Asus ROG Claymore: Bunter Lichtspieler mit modularem Nummernblock im Test
Mit der ROG Claymore hat Asus nicht nur erstmalig eine mechanische Tastatur mit RGB-Einzeltastenbeleuchtung im Angebot. Mit ihrem modularen, an der rechten und linken Seite montierbaren Nummernblock verfügt sie auch über ein interessantes Ausstattungsmerkmal. Wie nützlich ist dieses Feature? Ist die Asus Claymore ein empfehlenswerter mechanischer Mitspieler? Diese Fragen beantwortet der folgende Test.
Inhaltsverzeichnis
Mit der Asus ROG Claymore, einer mit Cherry-MX-RGB-Red-Schaltern bestückten Spielertastatur, geben gleich zwei Ausstattungsfeatures ihr Debüt. Zum einen ist die teilweise aus Aluminium gefertigte Claymore die erste mechanische Tastatur aus dem Hause Asus, die über eine RGB-Beleuchtung verfügt, welche sich pro Taste einstellen lässt. Zum anderen kann der Nummernblock des für Spieler konzipierten Keyboards ganz nach dem Gusto des Nutzers an der rechten oder linken Seite des Core-Modells im Tenkeyless-Tastenlayout angedockt werden. Dieses Feature gab es 2008 erstmalig bei der Sidewinder X6 zu bewundern, die Microsoft zusammen mit der Sidewinder-X8-Spielermaus präsentierte. Von Microsofts nicht mehr erhältlichen Sidewinder X6 abgesehen boten bis heute nur noch die Mad Catz Strike 7 und die Gigabyte Aorus Thunder K7 diese vor allem für Linkshänder nützliche Sonderausstattung. Ob auch der spielende Rechtshänder von diesem Extra profitiert und wie sich die Asus ROG Claymore im praktischen Einsatz schlägt, das zeigt unser Test.
Die Ausstattung: Effektvoll und mit vielen Extras
Asus zielt mit der ROG Claymore klar auf den Gamer ab und genau für diesen Kunden lässt die Ausstattung des mit frei stehenden Cherry MX RGB Red-Schaltern bestückten Keyboards wenig Wünsche offen. Die Claymore ist Asus' erste Spielertastatur mit frei programmierbarer RGB-Beleuchtung und hier macht man keine halben Sachen. Ganz im Gegenteil kommen zu den frei konfigurierbaren Lichtspielereien noch acht Effekte (u. A. Atmend, Farbwechsel, Welle, Kräuselung), eine Zonenbeleuchtung (beispielsweise WASD und Pfeiltasten) sowie Beleuchtungsprofile für Spiele. Darüber hinaus lässt sich die RGB-Beleuchtung mit Asus-Mäusen und Hauptplatinen der ROG-Reihe synchronisieren um beispielsweise die CPU-Temperatur sowie die Drehzahl des Prozessorlüfters zu überwachen und zu visualisieren (Asus Aura). Eine weitere Pluspunkt ist die Tatsache, dass sich die Effektpalette der Claymore per Tastenkombination (Fn + Pfeil links/rechts) auch ohne Software aufrufen lässt.
Quelle: PC Games Hardware
Asus ROG Claymore: Bunter Lichtspieler mit modularem Nummernblock im Test (3)
Die Asus Claymore punktet aber nicht nur mit ihrer umfangreichen und in der ROG-Armoury-Software einfach programmierbaren RGB-Beleuchtung, auch die restliche Ausstattung kann sich sehen lassen. Makros können per ROG Armoury oder direkt per Taste (Fn + Alt Gr) aufgezeichnet und dann beispielsweise als Doppelbelegung auf den Tasten "1" bis "5" gespeichert werden. Dabei nimmt der Speicher der Claymore die Beleuchtungseinstellungen und Tastenkombinationen für fünf Profile auf. Die Tasten F5 bis F12 sind mit Multimediafunktionen wie Abspielen, Laut/Leise oder Vor-/Rücklauf doppelt belegt, per Fn-Umschalttaste lässt sich Kombination mit den Tasten F1 bis F4 auch die Wiederholrate (x1, x2, x4, x8) modifizieren. Dazu kommen eine Polling Rate von 1.000 Hz, eine Sperrfunktion für die Windows-Taste sowie eine solide gefertigte Metallwalze am oberen Ende des modularen Nummernblocks.
