Nach Abonnentenschwund: Netflix plant wie Disney künftig mit Werbung

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Netflix Co-CEO kündigte an, eine werbefinanzierte Abonnement-Stufe für seinen Streaming-Dienst einführen zu wollen, die die Kunden weniger kostet.
Quelle: freestocks.org/Pexels

Bei der Cannes Lions, einer Veranstaltung der Werbebranche, bestätigte Netflix Co-CEO Ted Sarandos, eine werbefinanzierte Abo-Stufe für seinen Streaming-Dienst einführen zu wollen, die die Kunden weniger kosten wird. Angestrebt wird die Veröffentlichung gegen Ende 2022, nachdem das erste Quartal wenig erfreulich für das Unternehmen verlaufen ist.

Netflix zeigt nun eine Reaktion auf die vielen Abonnenten, die der Streaming-Dienst verloren hat, und auf den eingebrochenen Aktienkurs im ersten Quartal 2022. In einem Interview bei der bekanntesten Veranstaltung der Werbebranche, der Cannes Lions, versicherte der Co-CEO von Netflix, Ted Sarandos, dass für den Streaming-Dienst eine Abo-Stufe mit Werbung geplant ist.

"Wir haben ein großes Kundensegment vom Tisch gelassen, nämlich die Leute, die sagen: 'Hey, Netflix ist mir zu teuer und ich habe nichts gegen Werbung'", sagte Ted Sarandos. "Wir [fügen] eine Werbeebene hinzu; wir fügen Netflix, wie Sie es heute kennen, keine Werbung hinzu. Wir fügen eine Werbeebene für Leute hinzu, die sagen: 'Hey, ich will einen niedrigeren Preis und ich werde mir dafür Werbung anschauen.'"

Was gibt es sonst Neues bei Netflix und der Konkurrenz?

Schon im Vorfeld wurde erwartet, dass Netflix eine werbefinanzierte Abonnement-Stufe hinzugefügt werden soll, da der zweite CEO im Bunde, Reed Hastings, sich dies bereits vor zwei Monaten im April vorstellen konnte. Diese Ankündigungen wurden vor dem Hintergrund getätigt, dass Netflix im ersten Quartal 2022 wieder seit über einem Jahrzehnt Abonnenten verloren hat, 200.000 an der Zahl im Vergleich zum Q4 2021. Mit rund 222 Millionen Abonnenten bleibt Netflix der größte Streaming-Anbieter weltweit, allerdings regten die jüngsten Ereignisse zum Nachdenken bezüglich der Haltung zu Werbung in der Chefetage an.
Mit welchen Unternehmen für den Anzeigenverkauf Netflix zusammenarbeitet, ist noch unklar. Ted Sarandos antwortete diesbezüglich, dass man mit allen spreche. Derweil werden laut dem Wall Street Journal Google und NBCUniversal heiß gehandelt. Auf die Frage einer möglichen Übernahme von Netflix angesichts des gefallenen Aktienkurses erklärte Ted Sarandos, dass dies immer passieren könne, er aber daran glaubt, dass Netflix sich aus eigener Kraft wieder heraufarbeiten wird. Was die Gerüchte angeht, dass das Unternehmen eine Firma für Streaming-Hardware wie Roku aufkaufen möchte, entgegnete er laut Wall Street Journal, dass dies nicht nötig sei.

Passend dazu: Netflix verliert weiter Abonnenten und entlässt 300 Mitarbeiter

Den Weg einer werbefinanzierten Abonnement-Stufe möchte auch die Konkurrenz um Disney gehen und ebenfalls bis Ende 2022 eine solche für ihren Dienst Disney+ einführen. Diese soll zuerst in den USA ausgerollt werden und schließlich 2023 international die Runde machen. Disney soll dabei vorhaben, die Werbeanzeigen auf vier Minuten die Stunde zu begrenzen.

Quelle: via The Verge

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    • Kommentare (26)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Lexx Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von BigBoymann
        (vermutlich würde sich einer der BigPlayer den Namen sichern)
        Amazon und Disney werden auf jeden Fall überleben.
        Netflix langfristig eher nicht. Wird geschluckt.
        (Oder wird das "RTL" der Zukunft, die ganzen tollen Serien kosten, das werden nur
        Große stemmen können/wollen.)

