Testergebnisse und Fazit
In diesem Artikel
Unbekannte Akkulaufzeit und schreib-freundliches Tastenlayout
Da das Nyfter Nyfboard HE eine kabellose Custom-Tastatur ist, die Ihren Gaming-PC per 2,4-GHz-Nano-Receiver oder Bluetooth (drei Geräte, Wechsel per Fn + Q/W/E) kontaktiert, ist die Akkuleistung ein entscheidendes Kaufargument. Leider kommuniziert Nyfter hier weder konkrete Laufzeiten noch eine Leistungsangabe in mA. Ich sehe zwar die Ladestandanzeige auf dem Mini-Bildschirm. Ich weiß aber nicht, wie sich der Wechsel von der 2,4-GHz-Verbindung auf Bluetooth, das Abschalten der Beleuchtung oder das Herunterregeln der Helligkeit auf die Akkulaufzeit auswirken. Fest steht, nachdem ich ca. 30 Stunden mit dem Regenbogen-Effekt bei voller Helligkeit und 2,4 GHz-Verbindung getippt habe, musste die Nyfter Nyfboard HE zum Laden ans USB-C-auf-USB-A-Ladekabel.
Dies ist eine ordentliche Laufzeit, aber kein Spitzenwert. Was mir dagegen sehr gut gefällt, ist die Schreibtauglichkeit des Nyfter Nyfboard HE. Die F-Tastenreihe setzt sich vom Haupttastenfeld ab, und die vier Cursortasten sowie verbliebenen Mittelblocktasten "ENTF", "BILD hoch" und "BILD runter" sind mit einer auch haptisch gut spürbaren Lücke in das Haupttastenfeld integriert respektive rechts daneben positioniert. Die Position des Drehrads und des Mini-Displays sowie der Drucken-Taste neben der F12-Taste stört beim Tippen ohne hinzuschauen ebenfalls nicht. Das macht das Nyfter Nyfboard HE trotz seines kompakten 75-Prozent-Formats auch tauglich für Blindschreiber wie mich. Ich jedenfalls konnte mit der absolut rutschfesten Custom-Tastatur vortrefflich tippen.
Quelle: PCGH
Das freut Blindschreiber. Sowohl die Cursortasten als auch die vorhandenen Tasten des Mittelblocks sind durch eine Lücke vom Haupttastenfeld abgesetzt.
Hall-Effekt-Schalter mit tollem Tippgefühl und dezenter Tock-Akustik
Quelle: PCGH
Dank Hot-Swap-Platine können Sie defekte Magnetschalter austauschen, drei werden mitgeliefert. Eine Besonderheit des PCBs ist die unten positionierte, die Tastenkappe sehr gut ausleuchtende South Facing LED.
Bei der Schalterbestückung des Nyfter Nyfboard HE entscheidet sich der Hersteller mit dem Gateron KS-37B Switch für einen Hall-Effekt-Schalter, was teilweise den hohen Kaufpreis von 200 Euro rechtfertigt. Hall-Effekt-Switches, die mithilfe von Magnettechnik (Hall-Effekt) kontaktlos auslösen, sind der neueste Technologietrend bei Custom Gaming-Tastaturen und Gaming-Tastaturen allgemein. Dank technischer Möglichkeiten, wie dem wählbaren Auslösepunkt, Rapid Trigger, DKS, Mod-Tap/Snap Tap und Toggle Key sind Hall-Effekt-Schalter bei der zockenden Zielgruppe besonders beliebt.
Über all diese für Gamer hilfreichen Funktionen verfügt auch der lineare Gateron KS-37B des Nyfter Nyfboard HE, den Sie, und das ist nachhaltig, dank Hot-Swap-Platine bei Defekt austauschen können. Mithilfe der Software-Option Actuation - Einstellungen per Tastenkombination sind nicht möglich - können Sie den Signalpunkt von 0,1 bis 4,0 mm und die Rapid-Trigger-Empfindlichkeit von 0,1 bis 1,0 mm einstellen. In den Advanced Settings finden Sie zusätzliche Einstellungen für das DKS (Dynamic Keystroke), Mod Tap und Toggle Key.
Der nicht nur im Nyfter Nyfboard HE zum Einsatz kommende Gateron KS-37B punktet bei mir aber nicht bloß mit seinen technischen Möglichkeiten. Mir gefällt auch das Tippgefühl und die unauffällige Akustik. Dank seiner geringen Auslösekraft von nur 30 gf (Bottom-Out-Kraft: 50 gf) und der werkseitigen Schmierung gleitet der Magnettastenschalter mit geringem Kraftaufwand nach unten und schlägt weich an. Das wird mit einem Tock-Geräusch quittiert, dessen Intensität auch bei festeren Anschlägen nicht stört. Noch leiser werden Schreibvorgänge, wenn Sie einen sehr frühen Auslösepunkt bei ca. 1,0 mm wählen, sodass Sie die Tasten nicht bis zum Anschlagspunkt nach 4,0 mm durchhämmern müssen.
Verantwortlich für die geringe und sogar für den Büroeinsatz taugliche Geräuschkulisse ist neben dem Tastenkappenmaterial und der Schmierung der Schalter auch die dreifache Dämmung. Die besteht aus Silikon im unteren Gehäuse, einer Poron-Schicht unter dem PCB sowie einer Kombination aus Schaumstoff- und Poron-Schicht zwischen Platine und der Schalterplatte aus Alu. Dazu kommen sogenannte Gaskets (siehe Bild unten), die in die Kanten der Schalterplatte aus Aluminium eingelassen sind und effektiv ein Platinenschwingen und somit Ping-Geräusche verhindern.
Quelle: Nyfter
Aufbau des Nyfter Nyfboard HE: (1) Gehäuseoberseite aus ABS-Kunststoff (2) PBT-Keycaps mit fünfseitigem Sublimationsdruck (3) Gateron KS-37C Magnetic Switches (4) Schalterplatte aus Alu (5) Doppelte Dämpfung (Dämmschaum + Poron) zwischen Schalterplatte und Hot-Swap-Platine (6) Gaskets aus Silikon (7) Poron-Schicht (8) Dicke Silikon-Schicht (9) Achtfach verschraubte Gehäuseunterseite aus ABS-Kunststoff
Nyfter Nyfboard HE: Testergebnis
Das Nyfter Nyfboard HE überzeugt mit seiner dank vieler Dämmelemente unauffälligen Tock-Akustik und der samtigen Haptik der geschmierten Gateron KS-37B. Zusätzlich bieten die Hall-Effekt-Switches alle technischen Finessen, die mit Magnetschaltern zur Verfügung stehen. Zumindest das rechtfertigt den mit 200 Euro doch schon hohen Preis. Die mit 1,80 bewertete Ausstattung, deren Höhepunkte die PBT-Tastenkappen mit Sakura-Optik, die Wireless-Modi und der Mini-Bildschirm sind, wird dem hohen Preis dagegen nicht ganz gerecht.
Der Bildschirm ist winzig, bei den Keycaps fehlt die Angabe der Sekundärfunktion, und kabellose Custom-Gaming-Tastaturen mit drei Bluetooth-Modi und MacOS-Unterstützung gibt es auch schon im Bereich um 100 Euro. Außerdem fehlt für eine sehr gute Ergonomie eine Handballenablage. Nicht zuletzt aber wegen der Schalter, deren Möglichkeiten und Haptik sowie der Dämmung ist das Nyfter Nyfboard HE insgesamt eine empfehlenswerte, wenn auch nicht günstige Custom-Gaming-Tastatur.