Letztgenannter ist, wie eingangs erwähnt, neben der Beleuchtung, das Ausstattungs-Highlight der Claymore, denn er ist deutlich mehr als ein Gimmick. Einerseits kommt ein links vom Haupttastenfeld positionierter Zehnerblock Linkshändern bei Office-Arbeiten (Tabellenkalkulation) zugute. Andererseits profitieren auch Spieler, die ihre virtuelles Ego per WASD-Tasten steuern, von diesem Extra, denn an der linken Seite der Asus Claymore angedockt, kann das Numpad zum Aufrufen von Zusatzfunktionen genutzt werden. Wer dagegen weder beim Spielen noch Schreiben den Zehnerblock nutzt, der trifft mit der für rund 175 Euro erhältlichen Core-Variante der Asus ROG Claymore die bessere und auch günstigere Wahl.
Asus Claymore: der modulare Nummernblock im Detail
Die Eigenschaften: kompakt, linkshänderfreundlich und weitestgehend ergonomisch
Unabhängig davon, ob die Asus ROG Claymore mit oder ohne montierten Nummernblock zum Einsatz kommt, fällt das im Standard-Layout (ISO, 88 Tasten bei Tenkeyless-Tastaturen) angeordnete Haupttastenfeld nebst Mittelblock sehr kompakt aus. Trotzdem kommt es beim Blindtippen kaum zu Fehlgriffen. Das ist vor allem der Verdienst der aus Kunststoff gefertigten und per Laser gravierten Tastenkappen. Die sind so abgeschrägt, dass viel Platz zwischen den einzelnen Tasten bleibt, und sie verfügen zusätzlich über eine gut spürbare, konkave Druckfläche auf der Oberseite. Geht ein Tastendruck dann doch mal daneben, ist oft der etwas zu geringe Platz zwischen dem Haupttastenfeld und dem Mittelblock schuld. Aufgrund der kompakten Bauform der Claymore hat Asus zwar auch den Abstand zwischen der obersten Reihe des Haupttastenfeldes und den F-Tasten verkleinert. Die freistehende Schalterkonstruktion, die bei mechanischen Tastaturen immer populärer zu werden scheint, verhindert Vertipper jedoch weitestgehend.
Obwohl die ROG Claymore ohne Handballenablage ausgeliefert wird, fällt die Ergonomie ordentlich aus. Bleibt die Höhenverstellung eingeklappt, ist der Anstiegswinkel des Tastenfeldes gering. Dazu kommt, dass die vordere Kante des mit einer Alu-Oberfläche aufgewerteten Chassis relativ steil nach unten abfällt, sodass der Handballen beim Schreiben erst gar nicht mit der Gehäusevorderseite in Berührung kommt. Positives gibt es auch in puncto Rutschfestigkeit zu berichten, denn drei große Anti-Rutsch-Gummis sowie Gummi-Elemente an den Füßchen der Höhenverstellung sorgen dafür, dass die mit ca. 900 Gramm eher leichte ROG Claymore auch im heftigen Spieleeinsatz nicht von der Tischplatte rutscht.
