geben sowohl ein akustisches als auch haptisches Feedback und sind, wie die Diagramme in der Bildergalerie zeigen, sehr ähnlich aufgebaut. Laut Razers Angaben (siehe Vergleichstabelle) hat man den Auslöseweg um 0,3 mm von 2,2 mm (Cherry MX Blue) auf 1,9 mm (Razer Green Switch) verkürzt. Gleichzeitig sinkt auch der Weg zum erneuten Auslösen auf von 0,7 mm (Cherry MX Blue) auf 0,4 mm (Razer Green Switch). Der benötigte Druck ist mit 50 g dagegen identisch.

Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Quelle: Razer Europe Razer Black Widow 2014: Die Neuauflage des Razer-Mechanik-Flaggschiffs mit Schaltern aus eigenem Hause im Test Soweit die Theorie, bei der angemerkt werden muss, dass der Auslösepunkt bei Cherry MX-Schaltern unserer Kenntnis nach bei 2,0 mm und nicht bei 2,2 mm liegt. Obwohl sich der Auslöseweg der grünen Razer-Schalter mit diesem Wert nur um rund 0,1 mm verkürzt, ist das in der Praxis trotzdem spürbar. Im Vergleich mit dem ebenfalls taktilen blauen Cherry erfolgt das Auslösen des grünen Razer-Schalters nicht nur etwas direkter, sondern auch der Druckpunkt ist einen Tick weniger schwammig, sodass noch schnellere Mehrfachbetätigungen möglich sind, bei denen die Taste nicht bis zum Anschlag (4 mm) durchgedrückt werden muss. Das kommt natürlich in erster Linie Spielern zugute, macht aber auch das Schnellschreiben mit der Razer Black Widow Utimate 2014 angenehmer. Dieser Eindruck ist zwar durchaus subjektiv, auf die Wertung hat das jedoch keinen Einfluss, denn mechanische Schalter erhalten bei uns generell dank ihrer fest definierten Eigenschaften (Druckkraft sowie Anschlags- und Auslöseweg) die Note "sehr gut". Wie immer raten wir den Käufer in Spe die neuen Razer-Tastenschalter auszuprobieren, denn in der Verpackung aller Black-Widow-Ultimate-Modelle sind die Pfeiltasten generell zugänglich. Wen die Geräuschkulisse der grüne Switches stört, der muss noch auf die ersten Black-Widow-(Stealth)-Modelle mit den orangenen Pendants warten. Die entsprechen mit einer Druckkraft von 45 g und einem spürbaren haptischen Feedback Cherrys MX-Brown-Varianten (siehe Diagramme in der Bildergalerie).

Razer Black Widow Ultimate 2014: Testfazit - Gleiche Ausstattung, neues Tippgefühl

Die Ausstattung der mit hauseigenen mechanischen Schaltern neu aufgelegten Black Widow Ultimate ist gut, wenn auch nicht überragend. Viele Konkurrenzprodukte haben mit meist zwei USB-Hubs sowie einer noch umfangreicheren Beleuchtungsfunktion oft mehr zu bieten. Auch die enge Anbindung an die Synapse-2.0-Software ist nicht optimal, zumindest die Makro-Direktaufzeichnung sollte wie bei anderen mechanischen Tastaturen ohne Steuerprogramm auskommen. Kritikpunkte wie die fehlende Handballenablage oder die zu nah an die das Haupttastenfeld gerückten M-Tasten galten auch schon für die Vorgänger der 2014er Auflage. Dem gegenüber stehen Tastenschalter, die ein optimales Feedback geben, sich sehr gut für eine schnelle Mehrfachbetätigung eignen und gefühlt noch etwas besser sind als ihre blauen Vorbilder aus dem Hause Cherry. Alles in allem ist die Black Widow Ultimate 2014 ein empfehlenswertes mechanisches Keyboard für Spieler und Vielschreiber mit nur kleinen Schwächen und einer durch das hörbare Schalter-Feedback bedingten Geräuschkulisse.

