Netflix: Wie funktioniert das Framerate-Matching?
In einem neuerlichen Blog-Beitrag erklärt Netflix, wie der automatische Wechsel von Framerates je nach Inhalt in der Netflix-App funktioniert.
Wenn es beim Streamen von Inhalten ordentlich ruckelt, dann kann das auf unzureichendes Framerate-Matching durch die Anwendung zurückzuführen sein. In einem aktuellen Blog-Beitrag erklärt Netflix die genaueren Hintergründe und Probleme, die dahinterstecken, und auf welche Lösungen man setzt, um Nutzern einen möglichst ruckelfreien Film-Abend zu ermöglichen.
Das Grundproblem ist schnell erklärt, doch die Lösungsansätze mitunter komplexer. Zunächst bleibt festzuhalten, dass die zahlreichen Netflix-Inhalte in ihrem Ausgangsmaterial mit unterschiedlichsten Framerates encodiert sein können. Im Netflix-Katalog reicht die Bandbreite hier von 23,97 bis hin zu 60 Frames pro Sekunde. Wird ein Inhalt abgerufen, wird dieser auch in seiner Ursprungs-Framerate decodiert und wiederum vom Streaming-Gerät in die eingestellte HDMI-Output-Framerate konvertiert. Typisch sind hier Werte von 50 Fps (PAL-Regionen) und 60 Fps (NTSC-Regionen).
Quelle: Netflix
Netflix: Wie funktioniert das Framerate-Matching? (2)
Sind Inhalte bereits in 50 oder 60 Fps encodiert, ist das Abspielen unproblematisch, doch über solche Framerates verfügt nur ein geringer Teil des Materials. 23,97 bis 30 Fps sind die Regel und hier muss entsprechend getrickst werden, um eine saubere Konvertierung zu erzielen, wenn keine glatte Multiplikation der Inhalts-Framerate zur Output-Framerate möglich und eine dynamische Output-Framerate, beispielsweise via VRR, nicht verfügbar ist. Ansonsten droht Ruckeln - sogenanntes "Judder".
Die Netflix-App kann zwar Judder bei problematischen Konvertierungen nicht gänzlich eliminieren, doch zumindest ein Stück weit reduzieren. Der zugehörige Lösungsansatz wird am Beispiel von der Konvertierung von 24 Fps zu 50 Fps beschrieben. Würde nun schlichtweg von Sekunde zu Sekunde gedacht und entsprechend konvertiert, wäre der resultierende Judder deutlich bemerkbar. Eine deutliche Reduktion kann dann erzielt werden, wenn man sich größere Zeitblöcke herausnimmt. Beispielhaft werden 3 Sekunden genannt.
Quelle: Netflix
Netflix: Wie funktioniert das Framerate-Matching? (3)
Über diese Zeitspanne liefert der Inhalt 72 Frames, während 150 Frames vom Gerät ausgegeben werden. Anstatt nun 24 Fps pro Sekunde auszuliefern, werden stattdessen in den ersten beiden Sekunden 25 Frames ausgeliefert und damit eine glatte Konvertierung ermöglicht und in der dritten Sekunde 22 Frames zu 50 Frames konvertiert. Laut Blog-Beitrag sorge das letztlich durch ein gleichmächigeres Frame-Replication-Patterns für weniger Judder.
Ob die Konvertierung über die Netflix-App oder eine dynamische HDMI-Framerate erfolgt, ist letzten Endes stets Nutzer- und Geräteabhängig, wie weiter erklärt wird. Auch gelten die Konvertierungs-Möglichkeiten nicht durchgängig. Autoplay-Trailer im Nutzer-Interface der App sind davon beispielsweise ausgeschlossen.

Dass frame rate matching "nun endlich auch zu Netflix kommen soll", hatte ich schon vor nem Jahr gelesen, doch ist es auf meinem FTV Stick 4K nach wie vor nicht verfügbar. Bei Prime Video funktioniert das ohne Probleme.
Ich bin seit ein paar Jahren durch meinen Fernseher bereits auf 100 Hz getrimmt. Selbst Filme auf 24fps werden interpoliert und ich finde es eine reine Gewohnheitssache. Mittlerweile ist es eher negativ auffällig (meine Meinung) wenn Inhalte mit weniger als 60fps abgebildet werden.