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Die Leistung: Cherry MX RGB Red für ein flottes Spielvergnügen
Mit den roten Cherry MX RGB wählt Asus bewusst einen Schalter für die ROG Claymore, der bei Spielern neben der schwarzen Variante sehr beliebt ist. Das liegt daran, dass die roten Cherrys - egal ob in der Variante mit einfarbigen (Cherry MX) oder transparenten Schaltergehäuse (Cherry MX RGB) - über einen relativ niedrigen Auslösedruck von 45 cN (g) verfügen. Da die Taster linear sind - ein haptisches oder akustisches Feedback fehlt am Auslösepunkt nach 2 mm (4 mm Gesamthub) - eignen sie sich besonders gut für sehr schnelle Mehrfachbetätigungen, was in Shootern durchaus ein Vorteil ist. Im Gegenzug erhöht sich beim Spielen mit den roten Cherrys die Geräuschkulisse, da der Spieler die Tasten meist "durchhämmert". Davon abgesehen überzeugt der mechanische Tastenschalter voll und garantiert mit seinen festgelegten Eigenschaften schnörkellosen und schnellen Spielspaß.
Einen Nachteil haben Cherrys MX-RGB-Tastenschalter jedoch, das ist uns schon bei einigen Tests von Keyboards aufgefallen, die damit bestückt waren. Da die RGB-Diode an der Oberseite des Schalters sowie oberhalb des Stößels positioniert ist, kommt es zu Lichtemissionen, bei denen das Licht, das unterhalb der Tastenkappe hervorscheint, sogar noch die Seitenwände der benachbarten Key Cap mit beleuchtet. Echten Fans einer mechanischen Tastatur mit RGB-Beleuchtung wird das egal sein, wen das stört, der kann natürlich per Knopfdruck die Intensität der Beleuchtung verringern und die Lichtemission so senken.
Das Fazit: Effektvoll beleuchtet, voll spielertauglich, aber teuer
Viel Anlass zur Kritik liefert die neue Asus ROG Claymore wirklich nicht. Die RGB-Einzeltastenbeleuchtung hält sehr viele Effekte bereit, die größtenteils auch ohne Software aufgerufen werden können. Der modulare Nummernblock ist vor allem für Linkshänder ein willkommenes sowie nützliches Extra und man vermisst bei der Ausstattung lediglich USB-Ports und/oder Soundanschlüsse. Die Ergonomie fällt trotz fehlender Handballenablage insgesamt gut aus und die Cherry-MX-RGB-Red-Tastenschalter sind trotz ihrer Lichtemission die erste Wahl für eine Spielertastatur. Dem gegenüber steht ein viel zu hoher Preis für das Full-Size-Modell von 240 Euro und selbst 175 Euro sind für die Core-Variante noch zu viel. Für das Geld bekommt man bei anderen Herstellern ein nicht geschrumpftes Modell mit Top-Ausstattung. Hier sollte Asus den Preis noch stark nach unten korrigieren.
| Produktname | ROG Claymore |
|---|---|
| Hersteller (Vertrieb) | Asus (www.asus.com) |
| Preis/Preis-Leistung | Ca. € 240,- Euro/mangelhaft |
| PCGH-Preisvergleich | www.pcgh.de/preis/1549791 |
| Bauart/Anschluss | Kabeltastatur/USB 2.0 |
| Ausstattung (20 %) | 1,70 |
| Kabellänge | Ca. 180 cm |
| Handballenablage | Nein |
| Beleuchtung/Feature-/Effektumfang | Ja, RGB-Beleuchtung (Programmierbare Einzeltastenbeleuchtung im vollen RGB-Farbspektrum mit vier Helligkeitsstufen)/sehr gut: acht Effekte, Zonenbeleuchtung, Beleuchtungsprofile für Spiele |
| Tastenanzahl | 105 Tasten (88 ohne Numpad) |
| USB-Ports/Soundanschlüsse | Nein/nein |
| Extras | Individualisierbare RGB-Einzeltastenbeleuchtung (deaktivierbar), sieben Multmediatasten (Doppelbelegung F9 bis F12), Response-Rate einstellbar (x1/x2/x4/x8), Makrofunktion mit Direktaufzeichnung, fünf Markotasten (Doppelbelegung Taste 1 bis 5), Speicher für 5 Profile, Metallwalze am Nummernblock, Nummernblock modular anbringbar, NKRO, 1.000 Hz Polling Rate, Synchronisierung mit Asus-ROG-Mainboards |
| Höhenverstellung | Ja |
| Eigenschaften (20 %) | 1,66 |
| Tastaturlayout/Übersichtlichkeit | Full-Size (Standard MF/ISO)/sehr gut |
| Tastenhöhe (Haupttasten) | Normal |
| Ergonomie/Rutschfestigkeit | Gut/gut bis sehr gut |
| Windowstasten | Ja, per Doppelbelegung deaktivierbar |
| Abmessungen (L x B x H)/Gewicht | 45,0 x 14,5 x 4,5 cm/ca. 900 Gramm |
| Leistung (60 %) | 1,35 |
| Tastenanschlag/Druckpunkt | Sehr gut/Sehr gut |
| Schalterart/Aktivierungsdruck | Cherry MX RGB Red (Linear, 45 cN [g], 2 mm Auslöse- und 2 mm Anschlagsweg, einfarbiges Schaltergehäuse) |
| Key Rollover | NKRO (USB-Port) |
| Software: Anwenderfreundlichkeit/Umfang | Sehr gut/sehr umfrangreich |
| Software: Beleuchtungsprgrammierung/Effekte | Einfach Beleuchtungsprogrammierung für fünf Profile/acht vorgegeben Effekte, Zonen- und Gaming-Modus |
| Frei programmierbare Macros | Ja (zeitverzögert inklusive Speicher) |
| Office-/Spiele-Tauglichkeit | Gut bis sehr gut/sehr gut |
| Gesamtnote: | 1,48 |
| Pro und Contra: | + RGB-Beleuchtung (Effekt/Programmierung) |
| + Druckpunkt/Anschlag der mechanischen Tasten | |
| + Ausstattung (u.a. modularer Nummernblock) |

Ich seh die Geräte vom Hardware-Aspekt und dessen Herstellungskosten.
Und genau die Haltbarkeit ist ja der Punkt. Man hat bei ner Tastatur nunmal die Tastenkappen permanent an den Fingern, darum sollte die u.a. am hochwertigsten sein, wenn man schon Premium-Preise kassiert.
So kann man sich auch gleich z.B. eine Ozone Strike Battle Spectra holen.
Für Mathematiker: Die Claymore werde ich wohl (hoffentlich) einige Jahre nutzen. Ob ich nun bei 5 Jahren Nutzzeit 47 Euro per anno oder 24 Euro (für ne 120 Euro Tastatur) per anno ausgegeben habe - wen juckts? Schöne Rechnerei für Nerds, aber letztlich kauft man nicht nur das Produkt an sich sondern auch immer ein Stück "Fanartikel" mit... Nach dem Motto: Musst haben, sonst wirst gehänselt. Warum aber nicht auch mal für etwas brennen??? So what - hier gehts um Fakten. Und die sagen, die Claymore ist nicht die schlechteste Tastatur, sieht geil aus wenngleich sie bei weitem nicht die günstigste Tastatur ist. In diesem Sinne - genießt das geile Wetter und zwar gratis
Hörst dich an wie jeder Apple-User, der den Preis von Apple-Produkten rechtfertigen will. Aber wenn was in der Herstellung 100 Euro kostet, wird die Luft eng, zu erklären, dass man dafür noch 1000+ Euro will.
Wenn die Claymore perfekt wäre, würde ich mir 200+ Euro eingehen, aber sie bietet ja nicht mal PBT Tastenkappen. Das ist alles Standardkost in einem etwas aufgepimpten Gehäuse für Premiumpreise. Selbst Ducky baut bei deren 120 Euro Mecha mittlerweile Doubleshot Tastenkappen ein.