Dr. Disrespect sorgt erneut für Kontroverse: Fake-Launch-Event bei Highguard?
Ein angebliches Launch-Event bringt Dr. Disrespect erneut in Bedrängnis. Entwickler und Community-Manager widersprechen öffentlich, während Vorwürfe über KI-manipulierte Bilder die Diskussion weiter anheizen.
Große Streamer ziehen gerne auch Drama an, und Dr. Disrespect hatte in den vergangenen Jahren reichlich davon. Das scheint auch nicht ohne Eigenverschulden zu sein, denn erneut befindet er sich inmitten einer Kontroverse. Auslöser war ein auf der Plattform X veröffentlichtes Bild mit einer Ankündigung zum Stream des Spiels Highguard.
In diesem Bild suggerierte Guy Herschel Beahm, so Dr. Disrespect mit bürgerlichem Namen, dass er Teilnehmer eines Launch-Events gewesen sei. Das wiederum stritt der Community-Manager von Highguard und Wildlight auf X ab. "Hallo! Ich bin Chin, der Creator Manager für Highguard/Wildlight, und ich kann bestätigen, dass DDR weder zu vergangenen noch zu aktuellen Highguard-Veranstaltungen eingeladen wurde und es sich bei dem Abzeichen nicht um ein offizielles Abzeichen handelt."
Das wiederum nahmen Beobachter zum Anlass, das veröffentlichte Bild auf KI-Elemente hin zu untersuchen. Google-KI Gemini meinte dann feststellen zu können, dass "das meiste oder alles" an dem Bild bearbeitet oder mithilfe von Google-KI generiert wurde. Ob das stimmt, lässt sich schwer verifizieren.
Es dürfte auch unerheblich sein, wenn das Community-Management von Highguard eine Beteiligung des bekannten Streamers verneint. Weiterhin meinte The Marco Show auf X, dass er auf dem besagten Early-Access-Event zugegen war und Dr. Disrespect dort nicht zu sehen gewesen sei. Er unterstellt, dass der "6 feet 8 inches vertical leap" durchaus aufgefallen wäre. Man könne Highguard für vieles kritisieren, aber nicht für die Einladung des umstrittenen Streamers. Auch andere auf das Event geladene Gäste kommentierten, sie hätten den "Doc" nicht gesehen. Zeitgleich betonte Blessing Adeoye Jr., dass es in Los Angeles zwei Events gegeben habe.
Merkwürdiges Risikoverhalten
Und genau das macht die ganze Nummer noch abstruser: Highguard hatte keinen guten Start bei der Resonanz der Spielerschaft. Das Risiko, eine Beteiligung an einem Launch-Event zu erfinden - und das für ein Spiel, das am Ende keinen hohen Zuspruch erhielt -, scheint ein ungewöhnlich hohes und unnötiges Risiko zu sein. Gerade, wenn man bereits umstritten ist.
Die Branche hatte Dr. Disrespect zuletzt mehrheitlich nicht mehr auf Events eingeladen, nachdem sich herauskristallisiert hatte, dass die Twitch-Sperre mit möglicherweise "unangemessenen Direktnachrichten" zusammengehangen hat. Die Nachrichten hatte Dr. Disrespect bestätigt, aber vieles bleibt weiter unklar. Von einer Strafverfolgung sahen die Behörden offenbar ab, nachdem der Fall sogar vor Gericht landete, wo es letztlich um finanzielle Ansprüche ging. Daraus ließe sich ableiten, dass es wohl nicht illegal war, aber möglicherweise unangebracht.
Die Fanbasis scheint dadurch weiter gespalten zu werden. Für die einen ist es Irreführung, für die anderen Satire. Manche werfen Dr. Disrepect vor, mit gefälschten "Drops" die Streams zu bewerben. Jeder wisse aber nun, dass er die Zuschauer trolle, so Rough_Inflation676 auf Reddit. Es dürfte interessant werden, ob es im Laufe der kommenden Stunden weitere Stellungnahmen zu dem Fall gibt. Den Stream können Interessierte hier nachschauen.