Testtabelle Razer Black Widow Ultimate 2014 (insgesamt 46 Wertungskriterien)
Produktname Black Widow Ultimate 2014
Hersteller (Webseite) Razer  (www.razerzone.com)
Preis/Preis-Leistung Ca. € 140,- Euro/befriedigend bis gut 
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/993161
Bauart/Anschluss Kabeltastatur/USB
Ausstattung (20 %) 2,70
Kabellänge Ca. 180 cm
Handballenablage Nein
Beleuchtung Ja (Vollbeleuchtung mit 18 Helligkeitsstufen)
Tastenanzahl 113 Tasten
USB-Ports/Soundanschlüsse Ja, 1 x USB 2.0/ja, Köpfhörer und Mikrofon
Extras Multimedia-Tasten (Doppelbelegung F5 bis F11), Beleuchtung (deaktivierbar), fünf Makrotasten (Direktaufzeichnung), interner Profilspeicher, 1.000 MHz Polling Rate 
Höhenverstellung Ja
Eigenschaften (20 %) 1,70
Tastaturlayout/Übersichtlichkeit Full-Size (Standart MF)/sehr gut
Tastenhöhe (Haupttasten) Normal
Ergonomie/Rutschfestigkeit Befriedigend bis gut/sehr gut
Gewicht Ca. 1.550 Gramm
Windowstasten Ja, deaktivierbar
Abmessungen (L x B x H) 475 x 171 x 20 mm 
Leistung (60 %) 1,35
Tastenanschlag/Druckpunkt Sehr gut/sehr gut
Schakterart/Aktivierungsdruck  Razer Green/50 g (taktil, Feedback haptisch und akustisch)
Key Rollover 10KRO (USB)
Duckjump-Kompatibilität* Ja
Frei programmierbare Macros Ja (inklusive internem Speicher)
Office-/Spiele-Tauglichkeit Sehr gut/sehr gut
Gesamtnote: 1,69
   
  + Druckpunkt/Anschlag der mech. Tasten 
  + Rutschfest und sehr gut verarbeitet
  - Synapse Zwang für Macro-on-the-Fly-Funktion/keine Hanballenablage

PCGH-Wertung

1,69
14
    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Marvin82 Freizeitschrauber(in)
        Für wen sind die Hunde Knochen im Hintergrund
      • Von Marvin82 Freizeitschrauber(in)
        Für wen sind die Hunde Knochen im Hintergrund
      • Von MaxRink Software-Overclocker(in)
        Razer lebt schon seit Jahren fast nur von Fanboys und Marketing. Also ganz ehrlich, wer hat selbstentwickelte Switches jemals von denen erwartet?
      • Von JackA Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von TestudoImprobis
        Och man.
        Jetzt bin ich am Überlegen. Razer Black Widow Ultimate Stealth 2014 oder Logitech G710+ ...

        Les doch den Thread durch, die Entscheidung sollte nicht allzu schwer fallen. Billige MX-Nachbauten von Kailh zum gleichen Preis wie gute Cherry MX-Schalter. Die Wahl sollte auf die G710+ fallen (die auch bereits O-Ringe verbaut hat).
      • Von gh0st76 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Spieleonkel
        Eventuell habe ich mit "schwammig"/"Schwammigkeit" den falschen Begriff gewählt. Natürlich fällt der Druckpunkt sowohl bei den Cherrys als auch bei den vermutlich von Kailh (Kaihua) geferigten Schaltern direkt und sehr präzise spürbar aus. Mein subjektiver Eindruck war, dass der Widerstand nach dem Überwinden des Clickpunkts bei den Razer-Green-Switches etwas zurückhaltender abnimmt, sodass man den Schalter nicht so schnell bis zum Anschlag nach 4 mm durchdrückt. Messen kann man so etwas natürlich nicht und auch der Vergleich der Schalterdiagramme der beiden Hersteller lässt in der Theorie keinen Unterschied erkennen. Man spürt den etwas höheren Widerstand auch nur, wenn man eine gewisse Zeit beide Schalter im Wechsel betätigt. Subjektiv bleibt die ganze Angelegenheit trotzdem.


        Ich hoffe das klärt die Dinge

        MFG
        Der Spieleonkel


        Vermutlich von Kailh? Das sind Kailh. Konnte man schön in einer anderen Forum sehen als die da die Switches genauer gezeigt haben. Razer hat die auch nicht abgestimmt. Das ist einfach nur Marketinggeblubber von denen.
        Gibt übrigens auch ein schönes Bild wo von einem Kailh Switch der Stem abgebrochen ist. Genau wie es schöne Bilder vom inneren des Switches gibt. Halt eine genaue Kopie von den MX Switches. Nur halt in billig wenn man sich mal das Material ansieht.
      • Von zerrocool88 Software-Overclocker(in)
        Also ich bin mal auf den Test mit den orangenen switches gespannt. Es wäre vielleicht auch noch ganz gut wenn ihr sie mit der Logitech G710+ vergleichen könntet.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk