Analyst zum Steam-Erfolg: "Super-Gamer kaufen Spiele, die sie nie spielen"
Steam-Spieler neigen bekanntlich dazu, mehr Games anzuhäufen, als sie tatsächlich spielen. Ein aktueller Bericht hat sich das Phänomen näher angeschaut.
Aktuell lädt die Steam Sommeraktion mit zahlreichen Rabatten auf viele Spiele wieder dazu ein, den sogenannten "Pile of Shame" mit Games weiter anzuhäufen, die man letztlich doch nie spielt. Die Webseite howtomarketagame.com hat sich dem Thema und dessen Hintergründe vor Kurzem aus Sicht der Spieleentwickler angenommen und Valves Erfolgsrezept mit den ungespielten Spielen auf Steam analysiert.
"Der Grund, warum Spieleentwickler bereit sind, Valve 30 Prozent ihrer Einnahmen zu überlassen, liegt darin, dass der Steam-Marktplatz voll von Super-Gamern ist, die Geld für Spiele ausgeben, die sie gar nicht spielen wollen", heißt es. Anhand einer Umfrage zu Spielen beim Steam Next Fest, habe man herausgefunden, dass die meisten Leute ein Spiel auf die Wunschliste setzen, ohne überhaupt die Demo gespielt zu haben. "DIE DEMO IST KOSTENLOS! Wenn die Spieler so sehr an dem Spiel interessiert sind, warum spielen sie es nicht!"
Valves Steam lockt mit Eventualität und Sammlergeist
Valve habe demnach das Problem geknackt, mit dem Netflix im Film- und Serienbereich zu kämpfen hat: Wie verkauft man etwas an Menschen, die so viele Unterhaltungsangebote zur Verfügung haben, dass sie nicht genug Stunden am Tag haben, um alles zu spielen und anzusehen? "Valve hat dem Tag eines Spielers im Grunde unendlich viele Stunden hinzugefügt, es ist ein theoretischer Tag in der Zukunft, an dem die Spieler eines Tages stundenlang mit ihrem Spiel verbringen könnten (aber, seien wir ehrlich, nicht werden)", so der Beitrag.
Grund für das Ganze sei, dass Steam-Spieler oft Sammler oder Hobbyisten seien, die Spiele eher anhäufen als wirklich zu spielen. Das gibt es auch in anderen Bereichen beispielsweise bei Büchern, die gekauft und ungelesen bleiben, wofür es in Japan sogar das Wort "Tsundoku" gibt. Statistisch sollen über die Hälfte aller Steam-Spiele in Nutzerbibliotheken ungespielt bleiben, was jeder User für seinen eigenen Account über SteamDB überprüfen kann.
Entwickler sollten sich wegen ungespielter Spiele nicht sorgen
Das sei aber Teil des Geschäftsmodells und helfe vor allem auch Indie-Entwicklern, da Käufer oft durch Genre, Hype oder einen guten "Hook" zum Kauf verleitet werden, ohne das Spiel wirklich absehbar spielen zu wollen. Rabatte und Sales wie der Steam Summer Sale fördern wiederum Impulskäufe und das Sammeln ungespielter Spiele. Entwickler sollten sich daher nicht stressen, wenn ihr Spiel nicht gespielt wird, sondern eher etwas gelassener sein: "Nicht jeder, der dein Spiel kauft, ist ein begeisterter Fan, der deinem Discord beitritt, ein Cosplay mit deiner Hauptfigur macht und an Kunstwettbewerben teilnimmt. Dein Spiel ist nur ein weiterer Baustein in ihrem Tsundoku-Stapel."
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Auf Steam habe ich seit 2006 25 Spiele gesammelt... und nur 13 gekauft.
Auf Uplay jemals 31 gekaufte
Direkt und indirekt durch Hardware Kauf
Bei mir steht "Games are hidden". Bin wahrscheinlich n komischer Steam'ler ..
So ein Verhalten tritt doch unabhängig vom Shop dann auch bei anderen auf.
Ich habe die meisten Spiele etwa auf GOG. Mehr als 3x soviel, als bei Steam.
Ich habe z.B. lauter Spiele bei Epic (von denen ich btw. nicht EINES gekauft habe - einige habe ich eh schon doppelt und dreifach auf GoG und Steam), von denen ich glaube ich 2 oder 3 Spiele mal angespielt habe, um zu sehen, ob und wie sie laufen, der Rest liegt da nur auf Halde.
Mit den ganzen give-aways bei Epic, GOG, Steam und auch Amazon Prime Gaming, sammeln sich bestimmt schnell Spiele an, die man selten bis nie spielt.
Also wenn das die Messlatte ist, dass man sich Spiele holt, die man nie spielt, dann dürfte ja wohl Epic der erfolgreichste Store sein
Das was [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] sagt, kommt noch on top: z.B. habe ich Star Wars Jedi Fallen Order bei EA im Origin Store als geclaimtes give-away und in Steam im Discount gekauft. Spielen tue ich aber eine "entschärfte" Variante, die ich mir abseits dieser Game-Stores organisiert habe - ich empfinde den Launcher- und Online-Zwang als nicht mehr hinnehmbar (hinzu kommt noch die Angst vor Serverabschaltungen, nachträglichen unliebsamen Veränderungen oder in-game-Stores oder Unbrauchbarmachung). So auch bei anderen EA-Spielen oder Ubisoft-Titeln.
Da liegen dann natürlich angeblich die Store-Varianten un- bis kaum gespielt in der Bibliothek rum.
Also, der Analyst hat nicht mitgedacht.
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PS: Im angemerkten Zusammenhang auch gerade brand-aktuell: Stop Killing Games und der PCGH-Artikel zu Notch's Stellungnahme: "Wenn das Kaufen eines Spiels kein Kauf ist, dann ist Raubkopieren kein Diebstahl"