        Wobei RTL: Nitro -> 24H-Rennen! -> Crime+Investigation auch ganz nett...

        Am "Computer"-Spielemarkt fand/findet ja auch eine große Konsolidierung statt.
        Bei Buchverlagen.
        Kleidung, Versand, Computer-Hardware,, ...
      • Von Lexx Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von BigBoymann
        (vermutlich würde sich einer der BigPlayer den Namen sichern)
        Amazon und Disney werden auf jeden Fall überleben.
        Netflix langfristig eher nicht. Wird geschluckt.
        (Oder wird das "RTL" der Zukunft, die ganzen tollen Serien kosten, das werden nur
        Große stemmen können/wollen.)

        Wobei RTL: Nitro -> 24H-Rennen! -> Crime+Investigation auch ganz nett...

        Am "Computer"-Spielemarkt fand/findet ja auch eine große Konsolidierung statt.
        Bei Buchverlagen.
        Kleidung, Versand, Computer-Hardware,, ...
      • Von Registrierzwang Software-Overclocker(in)
        Habe (noch) ein Netflix Abo, aber sobald für den bisherigen Preis Werbung mit ins Spiel kommt, oder anders ausgedrückt, sobald ein werbefreies Netflix teuer wird, war's das definitiv mit dem Netflix Abo - neue, gute Inhalte gibt es ja eh nicht mehr momentan.
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Lexx
        Ende nicht
        Nicht unbedingt das Ende der Konzerne, da hast du Recht. Aber ich denke, dass Ende des Streamings in seiner derzeitigen Form, wobei dies für Netflix durchaus rezessiv sein kann und deren Ende bedeuten könnte (vermutlich würde sich einer der BigPlayer den Namen sichern)
      • Von 4thVariety BIOS-Overclocker(in)
        Wer DAZN hat, der weiß ja, dass Streaming+Werbung im Zweifelsfall so nahtlos funktioniert wie im normalen TV.

        Besonders Disney ist in der Lage, dass nicht nur mit Eintrittspreisen für Medienprodukte Geld verdient wird, sondern auch mit viel Merchandising. Der letztere Sektor erfordert fast, dass nachdem ein Produkt kein Geld hinter Bezahlschranken abwirft (früher Kino, Videothek, Kauf-VHS), das Produkt immer noch weiter auf die Kundschaft abgeschossen wird über Free-TV. Über einen Zeitraum von 4 Jahren muss wirklich jeder das Produkt irgendwie gesehen haben, weil nur das maximiert die kulturelle Relevanz des Produktes und nur das maximiert damit das Merchandising.

        Durch die direkten Einnahmen vom Kunden ohne hundert lokale TV Sender an die man unterlizenziert, sind die Einnahmen für Netflix direkter und schneller. Die Relevanz der Serien an sich ist jedoch geringer, weil sie von weniger Leuten hinter der Bezahlschranke gesehen wird.

        Die Zeiten an denen man dann ein Produkt an RTL lizenziert hätte zum Fixpreis, damit die das jeden Sonntag rauf und runterspielen sind vorbei. Das kann der Streamingdienst selber. Die Frage wird sein wieviel Werbungen sie verkaufen können, wie die eingebunden werden und was die Werbetreibenden bereit sind zu zahlen.

        Für Lizenzinhaber wie Disney, Warner, CBS, etc. waren TV Sender im Ausland lästige Mittelsmänner die mitverdient haben, um die man aber nicht herumgekommen ist. Erst hat man sich die Premium-Bezahl-Kunden geholt, jetzt ist der Rest dran. NOch nicht für 0€, aber Stück für Stück..
      • Von Defenz0r BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Kelemvor
        Jo Stufe 1. Und als nächstes ziehen die Abopreise weiter an.

        Zum Glück bindet man sich nicht für 2 Jahre.
        Ich sehe schon kommen das wir bald einen Ad-Blocker haben der dann wieder gerichtlch 'verboten' wird...
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